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Aktuelle Nachrichten aus der Landeshauptstadt Hannover – lokale Meldungen, Polizei, Politik und Stadtgeschehen.

Thüringer-Wald-Ziegen

Thüringer-Wald-Ziegen: Nachwuchs im Erlebnis-Zoo Hannover

23. Juli 2026/in Hannover

Zwei junge Thüringer-Wald-Ziegen und ein Lamm der Rauwolligen Pommerschen Landschafe bereichern den Zoo-Bauernhof.

HANNOVER – Zwei junge Thüringer-Wald-Ziegen erkunden seit ihrer Geburt am 18. Juli den Zoo-Bauernhof „Meyers Hof“ im Erlebnis-Zoo Hannover. Auch bei den Rauwolligen Pommerschen Landschafen gibt es Nachwuchs. Mit den Jungtieren macht der Zoo auf bedrohte alte Haustierrassen aufmerksam.

Der Erlebnis-Zoo Hannover beteiligt sich mit der Haltung und Zucht alter deutscher Nutztierrassen aktiv an deren Erhalt. Mehrere der vorgestellten Rassen gelten als stark gefährdet.

Kleine Seltenheiten auf Meyers Hof

Die beiden Thüringer-Wald-Ziegen zeigen bereits ihre Neugier und erkunden noch etwas unsicher ihre Umgebung. Wird es ihnen zu aufregend, suchen sie die Nähe ihrer Mutter „Ida“. Die Rasse gilt laut Roter Liste der gefährdeten Nutztierrassen als stark gefährdet.

Auch bei den Rauwolligen Pommerschen Landschafen wächst die Herde. Schaf „Heidemarie“ kümmert sich um ihr erstes, am 19. Juli geborenes Lamm. Anders als die silbergrauen erwachsenen Tiere sind die Lämmer vollständig schwarz.

Weitere Jungtiere erwartet

Der Nachwuchs auf Meyers Hof wird in den kommenden Wochen weiter wachsen. Ziege „Clara“ brachte am 22. Juli zwei weitere Jungtiere zur Welt. Außerdem erwartet der Zoo Nachwuchs von Ziege „Uschi“ sowie von etwa zehn Rauwolligen Pommerschen Landschafen.

Auch bei den stark gefährdeten Japanerkaninchen gibt es bereits Nachwuchs. Zwei Jungtiere wurden am 22. Mai und fünf weitere am 22. Juni geboren und sind im größten Stall des Zoo-Bauernhofs zu beobachten.

Der Erlebnis-Zoo Hannover hält auf Meyers Hof mehrere alte deutsche Haustierrassen, darunter Thüringer-Wald-Ziegen, Harzer Höhenvieh, Schwarzbunte Altdeutsche Niederungsrinder, Dülmener Pferde, Rauwollige Pommersche Landschafe, Leine-Gänse sowie Bunte Bentheimer Landschweine. Mit der Zucht dieser Tiere unterstützt der Zoo ihren langfristigen Erhalt.

Spektakulärer Auftakt für Maschseefest und Finals 2026 in Hannover – 20260722 Maschseefest KevinMuenkel 2247

Spektakulärer Auftakt für Maschseefest und Finals 2026 in Hannover

22. Juli 2026/in Hannover

Schwimmende Bühne, Musik und Feuerwerk markieren den Start von Norddeutschlands größtem Seefest und Deutschlands größtem Multisportevent.

HANNOVER – Mit einer Eröffnungsshow auf einer schwimmenden Bühne haben Maschseefest und Finals 2026 am Mittwoch gemeinsam begonnen. Bis zum 9. August lädt das Seefest an den Maschsee ein, während vom 23. bis 26. Juli die Deutschen Meisterschaften in 24 Sportarten in Hannover stattfinden.

Erstmals wurden das Maschseefest und Deutschlands größtes Multisportevent gemeinsam eröffnet. Die Verbindung von Sport, Kultur und Festival soll Hannover bundesweit präsentieren.

Spektakulärer Auftakt für Maschseefest und Finals 2026 in Hannover – Karate Eroeffnung MF

Karatesportlerinnen bei der Eröffnung der Finals 2026 © Matthias Falk

Sport und Kultur auf einer Bühne

Auf einer eigens errichteten schwimmenden Bühne präsentierten sich verschiedene Sportarten der Finals. Musikalisch gestalteten die Hannoveraner Band Fury in the Slaughterhouse sowie die aus der Region Hannover stammende Sängerin Lina Larissa Strahl das Eröffnungsprogramm.

Spektakulärer Auftakt für Maschseefest und Finals 2026 in Hannover – 20260722 MSF 3403 Kevin Muenkel

Fury in the Slaughterhouse © Kevin Muenkel

Um 17.30 Uhr gaben Oberbürgermeister Belit Onay, Niedersachsens Ministerin für Inneres und Sport Daniela Behrens, Regionsdezernent Jens Palandt sowie HVG-Geschäftsführer André Lawiszus mit einem gemeinsamen Druck auf den Buzzer das Startsignal für beide Veranstaltungen. Ein Feuerwerk bildete den Abschluss der Eröffnung, ehe kurz darauf leichter Regen einsetzte.

Veranstaltungen bis Anfang August

Das 38. Maschseefest verwandelt das Seeufer bis zum 9. August in eine Flaniermeile mit internationaler Gastronomie, Live-Musik sowie einem Kultur- und Familienprogramm. Parallel werden im Rahmen der Finals vom 23. bis 26. Juli insgesamt 143 deutsche Meistertitel in 24 Sportarten vergeben. Zahlreiche Wettbewerbe finden direkt am und auf dem Maschsee statt.

