OP-Roboter für MHH stärkt Herzchirurgie in Hannover
Minimalinvasive Eingriffe mit nur einem Schnitt künftig häufiger möglich.
HANNOVER (redu) – Die Medizinische Hochschule Hannover hat mit dem OP-Roboter MHH erstmals ein da Vinci SP-System in Deutschland in Betrieb genommen. Das rund drei Millionen Euro teure Gerät wurde durch Spenden von ROSSMANN und einer Stiftung finanziert.
Das System ermöglicht minimalinvasive Herzoperationen mit nur einem Schnitt und erweitert die technischen Möglichkeiten der Klinik deutlich.

Die HTTG-Chirurgen zeigen den Sponsoren den OP-Roboter: (v.l.) Dr. Tobias Goecke, PhD, Raoul Roßmann, Dirk Roßmann, Prof. Dr. Arjang Ruhparwar, Prof. Dr. Bastian Schmack, Markus Schmieta und Dr. Günes Dogan. © Carl-Marcus Müller
Spenden aus persönlichem Anlass
Der OP-Roboter MHH wurde durch zwei Großspenden finanziert. Das Unternehmen ROSSMANN und die Braukmann-Wittenberg-Herz-Stiftung übernahmen jeweils 1,5 Millionen Euro der Gesamtkosten. Zusätzlich stellte ROSSMANN 300.000 Euro für die Nutzung eines weiteren Roboters in der Mikrochirurgie bereit.
Auslöser für die Spende von ROSSMANN war eine eigene Operation von Unternehmensgründer Dirk Roßmann im Januar 2025 an der MHH. Nach einem Eingriff mit vier Bypässen folgte eine längere Rehabilitationsphase. Heute fühlt sich der 79-Jährige wieder fit und unterstützt die Klinik aus persönlicher Dankbarkeit.
Langjährige Förderung der Herzmedizin
Auch die Braukmann-Wittenberg-Herz-Stiftung knüpft mit ihrer Spende an eine persönliche Geschichte an. Ihr Mitgründer Albert Wittenberg wurde bereits 1982 an der MHH am Herzen operiert. Seit den 1980er Jahren fördert die Stiftung die Herzforschung mit Millionenbeträgen, unter anderem den Bau eines Forschungszentrums.
Technik für minimalinvasive Eingriffe
Der neue OP-Roboter vom Typ da Vinci SP arbeitet mit einer sogenannten Single-Port-Technik. Dabei erfolgt der Eingriff über einen einzigen, etwa drei Zentimeter langen Schnitt. Über diese Öffnung werden Kamera und Instrumente in die Brusthöhle eingebracht.
Die Technik soll zunächst bei Bypass-Operationen eingesetzt werden. Für Patientinnen und Patienten bedeutet sie weniger Belastung und eine schnellere Genesung. In der Anfangsphase rechnet die Klinik mit rund 100 Einsätzen pro Jahr.
Einsatz auch in der Mikrochirurgie
Neben der Herzchirurgie profitieren auch andere Fachbereiche von robotischer Unterstützung. In der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie wird ein weiteres System eingesetzt, das insbesondere bei sehr feinen Eingriffen an Nerven und Gefäßen genutzt wird.
Die robotergestützte Technik bietet laut Klinik Vorteile wie eine bessere Sicht, präzisere Bewegungen und ergonomischeres Arbeiten für die Operierenden. Insgesamt sind an der MHH derzeit vier OP-Roboter im Einsatz.




