Aktuelle Ausbildungs- und Digitalisierungsmaßnahmen im Fokus
HANNOVER / CELLE (PM). Die Niedersächsische Ministerin für Inneres und Sport, Daniela Behrens, hat heute das Niedersächsische Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) besucht. Mit dem Präsidenten des NLBK, Mirko Temmler, sowie weiteren Führungskräften tauschte sie sich insbesondere über die aktuelle Situation des Landesamtens aus.
In mehreren laufenden Einsatzübungen der Fortbildungsmaßnahme für Gruppenführer erhielt Ministerin Behrens außerdem einen Einblick in die Ausbildungsmöglichkeiten und -inhalte am Technik- und Trainingszentrum Celle-Scheuen.
Ministerin Behrens: „Das NLBK ist unser Dreh- und Angelpunkt auf Landesebene, wenn es um die Bekämpfung überregionaler Brände oder Katastrophen geht. Gleichzeitig wird hier mit der Aus- und Fortbildung ein wesentlicher Beitrag geleistet, um die Feuerwehren in der Fläche zu stärken. Vor diesem Hintergrund treibt das NLBK aktuell die Reform der Ausbildung für unsere Feuerwehren voran. Mit Maßnahmen wie der Verkürzung der Präsenzzeiten erreichen wir beim Lehrgangsangebot bereits kurzfristig einen Kapazitätsgewinn von 30 Prozent. Damit wir die ganze Bandbreite der Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten nutzen können, wird bei der Reform außerdem besonders auf die vielfältigen digitalen Möglichkeiten gesetzt. Gerade die Virtual-Reality-Technologie (VR) Presse bietet gute und praxisnahe Einsatzmöglichkeiten für die Ausbildung. Der Einsatz von VR wird am NLBK daher sukzessive ausgebaut.“
„Ich freue mich, dass Frau Ministerin Behrens sich heute die Zeit genommen hat, um sich bei uns vor Ort einen Eindruck von den vielfältigen Aufgaben des NLBK zu verschaffen“, sagt NLBK-Präsident Mirko Temmler. „Ministerin Behrens konnte sich davon überzeugen, dass das NLBK verstärkt daran arbeitet, den Fortbildungs- und Ausbildungsbedarfen der insbesondere Freiwilligen Feuerwehren gerecht zu werden und die Lehrinhalte fortlaufend auch an aktuelle Entwicklungen anzupassen.“
Im Rahmen des Termins konnte Ministerin Behrens das Digitalisierungsstudio des NLBK besuchen. Das Studio wird beispielsweise für die Produktion von Videos und digitalen Lerninhalten genutzt. Vor Kurzem wurde hier die Online-Grundschulung „Vegetationsbrandbekämpfung“ fertiggestellt und im vergangenen Monat offiziell eingeführt.
Mit der digitalen Wissensvermittlung stellt das NLBK für diese spezielle Art der Brandbekämpfung ein niedrigschwelliges Ausbildungsangebot zur Verfügung.
HANNOVER (PM). Das Deutsche Rote Kreuz in der Region Hannover ist auf die Ausbreitung der Omikron-Variante vorbereitet. Mit insgesamt 2.500 Mitarbeitenden, ist das Rote Kreuz in der Region Hannover größter Anbieter Niedersachsens im Bereich Rettungsdienst und einer der Größten in den Bereichen Pflegedienste und Kindertagesstätten. Bereits im Dezember vergangenen Jahres wurden Notfallpläne erarbeitet, um in allen Bereichen der kritischen Infrastruktur für die Bevölkerung einsatzfähig zu bleiben.
„Bereits vor Weihnachten haben wir im Rettungsdienst, in der Pflege, den Kindertagesstätten – Bereiche, die der kritischen Infrastruktur zuzuordnen sind – sowie im Bereich der Flüchtlings- und Obdachlosenunterbringung Präventiv-Maßnahmen erarbeitet und eingeleitet. Wir können nicht erst auf Verordnungen warten, wir müssen bereits jetzt vorbereitet sein, um handlungsfähig zu bleiben“, so Anton Verschaeren, Vorstandsvorsitzender des Roten Kreuzes in der Region Hannover. Marlis Spieker-Kuhmann, Vorständin des Verbandes, ergänzt: „In einem Krisenstab, der seit Mitte Dezember täglich tagt, wird die Lage im Verband bewertet, um je nach Infektionsgeschehen sofort reagieren zu können.“
Die aktuelle Situation beim Roten Kreuz in der Region Hannover kann insgesamt als entspannt bewertet werden. Aktuell gibt es nur einzelne positive Fälle und nur wenige Verdachtsfälle in den Bereichen der kritischen Infrastruktur sowie unter den Mitarbeitenden, die im Bereich der Flüchtlings- und Obdachlosenunterbringung tätig sind. Dies ist vor allem der täglichen Lagebesprechung im Krisenstab zu verdanken und der Erarbeitung und Umsetzung einzelner Präventiv-Maßnahmen.
Eine besondere Stärke des Roten Kreuzes während der Pandemie ist die eigene Struktur: Rund 550 Ehrenamtliche im Katastrophenschutz – Personen mit sanitätsdienstlicher Ausbildung und zum Teil auch mit Ausbildung zum Rettungssanitäter – könnten bei akutem Personalausfall im Rettungswesen unterstützen.