Belit Onay bezeichnete die gemeinsame Eröffnung als Ausdruck eines vielfältigen, gastfreundlichen und lebendigen Hannovers. André Lawiszus betonte, die Kombination aus Sport und Kultur biete die Chance, die Landeshauptstadt bundesweit als moderne Veranstaltungsstadt zu präsentieren.

Klima-Kiste in der Altstadt von Hannover

Neue Klima-Kiste sorgt bis September für Abkühlung in Hannovers Altstadt

21. Juli 2026/in Hannover

Begehbare Installation auf dem Platz „Am Markte“ bietet Schatten, Pflanzen und Vernebelung.

HANNOVER – Die Klima-Kiste in Hannover bietet ab sofort einen bepflanzten Rückzugsort in der Altstadt. Die begehbare Installation auf dem Platz „Am Markte“ wurde am Dienstag eröffnet und soll bis zum 20. September an heißen Tagen für Abkühlung und Erholung sorgen.

Mit dem Projekt setzt die Landeshauptstadt Hannover auf praktische Maßnahmen zur Klimaanpassung. Die Klima-Kiste verbindet Aufenthaltsqualität mit Informationen über die Folgen des Klimawandels und Möglichkeiten zum eigenen Handeln.

Kühlere Temperaturen mitten in der Altstadt

Die fünf mal sieben Meter große begehbare Holzkonstruktion steht zwischen Altem Rathaus und Marktkirche auf dem Platz „Am Markte“. Sie ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Üppige Bepflanzung, Sonnensegel und eine Verneblungsanlage schaffen im Inneren Temperaturen, die nach Angaben der Stadt bis zu zehn Grad unter der Umgebungstemperatur liegen können. Sitzbänke laden Besucherinnen und Besucher zum Verweilen ein.

Informationen zum Klimawandel

Drei Infostelen ergänzen das Angebot. Sie informieren über Hitze, Wasser, Starkregen und Grün sowie über die Auswirkungen des Klimawandels und Möglichkeiten zur Klimaanpassung.

Darüber hinaus erhalten Besucherinnen und Besucher praktische Anregungen für den Alltag und können an einer Online-Befragung zu heißen und kühlen Orten in Hannover teilnehmen.

Bei der Eröffnung verwies Oberbürgermeister Belit Onay auf die jüngsten Wetterereignisse.

„Die Hitzewelle Ende Juni und das Starkregenereignis am 13. Juli haben uns eindrücklich die Folgen des Klimawandels aufgezeigt. Wir müssen daher unvermindert unsere Anstrengungen beim Klimaschutz fortsetzen und gleichzeitig Hannover zu einer klimawandelangepassten Stadt entwickeln“, sagte Onay.

Technik steuert Bewässerung und Vernebelung

Finanziert wird das Projekt über das KfW-Förderprogramm „Modellprojekte Smart Cities“ im Rahmen des Projekts „Restart:#HANnovativ“.

Die Pflanzen werden mithilfe von Bodenfeuchtesensoren automatisch und bedarfsgerecht bewässert. Die Verneblungsanlage schaltet sich automatisch ein, sobald Sensoren des Stadtklimamessnetzes eine gefühlte Temperatur von mehr als 25 Grad erfassen. Die Bepflanzung übernimmt der Ausbildungsbetrieb des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün, die Pflanzen stammen überwiegend aus der Stadtgärtnerei.

Einsatz auch in den kommenden Jahren geplant

Am 20. September wird die Klima-Kiste abgebaut und eingelagert. Die Pflanzkisten überwintern in der Stadtgärtnerei.

Nach Angaben der Landeshauptstadt soll die Klima-Kiste künftig jedes Jahr von Mitte Juni bis Ende September an einem heißen Standort in der Innenstadt aufgebaut werden. Entwickelt wurde das Konzept vor drei Jahren von der Hameln Marketing und Tourismus GmbH und wird inzwischen auch in Geisenheim, Wiesbaden, Cottbus sowie Dudelange in Luxemburg eingesetzt.

Aufzüge müssen instandgesetzt werden.

Wenn Starkregen Aufzüge lahmlegt: Folgen in Bothfeld dauern an

20. Juli 2026/in Hannover

Mehr als eine Woche nach dem Starkregen sind Reparaturen an beschädigten Aufzügen in mehreren Wohngebäuden noch nicht vollständig abgeschlossen.

HANNOVER (redu) – Die Starkregen Folgen sind in mehreren Wohngebäuden im Stadtteil Bothfeld noch immer spürbar. Mehr als eine Woche nach dem Unwetter vom 13. Juli sind beschädigte Aufzüge teilweise noch nicht vollständig instand gesetzt. Besonders für mobilitätseingeschränkte Bewohner bedeutet das erhebliche Einschränkungen im Alltag.

Überflutete Aufzugsschächte zeigen, dass Starkregen weit über den eigentlichen Niederschlag hinaus Folgen haben kann. Der Ausfall technischer Anlagen belastet Bewohner oft noch lange nach dem Ende des Unwetters.

Wenn Starkregen den Aufzug lahmlegt

Der Starkregen vom 13. Juli hat in Bothfeld nicht nur Straßen und Keller überflutet. Nach Angaben der Landeshauptstadt Hannover fielen innerhalb von nur 30 Minuten rund 67 Millimeter Niederschlag. Das entspricht 67 Litern Wasser pro Quadratmeter.

