MTFEx 2026: Medizinische Task Forces üben in Celle
Großübung bildet Abschluss einer seit 2024 laufenden Übungsreihe mit fünf niedersächsischen Medizinischen Task Forces.
CELLE (redu) – Bei der MTFEx 2026 trainieren Medizinische Task Forces in Niedersachsen die Versorgung und den Transport von Verletzten, wenn Krankenhäuser und Verkehrswege nach einem schweren Naturereignis nur eingeschränkt verfügbar sind. Rund 100 Verletztendarsteller sorgen dabei für realitätsnahe Bedingungen.
Die Übung bildet den Abschluss einer dreiteiligen Reihe, die 2024 begonnen wurde. Beteiligt sind die sechs in Niedersachsen stationierten Medizinischen Task Forces.
Die MTFEx 2026 stellt die Einsatzkräfte vor ein Szenario, in dem ein schweres Naturereignis Krankenhausstrukturen und Teile der Verkehrsinfrastruktur erheblich beeinträchtigt hat. Reguläre medizinische Versorgung und Krankentransporte stehen deshalb nur eingeschränkt zur Verfügung.
Das Niedersächsische Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz führt die Übung gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Einsatzkräften durch. Im Mittelpunkt stehen Fähigkeiten, die bei großflächigen Schadenslagen und eingeschränkter Infrastruktur benötigt werden.
Versorgung außerhalb regulärer Strukturen
Die Medizinische Task Force ist eine standardisierte sanitätsdienstliche taktische Einheit des Bundes. Sie ist für den Spannungs- und Verteidigungsfall sowie für die bundeslandübergreifende Katastrophenhilfe vorgesehen.

Mehrere Behandlungszelte müssen den Ansturm der Verletzten abarbeiten. © Bernd Günther
Zu ihren Aufgaben gehören die medizinische Versorgung von Verletzten und Erkrankten, der Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes, der weiträumige Patiententransport und die Dekontamination von Verletzten. Die Einheiten sollen bestehende Strukturen des Landeskatastrophenschutzes und des Sanitätsdienstes unterstützen, ergänzen oder ablösen.
Bei der Übung in Celle wird unter anderem der Patiententransport durch unwegsames Gelände trainiert. Zugleich versorgen die Einsatzkräfte Verletzte in eigens aufgebauten Strukturen, wenn reguläre medizinische Einrichtungen nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden können.
Rund 100 Verletztendarsteller beteiligt
Etwa 100 Verletztendarsteller sind mit unterschiedlichen, realistisch dargestellten Verletzungsmustern in das Szenario eingebunden. Sie durchlaufen im Tagesverlauf mehrfach die vorgesehenen medizinischen Abläufe.
Nach der Erstsichtung folgen Behandlung und Stabilisierung am Behandlungsplatz. Anschließend werden die Patienten entsprechend der angenommenen Lage für den weiteren Transport vorbereitet.

Helfer kümmern sich um eine Betroffene direkt am ersten Sichtungszelt. © Bernd Günther
Neben der Verlegung auf dem Landweg ist auch der Lufttransport Bestandteil der Übung. Ein Search-and-Rescue-Hubschrauber der Bundeswehr ist dafür in das Szenario eingebunden.
Bei der Bewältigung der angenommenen Schadenslage arbeiten mehrere Teileinheiten zusammen. Dazu zählen unter anderem die Führungsgruppe, die Behandlungsbereitschaft und die Patiententransportgruppe.

Die Führungsstelle der MTF des Malteser Hilfsdienstes. © Bernd Günther
Entscheidend sind dabei nicht allein einzelne medizinische Maßnahmen. Auch Führung, Kommunikation und Logistik müssen unter Bedingungen funktionieren, die von einem regulären Rettungsdiensteinsatz deutlich abweichen.
Abschluss der Übungsreihe
Die Übung in Celle beendet eine dreiteilige Reihe, die im Jahr 2024 begonnen wurde und alle sechs in Niedersachsen stationierten Medizinischen Task Forces umfasst.
Nach dem aktuellen Übungstag beginnt die Auswertung der gesamten Reihe. Die gewonnenen Erfahrungen sollen analysiert und für die weitere Ausbildung und Einsatzvorbereitung genutzt werden.