„Wir gehen davon aus, dass es einen Kollaps bei uns nicht geben wird“, formuliert Anton Verschaeren, und weiter: „Das Rote Kreuz war von Beginn der Pandemie an maßgeblich am Aufbau der Teststruktur in Hannover und der Region involviert. Aktuell betreiben wir mehrere Teststationen im Auftrag der Region für Antigen Schnelltests und das Drive-In für die PCR-Testung an unserem DRK-Haus in Empelde. Zudem sind wir mit unseren mobilen Testteams schnell bei Verdachtsfällen vor Ort und können auch somit bei einem Verdachtsfall von Mitarbeitenden schnell reagieren und diese testen und ggf. auch wieder dann schnell in den Einsatz bringen“, betont der Vorstandsvorsitzende.
Unterstützt und begleitet werden die Maßnahmen durch die Stabstelle für Hygiene und Infektionsschutz, welche den Vorstand und die Geschäftsbereichsleitungen in allen Fragen der Infektionsprävention berät.
Neben der regelmäßigen Testung der Mitarbeitenden und der strengen Einhaltung der allgemeinen Hygienemaßnahmen, wurden für die einzelnen Bereiche folgende Präventivmaßnahmen festgelegt.
Rettungsdienst und Fahrservice/ Blutkonserveneildienst
An den 13 Rettungswachen in Hannover und der Region mit insgesamt rund 725 Mitarbeitenden wurden folgende Präventiv-Maßnahmen ergriffen:
Die Standards, wie das verpflichtende Tragen von FFP2-Masken, werden ergänzt durch:
– Zeitversetzter Beginn der Schichten im Rettungsdienst
– Zum Teil feste Mitarbeiter-Teams
– Aufenthalt innerhalb der Teams zwischen den Einsätzen in unterschiedlichen Räumlichkeiten (Schaffung von zusätzlichen Aufenthaltsmöglichkeiten außerhalb der Rettungswachen)
Der Notfallplan bei steigendem Personalausfall sieht folgende Stufen vor:
Stufe 1: Bezirksübergreifender Einsatz der Mitarbeitenden
Stufe 2: Fahrzeuge der nicht Notfallrettung werden reduziert
Stufe 3: Einsatzfahrzeuge werden mit geringer qualifizierten Mitarbeitenden besetzt
Stufe 4: Mitarbeitende werden aus dem Urlaub
Stufe 5: Helferinnen und Helfer aus dem Katastrophenschutz werden aktiviert
Stufe 6: Reduzierung der Fahrzeuge der Notfallrettung
Pflege
Es gilt die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner in der stationären Pflegeeinrichtung Garbsener Schweiz und die ambulante Betreuung der Patientinnen und Patienten (20 Sozialstationen in Hannover und der Region) und auch die Betreuung in den Tagespflegeeinrichtungen an den 10 Standorten in Hannover und der Region aufrecht zu erhalten – hierfür sind rund 720 Mitarbeitende für die 4.700 Kundinnen und Kunden im Einsatz. Folgende Präventiv-Maßnahmen wurden in diesem Bereich ergriffen:
Die Standards, wie das verpflichtende Tragen von FFP2-Masken, werden ergänzt durch:
– Die Zuordnung von festen Teams auf den Wohnbereichen der stationären Pflegeinrichtung.
– Durch zeitversetzten Schichtbeginn und /-ende, treffen Mitarbeitende in der stationären Pflege und ambulanten Pflege nicht aufeinander.
Der Notfallplan bei steigendem Personalausfall sieht Folgendes vor:
– Als oberste Priorität: Aufrechterhaltung der stationären Pflege
– Bei steigendem Personalausfall: Stufenweise Schließung der Tagespflegen und Einsatz der Mitarbeitenden gemäß ihrer Qualifikation in der ambulanten und stationären Pflege
– In der ambulanten Pflege: Priorisierung der Patientinnen und Patienten nach Versorgung
Kindertagesstätten
920 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Bereich Kinder- und Jugendhilfe tätig. In 65 Kindertagesstätten werden rund 4.700 Kinder betreut. Auch in diesem Bereich sind präventive Maßnahmen zwingend erforderlich, damit es auch in diesem relevanten Bereich nicht zu Personalausfällen kommt. Daher wurden in den Einrichtungen folgende Maßnahmen beschlossen und umgesetzt – noch bevor das Land Niedersachsen Vorgaben erteilt – um zwingend eine Schließung von Gruppen oder gar Einrichtungen zu vermeiden.
– Die Betreuung findet in festen Gruppen statt, offene und gruppenübergreifende Angebote werden bis auf Weiteres nicht angeboten. Zudem werden Mitarbeitende in den Einrichtungen den festen Gruppen zugeordnet.
– Mitarbeitende, die während des Regelbetriebes in der Einrichtung tätig sind, tragen verpflichtend mindestens eine medizinische Maske oder alternativ eine FFP2-Maske.
– Zudem werden durch Maßnahmen (z.B. Boden-/Wandmarkierungen, Gebot des Rechtsverkehrs in Fluren und Gängen) Kreuzungswege unterschiedlicher Gruppen nach Möglichkeit vermieden oder reduziert.
– Das Betreten der Einrichtung durch Dritte ist nur mit Ausnahme möglich – hier gilt das Tragen einer FFP2 Maske und nachweislich die 3-G-Regel als verpflichtend.
Flüchtlings- und Obdachlosenunterbringung
Rund 150 Mitarbeitende der Sozialen Dienste sind für den Bereich der Flüchtlings- und Obdachlosenunterkünfte zuständig
In den Unterkünften gilt das Tragen von FFP2-Masken im Dienst als verpflichtend.
