INTERSCHUTZ 2026: Rekord an internationalen Besuchern in Hannover
Mit 140.000 Besuchern aus 144 Ländern unterstreicht die INTERSCHUTZ ihre Rolle als weltweit wichtigste Plattform für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz.
HANNOVER (redu) – Die INTERSCHUTZ 2026 hat ihre Stellung als weltweit wichtigste Plattform für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz eindrucksvoll bestätigt. Mit rund 140.000 Besuchern aus 144 Ländern, einem deutlich gestiegenen internationalen Besucheranteil und 1.772 Ausstellern setzte die Weltleitmesse in Hannover starke Impulse für die Zukunft von Sicherheit, Resilienz und Krisenvorsorge.
Die Weltleitmesse machte deutlich, dass Bevölkerungsschutz, Krisenvorsorge und internationale Zusammenarbeit längst zu den zentralen gesellschaftlichen Zukunftsaufgaben gehören.
Die INTERSCHUTZ 2026 hat nach sechs Messetagen auf dem Messegelände in Hannover eine eindrucksvolle Bilanz gezogen. Rund 140.000 Besucherinnen und Besucher aus 144 Ländern nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Feuerwehr, Rettungswesen, Katastrophenschutz und Krisenvorsorge zu informieren. Damit unterstrich die Weltleitmesse einmal mehr ihre internationale Bedeutung als zentrale Plattform der Blaulicht- und Sicherheitsbranche.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung des internationalen Besucheraufkommens. Während bei der INTERSCHUTZ 2015 noch 13 Prozent der Gäste aus dem Ausland kamen, stieg dieser Anteil 2026 auf 24 Prozent. Damit hat sich die internationale Beteiligung nahezu verdoppelt. Für die Deutsche Messe AG ist dies ein deutlicher Beleg dafür, dass Themen wie Resilienz, Katastrophenschutz und Gefahrenabwehr weltweit zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Bevölkerungsschutz rückt in den Mittelpunkt
Nach Einschätzung der Veranstalter traf die INTERSCHUTZ mit ihrer thematischen Ausrichtung den Nerv der Zeit. Der Bevölkerungsschutz stand stärker als jemals zuvor im Mittelpunkt der Veranstaltung. Hintergrund sind die vielfältigen Herausforderungen, mit denen Staaten, Kommunen und Einsatzorganisationen weltweit konfrontiert werden.
Naturkatastrophen, Waldbrände, Starkregenereignisse, Hochwasserlagen sowie neue sicherheitspolitische Risiken haben in den vergangenen Jahren deutlich gemacht, wie wichtig funktionierende Schutz- und Rettungsstrukturen sind. Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass Krisenbewältigung nicht allein Aufgabe einzelner Organisationen sein kann, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung darstellt.
Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, betonte, dass die Entscheidung, den Bevölkerungsschutz stärker in den Fokus der Messe zu rücken, frühzeitig die richtigen Impulse gesetzt habe. Die Resonanz aus der Branche habe diesen Kurs eindrucksvoll bestätigt.

Der Katastrophenschutz in Niedersachsen ist mit geländegängigen Spezialfahrzeugen gut aufgestellt. © Bernd Günther
Auf einer Ausstellungsfläche von rund 120.000 Quadratmetern präsentierten 1.772 Aussteller aus 55 Ländern ihre Produkte, Dienstleistungen und Innovationen. Die Messe wurde damit erneut zum weltweit größten Treffpunkt für Feuerwehren, Rettungsdienste, Hilfsorganisationen, Behörden, Hersteller und politische Entscheidungsträger.
Resilienz wird zur Schlüsselaufgabe
Ein zentrales Thema der INTERSCHUTZ 2026 war die Frage, wie Gesellschaften widerstandsfähiger gegenüber Krisen und Katastrophen werden können. Das Leitthema „Safeguarding Tomorrow“ zog sich dabei wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung.
Die Diskussionen machten deutlich, dass Resilienz längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr ist. Vielmehr geht es um konkrete Maßnahmen zur Sicherung kritischer Infrastrukturen, zur Verbesserung von Einsatzstrukturen und zur Vorbereitung auf außergewöhnliche Schadenslagen.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die verstärkte zivil-militärische Zusammenarbeit. Große Besucherzahlen verzeichneten die Vorträge zum „Operationsplan Deutschland“, der die Widerstandsfähigkeit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft in Krisen- und Verteidigungsszenarien stärken soll.
Auch neue Konzepte zur Krisenvorsorge wurden vorgestellt. Dazu gehörte unter anderem die Premiere eines modularen Bunkersystems, das als Beispiel für moderne Schutzinfrastrukturen diente. Viele Fachbesucher nutzten die Gelegenheit, sich über unterschiedliche Ansätze zur Vorsorge und Gefahrenabwehr auszutauschen.
Dr. Jochen Köckler bezeichnete die Antworten auf aktuelle Krisen- und Bedrohungslagen als so gebündelt wie an keinem anderen Ort. Das Leitthema der Messe sei damit zum prägenden Element der gesamten Veranstaltung geworden.
Innovationen für Feuerwehren und Rettungsdienste
Neben den strategischen Themen stand die technologische Entwicklung im Mittelpunkt der Messe. Hersteller von Einsatzfahrzeugen, Schutzausrüstungen und Spezialtechnik präsentierten zahlreiche Neuheiten für Feuerwehren und Rettungsdienste.
Dabei zeigte sich ein klarer Trend: Moderne Technik soll nicht nur leistungsfähiger werden, sondern vor allem die Sicherheit der Einsatzkräfte erhöhen und Einsätze effizienter gestalten. Die direkte Rückmeldung aus der Praxis spielte dabei eine wichtige Rolle.
Für die Aussteller erwies sich die INTERSCHUTZ erneut als ideale Plattform, um mit Anwendern ins Gespräch zu kommen. Der intensive Austausch zwischen Herstellern, Feuerwehren und kommunalen Entscheidungsträgern wurde von vielen Beteiligten als wesentlicher Erfolgsfaktor der Messe hervorgehoben.

