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Aktuelle Nachrichten aus der Landeshauptstadt Hannover – lokale Meldungen, Polizei, Politik und Stadtgeschehen.

Erweiterung des Großen Wellenkanals – Wellenkanal© Matthias Falk

Erweiterung des Großen Wellenkanals

1. September 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). Die umfangreichen Umbauarbeiten im Großen Wellenkanal (GWK) von Leibniz Universität Hannover und Technischer Universität Braunschweig sind in vollem Gange. Während eines Ortstermins auf der Baustelle in Hannover-Marienwerder ist jetzt der Öffentlichkeit die im Sommer eingebaute neue Wellenmaschine präsentiert worden.

„Dies ist die weltweit größte, jemals gebaute Wellenmaschine, die uns ganz neue Möglichkeiten der Forschung eröffnen wird“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Torsten Schlurmann vom Ludwig-Franzius-Institut für Wasserbau, Ästuar- und Küsteningenieurwesen der Leibniz Universität Hannover (LUH). Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter des Baudezernats, der Fachplanung und Bauunternehmung standen für Fragen und Erklärungen rund um die beeindruckende Maschine, das technische Umfeld und den Hintergrund der Erweiterungen zur Verfügung.

„Der neue GWK+ wird im ersten Halbjahr 2023 zunächst in ausgewählten Pilotprojekten zur Zukunft der Energieversorgung wieder in den Betrieb gehen“, kündigt Prof. Dr.-Ing. Nils Goseberg vom Leichtweiß-Institut der TU Braunschweig an. Prof. Goseberg und Prof. Schlurmann gehören dem Direktorium des Forschungszentrums Küste (FZK) von LUH und TU Braunschweig an, unter dessen Ägide der GWK betrieben wird.

Der 300 Meter lange GWK in Hannover-Marienwerder wurde im Jahr 1983 in Betrieb genommen. Zahlreiche richtungweisende Forschungsprojekte zur Interaktion von Wellen mit den unterschiedlichsten Infrastrukturen sind hier erfolgreich durchgeführt worden. Bisher konnten im GWK aber ausschließlich Wellen erzeugt werden. Mit dem Ziel des Ausbaus mariner erneuerbarer Energien (Offshore-Windenergie, Tide-/Wellenenergie u.a.) rücken Installations- und Betriebskonzepte über den Lebenszyklus dieser Bauwerke sowie der Einfluss von Gezeitenströmungen stärker in den Fokus. Im Jahr 2017 bewilligte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK, vormals BMWi) das Forschungsprojekt marTech (maritime Technologien), um in den Großen Wellenkanal Hannover mit mehr als 35 Millionen Euro eine leistungsfähige Strömungsanlage, einen Tiefteil zur Untersuchung der Einbettung von Gründungsstrukturen und eine hochleistungsfähige Wellenmaschine einzubauen und zukünftig zu betreiben.

Mit der Erweiterung des GWK wird in Hannover eine weltweit einmalige Versuchseinrichtung geschaffen. Hier können Forschende künftig die gleichzeitige Belastung aus Seegang und Strömung in großem Maßstab und damit realitätsnah untersuchen. Steilere und höhere Wellen, wie sie durch den Klimawandel prognostiziert werden, können dann auch im Experiment nachgestellt werden. Mit der ebenfalls neuen, umlaufenden Strömungsanlage können erstmalig Tideströmungen wie im Meer untersucht werden. Der neue Tiefteil ermöglicht es, auch den im Boden befindlichen Teil von Offshore-Windenergieanlagen zu simulieren und die dort stattfindenden Bewegungen von Boden und Anlage zu untersuchen.

Niedersachsen-Technikum startet in die nächste Runde – Technikum mf© Matthias Falk

Niedersachsen-Technikum startet in die nächste Runde

1. September 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). Schnupperstudium mit Praxisanteil: 55 junge Frauen haben heute ihr Berufsorientierungsprogramm Niedersachsen-Technikum mit einer feierlichen Start-Veranstaltung am Campus Maschinenbau der Leibniz Universität Hannover (LUH) begonnen. Das sechsmonatige Programm soll den Frauenanteil in den MINT-Fächern fördern.

In dieser Zeit absolvieren die Teilnehmerinnen ein Praktikum mit technischem Schwerpunkt bei einem Unternehmen. Einen Tag in der Woche besuchen die Teilnehmerinnen zudem Vorlesungen und Seminare an einer der teilnehmenden niedersächsischen Hochschulen.

