THW auf der Interschutz: Moderne Technik für den Bevölkerungsschutz
Von Spezialfahrzeugen über Robotik bis zu neuen Ausbildungskonzepten präsentiert das THW auf der Interschutz 2026 seine Strategie für einen leistungsfähigen Bevölkerungsschutz.
HANNOVER (redu) – Das Fokuswort THW auf der Interschutz steht bei der Fachmesse Interschutz 2026 in Hannover im Mittelpunkt. Das Technische Hilfswerk präsentiert moderne Einsatztechnik, neue Ausbildungsmodelle, Sicherheitsforschung sowie Projekte zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes und der zivilen Verteidigung.
Die Präsentation zeigt, wie das THW seine Einsatzfähigkeit ausbaut und gleichzeitig auf neue Herausforderungen im Katastrophenschutz sowie in der zivilen Verteidigung reagiert.
Zivile Verteidigung und moderne Einsatztechnik
Das THW auf der Interschutz nutzt die Fachmesse, um aktuelle Entwicklungen in Technik, Ausbildung und Infrastruktur vorzustellen. In Halle 17 sowie auf einer weiteren Ausstellungsfläche erhalten Besucher Einblicke in die Arbeit der Bundesanstalt und deren Zukunftsstrategie für den Bevölkerungsschutz.
Ein Schwerpunkt des Messeauftritts liegt auf der Refokussierung der zivilen Verteidigung. Das THW betont dabei die Bedeutung einer umfassenden Einsatzbereitschaft für Krisen- und Katastrophenlagen. Vorgestellt wird unter anderem ein neuer Logistik-Unimog, der zu einer Serie von 66 Fahrzeugen gehört. Die Beschaffung erfolgte auch auf Grundlage der Erfahrungen aus dem Starkregenereignis „Bernd“ im Jahr 2021.
Zusätzlich informiert das THW über den Aufbau einer Zivilschutzreserve sowie über die Beschaffung spezieller Hochleistungstechnik für den Katastrophenschutz. Rund 88.000 ehrenamtliche Einsatzkräfte bilden dabei die Grundlage der Organisation.

Unimog mit Kranaufbau vom Technischen Hilfswerk © Bernd Günther
Ausbildung und Einsatzwert stärken
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Ausbildung der Einsatzkräfte. Das THW verfolgt das Ziel, seine Fähigkeiten im Bereich chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Gefahren weiter auszubauen.
Auf der Messe wird dazu die Mobile Atemschutzübungsstrecke vorgestellt. Die sogenannte MOBAS befindet sich in einem Sattelauflieger und ermöglicht realitätsnahe Belastungsübungen direkt in den Regionen. Die Anlage verfügt über moderne Trainingsbereiche mit Ergometern, Nebeltechnik und weiteren Übungselementen.
Finanziert wurde das Projekt durch eine gemeinsame Spende der Stiftung THW und Siemens Caring Hands e. V. mit einem Volumen von rund 1,1 Millionen Euro. Vorführungen finden während der Messe an mehreren Tagen statt.

Eine eine fahrbahre Regionalstelle des Technischen Hilfswerks (THW) © Bernd Günther
Forschung, Robotik und Nachwuchsarbeit
Unter dem Motto „Zukunft im Blick“ präsentiert das THW aktuelle Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Dazu gehört das Robotersystem ROMATRIS, das Lasten von bis zu 120 Kilogramm transportieren kann.
Ergänzt wird die Ausstellung durch den Erkundungsroboter SMURF, moderne VTOL-Drohnen und Systeme zur KI-gestützten Personenortung. Darüber hinaus informiert das THW über das Projekt RESCUE, das eine emissionsfreie Energieversorgung mittels Brennstoffzellentechnologie ermöglichen soll.
Neben den technischen Innovationen spielt auch die Nachwuchsarbeit eine wichtige Rolle. Die THW-Jugend beteiligt sich mit eigenen Programmpunkten und Diskussionsveranstaltungen am Messeauftritt.
Erfahrungen aus internationalen Einsätzen
Die internationale Zusammenarbeit bildet einen weiteren Schwerpunkt. Nach Angaben des THW stellt die Unterstützung der Ukraine den größten Logistikeinsatz in der Geschichte der Organisation dar. Auf dem Messestand berichten Fachleute und Gäste über ihre Erfahrungen aus den Hilfseinsätzen.
Darüber hinaus werden europäische Projekte zum Wissensaustausch und zur Stärkung des Katastrophenschutzes vorgestellt. Dazu zählt unter anderem das Projekt „Stride“. Auch die Kulturgutrettung nimmt einen Platz auf dem Stand ein. Die europäische Einheit CHRU demonstriert ihre Arbeit zum Schutz historischer Kulturgüter nach Katastrophenereignissen.
Ein historischer Unimog erinnert gleichzeitig an die Entwicklung des THW in den vergangenen Jahrzehnten.
Neue Liegenschaften für mehr Resilienz
Neben Technik und Ausbildung informiert das THW über eines der größten Bauprogramme seiner Geschichte. Bundesweit benötigt etwa ein Drittel der Ortsverbände neue Unterkünfte. Ein Rahmenvertrag ermöglicht zunächst die Errichtung von bis zu 60 Gebäuden.
Die neuen Standorte werden nach standardisierten Vorgaben gebaut und sollen durch Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Wärmepumpen auch bei längeren Stromausfällen funktionsfähig bleiben. Auf der Interschutz können Besucher ein Architekturmodell sowie ein Zeitraffervideo eines bereits realisierten Bauprojekts besichtigen.
Mit seinem Auftritt auf der Interschutz 2026 präsentiert sich das Technische Hilfswerk als moderne Einsatzorganisation des Bundes. Die Kombination aus neuer Technik, Forschung, Ausbildung, internationalem Erfahrungsaustausch und Infrastrukturprojekten verdeutlicht die strategische Ausrichtung auf einen leistungsfähigen und widerstandsfähigen Bevölkerungsschutz.








