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Schlagwortarchiv für: Oberbürgermeister

Für die Stärkung des Fahrrads im Mobilitätsmix – BGPress 6550

Für die Stärkung des Fahrrads im Mobilitätsmix

7. Oktober 2020/in Hannover

HANNOVER (PM). Die ersten Strecken des geplanten Veloroutennetzes werden sichtbar: Die Stadt hat heute (7. Oktober) begonnen, fünf der zwölf geplanten Routen provisorisch zu kennzeichnen. Jeweils die Start- und Endpunkte werden mit einer Fahne signalisiert. Der Streckenverlauf wird mit Banderolen an Straßenlaternen sowie mit Straßenmarkierungen sichtbar gemacht. In zehn Jahren sollen die notwendigen Maßnahmen für zügig zu befahrende Velorouten geplant und, wo erforderlich, baulich umgesetzt werden.

„Die Velorouten werden künftig ausgehend vom City-Rad-Ring in der Innenstadt radial in alle Stadtbezirke führen und damit alle Stadtteile komfortabel, unkompliziert und sicher für den Radverkehr untereinander verbinden. Mit der temporären Markierung wollen wir zur Diskussion für die künftigen Streckenführungen anregen und wertvolle Hinweise für die weitere Planung erhalten“, erläuterte Oberbürgermeister Belit Onay heute (7. Oktober) in Wülfel bei der Montage der ersten Fahne und der Anbringung der ersten Banderolen. „Im Mobilitätsmix der Landeshauptstadt Hannover soll das Fahrrad weiter deutlich an Stellenwert gewinnen. Das ist ein wichtiger Baustein der für den Klimaschutz und die Lebensqualität in unserer Stadt erforderlichen Verkehrswende“, betonte Onay.

Die ersten Velorouten, die in den kommenden Wochen sichtbar gemacht werden, sind die Routen:

  • 3: Mitte – Oststadt – List – Sahlkamp – Bothfeld/Lahe,
  • 6: Mitte – Bult – Kirchrode/Bemerode,
  • 8: Mitte – Südstadt – Döhren – Wülfel,
  • 9: Mitte – Linden-Süd – Ricklingen – Oberricklingen,
  • 12: Mitte – Nordstadt – Herrenhausen – Leinhausen – Stöcken.

Die Kennzeichnung dieser Routen soll, abhängig von der Witterung, etwa vier Wochen dauern. Die Routenverläufe stehen zum Nachfahren auch digital als GPX-Dateien für Navigationsgeräte im Internet unter www.hannover.de zur Verfügung.

Das Konzept der Verwaltung, das Oberbürgermeister Belit Onay im Juni öffentlich vorgestellt hat, baut auf einem Vorschlag des ADFC auf und wurde von den politischen Gremien im Juli mehrheitlich als Grundlage für die weitere Planung angenommen. Mit der nun erfolgenden Kennzeichnung der vorgeschlagenen Verläufe von fünf Velorouten setzt die Verwaltung einen Antrag der Mehrheitsfraktionen im Rat um, die künftig auszubauenden Velorouten im Streckenverlauf für die Bürger*innen sichtbar zu machen. Wer Hinweise für die Planung des Routennetzes geben möchte, kann diese per E-Mail an folgende Adresse senden: fb-tiefbau.Veloroutennetz@hannover-stadt.de.

Für Velorouten sollen künftig folgende Standards gelten: Mit einheitlicher Kennzeichnung – etwa durch Markierung oder Beschilderung – sind sie durchgängig erkennbar. Im Einrichtungsverkehr sind sie 2,50 Meter breit, im Zweirichtungsverkehr haben sie eine Mindestbreite von drei Metern. Die Routen sollen Oberflächen mit hoher Qualität erhalten. In bebauten Bereichen sind sie durchgehend beleuchtet. Damit Radler*innen auf den Velorouten zügig vorankommen, sind entsprechende Vorfahrtregeln sowie angepasste Ampelschaltungen vorgesehen. Wartezeiten – etwa an Kreuzungen – sollen dadurch reduziert oder sogar vermieden werden.