Begrüßt wurden die Technikantinnen von Dr. Tina Cornelius-Krügel aus dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, vom Präsidenten der Leibniz Universität Hannover, Prof. Dr. Volker Epping, sowie von zahlreichen Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und dem privaten Umfeld. Die wissenschaftliche Programmleiterin Prof. Barbara Schwarze gratulierte den Teilnehmerinnen: „Das Niedersachsen-Technikum ist ein besonderes Angebot für junge Frauen, sich im MINT-Bereich zu erproben, um nach den sechs Monaten eine fundierte Karriere-Entscheidung treffen zu können. Und zwar nachhaltig. Denn durch die wichtige Kombination aus Betriebspraxis und Schnupperstudium können sich junge Frauen in einem speziell für sie konzeptionierten Programm intensiv mit ihren Fähigkeiten und Interessen erproben. So auch unser Motto „MINT studieren? Einfach probieren!“

Seit 2012 fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur das Programm, das 2010 an der Hochschule Osnabrück entwickelt wurde und aktuell an zehn niedersächsischen Hochschulen angeboten wird. Dazu zählen neben der LUH die Technische Universität Braunschweig, die Technische Universität Clausthal, die Hochschule Emden/Leer, die Hochschule Hannover, die Stiftung Universität Hildesheim, die Jade Hochschule Wilhelmshaven Oldenburg Elsfleth, die Hochschule Osnabrück, die Universität Osnabrück und die PHWT Vechta/Diepholz.

Zum Erfolg des Programms trägt zusammen mit den Hochschulen und den Unternehmen ein großes Netz an Kooperationspartnerinnen und -partner bei. Mittlerweile haben mehr als 800 Technikantinnen das Programm abgeschlossen. Neun von zehn entschieden sich im Anschluss für ein MINT-Studium oder eine MINT-Ausbildung. Heute gehören zu den Alumnae des Niedersachsen-Technikums Ingenieurinnen, Technikerinnen, Doktorandinnen, die ihre berufliche Laufbahn u.a. in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik oder auch Umweltwissenschaften gefunden haben.

Seit 2022 hat das Niedersachsen-Technikum in der „Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung“ einen weiteren Förderer gefunden. Die Stiftung NiedersachsenMetall unterstützt das Programm seit 2012.

Rettungswagen auf Einsatzfahrt

Wasserrettung an der Leineabstiegsschleuse

1. September 2022/in Hannover

HANNOVER (PM/red). Am gestrigen Abend wurde eine Person im Bereich der Leineabstiegsschleuse in Hannover Limmer durch Passanten aus dem Wasser gerettet. Die betroffene Person befand sich in einem lebensbedrohlichen Zustand und musste vor Ort durch den Rettungsdienst Wiederbelebt werden.

Gegen 20:00 Uhr beobachten zwei Kanufahrer auf dem Wasser und eine Familie am Ufer eine im Wasser schwimmende Person, welche mit dem Kopf im wieder Unterwasser geriet und schlussendlich nicht mehr auftauchte. Die Kanufahrer und der Familienvater begannen sofort im Wasser nach dem Vermissten zu suchen. Nach kurzer Zeit konnte der leblose Körper unter Wasser aufgefunden und ans Ufer gebracht werden.

Durch den parallel zu der Rettungsaktion getätigten Notruf, trafen die ersten durch die Regionsleistelle Hannover alarmierten Einsatzkräfte kurz darauf im Stockhardtweg ein und übernahmen die auch durch Polizisten eingeleiteten Widerbelebungsmaßnahmen. Die Wasserrettungskräfte der Feuerwehr und der DLRG, darunter auch Rettungstaucher, mussten nicht mehr eingesetzt werden. Nach der Versorgung durch einen Notarzt und den Rettungsdienst wurde die männliche Person in einem weiterhin lebensbedrohlichen Zustand in eine hannoversche Klinik transportiert.

Die Feuerwehr sprach den Ersthelfern großer Dank und Anerkennung aus.

Durch ihren, nicht selbstverständlichen, Einsatz war die schnelle medizinische Versorgung des Betroffenen erst möglich. Um den Ersthelfern bei der Verarbeitung des Erlebten Unterstützung geben zu können, war eine Notfallseelsorgerin vor Ort.

Zur Ursache der Notlage und zum Alter der betroffenen Person, liegen der Feuerwehr derzeit keine Informationen vor. Feuerwehr und Rettungsdienst Hannover waren mit bis zu 7 Fahrzeugen und 17 Einsatzkräften bis 21:00 Uhr im Einsatz.

Dachschriftzüge im Stadion installiert – Heinz von Heiden Arena 96

Dachschriftzüge im Stadion installiert

28. August 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). Das neue Wohnzimmer ist fertig: Seit dieser Saison ist Heinz von Heiden Massivhäuser stolzer Namensgeber der Arena am Maschsee. Nach sieben Wochen wurde das aufwändige Umbranding der 96-Heimspielstätte zeitplangerecht und pünktlich zum Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth vollständig abgeschlossen.

Am Freitag erfolgte der letzte von zahllosen Arbeitsschritten: die Installation der beiden 15×4 Meter großen Heinz-von-Heiden-Arena-Leuchtschriftzüge im Norden und im Osten auf dem Stadiondach. Dafür musste zunächst eine spezielle Stahlunterkonstruktion konzipiert, statisch geprüft und errichtet werden.

Auch die weiteren Arbeiten in der Arena sind beendet: Für den Heinz-von-Heiden-Schriftzug auf der Westtribüne wurden 3157 Sitzschalen umgesteckt. Die Blockbeschilderung erstrahlt im rundum neuen, helleren Design – dafür sind insgesamt 907 Orientierungstafeln an den Blöcken, Vorplätzen, Ein- und Ausgängen sowie den Toiletten getauscht worden. An den Aufgängen im Norden und im Osten prangen zwei riesige Mesh-Banner und heißen die Fans „Willkommen Zuhause“, die gesamte Oberrangbande zeigt das Heinz-von-Heiden-Logo auf über 400 Metern Länge, und auf den Vorplätzen wehen neben den 96-Flaggen nun auch Fahnen im Design des Namensgebers.

