Mehr Sicherheit bei ÜSTRA: protec startet Bodycam-Pilotprojekt
Sicherheitsdienst erprobt mobile Kameras sechs Monate lang – rund 50 Geräte sollen im Streifendienst eingesetzt werden.
HANNOVER (redu) – Die ÜSTRA-Tochter protec startet ein sechsmonatiges Bodycam-Pilotprojekt im Sicherheitsdienst. Mit den mobilen Kameras soll erprobt werden, welchen Beitrag die Technik zur Deeskalation sowie zur Sicherheit von Mitarbeitenden und Fahrgästen im hannoverschen Nahverkehr leisten kann.
Die Kameras werden schrittweise im Streifendienst eingeführt. Dabei sollen technische Zuverlässigkeit, praktische Abläufe und grundsätzliche Erfahrungen mit dem Einsatz der Geräte untersucht werden.
Das Bodycam-Pilotprojekt ist in vier zeitliche Abschnitte gegliedert. Die Mitarbeitenden sollen sukzessive mit den Kameras ausgestattet werden. Bis Ende Februar sollen alle Beschäftigten im Streifendienst ausgerüstet sein. Bereits vor Beginn der Pilotphase fanden Schulungen statt.
Rund 80 der mehr als 300 Beschäftigten von protec kümmern sich täglich um die Sicherheit der Fahrgäste in Tunnelstationen, an Haltestellen sowie in Bussen und Stadtbahnen. Nach Unternehmensangaben absolvieren sie jährlich etwa 15.000 Einsätze.
Kameras sollen in Konfliktsituationen unterstützen
Nach Angaben des Unternehmens können Bodycams insbesondere in konfliktbehafteten Situationen eine präventive Wirkung entfalten. Die sichtbare Ankündigung einer möglichen Aufzeichnung soll dazu beitragen, Situationen frühzeitig zu beruhigen. Aufnahmen können im Rahmen der rechtlichen und datenschutzrechtlichen Vorgaben zudem zur Dokumentation von Vorfällen dienen.
„Unsere Mitarbeitenden im Sicherheitsdienst leisten jeden Tag einen wichtigen Beitrag dazu, dass sich unsere Fahrgäste in Bussen, Stadtbahnen und Stationen sicher fühlen können. Mit dem Einsatz von Bodycams erproben wir eine weitere Möglichkeit, die Kolleginnen und Kollegen in schwierigen Situationen zu unterstützen“, sagt Elke van Zadel, Vorstandsvorsitzende der ÜSTRA.
protec-Geschäftsführer Mathias Lindscheid erklärt: „Mit dem Pilotprojekt wollen wir ermitteln, welche Lösungen sich im Arbeitsalltag bewähren. Für unsere Mitarbeitenden ist entscheidend, dass die Technik einfach, zuverlässig und in kritischen Situationen unterstützend eingesetzt werden kann“.

Bodycams bei Protec im Pilotprojekt © Matthas Falk
Einsatz der Bodycams ist begrenzt
Die Bodycams dürfen laut Unternehmen nur zum Eigenschutz, zum Schutz anderer Personen, zur Deeskalation, zur Beweissicherung und zur Durchsetzung des Hausrechts eingesetzt werden. Ihr Einsatz ist auf Bereiche beschränkt, in denen protec Hausrecht genießt. Dazu gehören unter anderem Fahrzeuge, Haltestellen, U-Stationen und der Bereich der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade.
Die Kameras werden sichtbar an der Dienstkleidung getragen. Auch die Uniformen erhalten entsprechende Hinweise. Wird eine Aufzeichnung aktiviert, muss dies verbal angekündigt werden. Eine rote LED zeigt die laufende Aufnahme an.
Die Geräte zeichnen ausschließlich Video und keinen Ton auf. In der ersten Stufe wird außerdem eine Pre-Recording-Funktion eingesetzt, die die letzten 90 Sekunden vor Beginn einer eigentlichen Aufnahme erfasst.
Bodycam-Träger und Führungskräfte haben nach Unternehmensangaben keinen Zugriff auf die Aufnahmen oder deren Auswertung. Nur nach behördlicher Aufforderung übernimmt dies ein Team außerhalb des Sicherheitsbereichs. Nicht benötigte Aufzeichnungen werden grundsätzlich nach drei Tagen automatisch gelöscht.
Rund 65.000 Euro für Kameras und Software
Für etwa 50 Kameras und die zugehörige Software werden Kosten von rund 65.000 Euro angegeben. Hinzu kommen jährliche Betriebskosten von etwa 15.000 Euro.
protec wurde 1997 als Sicherheits- und Dienstleistungsgesellschaft gegründet. Gesellschafter sind ÜSTRA und regiobus. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt mehr als 300 Menschen und übernimmt neben Sicherheitsaufgaben auch Dienstleistungen in der Reinigung und Betreuung von Liegenschaften.