Ergänzend dazu sieht der Notfallplan folgendes vor:
Stufe 1: Mobile Teams werden eingesetzt – geimpftes Personal
Stufe 2: Verringerung des Personalschlüssels
Stufe 3: Ersatz von Personal durch Mitarbeitende aus der Verwaltungsstruktur
Stufe 4: Prüfung der absoluten Notbesetzung.
Zudem wurden auch neben den Standards in den wichtigen Bereichen der Verwaltung – wie IT, Finanzbuchhaltung, Personalabteilung – Maßnahmen eingeführt um arbeitsfähig zu bleiben. Die IT wurde zum Beispiel in feste Teams eingeteilt.
Das Rote Kreuz unterstützt zudem im Auftrag der Region Hannover im Bereich der COVID-Impfungen. Auch hier sind feste Teams eingeteilt. Dennoch hoffen die Vorstände, dass die Infektionswelle weniger heftig wird als befürchtet und die Notfallpläne in der Schublade bleiben können.
HANNOVER (ots). Wie wichtig eine verlässliche und gleichermaßen redundante Kommunikation unter Nutzung unterschiedlicher Kanäle und Technologien ist, die auch in Katastrophenfällen funktioniert, hat nicht zuletzt das Hochwasser in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gezeigt.
Um die Kommunikation von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) gerade in Ausnahmesituationen effektiv zu unterstützen, testet die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen (ZPD) bereits seit Jahren moderne Anwendungsmöglichkeiten der Satellitenkommunikationstechnik. Die ZPD hat diese Technologien seit August 2019 im Rahmen des Entwicklungsprojekts „BOS@Satcom“ gemeinsam mit der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Partnern aus der Industrie vorangetrieben.
Im Fokus der partnerschaftlichen Betrachtung: Möglichkeiten einer zusätzlichen satellitengestützten Infrastruktur sowohl aus technischer als auch fachlicher Sicht. Im Rahmen einer Abschlusspräsentation (offizielles Projektende) heute (19. August 2021) in Hannover stellten die Projektpartnerinnen und -partner eindrucksvoll unter Beweis, dass sich in Ergänzung zu den heute genutzten Kommunikationsinfrastrukturen auch mithilfe von satellitengestützten ad hoc-Netzen eine wertvolle Redundanz zu den bestehenden Netzen des Digitalfunks BOS und kommerzieller Mobilfunknetze für die BOS schaffen lässt. Dieser Ansatz ist bislang bundesweit einmalig.
„Die ZPD verfügt bereits über eine langjährige Erfahrung in Einsätzen unter Nutzung von Satellitentechnik. So verfügt die Autorisierte Stelle Digitalfunk Niedersachsen (ASDN) als Fachdienststelle aktuell über eine Satellitenkopfstelle zum Empfang von Videobildern. Hierzu wurde bereits 2020 ein Anhänger mit Satellitentechnik ausgestattet, um mobil Daten in die ZPD übertragen zu können. Darüber hinaus betreibt die ASDN eine mobile Basisstation mit Satellitenanbindung (bundesweit verfügbar: 10 Anlagen), die ad hoc einsatzfähig ist und beispielsweise bei Störungen oder Ausfällen in das Digitalfunknetz der BOS integriert werden kann und dadurch etwaige Kommunikationslücken schließt. Ebenso kann das Netz bei einem großen Bedarf um weitere Kapazitäten ergänzt werden“, sagte Polizeipräsidentin Christiana Berg heute in Hannover.
Der Digitalfunk BOS gewährleistet seit Jahren verlässlich eine hochverfügbare Sprachkommunikation für die Nutzerinnen und Nutzer in den BOS. Zunehmend spielt aber auch in diesem Bereich die flexible Nutzung breitbandiger Kommunikation, z. B. über Tablet oder Smartphone, eine immer größere Rolle.
Die heute genutzte mobile Breitbandkommunikation greift dabei ausschließlich auf die öffentlich verfügbare Infrastruktur (Mobilfunknetze) kommerzieller Netzbetreiber zurück. Der Ausbau hinsichtlich der Flächenabdeckung und der verfügbaren Band-breite weist in einem Flächenland wie Niedersachsen zum Teil gravierende Lücken auf, die auch durch den 5G-Ausbau nicht geschlossen werden können. Damit kann die Einsatzfähigkeit, die zunehmend auch von der Nutzbarkeit der mobilen Kommunikationsmittel abhängt, nicht immer und nicht überall gewährleistet werden.