Nicht zu vergessen: Im Stadtgebiet Hannover weisen nun genau 126 Schilder den Weg zur Heinz von Heiden Arena.

„Wir sind alle wahnsinnig stolz, dass die Arena nun unseren Namen trägt, sowohl die Kolleginnen und Kollegen als auch meine Familie. Heinz von Heiden kommt hier aus der Region, wir sind hier zuhause – das ist ein Bekenntnis für Hannover und den Klub“, erklärt Heinz-von-Heiden-Geschäftsführer Dr. Helge Mensching.

Federführend begleitete der u.a. für Sponsoring und Stadionbetrieb verantwortliche 96-Prokurist Christian Katz das Großprojekt aufseiten des Klubs. Er sagt: „Das Umbranding hat vom ersten Tag an genau so funktioniert, wie wir es mit Heinz von Heiden aus unserer langjährigen Partnerschaft kennen: Hand in Hand und sehr zielorientiert – ein rundum gelungenes Bauprojekt.“

96-Sportdirektor Marcus Mann machte mit Helge Mensching im Rahmen des ersten Heimspiels gegen den FC St. Pauli die offizielle Schlüsselübergabe und freut sich auf viele erfolgreiche Fußballmomente im neu gebrandeten Stadion: „Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Und übrigens: An den ersten zwei Heimspieltagen in der Heinz von Heiden Arena sind wir ungeschlagen geblieben. Die Serie darf gern am Sonntag gegen Fürth und auch danach noch sehr lange so anhalten.“

Das komplette Umbranding wurde umfangreich videografisch begleitet. Eine dreiteilige Dokumentation, die den gesamten Prozess zeigt, Heinz von Heiden Massivhäuser sowie die jahrelange Partnerschaft mit 96 beleuchtet und den besonderen Reiz des Heimspiels betont, wird im Laufe der Hinrunde auf den Digitalkanälen von Klub und Partner ausgestrahlt werden. O-Ton-Geber sind dabei u.a. Helge Mensching, Marcus Mann und 96-Kapitän Ron-Robert Zieler.

Symbolbild Feuerwehr

Feuerwehr rettet Frau bei Wohnungsbrand

27. August 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). Am Freitagabend brannte in der Alten Stöckener Straße eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Die Feuerwehr musste eine Bewohnerin mittels Drehleiter retten, sie kam verletzt ins Krankenhaus. Erste Meldungen, nach denen noch zwei Kinder in der Brandwohnung vermisst sein sollten, bestätigten sich glücklicherweise nicht.

Um 17:51 Uhr rief ein vorbeifahrender Autofahrer den Notruf 112 und schilderte, dass aus einer Wohnung im zweiten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses an der Alten Stöckener Rauch aufsteige und eine Frau am Fenster um Hilfe rief. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte der in direkter Nähe liegenden Feuer– und Rettungswache 2 bestätigte sich diese Lage. Aus einem Fenster der betroffenen Wohnung quoll dichter Qualm und es waren Flammen in der Wohnung zu erkennen. Eine Frau machte sich am Fenster der Wohnung bemerkbar, ihr war der Weg durch die Wohnung zum Treppenraum abgeschnitten. Anwohner schilderten den Einsatzkräften darüber hinaus, dass vermutlich auch zwei Kinder in der Wohnung vermisst seien. Sofort drangen mehrere Atemschutztrupps in das Gebäude ein und begannen damit die betroffene Wohnung abzusuchen und den Brand zu löschen. Zeitgleich rettete die Feuerwehr die 37jährige Bewohnerin der Brandwohnung mit einer Drehleiter. Die weiteren Wohnungen waren zum Zeitpunkt des Brandes unbewohnt oder die Bewohner hatten diese bereits verlassen.

Der Brand, der sich von der Küche aus auf alle Zimmer der Wohnung ausgebreitet hatte, konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden. Nach mehrmaliger intensiver Durchsuchung der Wohnung stand schnell fest, dass sich glücklicherweise niemand mehr in der Wohnung aufgehalten hatte. Aufgrund des Brandschadens musste der Energieversorger die Gasversorgung im gesamte Gebäude abschalten. Die restlichen Bewohner verblieben aber auf eigenen Wunsch in ihren Wohnungen oder kamen bei Verwandten unter. Die Wohnungsinhaberin wurde noch vor Ort durch einen Notarzt untersucht und kam mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.

Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit 36 Einsatzkräften und 11 Fahrzeugen vor Ort. Das Sachsachaden wird auf ca. 60.000.- Euro geschätzt. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Schulanfangsaktion „Kleine Füße – sicherer Schulweg" – Aktion Kleine Füsse mf© Matthias Falk

Schulanfangsaktion „Kleine Füße – sicherer Schulweg“

25. August 2022/in Hannover

HANNOVER PM). Pistorius: „Der beste Schulweg ist immer der, der zu Fuß zurückgelegt wird. Das ist nicht nur gesünder, es sorgt auch dafür, dass es nicht zu Staus und Stress mit den so genannten Elterntaxis kommt.“

In Niedersachsen startet heute (25. August 2022) das neue Schuljahr. In der kommenden Woche beginnt nach den Einschulungen am kommenden Wochenende für rund 84.000 Erstklässlerinnen und Erstklässler die Schule. Damit verbunden sind viele neue Herausforderungen und dazu gehört insbesondere auch der sichere Weg zur Schule. Viele der Mädchen und Jungen werden in den kommenden Tagen und Wochen zum ersten Mal allein im Straßenverkehr unterwegs sein.

Vor diesem Hintergrund gibt es in Niedersachsen schon seit über 20 Jahren die Aktion „Kleine Füße – sicherer Schulweg“. Sie richtet sich in erster Linie an die Kinder und durch die „gelben Füße“ an den wichtigsten Gehwegen werden die Kinder sicher zur Schule geführt. Aber die Verkehrssicherheitsaktion soll genauso alle anderen Verkehrsteilnehmenden dafür sensibilisieren, in den kommenden Wochen besonders gut aufzupassen und Rücksicht zu nehmen.

Neben den Kooperationspartnern (ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V., Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V. sowie die niedersächsischen Gemeinde-Unfallversicherungsverbände) entwickeln das Niedersächsische Kultusministerium, das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung sowie das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport kontinuierlich neue Ideen und Maßnahmen für einen sicheren Schulweg zu Fuß und stellen diese gemeinsam in einer jährlichen Auftaktveranstaltung zum neuen Schuljahr vor.

In diesem Jahr begleitet der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, Kinder aus der Grundschule Tegelweg in Hannover bei ihrem täglichen Schulweg und weiht gemeinsam mit den Kindern unter anderem neu installierte Spielgeräte und Hüpfspiele an der Schule ein. Er wird auch mit den Kindern malen und neue Sicherheitssysteme zum Anschließen von Fahrrädern und Rollern vorstellen.

Mit dabei sind der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, Belit Onay, sowie Vertreterinnen und Vertreter der o.g. kooperierenden Organisationen. Darüber hinaus wird die neu errichtete Elternhaltestelle im Märkischen Weg eingeweiht. Minister Pistorius fährt hierzu nicht bis vor den Eingang der Schule, sondern steigt bereits an der Elternhaltestelle aus, um die letzten Meter zur Schule gemeinsam mit den Kindern zurückzulegen.

Schulanfangsaktion „Kleine Füße – sicherer Schulweg" – Aktion Kleine Füsse Pistorius mf

Boris Pistorius geht die letzten Meter bis zur Schule mit den Kindern gemeinsam zu Fuß. © Matthias Falk

Pistorius sagt: „Die Erstklässlerinnen und Erstklässler haben in den kommenden Wochen viele Herausforderungen zu meistern. Schreiben, Lesen, Rechnen, aber auch die neuen Mitschülerinnen und Mitschüler, die neuen Lehrerinnen und Lehrer und der Alltag in der Schule. Dazu kommt dann auch noch der neue Schulweg. Egal ob mit dem Bus oder zu Fuß – für ein sechs oder sieben Jahre altes Kind ist diese Strecke ein echtes Abenteuer. Mit der Aktion „gelbe Füße“ wollen wir unseren Kindern zum Schulstart diesen Weg so leicht wie möglich machen. Am allerwichtigsten ist dabei, dass die Eltern die Kinder vorab und auch an den ersten Schultagen und -wochen immer wieder begleiten. Denn auf dem Schulweg gibt es vieles, was ablenken kann. Umso häufiger die Kinder diesen Weg gegangen sind, umso sicherer werden sie dabei. Auch die Polizei wird in ganz Niedersachsen in den kommenden Tagen und Wochen ihren Blick auf die Schulwege und insbesondere auf die Straßen und Flächen vor den Schulen richten. Neben Geschwindigkeitskontrollen und der Überwachung von korrekten Kindersicherungen geht es dabei vor allem darum, dass alle Verkehrsteilnehmende besonders viel Rücksicht aufeinander nehmen und auch geduldig und gelassen bleiben, wenn es morgens mal etwas stressig zu werden droht. Und: der beste Schulweg ist immer der, der zu Fuß zurückgelegt wird. Das ist nicht nur gesünder, es sorgt auch dafür, dass es nicht zu Staus und Stress mit den so genannten Elterntaxis kommt.“

Felix Kaufmann, Leiter der Abteilung Verkehr, Technik & Umwelt beim ADAC Niedersachsen/Sachsen Anhalt e.V. stimmt dem zu und ergänzt: „Jeden Morgen sind chaotische Situationen auf den Straßen unmittelbar vor den Schulen und Kitas zu beobachten, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen und aussteigen lassen. Aus unserer Sicht ist das ein leicht vermeidbares Sicherheitsrisiko. Der ADAC setzt sich ausdrücklich für mehr Elternhaltestellen ein, um mehr Sicherheit für die Jüngsten zu schaffen. Die Haltestellen sind extra im Umfeld der Schule eingerichtet, sodass die Kinder über einen sicheren Weg die letzten Meter eigenständig gehen können. So erlernen sie auch Stück für Stück, sich im Straßenverkehr allein zurechtzufinden.“