Die Wassermassen drangen in mehrere Wohngebäude ein und erreichten auch Aufzugsschächte sowie technische Anlagen. Betroffene Fahrstühle mussten vollständig außer Betrieb genommen werden.

Vollgelaufener Aufzugschacht

Vollgelaufener Aufzugschacht in einem der Wohnhäuser. © privat / Redaktion

Reparaturen dauern teilweise länger als eine Woche

Bevor Fachunternehmen mit der technischen Prüfung beginnen konnten, musste das eingedrungene Wasser zunächst durch eine Spezialfirma abgesaugt werden. Erst danach konnten die Anlagen kontrolliert und die notwendigen Reparaturen eingeleitet werden.

Ein einfaches Trocknen und Wiedereinschalten reicht nach einem solchen Wassereinbruch nicht aus. Bauteile, die mit Wasser in Kontakt gekommen sind, müssen sorgfältig geprüft und teilweise ersetzt werden.

Das gilt besonders für sicherheitsrelevante oder korrosionsgefährdete Komponenten. Schäden dürfen nicht erst später auftreten und den sicheren Betrieb beeinträchtigen.

Die Arbeiten an den unterschiedlichen Aufzügen dauerten deshalb mehrere Tage und teilweise länger als eine Woche. Auch dort, wo einzelne Fahrstühle inzwischen wieder genutzt werden können, ist die vollständige technische Wiederherstellung noch nicht überall abgeschlossen.

Stillstand wird im Alltag zur Barriere

Besonders belastend ist der Ausfall für ältere und gehbehinderte Bewohner sowie für Menschen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind. Für sie kann ein stillstehender Aufzug bedeuten, dass sie ihre Wohnung nur mit Unterstützung oder zeitweise überhaupt nicht verlassen können.

Auch Familien mit Säuglingen oder Kleinkindern sind betroffen. Kinderwagen, Einkäufe und andere schwere Gegenstände müssen über mehrere Etagen durch das Treppenhaus getragen werden.

Was für mobile Bewohner vor allem beschwerlich ist, kann für Menschen mit körperlichen Einschränkungen zu einer erheblichen Barriere werden. Der Ausfall betrifft damit nicht nur den Komfort, sondern unmittelbar die Selbstständigkeit im Alltag.

Nachbarschaftshilfe fängt Folgen teilweise auf

Während die Aufzüge vollständig stillstanden, unterstützten sich Bewohner teilweise gegenseitig. Nachbarschaftshilfe spielte besonders bei Einkäufen und anderen alltäglichen Erledigungen eine wichtige Rolle.

Vor allem Menschen, die ihre Wohnung nur eingeschränkt verlassen konnten, waren auf diese Unterstützung angewiesen. Die Hilfe aus der Nachbarschaft konnte die technischen Ausfälle jedoch nur teilweise auffangen.

Schäden reichen über die Aufzüge hinaus

Neben der Gebäudetechnik wurden auch Kellerbereiche überflutet. Dort eingelagerte Gegenstände konnten durch das Wasser beschädigt oder vollständig unbrauchbar werden.

Das genaue Ausmaß solcher Schäden zeigt sich häufig erst nach und nach. Auch bei den technischen Anlagen können Prüfung, Ersatz und Wiederinbetriebnahme längere Zeit beanspruchen.

Starkregen wirkt noch länger nach

Das Ereignis zeigt, dass die Folgen von Starkregen nicht mit dem Abpumpen des Wassers beendet sind. Technische Anlagen können über Tage oder Wochen ausfallen und den Alltag der Bewohner erheblich einschränken.

Gleichzeitig werden mögliche Vorsorgemaßnahmen geprüft oder vorbereitet. Ziel ist es, bei vergleichbaren Ereignissen künftig schneller reagieren und Schäden an Gebäudetechnik und Kellerräumen möglichst begrenzen zu können.

Welche Maßnahmen technisch sinnvoll und umsetzbar sind, hängt von der Bauweise und der jeweiligen Situation vor Ort ab.

Für die betroffenen Bewohner war der Starkregen deshalb nicht nach einer halben Stunde vorbei. Seine Folgen waren noch mehr als eine Woche später spürbar und werden teilweise darüber hinaus andauern.

FINALS 2026

Verkehr Finals: Neue Karte erleichtert Anreise in Hannover

17. Juli 2026/in Hannover

Landeshauptstadt bündelt Sperrungen, Umleitungen und Parkverbotszonen für die Veranstaltungswoche.

HANNOVER – Die Landeshauptstadt Hannover hat eine neue Übersichtskarte für die Verkehr Finals veröffentlicht. Sie informiert über Sperrungen, Parkverbotszonen und empfohlene Umleitungen während der Veranstaltungswoche vom 20. bis 27. Juli und soll Besucherinnen und Besuchern die Anreise erleichtern.

Die Übersicht bündelt die wichtigsten Verkehrsmaßnahmen für die parallel stattfindenden Finals 2026 und das Maschseefest und unterstützt eine möglichst reibungslose An- und Abreise.

Übersicht für die Veranstaltungswoche

Die Karte berücksichtigt die umfangreichen Verkehrsmaßnahmen, die während der Überschneidung der Finals 2026 und des Maschseefestes notwendig sind. Berücksichtigt sind dabei auch Auf- und Abbauzeiten sowie Sperrzeiträume. Das Maschseefest selbst dauert bis zum 9. August an.

Die grafische Übersicht zeigt Straßensperrungen, Parkverbotszonen sowie empfohlene Umleitungen. Sie steht unter www.hannover.de/finals kostenfrei zur Verfügung und kann von allen Nutzerinnen und Nutzern verwendet werden.