  • Für die Stärkung des Fahrrads im Mobilitätsmix – BGPress 6535
    Am 7. Oktober 2020 wurden in Hannover durch den Oberbürgermeister Belit Onay die ersten Velorouten symbolisch auf dem Radweg markiert. © Bernd Günther
  • Für die Stärkung des Fahrrads im Mobilitätsmix – BGPress 6524
    Tim Gerstenberger zeigt die in Zukunft für die Velorouten angefertigten Aufkleber. © Bernd Günther
  • Für die Stärkung des Fahrrads im Mobilitätsmix – BGPress 6517
    Oberbürgermeister Belit Onay kam mit einem Lastenfahrrad zum Termin. © Bernd Günther
  • Für die Stärkung des Fahrrads im Mobilitätsmix – BGPress 6550
    Am 7. Oktober 2020 wurden in Hannover durch den Oberbürgermeister Belit Onay die ersten Velorouten symbolisch auf dem Radweg markiert © Bernd Günther
  • Für die Stärkung des Fahrrads im Mobilitätsmix – BGPress 6552
    Mit diesem Symbol werden in Zukunft die Velorouten in Hannover kenntlich gemacht. © Bernd Günther
  • Für die Stärkung des Fahrrads im Mobilitätsmix – BGPress 6557
    Oberbürgermeister Belit Onay setzt die ersten Aufkleber, die die zukünftigen Velorouten in Hannover kennlich machen werden. © Bernd Günther
  • Veloroute 8
    Mit diesen Bannern werden die Velorouten in Hannover kenntlich gemacht. © Bernd Günther
  • Für die Stärkung des Fahrrads im Mobilitätsmix – BGPress 6602
    Am 7. Oktober 2020 wurden in Hannover durch den Oberbürgermeister Belit Onay (li.) und Tim Gerstenberger die ersten Velorouten symbolisch sichtbar gemacht. © Bernd Günther

 

Schritt für Schritt aus der Krise – Oberbürgermeister zieht eine erste Bilanz – Corona Hannover

Schritt für Schritt aus der Krise – Oberbürgermeister zieht eine erste Bilanz

22. Juli 2020/in Hannover

HANNOVER (PM). Hannovers Weg aus der Corona-Krise ist ein Kraftakt. Mit der langersehnten Wiedereröffnung des Neuen Rathauses gelang ein weiterer – wenn auch kleiner – Schritt. Oberbürgermeister Belit Onay machte das Haus, das zu den beliebtesten Besucherzielen der Landeshauptstadt gehört, an diesem Dienstag für die Öffentlichkeit wieder zugänglich. Er sprach dabei von einem Signal, das zu Optimismus Anlass gebe.

Für Onay war es gleichzeitig die Gelegenheit, eine Zwischenbilanz der Corona-Krise aus städtischer Sicht zu ziehen. Seine Botschaft: Die Stadt sieht eine ihrer vordringlichsten Aufgaben darin, weiterhin flankierende Unterstützung für die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Strukturen in der Stadt zu geben.

Es war dieser Anspruch, von dem sich die Stadtverwaltung in den vergangenen Wochen und Monaten leiten ließ. Die Corona-Krise habe die Bürger*innen und die Verwaltung gleichermaßen einem massiven Stresstest ausgesetzt, stellte der Oberbürgermeister auf einer Pressekonferenz fest. Der Lockdown sei absolut notwendig gewesen. Den weitgehend funktionierenden staatlichen Strukturen – nicht zuletzt auf kommunaler Ebene – sei es zu verdanken, dass die Lage nicht schlimmer sei.

Dabei habe die Landeshauptstadt durchaus eine besondere Rolle gespielt. „Mit unseren drei Hilfspaketen, die wir schnell und pragmatisch auf den Weg gebracht haben, nehmen wir eine Vorreiterrolle unter den Kommunen ein“, so Onay. Damit sprach er das Zehn-Millionen-Euro-Sofortprogramm für die lokale Wirtschaft, den Corona-Sozialfonds für soziale Notfälle sowie den hannoverschen Stabilitätspakt an.

Letzterer ist mit drei Millionen Euro hinterlegt. Er stützt unter anderem Sportvereine, Marktbeschicker, Veranstalter, die Außengastronomie sowie Kulturschaffende und Kultureinrichtungen. Die Nachfrage sei hoch, führte Onay aus. So sei das Hilfspaket für die Kultur deutlich überzeichnet. Das sei auch schon beim Zehn-Millionen-Programm für Wirtschaftsunternehmen so gewesen. Die Stadt habe das aber auch nicht anders erwartet.

Als Dienstleisterin einen schweren Stand

Als Dienstleister hat die Stadtverwaltung aufgrund der durch die Pandemie bedingten Auflagen einen schweren Stand. Das gilt vor allem für die Dienststellen, in denen es Publikumsverkehr gibt. Die Bürgerämter oder auch die KFZ-Zulassungsstelle funktionieren nur mit Terminvergaben. In den Räumen sind Abstands- und Hygieneregeln strikt einzuhalten. „Das ist eine Belastung – für die Bürger*innen und für die Mitarbeitenden“, sagte Onay.