Auch an der Grundschule Tegelweg lassen viele Eltern ihre Kinder direkt vor der Schule aussteigen und nutzen dabei die für die Lehrer vorgesehenen Parkplätze. Die nötigen Wendemanöver führen hierbei oft zu kritischen Situationen. Die Schülerinnen und Schüler selbst haben bereits im Unterricht auf spielerische Art und Weise die Vorteile des Schulweges zu Fuß kennengelernt. Unter pädagogischer Aufsicht und Begleitung haben sie verschiedene Motive auf die Fahrfläche des Lehrerparkplatzes gemalt und hoffen nun, dass möglichst viele Eltern das Kunstwerk wahrnehmen und den Appell verinnerlichen, es nicht zu „überfahren“. Das Auto soll künftig zu Hause verweilen oder lediglich kurzfristig zum Aussteigen an der Elternhaltestelle in direkter Nähe halten. Die Elternhaltestelle ist entsprechend günstig gelegen, sodass keine Straßenüberquerung bis zur Schule mehr erforderlich ist und Wendemanöver nicht nötig sind.

Kathrin Langel, stv. Vorsitzende des Landeselternrates Niedersachsen, begrüßt die verschiedenen Elemente: „Kinder sollen ein Risikobewusstsein und ein Verständnis für den Straßenverkehr entwickeln, wobei sie sich an uns Erwachsenen orientieren. Gut ist, wenn Eltern im Alltag mit ihren Kindern gemeinsam sichere Querungsstellen bzw. Zebrastreifen und Ampel suchen und nutzen. Egal ob zu Fuß, per Roller, Fahrrad oder mit dem Bus: Den Schulweg im Vorfeld zu üben ist sinnvoll und bringt Sicherheit – für beide Seiten! Elterntaxis bzw. Schul-Drive-In gefährden andere Kinder, daher lassen Sie ihr Kind so oft wie möglich eigenständig gehen.

Die Kinder der Grundschule Tegelweg haben allen Grund, zu Fuß zur Schule gehen zu wollen. Pünktlich zum neuen Schuljahr sind Spielgeräte und Hüpfspiele zur Bewegungs- und Geschicklichkeitsförderung auf dem Schulweg installiert worden. Möglich wurde dies durch eine bespielhafte Kooperation zwischen Landeshauptstadt und Region Hannover sowie der Kooperationspartner. Die Anschaffung erfolgte u. a. durch die finanzielle Förderung der Kooperationspartner und des Netzwerkes „movidu“ der Region Hannover. Dazu übernahm das Tiefbauamt der Stadt Hannover das fachgerechte Aufstellen der Spielgeräte und Hüpfspiele.

Hartmut Manitzke, stv. Geschäftsführer beim Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover/der Landesunfallkasse Niedersachsen sagt: „Im Jahr 2021 verzeichneten wir in unserem Zuständigkeitsbereich 7.979 meldepflichtige Schulwegunfälle. Die Zahl ist wieder gestiegen, hat aber noch nicht die Höhe aus dem Corona-Vorjahr 2019 erreicht. Die Auswertung der Schulwegunfälle ergibt regelmäßig, dass die Fahrradunfälle mit 50% die häufigste Unfallursache auf dem Schulweg sind. Schulanfängerinnen und Schulanfänger sollten nicht mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Den Anforderungen des Straßenverkehrs an Radfahrende, noch dazu mit schwerem Schulranzen auf dem Rücken, sind sie noch nicht gewachsen. Besonders sensible Bereiche sind Bushaltestellen, wenn Schulbusse ihr Warnblinklicht eingeschaltet haben und Kinder gerade ein- oder aussteigen und den Geh- oder Radweg queren.“

Heiner Bartling, Präsident der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V. unterstützt die Bemühungen der Kooperationspartner: „Wir appellieren an alle Eltern, gerade in diesen Zeiten ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule zu fahren. Insgesamt helfen in Niedersachsen fast 4.000 Schüler- und Elternlotsinnen und -lotsen ehrenamtlich bei jedem Wetter und bereits am frühen Schulmorgen den Kindern beim sicheren Überqueren der Fahrbahn oder begleiten sie im Bus zur Schule. Obwohl die Zahl sehr hoch ist, fehlen immer noch an vielen Schulen Lotsinnen und Lotsen, die insbesondere die Neulinge im Straßenverkehr auf dem Schulweg unterstützen. Wir wünschen uns, dass an jeder Grundschule Lotsinnen und Lotsen aktiv werden und freuen uns über jeden neu eingerichteten Lotsendienst. Wir unterstützen Initiativen vor Ort gern mit Wissen, Ausrüstung und Versicherung.“

