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Einsatzfahrzeuge vor Schule

Blackout Übung Hannover: DRK probt Evakuierung in Laatzen

13. April 2026/in Niedersachsen
Veröffentlicht: 13. April 2026, 12:53 Uhr |Aktualisiert: 13. April 2026, 17:50 Uhr

Ehrenamtliche trainieren Versorgung und Führung bei Stromausfall.

HANNOVER (redu) – Eine groß angelegte Blackout Übung hat am Wochenende im Raum Hannover die Evakuierung von 200 Menschen simuliert. Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes trainierten dabei unter realistischen Bedingungen die Versorgung und Führung bei einem flächendeckenden Stromausfall.

Die Übung zeigt, wie wichtig funktionierende Abläufe im Katastrophenschutz sind – insbesondere bei komplexen Lagen wie einem länger andauernden Stromausfall.

Ein großflächiger Stromausfall, unterbrochene Versorgungsketten und eine notwendige Evakuierung: Mit einer realitätsnahen Blackout Übung hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Raum Hannover ein komplexes Katastrophenszenario trainiert. Im Zentrum stand ein angenommener Blackout im Bereich Laatzen, bei dem rund 200 Menschen ihre Wohnungen verlassen mussten.

Die Übung entwickelte sich aus einer Fortbildung für ehrenamtliche Kräfte des Betreuungsdienstes, die am Freitag begann. Ohne Vorankündigung wurden die Teilnehmenden am Wochenende in eine dynamische Einsatzlage versetzt. Ziel war es, Abläufe unter realistischen Bedingungen zu erproben und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Einheiten zu stärken.

Evakuierung und Versorgung im Fokus

Zentraler Bestandteil der Übung war die Einrichtung einer Notunterkunft in der Albert-Einstein-Schule in Laatzen. Innerhalb kurzer Zeit mussten die Einsatzkräfte Strukturen schaffen, um 200 Betroffene aufzunehmen, zu versorgen und sozial zu betreuen.

Beladung LKW

Das DRK kann mit eigener Technik auch schwere Lasten bewegen. © Kerstin Hiller / LV Nds.

Gleichzeitig simulierte das Szenario typische Folgen eines Blackouts. Der Lebensmittelhandel kam zum Stillstand, Bargeld war nicht verfügbar und auch die Versorgung mit Kraftstoffen brach zusammen. Diese Rahmenbedingungen erschwerten die Arbeit erheblich und machten eine effiziente Organisation notwendig.

Zum Einsatz kam unter anderem der sogenannte „Betreuungsplatz 500 Land“. Dieses System umfasst Fahrzeuge, Feldbetten, Decken, Notstromaggregate sowie eine Feldküche und ist für die Versorgung von bis zu 500 Personen ausgelegt. Die Komponenten wurden gezielt eingesetzt, um die Versorgungslage stabil zu halten.

Führungsstruktur unter besonderem Druck

Parallel zur praktischen Versorgung übernahmen Führungsgruppen die taktische Steuerung des Einsatzes. Eine zentrale Rolle spielte dabei die strukturierte Lageführung, die unter den Bedingungen eines flächendeckenden Stromausfalls besonders anspruchsvoll ist.

Für die Durchführung und Koordination der Übung im Bereich der Führungsgruppen war Björn Robbe verantwortlich, Verbandsführer im DRK-Regionsverband Hannover. Er beschreibt die Anforderungen an die Einsatzleitung als komplex und vielschichtig.

Björn Robbe

Björn Robbe koordinierte die Führungsgruppen © Kerstin Hiller / LV Nds.

„Im Fokus stand für die Führungsgruppen die Bewältigung eines großflächigen Stromausfalls. Auf Grundlage der eingehenden Lagemeldungen mussten sie ein kontinuierliches Lagebild erstellen, Prioritäten festlegen und daraus konkrete Einsatzaufträge ableiten“, erklärte Robbe.

Dazu gehörten insbesondere die Planung und Koordination der Evakuierung sowie die Organisation der Betreuung der betroffenen Bevölkerung. Gleichzeitig musste sichergestellt werden, dass die eigenen Einsatzkräfte auch unter erschwerten Bedingungen arbeitsfähig bleiben.

Lagebild, Entscheidungen und Kontrolle

Die Führungsgruppen richteten eine Führungsstelle ein, in der alle Informationen gebündelt wurden. Eingehende Meldungen wurden ausgewertet und fortlaufend in ein aktuelles Lagebild überführt. Dieses bildete die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen.

Lagekarte

Neue Informationen werden gleich in eine Lagekarte eingetragen © Kerstin Hiller / LV Nds.

„Die Führungsgruppen waren gefordert, Entscheidungen strukturiert zu treffen, Befehle zu formulieren und die Umsetzung durch die eingesetzten Einheiten fortlaufend zu überwachen und an die dynamische Lage anzupassen“, so Robbe weiter.

Die kontinuierliche Anpassung an neue Entwicklungen war ein zentraler Bestandteil der Übung. Veränderungen in der Versorgungslage oder neue Anforderungen mussten schnell erkannt und in konkrete Maßnahmen übersetzt werden.

Zusammenspiel von Führung und Betreuung

Die Übung zeigte deutlich, wie eng die Bereiche Führung und Betreuung miteinander verzahnt sind. Während die Einsatzkräfte vor Ort die Versorgung der Bevölkerung sicherstellten, sorgten die Führungsgruppen für die strategische Steuerung.

Nur durch diese enge Abstimmung konnten die Maßnahmen zielgerichtet umgesetzt werden. Die Kommunikation zwischen den Einheiten erwies sich dabei als entscheidender Faktor für den Erfolg der Übung.

Insgesamt waren rund 150 Kräfte beteiligt, darunter etwa 120 ehrenamtliche Helfer aus zahlreichen DRK-Kreisverbänden in Niedersachsen. Unterstützt wurden sie von weiteren Organisationen wie Feuerwehr und Technischem Hilfswerk.

Fazit der Einsatzleitung

Am Ende der Übung zog Björn Robbe eine positive Bilanz. „Ein Stromausfall stellt alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, Abläufe regelmäßig zu trainieren und Schnittstellen zu überprüfen“, sagte er.

Mit Blick auf die Leistung der Einsatzkräfte zeigte er sich zufrieden: „Mit dem Einsatz unserer ehrenamtlichen Kräfte während der gesamten Übung können wir sehr zufrieden sein.“

Die Übung unterstreicht die Bedeutung kontinuierlicher Ausbildung im Katastrophenschutz. Sie zeigt zugleich, dass nur durch regelmäßiges Training die komplexen Anforderungen eines solchen Szenarios bewältigt werden können.

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