Gefahrstoffeinsatz Lehrte: A2-Rastplatz stundenlang gesperrt
Ein beschädigter IBC-Container mit Isocyanaten löste einen Großeinsatz von Feuerwehr, THW, Polizei und Rettungsdienst aus.
LEHRTE (redu) – Ein beschädigter Gefahrstoff-Behälter auf einem Lastwagen hat in der Nacht zum Samstag einen umfangreichen Gefahrstoffeinsatz Lehrte auf dem Rastplatz Röhrse Süd an der A2 ausgelöst. Rund 130 Einsatzkräfte verhinderten dabei eine Ausbreitung des Stoffes in die Kanalisation.
Die Arbeiten dauerten mehrere Stunden und machten den Einsatz eines kompletten Gefahrgutzuges erforderlich. Der Rastplatz blieb bis in die Morgenstunden gesperrt.
Gefahrstoff in IBC-Container
Kurz nach 23:12 Uhr wurden die Feuerwehr Hämelerwald sowie der Gerätewagen Messtechnik aus Höver zum Rastplatz Röhrse Süd alarmiert. Ein Lkw-Fahrer hatte eine auslaufende Flüssigkeit an seinem Fahrzeug festgestellt.
Der Gefahrstoffeinsatz Lehrte bestätigte sich bereits beim Eintreffen der ersten Kräfte. Die Flüssigkeit trat aus einem IBC-Container aus und drohte in die Kanalisation zu gelangen. Bei der Kontrolle der Ladepapiere stellte sich heraus, dass der Lastwagen Isocyanate geladen hatte.
Obwohl das Fahrzeug nicht mit Gefahrguttafeln gekennzeichnet war, handelte es sich bei der Ladung um einen Gefahrstoff. Isocyanate können Haut- und Augenreizungen verursachen, reagieren mit Wasser und gelten als potenziell krebserregend.
Daraufhin ließ Einsatzleiter und Stadtbrandmeister Hendrik Voges den kompletten Gefahrgutzug der Region Hannover Ost nachalarmieren. Die unmittelbar eingesetzten Kräfte arbeiteten unter Chemikalienvollschutzanzügen.
Mehrstündige Sicherungsmaßnahmen
Der ausgetretene Stoff wurde mit Chemikalienbinder und Sand aufgenommen. Anschließend bargen die Einsatzkräfte den beschädigten IBC-Container mit Unterstützung eines Radladers des Technischen Hilfswerks.

Mit Unterstützung des Radladers des THW wird eine Palette entladen © Feuerwehr Lehrte
Während des Einsatzes musste die Polizei große Teile der Rastanlage räumen und absperren. Zusätzliche Herausforderungen brachte eine Gewitterfront in der Nacht mit sich. Durch den Regen drohte der Gefahrstoff in die Kanalisation gespült zu werden. Ein errichteter Sanddamm verhinderte dies erfolgreich.
Gegen 7 Uhr konnten die Einsatzkräfte die Einsatzstelle an die Autobahnmeisterei übergeben. Diese übernimmt die weitere Reinigung und Entsorgung der betroffenen Bereiche.
Der Lkw-Fahrer kam nach Angaben der Einsatzkräfte kurz mit dem Stoff in Kontakt und wurde vom Rettungsdienst betreut. Eine weitergehende Untersuchung im Krankenhaus lehnte er ab. Weitere Verletzte gab es nicht.