Auch der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, Belit Onay, ist von den Initiativen und Neuanschaffungen überzeugt: „Eine Verringerung von Unfallrisiken für Kinder und verbesserte Mobilitätsbedingungen für diese Altersgruppe können nur dann erzielt werden, wenn alle Institutionen, die für die Verkehrssicherheit von Kindern verantwortlich sind, eng zusammenarbeiten. Mit der Elternhaltestelle, die die Stadt am Märkischen Weg angeordnet hat, sollen Anreize geschaffen werden, dass Eltern ihre Kinder schulnah absetzen können. So wird vermieden, dass im Bereich der Grundschule unter anderem durch Wendemanöver in der Sackgasse Tegelweg gefährliche Situationen auftreten. Wir haben bereits an anderen Grundschulstandorten positive Erfahrungen mit dieser Maßnahme gemacht.“

Darüber hinaus ist an der Grundschule Tegelweg zum neuen Schuljahr auch ein Fokus auf die mobilitätserfahreneren Schülerinnen und Schüler gelegt worden. Für diejenigen, die bereits mit Unterstützung von zwei Rädern zur Schule fahren, gab es bisher nur eine unzureichende Anzahl an Abstellmöglichkeiten. Die Landeshauptstadt hat diese durch neue Rollerbügel vor der Schule erweitert, sodass auch ein höherer Diebstahlschutz für die Fortbewegungsmittel der Kinder besteht.

Tipps für einen sicheren Schulweg zu Fuß:

  • Gehen Sie den Schulweg oft und rechtzeitig mit Ihrem Kind ab
  • Nutzen Sie die vorhandenen Markierungen auf den Gehwegen und erklären Sie Ihrem Kind die „gelben Füße“
  • Bringen Sie Ihr Kind zu Fuß zur Schule oder lassen Sie es an einer Elternhaltestelle aussteigen, damit Sie gefährliche Verkehrssituationen mit dem Pkw gar nicht erst entstehen lassen
  • Planen Sie ausreichend Zeit für den Schulweg ein, um Zeitdruck und Stress zu reduzieren
  • Holen Sie sich die Informationen über den Schulweg und Schulanfang, zum Beispiel aus:
    • den Schulen
    • den Schulelternabenden vor und in den Sommerferien
    • den Internetauftritten der Institutionen ADAC, Landesverkehrswacht, Niedersächsischer Bildungsserver
    • der örtlichen Polizeidienststelle (Ansprechpartner: Verkehrssicherheitsberater/-innen)

Weitere Bausteine der jährlich wiederkehrenden Schulanfangsaktion, die auch im Internet zu finden sind, ist der Kurzfilm „Abenteuer Schulweg“, der Schulwegplan, der „Bus auf Füßen“, der Elternbrief zur Einschulung, das Fußgängerdiplom in Kindertagesstätten, das Programm „Aufgepasst mit ADACUS“, das Moderatorinnen und Moderatoren an Grundschulen durchführen, sowie Aktionsplakate, Spannbänder und Schablonen für die „Gelben Füße“.

Deutsches Triathlon-Topduo startet am Maschsee – Jonas Schomburg DTU Petko Beier

Deutsches Triathlon-Topduo startet am Maschsee

25. August 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). Der 15. „Triathlon Hannover“ am 3. und 4. September im und am Maschsee kann die ersten prominenten Starter vermelden. Mit der aktuellen deutschen Nummer 1, Lasse Lührs, und dem Lokalmatador Jonas Schomburg hat das EJOT Team TV Buschhütten seine beiden Topathleten für das Bundesliga-Finale in Hannover gemeldet.

Lührs kommt als amtierender Deutscher Meister über die Sprintdistanz an den Maschsee; Schomburg hat zuletzt mit seinem starken fünften Platz bei den European Championships in München überzeugen können. „Die beiden sind aktuell das Maß aller Dinge in Deutschland“, freut sich der sportliche Leiter Jan Raphael vom Veranstalter eichels: Event über das hochkarätige Duo: „Buschhütten muss all in gehen, da das zweitplatzierte Team gerade mal um vier Punkte zurückliegt und sich noch einiges ausrechnet.“ Noch spannender als bei den Herren zeichnet sich das Finale bei den Damen ab, wo Buschhütten und Potsdam punktgleich mit 78 Zählen in den Showdown am Maschsee starten. „Auch diese beiden dürften das Beste aufbieten, was sie im Kader haben, um den Bundesliga-Sieg sicherzustellen“, hofft Raphael.

Für Buschhütten wird unter anderem die Olympiavierte von Tokio, Rachel Klamer, an den Start gehen. Die Niederländerin hat bereits einen Europameistertitel und einen dritten Rang bei den Junioren-Weltmeisterschaften in ihrer Vita stehen. Insgesamt liegen dem Veranstalter für die sportliche Vielseitigkeitsprüfung am Maschsee bereits gut 1.200 Meldungen vor; dazu kommen die knapp 400 Aktiven der 1. und 2. Bundesliga. Neben den Bundesligafinals sind die Deutschen Meisterschaften über die Olympische Distanz ein weiteres Highlight des Events, das sich erstmals über zwei Tage erstreckt.

Abgerundet wird das Programm am Sonnabend unter anderem durch eine „SeaSide Party“ in der einmaligen Kulisse des Strandbades.