Die Landeshauptstadt empfiehlt Besucherinnen und Besuchern die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Gleichzeitig wird Auto- und Radverkehr geraten, die gesperrten Bereiche weiträumig zu umfahren. Informationen zum Angebot des öffentlichen Nahverkehrs sind unter www.uestra.de verfügbar.

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Finals und Maschseefest parallel

Vom 23. bis 26. Juli finden die Finals mit 24 Sportarten und 143 Deutschen Meistertiteln in Hannover und dem Umland der Region statt. Gleichzeitig beginnt das Maschseefest, das bis zum 9. August zahlreiche Gäste an das Ufer des Maschsees zieht.

Zu den Finals werden fast 4.000 Athletinnen und Athleten sowie mehr als 1.400 Betreuerinnen, Betreuer und Trainerinnen beziehungsweise Trainer erwartet. Wettkämpfe werden an zehn Sportstätten ausgetragen, davon neun in Hannover – unter anderem am Neuen Rathaus, auf dem Opernplatz, an der Leinewelle und auf dem Maschsee.

Ergänzt wird das Programm durch die Finals-Meile in der Culemannstraße mit mehr als 50 Ausstellern aus Sport, Wirtschaft und Vereinswesen. Zudem präsentieren sich zahlreiche Hannoversche Sportvereine mit Mitmachangeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Gesundheitsvorsorge mit KI

KI-Ernährungsforschung: MHH entwickelt Vorhersage-Plattform

16. Juli 2026/in Hannover

Die geplante CPN-Map soll Ernährungs-, Mikrobiom- und Stoffwechseldaten miteinander verbinden.

HANNOVER (redu) – Die Medizinische Hochschule Hannover will mit KI-Ernährungsforschung individuelle Stoffwechselreaktionen besser vorhersagen. Eine neue Forschungsgruppe entwickelt dafür die Plattform CPN-Map. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das auf fünf Jahre angelegte Projekt mit 1,8 Millionen Euro.

Die Forschenden wollen Daten zu Ernährung, Mikrobiom und Stoffwechsel zusammenführen. Langfristig könnten daraus individuell abgestimmte Empfehlungen zur Gesundheitsvorsorge und zur Behandlung ernährungsbedingter Erkrankungen entstehen.

Die KI-Ernährungsforschung der Gruppe Computational Precision Nutrition setzt bei der Frage an, warum Menschen unterschiedlich auf dieselben Lebensmittel reagieren. Geleitet wird das Team von Dr. Mattea Müller aus dem Forschungsbereich Klinische Datenwissenschaften am Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der MHH.

Ernährung beeinflusst zahlreiche Stoffwechselvorgänge und steht zugleich in Wechselwirkung mit dem Mikrobiom im Darm. Die dort lebenden Mikroorganismen wirken an der Verdauung mit, produzieren Vitamine, stärken die Darmbarriere und trainieren das Immunsystem. Wie diese Prozesse zusammenspielen, ist nach Angaben der MHH noch nicht vollständig geklärt. Hinzu kommen individuelle Faktoren wie Lebensstil, Geschlecht und Vorerkrankungen.

Unterschiedliche Gesundheitsdaten zusammenführen

Für ihre Modelle will die Forschungsgruppe Informationen aus Wearables, digitalen Gesundheitsplattformen und sogenannten Multi-Omics-Analysen verbinden. Diese Analysen liefern Daten über Gene, Genaktivität, Proteine und Stoffwechselvorgänge. Klassische statistische Verfahren könnten die zeitlichen und individuellen Schwankungen solcher Daten laut Müller nicht angemessen erfassen.

Eine weitere Schwierigkeit sind uneinheitliche Datengrundlagen. Selbst Laborwerte aus Blutuntersuchungen lassen sich wegen unterschiedlicher Testverfahren und Referenzbereiche oft nur eingeschränkt vergleichen. Die geplanten Rechenmodelle sollen solche Daten angleichen und Zusammenhänge zwischen Ernährung, Mikrobiom, Metabolom und Gesundheit sichtbar machen.

Ursache und Wirkung unterscheiden

Das Team will nicht nur statistische Zusammenhänge erkennen, sondern wissenschaftlich belegbare Ursache-Wirkungs-Beziehungen ableiten. Damit soll sich erklären lassen, weshalb eine bestimmte Ernährungsweise bei einem Menschen günstige Effekte zeigt, bei einem anderen jedoch nicht.

Für das Training der Modelle benötigen die Forschenden Daten möglichst vieler Menschen. Sie greifen dazu auf Datenbanken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden zurück. Unterschiede bestehen nicht nur zwischen den untersuchten Personen. Auch Lebensmittel derselben Art können je nach Sorte und Anbaugebiet eine unterschiedliche Nährstoffzusammensetzung besitzen. Müller verdeutlicht dies am Beispiel verschiedener Apfelsorten.

CPN-Map zunächst für die Forschung

Als Ergebnis des Projekts soll die interaktive Plattform CPN-Map entstehen. Das benutzerfreundliche Werkzeug ist zunächst für den Einsatz in der Forschung vorgesehen. Dort muss geprüft werden, ob die entwickelten Analysen tatsächlich verlässliche Vorhersagen liefern.

Erst wenn sich die Zuverlässigkeit bestätigt, kommt nach Darstellung der MHH eine klinische Anwendung infrage. Ärztinnen und Ärzte könnten die Plattform dann nutzen, um Ernährungsempfehlungen stärker an der Stoffwechselsituation einzelner Patientinnen und Patienten auszurichten. Genannt werden mögliche Beiträge zur Vorbeugung von Adipositas, Typ-2-Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen.