Er warb um Verständnis und verdeutlichte, dass die Bürger*innen bei all ihren berechtigten Erwartungen an die Stadt auch berücksichtigen sollten, dass die städtischen Mitarbeitenden immer noch im Krisen-Modus seien. Der OB stellte fest, dass die städtischen Strukturen in der Ausnahmesituation funktionieren. Beispielhaft nannte er die Zulassungsstelle, die inzwischen mehr Anträge als vor der Pandemie bearbeitet, die Bauverwaltung, die im ersten Quartal 2020 mehr Baugenehmigungen als im Vorjahresvergleich auf den Weg gebracht hat, oder auch den städtischen Ordnungsdienst, der Tausende Kontrollen und Ansprachen vorgenommen hat.  Ein Problemfall, der öffentliche Kritik provoziert hatte, war die Elterngeldstelle. Hier habe man gezielt personell gegengesteuert, so Onay.

Bündel von Initiativen für Wirtschaft und Soziales

Mit einer Reihe von Maßnahmen und Initiativen – über die finanziellen Hilfspakete hinaus – flankierte die Stadt die Wirtschaft und soziale Einrichtungen. Beispielhaft nannte Onay Beratungsangebote für Unternehmen, den Runden Tisch Standortvermarktung oder die Initiative „Gemeinsam für Hannover“. Im sozialen Bereich hat die Stadt beispielsweise in der Akutphase der Pandemie für sechs Essensausgaben gesorgt. Sie hat eine Jugendherberge für die Unterbringung von Obdachlosen angemietet. Dieses Angebot wurde inzwischen auf zwei andere Standorte verlegt. In Alten- und Pflegeeinrichtungen richtete die Stadt Besuchszimmer ein.

Eine besondere Herausforderung für die Verwaltung war der Neustart der Schulen und der Kitas – insbesondere was die Bereitstellung von Hygienemitteln anging. An einigen Schulstandorten wurden mobile Waschtische und Sanitärcontainer aufgestellt. Viel Kreativität und Geduld waren notwendig gewesen. Die Schulen seien aber für das neue Schuljahr gewappnet, meinte Onay. Auch gehe es mit dem digitalen Unterricht voran. Allen Schulen Hannovers stünde jetzt die Online-Plattform schulen-hannover.de zur Verfügung. 90 Einrichtungen seien bereits angeschlossen. Nach den Sommerferien werde die Stadt die Schulen mit 7500 I-Pads ausstatten. Ein Programm des Bundes macht das möglich.

In den Kitas läuft der eingeschränkte Regelbetrieb mit einem Betreuungsangebot für alle Kinder. Die Lage für Eltern, Kinder und Betreuer*innen ist Onays Angaben zufolge „herausfordernd“. Es sei ein Balance-Akt, die Hygiene-Regeln einzuhalten. Viele städtische Einrichtungen arbeiten im Normalbetrieb nach dem offenen Konzept – das sei aber für den derzeit eingeschränkten Betrieb untersagt.  Es gebe immer wieder Einschränkungen – etwa dann, wenn Kinder oder Betreuer*innen getestet werden müssen. Zudem sei die Personallage angespannt.

Lastenausgleich gefordert

Die finanziellen Spielräume der Stadt sind in den kommenden Jahren deutlich reduziert. Das machte Onay mit Hinweis auf die Haushaltslage deutlich. Die Corona-Krise sorgt für einen starken Einbruch bei den Gewerbesteuern. Auch sind der Stadt Einnahmen entgangen. Das zu erwartende Defizit dürfte sich auf 300 bis 400 Millionen Euro belaufen. Es werde eine große Herausforderung für Verwaltung und Politik, den Haushalt 2021/2022 aufzustellen. Hannover werde vieles auf den Prüfstand stellen, jedoch „nicht gegen die Krise ansparen“. Es gelte, wichtige Investitionen vorzunehmen und die Handlungsfähigkeit der Stadt zu sichern. Onay begrüßte die Initiative des Bundes, den Kommunen unter die Arme zu greifen – mit einem Ausgleich für Gewerbesteuerausfälle, den Länder und Bund tragen, sowie Entlastungen bei den Sozialkosten.  „Zu gegebener Zeit werden wir bewerten müssen, ob dieser Lastenausgleich ausreicht“, meinte Onay.

Neben all den negativen Folgen hat die Corona-Krise auch Entwicklungen beschleunigt.  Onay nannte beispielhaft die Digitalisierung. Die Stadt werde sie konsequent vorantreiben.

Der Oberbürgermeister beschloss die Pressekonferenz mit einem positiven Ausblick: „Das Zusammenrücken der Stadtgesellschaft – so, wie wir es gerade erleben – sollte Mut machen. Die Corona-Krise rückt das Lokale und den Wert lokaler Strukturen wieder deutlich mehr in den Mittelpunkt. Das gibt uns den Rückhalt, um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen.“

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