Feuerwehr Hannover stellt zwei neue Intensivtransportwagen in Dienst
Zwei zwölf Tonnen schwere Spezialfahrzeuge verbessern die Bedingungen für die Verlegung schwerstkranker Patienten in Niedersachsen.
HANNOVER (redu) – Die Feuerwehr Hannover hat zwei neue Intensivtransportwagen in Dienst gestellt. Die Fahrzeuge auf Lkw-Fahrgestellen ersetzen die bisherige Generation und bieten deutlich mehr Platz für medizinische Ausstattung und Personal. Mit den neuen Intensivtransportwagen Hannover soll die Versorgung schwerstkranker Patienten bei Klinikverlegungen weiter verbessert werden.
Die beiden Spezialfahrzeuge sind auf der Feuer- und Rettungswache 5 stationiert. Sie werden für intensivmedizinisch betreute Patiententransporte in ganz Niedersachsen eingesetzt und ermöglichen die Fortführung der Behandlung auf dem Niveau einer Intensivstation.
Mehr Platz und moderne Technik für Intensivtransporte
Die neuen Intensivtransportwagen der Feuerwehr Hannover basieren auf einem MAN TGM-Fahrgestell mit einem zulässigen Gesamtgewicht von zwölf Tonnen. Damit verabschiedet sich die Feuerwehr von der bisherigen Fahrzeuggeneration auf Transporter-Basis.
Der Wechsel auf größere Fahrzeuge trägt den gestiegenen Anforderungen an Intensivtransporte Rechnung. Neben umfangreicher Medizintechnik müssen zunehmend auch spezialisierte Behandlungsteams während der Verlegung ausreichend Platz finden.
Zur Ausstattung gehören jeweils zwei Corpuls 3 Touch-Monitore, zwei Hamilton T1 Intensivbeatmungsgeräte, sechs Perfusoren, ein Blutgasanalysegerät, ein Transportultraschallgerät sowie mechanische Reanimationshilfen.
Die Fahrzeuge verfügen außerdem über spezielle Intensivtragensysteme. Dank einer flexibel gestalteten Tragenaufnahme können auch Transportinkubatoren der Medizinischen Hochschule Hannover und des Kinderkrankenhauses auf der Bult sicher befördert werden.
Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Klinik
Die medizinische Betreuung während der Transporte erfolgt weiterhin in enger Zusammenarbeit mit dem Diakovere Friederikenstift. Zur Besatzung gehören zwei speziell ausgebildete Notfallsanitäter der Feuerwehr Hannover sowie ein Intensivmediziner des Friederikenstifts.
Feuerwehrdirektor Christoph Bahlmann verwies bei der offiziellen Übergabe auf die gestiegenen Anforderungen. Schwerkranke Patienten würden heute mit immer umfangreicherer Medizintechnik transportiert. Der zusätzliche Platz verbessere die Arbeitsbedingungen und schaffe Reserven für die notwendige Ausrüstung.
Auch Prof. Dr. med. André Gottschalk, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Diakovere Friederikenstift, unterstrich die Bedeutung der neuen Fahrzeuge. Entscheidend sei, dass die intensivmedizinische Versorgung während eines Transports ohne Einschränkungen fortgeführt werden könne.
Landesweite Koordinierung aus Hannover
Die Organisation der Intensivtransporte in Niedersachsen übernimmt die Koordinierungsstelle für Intensiv- und Sekundärtransporte (KoST). Sie ist in die Regionsleitstelle Hannover integriert und koordiniert sowohl bodengebundene als auch luftgebundene Transporte.
Die Landeshauptstadt Hannover ist vom Land Niedersachsen mit der Durchführung dieser Aufgabe betraut. Von den beiden neuen Fahrzeugen steht jeweils eines für Einsätze bereit. Das zweite dient als technische Reserve.
Die Anschaffungskosten liegen bei rund 450.000 Euro pro Fahrzeug. Die medizinische Ausstattung ist darin nicht enthalten, da große Teile aus den bisherigen Fahrzeugen übernommen werden können.
Bei der Übergabe betonte Feuerwehrdezernent Dr. Axel von der Ohe die Bedeutung der Investition für die hochspezialisierte medizinische Versorgung in Hannover und Niedersachsen. Zugleich würdigte er die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Diakovere Friederikenstift.