Das Peter L. Reichertz Institut wird gemeinsam von der MHH und der TU Braunschweig getragen. Am Projekt beteiligt sind außerdem die Leibniz Universität Hannover, das Niedersächsische Zentrum für KI und kausale Methoden in der Medizin, die Universität Kiel und die Universität Maastricht.

Gruppenaufnahme PK Finals 2026

Finals 2026 in Hannover: 143 Meistertitel in vier Tagen

15. Juli 2026/in Hannover

Vom 23. bis 26. Juli werden in der Landeshauptstadt und am Steinhuder Meer deutsche Meisterschaften ausgetragen.

HANNOVER (redu) – Die Finals 2026 in Hannover bringen vom 23. bis 26. Juli insgesamt 24 Sportarten und 143 deutsche Meistertitel in die Landeshauptstadt und die Region. Viele Wettbewerbe sind frei zugänglich, ARD und ZDF übertragen mehr als 30 Stunden live.

Die Wettkämpfe verteilen sich auf zentrale Plätze, Hallen und Gewässer. Neben etablierten Disziplinen feiern sechs Sportarten ihre Premiere bei dem Multisportevent.

Die ersten temporären Sportstätten entstehen bereits. Für die Finals 2026 in Hannover wird derzeit unter anderem die Kletterwand für das Speed-Klettern auf dem Opernplatz aufgebaut. Dort finden außerdem die Wettbewerbe im Beach-Volleyball und Stabhochsprung statt.

Medaillen Finals

Die begehrten Medaillen bei den Finals 2026 © Matthias Falk

Sportstätten in Stadt und Region

Am Neuen Rathaus werden 3×3-Basketball, Bogensport und BMX Flatland ausgetragen. Die Breaking-Wettbewerbe finden im Rathaus statt. Das Gerätturnen zieht in die ZAG Arena ein, das Schwimmen wird im Stadionbad veranstaltet. Kanu und Rudern sind am Nordufer des Maschsees vorgesehen.

Auch die Region Hannover ist beteiligt. Am Steinhuder Meer kämpfen die Teilnehmenden im Coastal Rowing, Segeln, Triathlon und Windsurfen um die nationalen Titel. Beach-Volleyball, Gewichtheben, Ju-Jutsu, Rapid Surfen, Segeln und Windsurfen gehören erstmals zum Programm der Finals.

Triathlon-Olympiasiegerin Laura Lindemann erwartet einen hochklassigen Wettbewerb. „Ich freue mich mal wieder, um den deutschen Meister Titel mitzukämpfen vor allem, weil wir aktuell so ein starkes Frauen Team in Deutschland haben“, sagte sie bei der Pressekonferenz in der Staatsoper.

Beach-Volleyballerin Louisa Lippmann wird mit ihrer neuen Partnerin Melanie Paul antreten. Die Olympia-Teilnehmerin und EM-Dritte hofft auf viele Besucherinnen und Besucher. Für Gerätturner Glenn Trebing vom TK Hannover ist es der erste Wettkampf in seiner Heimatstadt. Er hält den Einzug in das Barren- und Reck-Finale für möglich.

Mehr als 130 Stunden Berichterstattung

ARD und ZDF berichten an allen vier Veranstaltungstagen mehr als 30 Stunden live in ihren Hauptprogrammen. Hinzu kommen mehr als 100 Stunden Berichterstattung in bis zu acht parallelen Streams. Rund 140 Kameras und etwa 400 Produktionsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sollen zum Einsatz kommen.

Der NDR übernimmt federführend für die ARD-Anstalten die Radioproduktion. Die Eröffnungsfeier am Mittwoch, 22. Juli, überträgt der Sender zudem als Livestream.

Zur Orientierung hat die Finals GmbH erstmals eine App entwickelt. Sie ist nach Angaben des Veranstalters in den Stores von Apple und Google verfügbar. Geschäftsführer Hagen Boßdorf bezeichnete die Veranstaltung mit 24 Sportarten als die bislang größten Finals.

Das Land Niedersachsen unterstützt die Austragung nach Angaben von Staatssekretär Stephan Manke mit bis zu drei Millionen Euro. Oberbürgermeister Belit Onay sieht darin zugleich eine Gelegenheit, Hannover als Sportstadt und Gastgeberin einem Millionenpublikum zu präsentieren.

Finals-Meile verbindet die Wettkampfstätten

Entlang der Culemannstraße und im Maschpark entsteht die VGH Finals-Meile. Mehr als 50 Aussteller und 47 Mitmachstationen sollen dort Live-Sport und Angebote für Familien verbinden. Zwei große LED-Bildschirme zeigen das Programm der Wettbewerbe.

Kinder können einen Finals-Sportpass absolvieren. Am Sonntag besteht außerdem die Möglichkeit, das Deutsche Sportabzeichen in den Disziplinen Schwimmen und Leichtathletik abzulegen.

Die Meile verbindet die Austragungsorte für 3×3-Basketball, BMX Flatland, Breaking und Bogensport am Neuen Rathaus mit den Kanu- und Ruderwettbewerben am Maschsee.

Eröffnungsfeier auf dem Maschsee

Der offizielle Auftakt ist für Mittwoch, 22. Juli, um 16 Uhr auf einer schwimmenden Bühne auf dem Maschsee geplant. Die Feier fällt mit dem Beginn des Maschseefestes zusammen.