Feuerwehr aktuell

Brand auf Dachterrasse des Clubs „Sansibar“

24. August 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). Die Feuerwehr Hannover musste am frühen Mittwochmorgen zu einem Brand in die Goethestraße ausrücken. Auf der Dachterrasse des Clubs „Sansibar“ standen große Teile des Mobiliars und der Überdachung in Flammen. Die Bewohnerin eines Nachbarhauses erlitt durch den massiven Brandrauch eine leichte Rauchvergiftung.

Gegen kurz nach 02:00 Uhr erhielt die Feuerwehr Hannover Meldung über Flammenschein von der Dachterrasse in der Goethestraße. Die ersten Löschkräfte
erkannten ein ausgedehntes Feuer, welches sich auf die benachbarten Wohn- und
Geschäftsgebäude auszubreiten drohte. Während sofort ein massiver Löschangriff eingeleitet wurde, räumten weitere Feuerwehrangehörige die Nachbargebäude und retteten hierbei eine ältere Bewohnerin, die bereits Brandrauch eingeatmet hatte. Der Club war zum Brandzeitpunkt geschlossen, so dass sich dort keine Menschen in Gefahr befanden. Die Löschmaßnahmen zeigten schnell Erfolg und konnten den Brandschaden auf das Mobiliar und die Überdachung der Dachterrasse, sowie eine Außentheke begrenzen. Die gerettete Frau konnte nach Untersuchung durch einen Notarzt vor Ort verbleiben und später mit den anderen Bewohnern der Nachbarhäuser wieder in ihre Wohnung zurückkehren.

Für die Dauer des Löscheinsatzes musste die Goethestraße inklusive der dortigen Stadtbahnlinie voll gesperrt werden. Zur Brandursache und zur Höhe des Sachschadens hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Feuerwehr und Rettungsdienst der Landeshauptstadt Hannover waren mit 15 Fahrzeugen und 50 Einsatzkräften bis 04:30 Uhr im Einsatz.

Das erste Jungtier bei den Drills in „AFI MOUNTAIN“ – Drill cmm© Carl-Marcus Müller

Das erste Jungtier bei den Drills in „AFI MOUNTAIN“

23. August 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). Freudige Nachricht für den Artenschutz: Die Drills im Erlebnis-Zoo Hannover haben Nachwuchs! Man muss genau hingucken, um das Neugeborene zu entdecken, so eng hält Mutter Dutse ihre am 10. August geborene Tochter an sich gedrückt. Meistens sieht man erst die winzigen Hände und Füße, die sich im Fell festklammern, bevor sich manchmal das kleine Köpfchen mit den zarten rosa Segelohren zeigt.

Drills (Mandrillus leucophaeus) gehören zu den am stärksten bedrohten Affenarten Afrikas. Eines ihrer wichtigsten Rückzugsgebiete ist das Schutzgebiet Afi Mountain in Nigeria, nach dem das Reich der Drills im Erlebnis-Zoo benannt ist. Der Erlebnis-Zoo Hannover hilft gemeinsam mit Zoos auf der ganzen Welt, das Überleben der Drills zu sichern. Dutses Jungtier ist damit ein wichtiger Beitrag zum Arterhalt und der erste Nachwuchs in der neuen Drillgruppe von Afi Mountain in Hannover.

Erst im Herbst 2019 stellte der Erlebnis-Zoo in enger Zusammenarbeit mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) eine neue Tiergruppe für das Regenwaldreich zusammen – quasi eine moderne Art der tierischen, internationalen Partnervermittlung im Zeichen des Artenschutzes. Im hannoverschen Afi Mountain trafen die Drillweibchen Dutse, Mubi und Zaria aus dem englischen Zoo Port Lympne somit auf die Männchen Pinto und Napongo aus München. Nach kurzer Zeit führte der neunjährige Napongo die Gruppe und konnte die Weibchen für sich gewinnen.

Fürsorgliche Mutter

Weibchen Dutse (7) kümmert sich vorbildlich um ihr erstes Jungtier, passt gut auf das Kleine auf und säugt es regelmäßig, wie die Tierpflegerinnen und Tierpfleger beobachten konnten. Weil Mutter Dutse ihr Neugeborenes so eng am Körper trug, war dem Team der Blick auf das Geschlecht zunächst verwehrt. Mittlerweile aber steht fest: Das Jungtier ist weiblich. Einen Namen hat es jedoch noch nicht, das Team der Tierpflege wird das kleine Weibchen noch eine Weile beobachten und kennenlernen, bevor es sich festlegt.

Stark gefährdet

Weniger als 3.000 Drills leben noch in den Regenwäldern Westafrikas. Sie sind bedroht durch Wilderei und Lebensraumverlust. Damit gehört der Drill zu den am stärksten bedrohten Affenarten Afrikas. Sein Verbreitungsgebiet in Kamerun., Nigeria und der Insel Bioko, die zu Äquatorialguinea gehört, umfasst weniger als 30.000 km2.

