Wenn Starkregen Aufzüge lahmlegt: Folgen in Bothfeld dauern an
Mehr als eine Woche nach dem Starkregen sind Reparaturen an beschädigten Aufzügen in mehreren Wohngebäuden noch nicht vollständig abgeschlossen.
HANNOVER (redu) – Die Starkregen Folgen sind in mehreren Wohngebäuden im Stadtteil Bothfeld noch immer spürbar. Mehr als eine Woche nach dem Unwetter vom 13. Juli sind beschädigte Aufzüge teilweise noch nicht vollständig instand gesetzt. Besonders für mobilitätseingeschränkte Bewohner bedeutet das erhebliche Einschränkungen im Alltag.
Überflutete Aufzugsschächte zeigen, dass Starkregen weit über den eigentlichen Niederschlag hinaus Folgen haben kann. Der Ausfall technischer Anlagen belastet Bewohner oft noch lange nach dem Ende des Unwetters.
Wenn Starkregen den Aufzug lahmlegt
Der Starkregen vom 13. Juli hat in Bothfeld nicht nur Straßen und Keller überflutet. Nach Angaben der Landeshauptstadt Hannover fielen innerhalb von nur 30 Minuten rund 67 Millimeter Niederschlag. Das entspricht 67 Litern Wasser pro Quadratmeter.
Die Wassermassen drangen in mehrere Wohngebäude ein und erreichten auch Aufzugsschächte sowie technische Anlagen. Betroffene Fahrstühle mussten vollständig außer Betrieb genommen werden.

Vollgelaufener Aufzugschacht in einem der Wohnhäuser. © privat / Redaktion
Reparaturen dauern teilweise länger als eine Woche
Bevor Fachunternehmen mit der technischen Prüfung beginnen konnten, musste das eingedrungene Wasser zunächst durch eine Spezialfirma abgesaugt werden. Erst danach konnten die Anlagen kontrolliert und die notwendigen Reparaturen eingeleitet werden.
Ein einfaches Trocknen und Wiedereinschalten reicht nach einem solchen Wassereinbruch nicht aus. Bauteile, die mit Wasser in Kontakt gekommen sind, müssen sorgfältig geprüft und teilweise ersetzt werden.
Das gilt besonders für sicherheitsrelevante oder korrosionsgefährdete Komponenten. Schäden dürfen nicht erst später auftreten und den sicheren Betrieb beeinträchtigen.
Die Arbeiten an den unterschiedlichen Aufzügen dauerten deshalb mehrere Tage und teilweise länger als eine Woche. Auch dort, wo einzelne Fahrstühle inzwischen wieder genutzt werden können, ist die vollständige technische Wiederherstellung noch nicht überall abgeschlossen.
Stillstand wird im Alltag zur Barriere
Besonders belastend ist der Ausfall für ältere und gehbehinderte Bewohner sowie für Menschen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind. Für sie kann ein stillstehender Aufzug bedeuten, dass sie ihre Wohnung nur mit Unterstützung oder zeitweise überhaupt nicht verlassen können.
Auch Familien mit Säuglingen oder Kleinkindern sind betroffen. Kinderwagen, Einkäufe und andere schwere Gegenstände müssen über mehrere Etagen durch das Treppenhaus getragen werden.
Was für mobile Bewohner vor allem beschwerlich ist, kann für Menschen mit körperlichen Einschränkungen zu einer erheblichen Barriere werden. Der Ausfall betrifft damit nicht nur den Komfort, sondern unmittelbar die Selbstständigkeit im Alltag.
Nachbarschaftshilfe fängt Folgen teilweise auf
Während die Aufzüge vollständig stillstanden, unterstützten sich Bewohner teilweise gegenseitig. Nachbarschaftshilfe spielte besonders bei Einkäufen und anderen alltäglichen Erledigungen eine wichtige Rolle.
Vor allem Menschen, die ihre Wohnung nur eingeschränkt verlassen konnten, waren auf diese Unterstützung angewiesen. Die Hilfe aus der Nachbarschaft konnte die technischen Ausfälle jedoch nur teilweise auffangen.
Schäden reichen über die Aufzüge hinaus
Neben der Gebäudetechnik wurden auch Kellerbereiche überflutet. Dort eingelagerte Gegenstände konnten durch das Wasser beschädigt oder vollständig unbrauchbar werden.
Das genaue Ausmaß solcher Schäden zeigt sich häufig erst nach und nach. Auch bei den technischen Anlagen können Prüfung, Ersatz und Wiederinbetriebnahme längere Zeit beanspruchen.
Starkregen wirkt noch länger nach
Das Ereignis zeigt, dass die Folgen von Starkregen nicht mit dem Abpumpen des Wassers beendet sind. Technische Anlagen können über Tage oder Wochen ausfallen und den Alltag der Bewohner erheblich einschränken.
Gleichzeitig werden mögliche Vorsorgemaßnahmen geprüft oder vorbereitet. Ziel ist es, bei vergleichbaren Ereignissen künftig schneller reagieren und Schäden an Gebäudetechnik und Kellerräumen möglichst begrenzen zu können.
Welche Maßnahmen technisch sinnvoll und umsetzbar sind, hängt von der Bauweise und der jeweiligen Situation vor Ort ab.
Für die betroffenen Bewohner war der Starkregen deshalb nicht nach einer halben Stunde vorbei. Seine Folgen waren noch mehr als eine Woche später spürbar und werden teilweise darüber hinaus andauern.




© Bernd Günther
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