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Tigermücke auf einer Gießkanne

Tigermücken in Hannover-Döhren: Brutstätte entdeckt

7. August 2026/in Hannover
Veröffentlicht: 07. August 2026, 13:29 Uhr

Region Hannover sucht nach weiteren Brutstätten und informiert Anwohner im Umfeld des Fundorts.

REGION HANNOVER (redu) – In Hannover-Döhren ist erstmals eine Tigermücken-Population in Niedersachsen nachgewiesen worden. Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt entdeckte die Brutstätte in einer Regentonne. Eine erhöhte gesundheitliche Gefahr besteht nach Angaben des NLGA derzeit nicht. In der Umgebung des Fundorts wurden Mückenfallen aufgestellt.

Das NLGA will mit Fallen prüfen, ob sich die Ansiedlung bereits ausgebreitet hat. Die Region Hannover informiert Anwohner und sucht mit ihnen nach weiteren möglichen Brutstätten.

Ausgangspunkt für den Nachweis der Tigermücken-Population war das Mückenmonitoring des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts. Dabei können Bürger verdächtige Mücken oder Fotos einsenden. Nach einem eindeutigen Foto besichtigte eine Mitarbeiterin des NLGA den Fundort in einem Wohngebiet in Hannover-Döhren.

In einer Regentonne stellte sie dort eine Population fest. Den Mücken reichen allerdings bereits deutlich kleinere Wasseransammlungen für die Eiablage und Fortpflanzung. Deshalb kann nach Angaben des NLGA nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Tiere in der Umgebung bereits ausgebreitet haben.

Aktuell keine erhöhte gesundheitliche Gefahr

„Durch die Tigermücke allein besteht noch keine erhöhte gesundheitliche Gefahr“, erklärt Dr. Sonja Wolken, Parasitologin am NLGA. Die derzeit in Deutschland vorkommenden Tigermücken seien nicht mit entsprechenden Erregern infiziert.

Reiserückkehrer können jedoch beispielsweise Chikungunya-, Dengue- oder Zikaviren in sich tragen. Mit einer größeren Zahl von Tigermücken steigt nach Angaben des NLGA die Wahrscheinlichkeit, dass solche Viren von infizierten Reiserückkehrern auf andere Menschen übertragen werden.

Wolken appelliert deshalb an die Bevölkerung, mögliche Brutplätze zu vermeiden. Eine langfristige Ausbreitung lasse sich aufgrund des Klimawandels voraussichtlich kaum aufhalten. Um die aktuelle Ansiedlung genauer zu erfassen, hat das NLGA in der Umgebung des Fundorts Mückenfallen aufgestellt.

Region Hannover sucht nach weiteren Brutstätten

Nach Angaben von Dr. Andrea Wünsch, Leiterin des Fachbereichs Gesundheitsmanagement der Region Hannover, haben unmittelbar Tür-zu-Tür-Begehungen im Umfeld des Fundorts begonnen. Dabei soll die Bevölkerung informiert und nach weiteren möglichen Brutstätten gesucht werden.

Gartenbesitzer sollen unnötige Wasseransammlungen etwa in Gießkannen, Eimern oder Pflanzenuntersetzern vermeiden. Auch kleinste Mengen Wasser können von den Mücken genutzt werden. Vogeltränken und andere geplante Wasserreservoirs sollen einmal pro Woche gereinigt werden.

Bei der Suche nach weiteren Brutstätten ist die Region nach eigenen Angaben auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen.

Schwarze Mücke mit gestreiften Beinen

Wie die invasive Art nach Hannover-Döhren gelangt ist, ist unbekannt. Als mögliche Wege nennt die Region den Waren- oder Personenverkehr. Auch in der Vergangenheit seien höchstwahrscheinlich vereinzelt Exemplare nach Niedersachsen gelangt.

Die Tigermücke ist schwarz und mit etwa 0,5 Zentimetern vergleichsweise klein. Ihre schwarz-weiß gestreiften Beine sind nur aus der Nähe und bei guten Lichtverhältnissen deutlich zu erkennen. Die Art ist tagaktiv und wird häufig mit der Ringelmücke verwechselt, die größer und bräunlich ist und deutlich erkennbare braun-weiß geringelte Beine besitzt.

Verdächtige Exemplare können zur Identifizierung an das NLGA geschickt werden. Nach Möglichkeit soll zunächst ein Foto per E-Mail an vektormonitoring@nlga.niedersachsen.de übermittelt werden.

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