Auch um Abhängigkeiten von kommerziell betriebenen Netzen zu reduzieren, kann die Satellitenkommunikationstechnik für die Polizei und damit auch analog für die BOS eine wichtige Unterstützung zu jeder Zeit und an jedem Ort im Flächenland Niedersachsen bieten. Durch die Ausstattung von „Mobilen Wachen“ und Einsatz-Containern sowie von ausgewählten Kraftfahrzeugen (z. B. mobile Einsatzleitstellen-Kfz) mit Satellitentechnik lässt sich so innerhalb kurzer Zeit ein vollfunktionsfähiges breitbandiges Kommunikationsnetz (Sprach- und Datenkommunikation) errichten und nutzen. Die vielversprechenden ersten Ergebnisse des Projekts „BOS@Satcom“ bieten schon jetzt Anknüpfungspunkte an das Projekt „Katastrophenschutz Notfallnetz Niedersachsen“, kurz „KaNN“, das mit Hochdruck im Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) vorangetrieben wird: den Aufbau eines funktionierenden Notfallnetzes auf Basis von Satellitentechnik zur Notfallkommunikation für die Katastrophenschutzstäbe des Landes und der Kommunen. Dazu sagte der Nieder-sächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, im Vorfeld: „Sowohl die Polizei als auch der Katastrophenschutz müssen in Extremlagen handlungsfähig bleiben, eine funktionierende Kommunikation ist dafür die Grundvoraussetzung. Dass nun beide Institutionen ihre Expertisen in die intensive Prüfung zur Möglichkeit eines stufenförmigen Ausbaus der technischen Infrastruktur zur Satellitenkommunikation in Niedersachsen einbringen, freut mich daher sehr. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dieser geballten Expertise einen großen Schritt vorankommen, um die neuen Herausforderungen im Krisenmanagement meistern zu können. Da wir künftig mit zunehmenden Extremwetterlagen rechnen müssen, ist dieses Projekt elementar für unsere Krisenbewältigung. Daher bedanke ich mich jetzt schon einmal bei allen Beteiligten, die das Projekt und dessen Vorbereitungen bereits seit 2019 so vorausschauend vorantreiben.“
„In Krisensituationen, bei Großschadensereignissen und für die ‚Wahrung der inneren Sicherheit kann die Satellitenkommunikation eine wichtige logistische Funktion erfüllen“, betonte Dr. Walther Pelzer, Vorstand der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. „Dies gilt insbesondere in Situationen, wo ad-hoc keine ausreichende terrestrische Infrastruktur besteht oder diese zerstört wurde, wie zum Beispiel bei der verheerenden Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW vor einem Monat. Ein wichtiger nächster Schritt wäre daher, diese neuartige Kommunikationsinfrastruktur auf weitere BOS-Einsatzkräfte und andere Bundesländer auszuweiten. Insofern freue ich mich über die enge Kooperation in diesem Projekt und die Aussicht auf eine künftig noch intensivere Zusammenarbeit. Denn neben dem Ausbau von Glasfasernetzen und terrestrischen Mobilfunknetzen sehe ich in der Integration der Satellitenkommunikation in die terrestrische Infrastruktur einen wesentlichen Baustein, um quantitativ und qualitativ einen Schritt nach vorne zu gehen und mehr Kommunikationsverbindungen zu ermöglichen.“
Die Satellitenkommunikation liefert bereits heute Rundfunk- und Fernsehprogramme sowie multimediale Dienste – inklusive Internet – über Satellit in alle Welt. Dabei werden die herkömmlichen geostationären Satelliten, die sich kontinuierlich über einem festen Punkt auf der Erde befinden, immer häufiger durch neuartige Megakonstellationen ergänzt. Diese Konstellationen, wie beispielsweise Starlink oder One Web, bestehen aus mehreren tausend umlaufenden Satelliten und erhöhen damit die derzeitigen Kommunikationskapazitäten um ein Vielfaches. Daher wird die Satellitenkommunikation in Zukunft zusätzlich zum Ausbau von Glasfaserverbindungen und terrestrischen Mobilfunknetzen in terrestrische Infrastruktur integriert sein. So wird diese Technologie einen wachsenden Anteil an Kommunikationsverbindungen insgesamt übernehmen.
„In den niedersächsischen Projekten der ZPD und des NLBK geht es unter dem Strich also nicht darum, die heute von den BOS genutzten Kommunikationsinfrastrukturen zu ersetzen, sondern um eine sinnvolle und satellitengestützt-breitbandtaugliche Alternative zu ergänzen. Mit anderen Worten: Die Erfahrungen aus polizeilichen Großeinsätzen und Katastrophen haben uns gelehrt, dass belastbare Kommunikationsstrukturen das A und O für eine erfolgreiche Einsatzbewältigung darstellen. Um auch künftigen Herausforderungen wirkungsvoll begegnen zu können, werden wir im Schulterschluss BOS-übergreifend weiter intensiv an den wichtigen Aspekten der Krisenvorsorge und des -managements arbeiten“, so Christiana Berg abschließend.
HANNOVER (PM). Pistorius: „Dank an alle Einsatzkräfte, die mit ihrem Engagement zur Bewältigung dieser Katastrophe beitragen. Der Bund muss für ein einheitliches, zuverlässiges und flächendeckendes Warnsystem sorgen. Niedersachsen richtet deswegen eine ad-hoc-Arbeitsgruppe für mögliche Einsatzszenarien ein“
Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, hat heute Nachmittag zurückkehrende Einsatzkräfte der Feuerwehren der Region Hannover im Feuerwehrzentrum Neustadt am Rübenberge begrüßt und sich stellvertretend für alle Helferinnen und Helfer bei ihnen bedankt. Die ersten niedersächsischen Kräfte sind heute nach 48 Stunden Dauereinsatz zurückgekehrt.
In den von der Hochwasserkatastrophe besonders heftig betroffenen Krisengebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind aktuell (19.07.2021, 14:00 Uhr) insgesamt rund 1.700 niedersächsische Kräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Polizei und DLRG im Einsatz. Fünf Kräfte haben sich während des Einsatzes leicht verletzt, können aber weiterhin ihren Dienst versehen. Das Kompetenzzentrum Großschadenslagen (KomZ) im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, das im Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) in Celle den Einsatz der Kräfte koordiniert und organisiert, hat aktuell weitere Hilfsangebote an Rheinland-Pfalz unterbreitet.
Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagt: „In solchen Ausnahmesituationen zeigt sich, wie wichtig die enge föderale und im besten Sinne des Wortes kameradschaftliche Zusammenarbeit im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz ist. Ich möchte mich bei allen, die sich auf den Weg gemacht haben oder noch machen werden, für das Geleistete bedanken! Solch außergewöhnliche Schadensereignisse können nur mit einem hohen Kräfte- und Mittelansatz bewältigt werden.
