Riesenschildkröten Hannover: Rückkehr nach 18 Jahren
Vier Aldabra-Riesenschildkröten beziehen neues Warmhaus im Erlebnis-Zoo – Zucht der bedrohten Tierart geplant.
HANNOVER (redu) – Nach 18 Jahren sind die Riesenschildkröten in Hannover wieder im Erlebnis-Zoo zu sehen. Für Cassiopeia, Romina, Bert und Leopold wurde ein neues Warmhaus gebaut. Dort plant der Zoo auch die Zucht der bedrohten Aldabra-Riesenschildkröten.
Mit der Rückkehr erfüllt sich nach Angaben des Zoos ein lang gehegter Wunsch des Teams und vieler Gäste. Zugleich soll die Haltung künftig zum Erhalt der als gefährdet eingestuften Tierart beitragen.
Neues Warmhaus für vier Riesenschildkröten
Die Riesenschildkröten Hannover sind nach 18 Jahren wieder im Erlebnis-Zoo vertreten. 2008 hatte sich der Zoo von den Tieren trennen müssen, weil ihre damalige Anlage in die Jahre gekommen war und im Baugebiet der heutigen Themenwelt Yukon Bay lag.
„Die Rückkehr der Riesenschildkröten war und ist für uns eine echte Herzensangelegenheit“, sagte Zoogeschäftsführer Andreas M. Casdorff. Für das gesamte Zoo-Team sei die Rückkehr ein besonderer Moment.
Für Cassiopeia, Romina, Bert und Leopold entstand ein rund 240 Quadratmeter großes gläsernes Warmhaus. Dort herrschen laut Zoo Temperaturen zwischen 26 und 30 Grad Celsius sowie eine Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80 Prozent.
Zur Ausstattung gehören Natursteinboden, ein großes Badebecken, Sandbäder und bepflanzte Inseln. Fußbodenheizung, UV-Leuchten, Infrarotstrahler und eine Luftbefeuchtungsanlage sollen Bedingungen schaffen, die dem natürlichen Lebensraum der Tiere entsprechen.
Zoo plant Zucht der bedrohten Art
Die Internationale Union zur Bewahrung der Natur stuft die Aldabra-Riesenschildkröte als gefährdet ein. Ihr Lebensraum im Indischen Ozean ist heute nahezu ausschließlich auf das Aldabra-Atoll beschränkt. Nach Angaben des Zoos setzen Klimawandel und invasive Arten dem Bestand zusätzlich zu.
Im neuen Warmhaus wurden deshalb auch ein Sandhügel und ein beheiztes Sandbecken für die Eiablage eingerichtet. Weibchen können dort Gruben graben und pro Gelege 10 bis 25 kugelförmige Eier mit Sand bedecken.
Die Rückkehr wurde auch durch Spenden unterstützt. Insgesamt kamen laut Zoo 46.000 Euro zusammen. Die Region förderte den Bau mit einem Investitionszuschuss von 669.000 Euro, weitere 950.000 Euro finanzierte der Zoo selbst.
Nach neunmonatiger Bauzeit wurden die vier Tiere in der vergangenen Woche mit einem zooeigenen Transporter aus dem Tierpark Hagenbeck abgeholt. Dort waren die Riesenschildkröten in den vergangenen 18 Jahren untergebracht.
Leopold ist etwa 82 Jahre alt und wiegt 178 Kilogramm. Bert ist rund 80 Jahre alt und 195 Kilogramm schwer. Romina ist etwa 57 Jahre alt und wiegt 76 Kilogramm, Cassiopeia ist rund 30 Jahre alt und bringt 116 Kilogramm auf die Waage.
Im Laufe des Jahres sollen weitere Tierarten in das „Reptilium“ einziehen. Vorgesehen sind Vietnamesische Langnasennattern, Blaue Baumwarane und Fidschi-Leguane. Später sollen dort auch Faultiere klettern. Das Warmhaus ist zudem mit einer grasbewachsenen Außenanlage im Zoologicum verbunden.



© Bernd Günther




