THW Interschutz Bilanz: Innovationen und Ehrenamt im Mittelpunkt
Mehr als 740 Quadratmeter Ausstellungsfläche, innovative Fahrzeuge, Forschung und internationale Begegnungen prägten den Messeauftritt des THW.
HANNOVER (redu) – Mit einer positiven THW Interschutz Bilanz blickt das Technische Hilfswerk auf die INTERSCHUTZ 2026 zurück. Vor rund 140.000 Besuchern aus aller Welt präsentierte die Bundesanstalt moderne Technik, neue Ausrüstung und ihre Kompetenzen im Bevölkerungsschutz auf mehr als 740 Quadratmetern Ausstellungsfläche.
Von moderner Einsatztechnik über Forschung und Digitalisierung bis hin zur Nachwuchsarbeit zeigte das THW in Hannover die gesamte Bandbreite seiner Aufgaben im nationalen und internationalen Bevölkerungsschutz.
Für das Technische Hilfswerk war die INTERSCHUTZ 2026 weit mehr als eine reine Leistungsschau. Sechs Tage lang nutzten Expertinnen und Experten, Ehrenamtliche sowie Führungskräfte die Weltleitmesse in Hannover, um aktuelle Entwicklungen vorzustellen, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für den Bevölkerungsschutz zu setzen. Zahlreiche Fachgespräche mit internationalen Delegationen, politischen Entscheidungsträgern und Vertretern anderer Hilfsorganisationen machten deutlich, welche Bedeutung das THW innerhalb der nationalen und internationalen Sicherheitsarchitektur einnimmt.
THW-Vizepräsident Dierk Hansen zog zum Abschluss eine positive Bilanz. Die Messe habe gezeigt, wie konsequent das THW Erfahrungen aus vergangenen Einsätzen in Innovationen, moderne Technik und neue Konzepte übertrage. Gerade der Austausch mit internationalen Gästen habe verdeutlicht, dass die Herausforderungen im Bevölkerungsschutz weltweit vergleichbar seien und gemeinsame Lösungen erforderten.

Unimog mit Kranaufbau vom Technischen Hilfswerk © Bernd Günther
Moderne Technik als Besuchermagnet
Zu den größten Publikumsmagneten auf dem Hauptstand gehörte die Präsentation neuer Einsatztechnik. Besonders großes Interesse zog die Mobile Atemschutzübungsstrecke, kurz MOBAS, auf sich. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, die Anlage aus nächster Nähe zu betrachten und sich die Arbeit der Atemschutzgeräteträger erläutern zu lassen.
Regelmäßig bildeten sich lange Warteschlangen vor den Vorführungen. Einsatzkräfte demonstrierten dort unter realitätsnahen Bedingungen die Nutzung der Technik in vollständiger Schutzkleidung. Die Präsentationen vermittelten eindrucksvoll, welche körperlichen und technischen Anforderungen moderne Einsatzlagen an die Helferinnen und Helfer stellen.
Große Aufmerksamkeit erhielt zudem ein fabrikneuer Unimog mit Ladekran. Das Fahrzeug gehört zu einer Serie von insgesamt 66 Fahrzeugen, die das THW mit Mitteln aus dem „Pakt für den Bevölkerungsschutz“ beschafft. Die Investition steht beispielhaft für die umfassende Modernisierung der Ausstattung, die in den vergangenen Jahren angestoßen wurde.
Einen spannenden Kontrast dazu bildete ein historischer Unimog aus der Sammlung der THW-Bundesvereinigung. Das Fahrzeug erinnerte an die Anfänge der Organisation und verdeutlichte gleichzeitig die technische Entwicklung des THW über mehrere Jahrzehnte.