Artenschutz vor Ort

Der Erlebnis-Zoo Hannover unterstützt den Verein „Rettet den Drill e.V.“ beim Erhalt der seltenen Tiere vor Ort. Rettet den Drill e.V. hat seine Wurzeln in Hannover und fördert gemeinsam mit der amerikanischen Organisation Pandrillus den Erhalt des Drills in seinem natürlichen Lebensraum. Durch die vereinte Arbeit werden ehemalige Wilderer zu Drill-Schützern und Rangern, Kinder lernen in Umweltbildungsprojekten die Bedeutung des Waldes kennen, verletzte und verwaiste Drills werden in Auffangstationen versorgt und später wieder ausgewildert. Eine wichtige Rolle spielen dabei das Limbe Wildlife Center in Kamerun sowie das Afi Mountain Reservat in Nigeria.

Johanniter im Gespräch mit Karl Lauterbach – Pflegeforum cmm© Carl-Marcus Müller

Johanniter im Gespräch mit Karl Lauterbach

22. August 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). Pflege betrifft uns alle: Ob als Kind pflegebedürftiger Eltern, als pflegende Angehörige, in der Partnerschaft oder mit Blick auf die eigene Pflegebedürftigkeit. Nicht zuletzt auch aus demografischen Gründen muss die Diskussion, wie Pflege künftig ausgestaltet werden kann, aus Sicht der Johanniter noch stärker geführt werden. Als Initiator eines neuen Dialogs mit der Politik hat das Sozialunternehmen das Johanniter-Pflege-Forum gegründet.

Zum Auftakt diskutierten am 22. August in Hannover mit Prof. Dr. Karl Lauterbach, Bundesminister für Gesundheit, Stephan Weil, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Thomas Mähnert, Mitglied des Bundesvorstands der Johanniter-Unfall-Hilfe, Hannes Wendler, Mitglied des Landesvorstands der Johanniter in Niedersachsen/Bremen (NDS/B), mit Katalin Soppart, Geschäftsbereichsleiterin Soziale Dienste im Landesverband NDS/B, und weiteren Pflegeexpertinnen der Johanniter darüber, wie gesamtgesellschaftlich mit diesem wichtigen Thema umgegangen werden soll.

Zu Beginn der Veranstaltung betonte der Gesundheitsminister Karl Lauterbach: „Pflege ist eine zentrale Aufgabe für die Gesellschaft und sollte auch entsprechend honoriert werden. Wir müssen mehr tun, um das Berufsbild attraktiver zu machen. Entbürokratisierung ist ein wichtiger Teil dessen.“

Mit dem neu gegründeten Format wollen die Johanniter Pflege als zentrales politisches und gesellschaftliches Thema in den Fokus rücken. Als große Organisation in der Sozialwirtschaft mit 154 ambulanten Pflegestationen, knapp 3.700 Mitarbeitenden und rund 18.000 durchschnittlich im Monat versorgten pflegebedürftigen Menschen ist die Organisation nah an den Bedürfnissen und Wünschen der zu Pflegenden und ihren Angehörigen.

Johanniter im Gespräch mit Karl Lauterbach – Pflegeforum2 cmm

Reges Interesse am Pflege-Forum © Carl-Marcus Müller

Ministerpräsident Weil hob die regionalen Besonderheiten seines Bundeslandes hervor: „Pflege ist besonders in Niedersachsen ein wichtiges Thema. Als Flächenland, das überdurchschnittlich vom demografischen Wandel betroffen ist, wird zukünftig die Zahl der Pflegebedürftigen stark steigen. Daher wird Pflege in den kommenden Jahren der Maßstab sein, ob wir eine solidarische Gesellschaft bleiben.“

Thomas Mähnert, Mitglied des Bundesvorstands der Johanniter-Unfall-Hilfe, rückt in seinem Statement eine zentrale Forderung der Johanniter in den Mittelpunkt: „Pflege muss bedarfsgerecht dort stattfinden, wo Pflegebedürftige wohnen möchten – Zuhause, in besonderen Wohnformen oder stationär. Kommunen sollten daher stärker für regional notwendige und zielgerichtete Angebote sorgen sowie für deren Finanzierung. Nur durch die Vernetzung von Leistungserbringern, Unterstützern und Kostenträgern kann Pflege in Zukunft auch zuhause weiter ermöglicht werden.“

Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Johanniter-Unfall-Hilfe gründen die Johanniter das Johanniter-Pflege-Forum. Mit diesem Format soll die Pflege als zentrales politisches und gesellschaftliches Thema wieder in den Fokus gerückt werden. Hannes Wendler, Mitglied des Landesvorstands der Johanniter in NDS/B sagt dazu: „Wir als Johanniter möchten Impulsgeber für eine neue Kommunikation mit der Politik sein und beginnen damit hier am Gründungsort der Johanniter in Hannover.“

Weitere Forderungen der Johanniter-Unfall-Hilfe sind:

  •  Pflegebedürftigkeit darf nicht zur Altersarmut führen.
  • Kommunen müssen stärker in die Pflicht genommen werden.
  • Image und Arbeitsbedingungen der Pflege müssen verbessert werden.
  • Die Schließung der Gehaltslücke zwischen Krankenpflege und Altenpflege muss zeitnah umgesetzt werden.
  • Der Grundsatz „ambulant vor stationär“ muss stärker gelebt werden.
  • Durch weniger Bürokratie kann mehr Zeit für Patienten geschaffen werden.
  • Die Kostensteigerungen in den Pflegediensten dürfen nicht von den zu Pflegenden getragen werden.
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