Aus diesem Grund bin ich sehr froh, dass wir mit Einheiten unseres leistungsfähigen niedersächsischen Brand- und Katastrophenschutzes in den Schadensgebieten einen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten können. Wir werden die Lage genau analysieren, einschließlich möglicher Mängel oder Fehlentwicklungen, um auch in Zukunft in Niedersachsen für die wachsenden Herausforderungen bestmöglich aufgestellt zu sein. Ich werde dazu auch eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe einrichten und alle betroffenen Ressorts sowie den Landesbeirat Katastrophenschutz kurzfristig einladen. Wir sind gut aufgestellt, aber der Klimawandel wird uns weiter herausfordern. Deshalb müssen uns die schlimmen Ereignisse – in diesem Ausmaß – auch eine Warnung sein, aus denen wir lernen müssen.“
Zur Debatte um unzureichende Warnungen durch den Bund sagt Pistorius: „Der Bund ist hier eindeutig in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass ein bundesweit funktionierendes, flächendeckendes Warnsystem wieder installiert wird. Wir müssen künftig aufgrund des Klimawandels vermehrt mit solchen extremen Wetter- und Katastrophenszenarien rechnen. Da wird der Bund seiner Verantwortung nicht gerecht, wenn er lediglich eine Einmalzahlung von 90 Millionen Euro leistet. Wir brauchen ein einheitliches Warnsystem, das störungsresistent ist und auch dann funktioniert, wenn das Stromnetz zusammenbricht. Wir brauchen neben den digitalen Systemen auch wieder mehr Alarmsirenen – meinetwegen auf jedem Schuldach. Und wir brauchen eine Kampagne zur Sensibilisierung der Bevölkerung, die oft schlicht nicht mehr weiß, wie man sich in Gefahrensituationen verhält. Ich denke da sofort an Japan, wo jedes Kind bereits in der Schule lernt, was es bei einem Erdbeben oder einer Flut zu tun hat.“
Überblick über die aus Niedersachsen eingesetzten Kräfte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz:
Drei Amtshilfeersuchen aus Nordrhein-Westfalen sowie zwei Amtshilfeersuchen aus Rheinland-Pfalz wurden durch das Kompetenzzentrum Großschadenslagen bestätigt.
In Nordrhein-Westfalen sind derzeit folgende Kräfte aus Niedersachsen eingesetzt:
Rhein-Erft-Kreis:
Landes-Wasserrettungszug West der Deutschen-Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG), 59 Einsatzkräfte. Einsatzschwerpunkt war der Boots- und Tauchereinsatz zur Erkundung und Menschenrettung.
Dieser Einsatz wurde gestern beendet, die Einsatzkräfte befinden sich auf der Rückfahrt in die Heimatstandorte.
Eine Bereitschaftspolizeihundertschaft inklusive Polizeitauchern, 120 Einsatzkräfte. Einsatzschwerpunkt ist die Sicherung und Erkundung der Schadensgebiete.
Rhein-Sieg-Kreis:
Landes-Wasserrettungszug Nord der Deutschen-Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG), 55 Einsatzkräfte. Einsatzschwerpunkt sind mittlerweile Pump- und Aufräumarbeiten.
Stadt Leverkusen:
Kreisfeuerwehrbereitschaft Landkreis Göttingen mit Hochleistungspumpen-System Braunschweig, ein Sanitätstrupp Johanniter Unfallhilfe Göttingen, 182 Kräfte.
Einsatzschwerpunkte: Pumpeneinsatz in Gebäuden (u. a. Keller, Tiefgaragen) und Gebäudekomplexen (ca. 300 Einsatzstellen) sowie Kontrolle von stromlosen Gebäuden.
Dieser Einsatz wurde gestern beendet, die Einsatzkräfte befinden sich auf der Heimfahrt in den Heimatstandort.
Stadt Euskirchen / Steinbachtalsperre:
Kreisfeuerwehrbereitschaft Region Hannover und Kreisfeuerwehrbereitschaft Landkreis Osnabrück mit Hochleistungspumpen-Systemen Hannover und Osnabrück, 389 Kräfte.
Einsatzschwerpunkte: Einsatz der Hochleistungspumpen (HFS) an der Steinbachtalsperre, Pumpeneinsatz im Stadtgebiet Euskirchen, Grundschutz für das Stadtgebiet Euskirchen.
Der Einsatz der KFB Landkreis Osnabrück wurde heute beendet, die Einsatzkräfte reisen heute noch ab.
Die KFB Region Hannover hat ihren Einsatz ebenfalls beendet und wird heute zurück erwartet.
Stadt Eschweiler:
Kreisfeuerwehrbereitschaft Landkreis Holzminden mit Hochleistungspumpen-System Emden, nebst Versorgungs- und Sanitätstrupps der Johanniter Unfallhilfe Holzminden und des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Weserbergland, 175 Kräfte. Einsatzschwerpunkt ist Unterstützung beim Pumpeinsatz (u. a. in einem Krankenhaus).
Der Einsatz wurde beendet, die Kräfte haben die Rückfahrt angetreten.
ein Verbindungsbeamter beim Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen.
Dieser Einsatz wurde am Nachmittag des 18.07.2021 beendet.
ein Reisebus der zentralen Landeseinheit Personentransportraum, besetzt durch den Malteser Hilfsdienst Braunschweig, zwei Einsatzkräfte.