Das Technische Hilfswerk präsentiert sich auf der Interschutz 2026 in Hannover © Bernd Günther
Forschung, Digitalisierung und Virtuelle Realität
Ein weiterer Schwerpunkt des Messeauftritts lag auf Forschung und Innovation. Vertreterinnen und Vertreter der THW-Forschung stellten aktuelle Projekte vor, die künftig Einsatzkräfte unterstützen und die Einsatzbewältigung verbessern sollen.
Besonders großes Interesse weckte der Transportroboter ROMATRIS. Die innovative Entwicklung zeigt, wie Robotik künftig bei komplexen Einsatzlagen eingesetzt werden kann. Ziel solcher Systeme ist es, Einsatzkräfte zu entlasten und Risiken in gefährlichen Bereichen zu reduzieren.
Auch virtuelle Anwendungen spielten eine wichtige Rolle. Besucher konnten mithilfe von Virtual-Reality-Technik ein digitales Einsatz-Gerüst-System errichten und so moderne Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeiten kennenlernen. Die Kombination aus praktischer Ausbildung und digitaler Unterstützung gilt als wichtiger Baustein für die Zukunft der Gefahrenabwehr.
Die THW-Jugend setzte ebenfalls auf moderne Technologien. Junge Messegäste konnten mithilfe von VR-Brillen unterschiedliche Krisenszenarien erleben und spielerisch lernen, wie sie sich beispielsweise bei einem großflächigen Stromausfall richtig verhalten sollten.
Internationale Zusammenarbeit im Fokus
Die INTERSCHUTZ bot dem THW zudem eine wichtige Plattform für den internationalen Austausch. Delegationen aus zahlreichen Ländern informierten sich über die Strukturen und Fähigkeiten der Bundesanstalt.
Besonderes Interesse galt den internationalen Einsätzen des THW. In mehreren Fachvorträgen erläuterten Experten die Unterstützung der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Jahr 2022. Zwei Vertreter des ukrainischen Zivilschutzes berichteten dabei aus erster Hand über die Lage in ihrem Heimatland und die Bedeutung internationaler Hilfeleistungen.
Parallel dazu präsentierte das THW in einer zweiten Messehalle die Ausstattung der Fachgruppe Infrastruktur. Gezeigt wurde unter anderem ein mobiler Werkstattcontainer mit Montagekran, wie er bereits an die Ukraine geliefert wurde. Die Besucher erhielten so einen direkten Einblick in die praktische internationale Hilfe des THW.
Ehrenamt bleibt das Fundament des THW
Neben Technik und Innovation rückte das THW auf der INTERSCHUTZ auch die Menschen hinter den Einsätzen in den Mittelpunkt. Bundesweit engagieren sich rund 88.000 Freiwillige ehrenamtlich in der Organisation. Ohne dieses Engagement wären die vielfältigen Aufgaben des THW nicht zu bewältigen.
Mehrere Vorträge beschäftigten sich daher mit der Zukunft des Ehrenamtes und der Nachwuchsgewinnung. Besonders die THW-Jugend nutzte die Messe, um auf die wichtige Rolle junger Menschen im Bevölkerungsschutz aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit anderen Jugendverbänden organisierte sie eine Podiumsdiskussion über die Bedeutung des Nachwuchses für die Gefahrenabwehr.
Darüber hinaus stellte das Virtual Operations Support Team (VOST) seine Arbeit vor. Die vergleichsweise junge Einheit unterstützt Einsätze im digitalen Raum und zeigt, wie sich klassische Gefahrenabwehr und moderne Informationsarbeit miteinander verbinden lassen.
Die INTERSCHUTZ 2026 machte deutlich, dass das THW nicht nur in moderne Fahrzeuge und Technik investiert, sondern zugleich Forschung, Digitalisierung und Ehrenamt gleichermaßen fördert. Mit seinem umfassenden Messeauftritt unterstrich die Bundesanstalt ihre Rolle als tragende Säule des Bevölkerungsschutzes in Deutschland und als verlässlicher Partner bei nationalen und internationalen Hilfseinsätzen.