Geländegängigkeit ist heute schon fast ein MUSS bei Einsatzfahrzeugen. © Bernd Günther
Dr. Tobias Ehrhard, Geschäftsführer des VDMA Feuerwehrtechnik, betonte, dass nirgendwo sonst ein vergleichbares Angebot an leistungsfähiger Technik für Feuerwehren und Rettungskräfte präsentiert werde. Hannover bleibe damit Impulsgeber und Orientierungspunkt für moderne Brandbekämpfung und einen widerstandsfähigen Bevölkerungsschutz.
Auch vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner hob die besondere Rolle der INTERSCHUTZ hervor. Der enge Austausch zwischen Forschung, Lehre, Industrie und aktiven Einsatzkräften sei weltweit einzigartig. Gleichzeitig unterstrich er die Bedeutung der ideellen Aussteller für den Erfolg der Veranstaltung.
DFV-Präsident Karl-Heinz Banse zog ebenfalls ein positives Fazit. Die INTERSCHUTZ habe der Feuerwehrwelt neue Dynamik verliehen und deutlich gemacht, dass die Einsatzkräfte bereit seien, die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen. Die Branche blicke mit Zuversicht auf die kommenden Jahre.
Digitalisierung und KI prägen die Zukunft
Zu den beherrschenden Themen gehörten erneut Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. In zahlreichen Hallen wurden Systeme vorgestellt, die den Einsatzalltag grundlegend verändern könnten.
Moderne Leitstellentechnik analysiert inzwischen Notrufe innerhalb weniger Sekunden, erstellt automatisiert Lagebilder und unterstützt die Disposition von Einsatzkräften. Sprachbarrieren können dabei zunehmend überwunden werden, indem Systeme Notrufe automatisch übersetzen und bewerten.

Demonstration der Robotik beim THW © Pierre Graser / THW
Großes Interesse weckten zudem Robotik-Lösungen für gefährliche Einsatzlagen. Diese Systeme können Einsatzkräfte bei Erkundungen, Gefahrgutunfällen oder Brandeinsätzen unterstützen und so Risiken reduzieren.
Auch Nachhaltigkeit spielte eine wichtige Rolle. Mit dem erstmals veranstalteten WildfireCamp rückten insbesondere Technologien zur Früherkennung und Bekämpfung von Vegetations- und Waldbränden in den Fokus. Angesichts zunehmender Hitze- und Dürreperioden gilt dieses Thema in vielen Ländern als wachsender Schwerpunkt.
Menschen bleiben das Herzstück der INTERSCHUTZ
Trotz aller technischen Innovationen stand während der sechs Messetage immer wieder der Mensch im Mittelpunkt. Ein besonderes Besucherinteresse galt dem mobilen Feldkrankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes, das auf einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern präsentiert wurde.
Zahlreiche Fachforen, Live-Demonstrationen, Wettbewerbe und Mitmachaktionen sorgten zusätzlich für einen intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch. Einsatzkräfte aus aller Welt nutzten die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und neue Ideen für ihre tägliche Arbeit mitzunehmen.
Dr. Jochen Köckler betonte zum Abschluss, dass bei allen technologischen Entwicklungen letztlich die Menschen im Mittelpunkt stehen, die Verantwortung übernehmen und anderen helfen.
Überschattet wurde die Veranstaltung von einem tragischen Ereignis. Während der FireFit Championships Europe verstarb ein Berufsfeuerwehrmann. Die Messeleitung erinnerte zum Abschluss an den Verstorbenen und sprach seiner Familie sowie seinen Kameradinnen und Kameraden ihr Mitgefühl aus.
Bereits jetzt richtet sich der Blick nach vorn: Die nächste INTERSCHUTZ findet vom 20. bis 25. Mai 2030 erneut auf dem Messegelände in Hannover statt.

Vom 20.-25. Mai 2030 ist in Hannover die nächste Weltleitmesse Interschutz schon in Vorplanung. © Bernd Günther