In Rheinland-Pfalz sind derzeit folgende Kräfte aus Niedersachsen eingesetzt:
Führungsstab ADD Tier in der BABZ in Ahrweiler:
eine Führungsgruppe Medizinische-Task-Force (FüGr-MTF), besetzt von Einsatzkräften des Deutschen Roten Kreuzes aus Oldenburg, acht Einsatzkräfte. Dieser Auftrag endete gestern, die Einheit erhält vor Ort einen neuen Auftrag.
zwei Verbindungsbeamte des MI und des NLBK bei der Technischen Einsatzleitung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Ahrweiler.
Landkreis Ahrweiler:
eine Bereitschaftspolizeihundertschaft sowie fünf Diensthundeführer/-innen mit Leichenspürhunden, 90 Einsatzkräfte. Einsatzschwerpunkt ist das Absuchen des Ahrmündungsgebietes den Rhein flussaufwärts in Richtung Ahrweiler.
ein Behandlungsplatz-50-Land (BHP-50-Land) der zentralen Landesvorhaltung Nds. zur Versorgung von 50 Patienten, bestehend aus Einheiten der Johanniter Unfallhilfe Südniedersachsen, 118 Einsatzkräfte. Einsatzschwerpunkt ist der Betrieb einer medizinischen Versorgungsstelle für Verletzte in Bad Neuenahr.
vier Führungsgruppen Medizinische-Task-Force (FüGr-MTF), besetzt von Einsatzkräften des Deutschen Roten Kreuzes aus Göttingen, Lüneburg und Osnabrück sowie des Malteser Hilfsdienstes aus Braunschweig, 25 Einsatzkräfte. Einsatzschwerpunkt ist die Erkundung des Schadensgebietes sowie die Koordinierung von Rettungsdienstmaßnahmen.
Kontingentführung (zwei Einsatzkräfte) durch das NLBK.
Alarmiert zum Eintreffen im Einsatzgebiet im Laufe des Tages:
Führungsunterstützungs-Stab mit Kräften der Berufsfeuerwehren Hildesheim, Wilhelmshaven, Cuxhaven, Osnabrück, Salzgitter, Wolfsburg sowie der Autorisierten Stelle Digitalfunk und des NLBK (18 Einsatzkräfte).
ein Hubschrauber der Polizeihubschrauberstaffel (sechs Einsatzkräfte).
Auf Anforderung des Landes Rheinland-Pfalz wurde für einen Einsatz vorbereitet:
ein Betreuungsplatz-500-Land (BTP-500-L) zur Unterbringung und Verpflegung von 500 Betroffenen oder Einsatzkräften, bestehend aus Einheiten des Deutschen Roten Kreuzes, Landesverband Niedersachsen e.V., insgesamt rd. 200 Einsatzkräfte.
BONN (PM). Alle ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helferinnen und Helfer sind wichtig für eine erfolgreiche Arbeit im Technischen Hilfswerk (THW). Darunter immer mehr Frauen, die sich für technische Hilfe im Bevölkerungsschutz und der Katastrophenhilfe begeistern und engagieren. Im vergangenen Jahr verzeichnete das THW einen Anstieg von Frauen und Mädchen im Ehrenamt und Hauptamt.
„Traditionell ist der Anteil von Männern in technisch ausgerichteten Organisationen sehr hoch. Deshalb sollte nicht nur der 110. Weltfrauentag ein Anlass sein, über die Gleichstellung der Geschlechter und bestehende Diskriminierungen aufmerksam zu machen. Wir wünschen uns mehr Frauen im THW“, sagt THW-Präsident Gerd Friedsam.
Gestiegen ist vergangenes Jahr die Anzahl von Frauen im Ehrenamt und Hauptamt, die den gesetzlichen Auftrag des THW erfüllen und für die ehrenamtlich getragene Bundesanstalt einstehen. Auch die schwierige Situation und veränderte Ausbildungsbedingungen durch das Corona-Virus konnten den Anstieg von Frauen und Mädchen im THW nicht stoppen. „Der Anstieg des Frauenanteils auf mehr als 15 % im THW-Ehrenamt und 39,8 % im Hauptamt sind ein Gewinn fürs THW und ein Zeichen für unsere gelebten Werte – jede und jeder ist im THW herzlich willkommen“, betont THW-Präsident Gerd Friedsam. Aktuell sind 12.632 der rund 80.000 Ehrenamtlichen und 724 der 1.818 Hauptamtlichen im THW Frauen und Mädchen.
In den vergangenen Jahren arbeitet das THW kontinuierlich an der Förderung von Frauen und Mädchen, wie mit einem Helferinnentag, der sich speziell an Frauen und Mädchen im THW richtete.
Das THW ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit knapp 80.000 Freiwilligen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.
CELLE (PM). Das Land Niedersachsen stellt den Schulen mit einer ersten Lieferung zunächst fünf Millionen Masken für die Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung. Diese werden ab dem morgigen Mittwoch (03.03.2021) durch die zentrale Landeseinheit Logistik des niedersächsischen Katastrophenschutzes über die Kreise und Städte ausgeliefert. Die kommunalen Katastrophenschutzbehörden in Niedersachsen unterstützen das Land bei der Koordinierung und dem Weitertransport der Masken zu den einzelnen Schulen.
Die erste Lieferung umfasst 2,5 Millionen FFP2-Masken sowie 2,5 Millionen medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken. Die zeitnahe Lieferung der Masken ist durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem Kompetenzzentrum für Großschadenslagen (KomZ) im Geschäftsbereich des Nds. Ministeriums für Inneres und Sport, den Katastrophenschutzbehörden, dem Nds. Kultusministerium und den kommunalen Spitzenverbänden möglich.