Athletinnen und Athleten stellen dabei die 24 Sportarten vor. Angekündigt sind unter anderem Turn-Europameisterin Karina Schönmaier, Laura Lindemann, Para-Kanu-Weltmeisterin Kathrin Marchand und Beach-Volleyball-Olympiasilbermedaillengewinner Clemens Wickler. Zum Abschluss soll unter anderem Fury in the Slaughterhouse auftreten. Zwei LED-Bildschirme ermöglichen den Blick auf das Programm vom Maschseeufer.

Viele Wettbewerbe ohne Eintrittskarte

Ein großer Teil des Sportprogramms kann ohne Eintrittskarte besucht werden. Die Beach-Volleyball-Wettbewerbe sind bereits für alle Tage ausverkauft. Für das Gerätturnen in der ZAG Arena sind noch Karten erhältlich.

Beim Schwimmen im Stadionbad sind Freitag und Samstag ausverkauft. Für Donnerstag und Sonntag gibt es noch Eintrittskarten. Beim 3×3-Basketball werden erst ab den Halbfinals Tickets benötigt; die vorherigen Begegnungen sind frei zugänglich. Alle weiteren in der Mitteilung nicht gesondert genannten Sportarten können ohne Eintrittskarte besucht werden.

Für die Anreise zum Steinhuder Meer empfiehlt die Region die Zugfahrt bis Wunstorf. Von dort sollen zusätzliche Busse auch morgens und abends nach Steinhude fahren. Alternativ wird die Anreise mit dem Fahrrad empfohlen.

 

Starkregenfront über Hannover

67 Liter Regen in 30 Minuten: Extremes Unwetter trifft Hannover

14. Juli 2026/in Hannover

Messungen der Stadt belegen außergewöhnliche Niederschlagsmengen.

HANNOVER (redu) – Der Starkregen Hannover hat am Montagabend (13. Juli) außergewöhnliche Niederschlagsmengen gebracht. Im Stadtteil Bothfeld fielen innerhalb von nur 30 Minuten rund 67 Millimeter Regen. Die Wassermassen führten zu rund 1.000 Feuerwehreinsätzen und überforderten stellenweise selbst leistungsfähige Entwässerungssysteme.

Die Messwerte und die zahlreichen Einsätze zeigen, welche Auswirkungen örtlich begrenzter Starkregen innerhalb kürzester Zeit auf Infrastruktur, Gebäude und Einsatzkräfte haben kann. Gleichzeitig verdeutlicht das Ereignis den steigenden Bedarf an Klimaanpassung und Vorsorge.

Der Starkregen Hannover erreichte am Montagabend eine außergewöhnliche Intensität. Nach einer ersten Auswertung der Landeshauptstadt Hannover fielen im Stadtteil Bothfeld innerhalb von nur 30 Minuten rund 67 Millimeter Niederschlag. Das entspricht 67 Litern Wasser auf jedem Quadratmeter – eine Regenmenge, die selbst leistungsfähige Entwässerungssysteme innerhalb kurzer Zeit an ihre Grenzen bringen kann.

Nach Angaben der Landeshauptstadt wurde der Wert an einer Niederschlagsmessstation der Stadtentwässerung Hannover registriert. Ergänzend wertete die Stadt Radardaten des Deutschen Wetterdienstes aus. Demnach lag der Schwerpunkt des Starkregens im nordöstlichen Stadtgebiet rund um Bothfeld.

Die gemessene Regenmenge verdeutlicht die Wucht des Ereignisses. Auf einer Fläche von lediglich 100 Quadratmetern gingen rechnerisch innerhalb einer halben Stunde rund 6.700 Liter Wasser nieder. Auf einem durchschnittlichen Grundstück oder einem größeren Gebäudedach entstehen dadurch Wassermengen, die weder Dachrinnen noch Kanalisation vollständig ableiten können.

Rund 1.000 Einsätze in Stadt und Region

Die Folgen des Unwetters waren in weiten Teilen Hannovers und der Region deutlich sichtbar. Keller, Tiefgaragen und Aufzugsschächte liefen voll, zahlreiche Straßen und Unterführungen wurden überflutet. Zusätzlich mussten Feuerwehren wegen umgestürzter Bäume, herabgefallener Äste und weiterer wetterbedingter Schäden ausrücken.

Nach Angaben der Feuerwehr gingen in Stadt und Region Hannover rund 1.000 unwetterbedingte Einsatzmeldungen ein. Zeitweise waren die Notrufleitungen aufgrund der Vielzahl eingehender Anrufe stark ausgelastet. Im Stadtgebiet kamen sämtliche 17 Ortsfeuerwehren zum Einsatz. Darüber hinaus wurden dienstfreie Kräfte der Berufsfeuerwehr alarmiert. Rund 300 Einsatzkräfte arbeiteten die zahlreichen Einsatzstellen über Stunden hinweg ab.

Auch städtische Gebäude blieben von den Wassermassen nicht verschont. Nach Angaben der Landeshauptstadt drang Wasser unter anderem in Schulen, Sporthallen und weitere kommunale Einrichtungen ein. An mehreren Stellen konnte das Wasser erst mit erheblicher Verzögerung abfließen.

Das Ereignis zeigt erneut, dass Starkregen nahezu jeden Bereich einer Stadt treffen kann. Anders als bei klassischen Flusshochwassern sind nicht nur Grundstücke in Gewässernähe betroffen. Überall dort, wo Wasser nicht schnell genug versickern oder abfließen kann, drohen innerhalb kurzer Zeit Überflutungen.

