Oldhorster Moor soll wieder zur Schwammlandschaft werden
Die Region Hannover plant die Wiedervernässung des Oldhorster Moors zur Verbesserung von Klima-, Gewässer- und Naturschutz.
REGION HANNOVER (redu) – Das Oldhorster Moor im Nordosten der Region Hannover soll in den kommenden Jahren schrittweise renaturiert werden. Ziel des Projekts ist es, den Wasserhaushalt zu stabilisieren, Treibhausgasemissionen zu senken und neue Lebensräume für moortypische Arten zu schaffen.
Mit der geplanten Wiedervernässung verfolgt die Region Hannover langfristige Ziele im Klima-, Gewässer- und Naturschutz und setzt ihre Moorstrategie im Umland weiter fort.
Die Regionsversammlung hat die Verwaltung am 19. Mai beauftragt, die Renaturierung des Oldhorster Moors einzuleiten. Das Gebiet liegt zwischen Burgdorf, Burgwedel und Isernhagen und bildet den Quellbereich der Wulbeck. Das Projekt ist auf einen Zeitraum von acht bis zehn Jahren angelegt.
Im Mittelpunkt stehen zunächst Untersuchungen, Planungen und Beteiligungsverfahren. Später soll ein Flurbereinigungsverfahren die teilweise stark zersplitterten Besitzverhältnisse neu ordnen. Dadurch sollen größere zusammenhängende Flächen für die Wiedervernässung entstehen.
Auswirkungen auf Klima und Wasserhaushalt
Das Oldhorster Moor gilt heute in weiten Teilen als entwässert. Gräben und Moorwald verhindern, dass ausreichend Wasser im Gebiet gehalten wird. Nach Angaben der Region Hannover entstehen dadurch derzeit rund 9.600 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr. Durch die geplanten Maßnahmen könnten künftig etwa 6.200 Tonnen CO₂-Äquivalente jährlich eingespart werden.
„Ein Moor funktioniert nur dann als Moor, wenn der Wasserstand stimmt“, erklärt Dr. Martha Graf, projektverantwortliche Moorexpertin in der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover. Die natürliche Schwammfunktion des Oldhorster Moors sei derzeit stark gestört. Gleichzeitig verweist sie auf das langjährige Engagement vieler Ehrenamtlicher für den Schutz des Gebietes.
Geplant sind unter anderem das Verfüllen von Gräben, neue Staustellen und Verwallungen sowie die Umleitung der Ortsentwässerung aus Neuwarmbüchen. Nachteile für angrenzende Wohngebiete oder landwirtschaftliche Flächen sollen laut Region Hannover vermieden werden.
Beteiligung der Eigentümer
Bereits im Juni sollen erste Informationsveranstaltungen für Eigentümerinnen und Eigentümer beginnen. Die Region Hannover setzt dabei auf freiwillige Lösungen wie Flächenverkäufe, Gestattungsverträge oder Flächentausch. Erste Gespräche mit Landwirten, Kommunen und Verbänden haben bereits stattgefunden.
Die eigentlichen Wiedervernässungsmaßnahmen könnten nach aktuellem Stand ab 2030 oder 2031 beginnen. Zuvor sind hydrologische Gutachten und wasserrechtliche Genehmigungen erforderlich. Ein konkreter Kostenrahmen liegt bislang noch nicht vor.




© Bernd Günther