Der Nds. Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, zu der geplanten Auslieferung: „Es freut mich, dass wir die Schulen in enger Zusammenarbeit zwischen dem Katastrophenschutz und den Kommunen durch die Maskenlieferungen unterstützen können. Das belegt auch das gute Zusammenspiel aller Beteiligten mit dem Aufbau der Logistik in Niedersachen, um die mehr als 2.000 Schulen in Niedersachsen zu beliefern.“
Auch der Nds. Kultusminister Grant Hendrik Tonne begrüßt am heutigen Verladetag auf dem Gelände des KomZ in Celle-Scheuen die Maßnahme: „Die Sicherstellung des Schulbetriebs und der damit verbundene notwendige Schutz aller in den Schulen eingesetzten Beschäftigten ist der Landesregierung ein besonderes Anliegen. Unser Ziel ist es nach wie vor, so schnell wie möglich wieder alle Schülerinnen und Schüler in den Präsenzunterricht in die Schulen zurückzuholen, sobald es die Infektionszahlen zulassen. Dabei gilt es zugleich, möglichst umfängliche Vorkehrungen zum Schutz der Schülerinnen, Schüler sowie der Schulbeschäftigten zu treffen. Die Bereitstellung von FFP2-Masken und medizinischen Mund-Nasen-Schutzmasken für Lehrkräfte und weiteres Personal in den Schulen, ist dabei ein zusätzlicher wichtiger Baustein neben unseren Abstands- und Hygieneregeln.“
Die zentrale Landeseinheit Logistik des Katastrophenschutzes Niedersachsen ist ein wichtiger und notwendiger Bestandteil der Gefahrenabwehr des Landes und vor dem Hintergrund der Corona Pandemie seit einem Jahr ganz besonders gefordert. Über die gesamte Zeit der Pandemiebekämpfung hinweg wurde durch diese Landeseinheit zusammen mit dem Zentrallager Katastrophenschutz Niedersachsen die Versorgung von Gesundheitseinrichtungen in enger Kooperation mit den kommunalen Katastrophenschutzbehörden durchgeführt und so bereits weit über 1 Mio. Kilometer an Fahrleistung in diesem Einsatz zurückgelegt. Dabei kann auf hochmotiviertes Personal des Niedersächsischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz sowie ehrenamtliche Kräfte aus den Hilfsorganisationen und die Unterstützung des Technischen Hilfswerks zurückgegriffen werden.
In einer weiteren Lieferung soll in ca. einem Monat eine weitere Charge für die Schulen in Niedersachen bereitgestellt werden. Darüber hinaus können alle Dienststellen des Landes Niedersachsen über das KomZ Masken für ihre Beschäftigten anfordern, die dann zeitnah durch die Landeslogistik ausgeliefert werden.
HANNOVER (PM). Sobald ein Impfstoff gegen COVID-19 zur Verfügung steht, werden in Niedersachsen 50 Impfzentren in den Städten und Landkreisen ihren Betrieb aufnehmen können. Das Niedersächsische Innenministerium hat mit Blick auf den akuten Impfbedarf im Rahmen der Corona-Pandemie bereits in der letzten Woche ein außergewöhnliches Ereignis von landesweiter Tragweite festgestellt. Aufbau sowie organisatorischer und operativer Betrieb der Impfzentren obliegen den örtlichen Katastrophenschutzbehörden.
Die im Sommer neu geschaffene Regelung nach § 27 a des Niedersächsischen Katastrophenschutzgesetz gestattet die Nutzung der Mittel des Katastrophenschutzes, etwa den Einsatz von Stabsstrukturen und die Unterstützung durch die Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz mit ihren vielen tausend ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. In enger Abstimmung mit dem fachlich federführenden Sozialministerium übernimmt hierbei das Kompetenzzentrum für Großschadenslagen im Innenministerium die zentrale Leitung der Einrichtung der Impfzentren. Das Land trägt deren Kosten. Das haben die Länder dem Bund zugesagt, der die für die Bevölkerung benötigten Impfstoffe zentral beschafft.
Das Kompetenzzentrum hatte die Katastrophenschutzbehörden in den Städten und Landkreisen beauftragt, Vorschläge und Konzepte für geeignete Liegenschaften einzureichen. Diese wurden nun geprüft und mit Einsatzaufträgen versehen. Lediglich im Landkreis Lüneburg muss noch ein neuer Standort gefunden werden, nachdem ein Anbieter sein Angebot kurzfristig zurückgezogen hat. Vor dem Hintergrund, dass mit einer Zulassung eines Impfstoffes erst kurz vor dem Jahreswechsel zu rechnen ist, bleibt aber auch hier noch ausreichend Zeit für den Aufbau.
In den Einsatzaufträgen ist ein Aufbau in Stufen vorgesehen, um zunächst vor allem mit mobilen Teams vulnerable Gruppen, etwa in stationären Einrichtungen, zu erreichen. Nach den Planungen des Landes soll jedes Impfzentrum im Dezember auch schon mit mindestens einem stationären Impfteam starten können, um u. a. notwendige Verfahren zu üben. Dieses System wird eine flächendeckende Impfung der Bevölkerung ermöglichen, bis die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte diese Aufgabe übernehmen können. Nach derzeitigem Stand geht die Landesregierung davon aus, dass die Impfzentren bis weit in das Jahr 2021 hinein ihren Betrieb aufrechterhalten werden.