Warum die Kanalisation an ihre Grenzen stößt

Eine öffentliche Kanalisation wird aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht für jedes denkbare Extremereignis ausgelegt. Niederschlagsmengen wie die in Bothfeld gemessenen 67 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur 30 Minuten können deshalb selbst bei ordnungsgemäß funktionierenden Entwässerungssystemen nicht vollständig aufgenommen werden.

Besonders problematisch sind stark versiegelte Stadtbereiche. Straßen, Parkplätze, Dächer und gepflasterte Grundstücke verhindern, dass Regenwasser unmittelbar im Boden versickert. Stattdessen fließt es oberirdisch ab, sammelt sich in Senken und dringt über tiefer liegende Eingänge, Lichtschächte, Garagenzufahrten oder ungesicherte Kelleröffnungen in Gebäude ein.

Vor diesem Hintergrund gewinnt eine Stadtplanung an Bedeutung, die Regenwasser möglichst lange vor Ort zurückhält. Dazu gehören begrünte Dächer und Fassaden, entsiegelte Flächen, Versickerungsmulden, Rückhaltebecken sowie Grünflächen, die bei Starkregen zeitweise Wasser aufnehmen können. Dieses Konzept wird häufig unter dem Begriff „Schwammstadt“ zusammengefasst.

Auch private Eigentümer können ihre Gebäude besser gegen Starkregen absichern. Rückstauverschlüsse, Hebeanlagen, erhöhte Lichtschächte und druckwasserdichte Kellerfenster können Schäden begrenzen. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt jedoch von der Lage und Bauweise des jeweiligen Gebäudes ab.

Einzelnes Unwetter ist kein Beweis für den Klimawandel

Ein einzelnes Starkregenereignis lässt sich wissenschaftlich nicht unmittelbar auf den Klimawandel zurückführen. Wetterlagen entstehen durch das Zusammenwirken verschiedener atmosphärischer Prozesse. Lokale Wolkenbrüche und heftige Gewitter hat es auch in früheren Jahrzehnten gegeben.

Gleichzeitig weisen der Deutsche Wetterdienst und das Umweltbundesamt seit Jahren darauf hin, dass sich durch die globale Erwärmung die Voraussetzungen für intensive Niederschläge verändern. Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen. Steht bei Gewittern mehr Feuchtigkeit zur Verfügung, können innerhalb kurzer Zeit größere Regenmengen fallen.

Ein 2025 aktualisiertes Faktenpapier des Deutschen Wetterdienstes hält fest, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel bereits zur Intensivierung von Starkniederschlägen auf kontinentaler Ebene – darunter in Europa – beigetragen hat. Für Deutschland bestehen bei kleinräumigen Ereignissen weiterhin Unsicherheiten, da Starkregen sehr lokal auftritt und entsprechende Messreihen begrenzt sind. Klimamodelle zeigen jedoch, dass kurze extreme Starkregen künftig intensiver und teilweise großflächiger auftreten können.

Auch das Umweltbundesamt erwartet bei einem weiter fortschreitenden Klimawandel steigende Risiken durch Hitze, Trockenheit und Starkregen. Das bedeutet nicht, dass künftig jedes Gewitter extremer ausfallen wird. Es bedeutet jedoch, dass Ereignisse mit sehr hohen Niederschlagsmengen wahrscheinlicher werden und häufiger erhebliche Schäden verursachen können.

Anpassung an zunehmende Extremwetterlagen

Die in Bothfeld gemessenen 67 Millimeter Niederschlag innerhalb von nur 30 Minuten können deshalb als Warnsignal verstanden werden. Das Unwetter vom 13. Juli zeigt, dass sich Städte, Infrastrukturbetreiber, Einsatzkräfte und Bevölkerung auf außergewöhnliche Wetterlagen vorbereiten müssen.

Dabei geht es nicht nur um langfristigen Klimaschutz. Ebenso wichtig ist die Anpassung an Folgen, die bereits heute spürbar werden. Entwässerungssysteme, Gebäude, Verkehrswege, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und die Energieversorgung müssen auch unter veränderten klimatischen Bedingungen möglichst widerstandsfähig bleiben.

Für Feuerwehren und Hilfsorganisationen bedeuten großflächige Starkregenlagen eine besondere Herausforderung. Wenn innerhalb weniger Minuten Hunderte Notrufe eingehen, geraten selbst gut vorbereitete Leitstellen und Einsatzorganisationen an ihre Belastungsgrenzen. Umso wichtiger sind belastbare Einsatzkonzepte, ausreichende Personalreserven und eine Bevölkerung, die Warnmeldungen ernst nimmt und sich über grundlegende Schutzmaßnahmen informiert.

Das Unwetter in Hannover zeigt damit zwei Entwicklungen zugleich: Einerseits verfügen Stadt und Region über leistungsfähige Einsatzkräfte, die auch außergewöhnliche Lagen bewältigen können. Andererseits stoßen selbst gut ausgebaute technische Systeme bei extremen Niederschlagsmengen an ihre Grenzen. Ob jedes einzelne Unwetter unmittelbar auf den Klimawandel zurückzuführen ist, lässt sich wissenschaftlich nicht pauschal beantworten. Dass sich die Bedingungen für extreme Niederschläge verändern, gilt dagegen als gut belegt. Die Ereignisse in Hannover unterstreichen deshalb die Bedeutung von Klimaanpassung und Vorsorge.

