DRK provoziert landesweiten Tarifkonflikt

HANNOVER (PM).  In den Tarifverhandlungen mit mehreren Kreisverbänden des DRK in Niedersachsen bahnt sich ein Konflikt an. Tarifverhandlungen mit einzelnen DRK-Kreisverbänden sind notwendig, weil diese, bis auf wenige Ausnahmen, bislang nicht der bundesweiten Arbeitgeber-Tarifgemeinschaft des DRK beigetreten sind. Derzeit gibt es Verhandlungen unter anderem in den DRK-Verbänden Gifhorn, Hannover, Lüneburg, Weserbergland. In weiteren Verbänden, wie Braunschweig-Salzgitter oder Osterode, stehen Verhandlungen bevor. 

ver.di fordert die Übertragung des jüngsten bundesweiten DRK-Tarifabschlusses. Dieser sieht unter anderem vor:

  •  Lohnplus in zwei Schritten um 1,5 Prozent (mindestens 50 Euro) und weitere 1,9 Prozent
  •  Corona-Sonderzahlung von bis zu 600 Euro
  •  Zulage für Notfallsanitäter von bis zu 400 Euro
  •  30 Tage Urlaub für alle

Die Arbeitgeber des DRK lehnen eine Übernahme der bundesweiten Tarifregelungen bislang ab.

„Es kann nicht sein, dass beim DRK Niedersachsen nicht möglich sein soll, was in allen anderen Bundesländern kein Problem ist“, kritisiert David Matrai vom ver.di-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen. „Eben noch wurden die Beschäftigten als systemrelevant beklatscht, in Niedersachsen folgt nun offenbar die Klatsche“, so der ver.di-Vertreter weiter.

Auf besonderes Unverständnis von ver.di stößt der Widerstand gegen die Zulage für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter. Hierbei wird von den Arbeitgebern auf die Weigerung der Landkreise, Kommunen und Krankenkassen verwiesen, die Kosten zu tragen. „Landräte oder Kassenvertreter können die Tarifautonomie nicht aushebeln“, betont Matrai. „Notfallsanitäter üben eine lebenswichtige Tätigkeit aus, eine Feilscherei auf ihre Kosten ist völlig unangemessen“, so der Gewerkschafter weiter.

Sollte es nicht zeitnah zu einem Durchbruch in den Verhandlungen kommen, kündigt ver.di öffentlichkeitswirksame Aktionen an.

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