„Mit den nun bestätigten Standorten ist in Niedersachsen sichergestellt, dass es ein flächendeckendes und niedrigschwelliges Impfangebot geben wird, sobald erste Impfdosen verfügbar sind. Mein Haus hat die erforderliche Logistik und den Transport des Impfstoffes in die Impfzentren bereits sichergestellt. Dies schließt auch die Lagerung der Impfstoffe mit ein, von denen einer bei -70° gelagert werden muss. Auch der Aufbau des zentralen Terminmanagements unter Einbeziehung der STIKO-Empfehlung wird derzeit unter Hochdruck weiter vorangetrieben“, erklärt Sozialministerin Carola Reimann.
„Nun kommt es nur noch darauf an, dass ausreichend Impfstoffe so schnell wie möglich in Niedersachsen ankommen. Mit den bewährten Kräften und Fähigkeiten des Katastrophenschutzes sind wir darauf bestmöglich vorbereitet. Mein besonderer Dank gilt dabei dem Engagement der Kommunen und der Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz“, sagt Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius.
Die Liste mit den Standorten der Impfzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten finden Sie im Anhang dieser Mitteilung und im Internet unter www.niedersachsen.de/coronavirus/impfung.
CELLE. Die Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) mit den Standorten Celle und Loy ist die zentrale Aus- und Fortbildungseinrichtung für die Feuerwehren und den Katastrophenschutz in Niedersachsen. Um den Ansprüchen an eine zukunftsfähige Aus- und Fortbildung gerecht zu werden, wird u. a. das Technik- und Trainingszentrum auf dem Gelände der ehemaligen Freiherr-von-Fritsch-Kaserne in Celle-Scheuen kontinuierlich weiterentwickelt.
Nach der Fertigstellung des ersten Unterkunftsgebäudes sowie des ersten Übungsgebäudes im Jahr 2018 wurde am 30. April 2020 durch das Staatliche Baumanagement Lüneburger Heide nach nur einjähriger Bauzeit termingerecht der Umbau zweier ehemaliger Unterkunftsgebäude der Bundeswehr als Simulations- und Übungsgebäude fertiggestellt. Die Kosten für die beiden Gebäude betrugen rund 2,6 Mio. Euro.
Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius: „Mit diesen Gebäuden erweitern und verbessern wir das vorhandene Angebot für Aus- und Fortbildung der niedersächsischen Feuerwehr um weitere wichtige Bestandteile. Bei dem Training geht es uns um möglichst realistische Voraussetzungen, die vom Team der NABK auch mit viel Liebe fürs Detail umgesetzt wurden. Ich bin überzeugt, dass dieses Angebot breit und gerne angenommen wird! Unser Ziel ist es weiterhin, den Ausbildungsbedarf der Kommunen mit einem hochwertigen Angebot möglichst hundertprozentig erfüllen zu können.“
In den Simulations- und Übungsgebäuden werden Feuerwehreinsätze unter nahezu realistischen Bedingungen, etwa mit Rauch und Feuersimulationen, geübt. Verschiedene Nutzungsbereiche, wie z. B. Krankenhaus, Alten-/Pflegeheim, Schule, Kindergarten, Verkaufsstätten, Apotheke, Café oder (Studenten-) Wohnungen wurden mit gespendeten Einrichtungsgegenständen originalgetreu eingerichtet. In den neuen Gebäuden können die Lehrgangsteilnehmer außerdem den Umgang mit Einrichtungen des anlagentechnischen Brandschutzes in Gebäuden lernen, dazu gehören z. B. Brandmeldeanlagen, Rauchabzüge oder trockene Steigleitungen.
Als weitere Baumaßnahme des ersten Bauabschnitts wurde vom Staatlichen Baumanagement Lüneburger Heide am 20. April 2020 in Nachbarschaft zu den Übungsgebäuden der Neubau des Wirtschaftsgebäudes für die NABK begonnen. Nach aktuellem Stand wird das Bauwerk Ende 2021 fertiggestellt und rund 5,8 Mio. Euro kosten. Zukünftig werden hier bis zu 200 Lehrgangsteilnehmer ihre Mahlzeiten einnehmen können. Frühstück und Abendessen werden vor Ort frisch in der neuen Großküche zubereitet. Das Mittagessen wird am bisherigen Standort im Bremer Weg in Celle gekocht und warm nach Scheuen geliefert. Die Großküche ist nach neuesten Hygienestandards mit mehreren Kühlräumen, umfangreicher Kochgeräteausstattung und einer automatisierten Bandspülmaschine ausgestattet. Der 330 Quadratmeter große Saal ist zusätzlich auch für Veranstaltungen der NABK nutzbar.
Am Standort der NABK in Celle-Scheuen ist in den nächsten Jahren der Neubau und die Herrichtung einer Reihe weiterer Gebäude im Umfang von rund 25 Mio. Euro geplant. Dazu zählt insbesondere der Neubau einer Lehrleitstelle, eine neue Heizzentrale für alle Gebäude der Liegenschaft und weitere spezielle Übungsanlagen für die Aus- und Fortbildung in den Bereichen Brandschutz und Hilfeleistung. Außerdem werden neue Ver- und Entsorgungsleitungen auf dem gesamten Gelände verlegt.
Mehr und mehr entsteht am Standort in Celle-Scheuen eine Aus- und Fortbildungseinrichtung, die im bundesweiten Vergleich einmalig ist. Das Land Niedersachsen stellt mit der Umsetzung der geplanten Maßnahmen eine zeitgemäße zentrale Aus- und Fortbildung der zum größten Teil ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen sicher und trägt gleichzeitig zur Attraktivitätssteigerung bei.
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