Endpunkt Fasanenkrug

Neuer Stadtbahnendpunkt soll im Herbst 2027 in Betrieb gehen

14. Juli 2026/in Hannover

Moderne Umsteigeanlage mit Hochbahnsteig, Busanschluss und Bike-and-Ride-Angebot entsteht in Hannover.

HANNOVER – Der Endpunkt Fasanenkrug wird nach den Sommerferien neu gebaut. Mit der modernen Umsteigeanlage und dem Hochbahnsteig soll die Stadtbahnlinie 13 künftig vollständig barrierefrei zwischen Hemmingen-Westerfeld und Fasanenkrug genutzt werden.

Der neue Endpunkt verbindet Stadtbahn, Busverkehr und Fahrradverkehr an einem Standort. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für den Herbst 2027 vorgesehen.

Verzögerter Baustart aus mehreren Gründen

Der Bau der neuen Umsteigeanlage beginnt rund sechs Monate später als ursprünglich vorgesehen. Nach Angaben der Projektverantwortlichen musste zunächst eine Haupttrinkwasserleitung verlegt werden, da sich unter den Betriebsanlagen keine Rohre oder Leitungen befinden dürfen. Die Arbeiten konnten unter anderem wegen eines mehrwöchigen harten Wintereinbruchs nicht wie geplant abgeschlossen werden.

Hinzu kam, dass sich für einen anspruchsvollen Auftrag an den Signalanlagen zunächst kein geeignetes Unternehmen fand. Außerdem sind mehrere beteiligte Firmen noch auf anderen Baustellen im hannoverschen Stadtbahnnetz, unter anderem an der Podbielskistraße, gebunden.

Barrierefreier Umstieg für Stadtbahn und Bus

Mit der Fertigstellung des Endpunktes Fasanenkrug und der Inbetriebnahme des Hochbahnsteiges an der Haltestelle Ludwig-Sievers-Ring kann die gesamte Stadtbahnlinie 13 barrierefrei genutzt werden. Die Arbeiten am Hochbahnsteig Ludwig-Sievers-Ring in der Sutelstraße sollen planmäßig im Herbst dieses Jahres abgeschlossen werden.

Die neue Umsteigeanlage erhält einen 70 Meter langen und vier Meter breiten Mittelhochbahnsteig. Vorgesehen sind Fahrkartenautomaten, Zugzielanzeiger, überdachte Sitzgelegenheiten sowie taktile Leitelemente für Menschen mit Seheinschränkungen. Direkt daneben entstehen barrierefreie Bushaltestellen für die Linie 620 sowie eine neue Wendeschleife.

Fahrradverkehr wird mitgedacht

Auch Radfahrende profitieren vom Ausbau. Nördlich des Hochbahnsteiges entsteht eine Bike-and-Ride-Anlage mit 344 Fahrradstellplätzen. Davon werden 320 überdacht und teilweise abschließbar ausgeführt. Ergänzt wird das Angebot durch 40 weitere Fahrradbügel auf dem Gelände. Die Nutzung der abschließbaren Stellplätze ist kostenlos.

Regionsleitstelle

Starkregen: Feuerwehr Hannover bewältigt 715 Unwettereinsätze

14. Juli 2026/in Hannover

Regionsleitstelle koordinierte rund 1.000 wetterbedingte Einsätze in Stadt und Region Hannover.

HANNOVER – Starkregen Hannover hat in der Nacht zum Dienstag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Bis zum Morgen arbeiteten die Einsatzkräfte 715 unwetterbedingte Einsätze im Stadtgebiet ab. Die Regionsleitstelle koordinierte zudem rund 1.000 Einsätze in der gesamten Region Hannover.

Die außergewöhnlich hohen Niederschlagsmengen führten zu einer massiven Belastung der Notrufleitungen. Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr und Regionsleitstelle arbeiteten die zahlreichen Hilfeersuchen gemeinsam ab.

Notrufleitungen zeitweise überlastet

Das gegen 21:30 Uhr einsetzende Unwetter brachte innerhalb kurzer Zeit außergewöhnlich hohe Niederschlagsmengen über das Stadtgebiet und die Region Hannover. In der Regionsleitstelle gingen daraufhin zahlreiche Notrufe über die 112 ein. Zeitweise waren die Notrufleitungen überlastet, sodass die eingehenden Einsätze priorisiert und koordiniert werden mussten.

Die Bewältigung der Unwetterlage war nach Angaben der Feuerwehr nur durch den Einsatz aller 17 Ortsfeuerwehren der Freiwilligen Feuerwehr Hannover möglich. Insgesamt waren bislang rund 300 Einsatzkräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.

Vollgelaufene Keller und überflutete Straßen

Den Schwerpunkt der Einsätze bildeten vollgelaufene Keller, Aufzugsschächte und Tiefgaragen. Darüber hinaus führten überflutete Unterführungen zu Verkehrsbehinderungen im Stadtgebiet. Besonders betroffen war der Osten Hannovers, wo zahlreiche Einsatzstellen abgearbeitet werden mussten.

Neben dem Abpumpen großer Wassermengen beseitigten die Einsatzkräfte vereinzelt auch abgeknickte Äste und umgestürzte Bäume mit Motorkettensägen.

Bis zum heutigen Morgen wurden in der Landeshauptstadt Hannover insgesamt 715 unwetterbedingte Einsätze abgearbeitet. Die Mitarbeitenden der Regionsleitstelle disponierten zwischen etwa 21:30 Uhr und 06:30 Uhr rund 1.000 unwetterbedingte Einsätze in Stadt und Region Hannover. Insgesamt mussten in diesem Zeitraum rund 2.300 Notrufe bearbeitet werden.

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