Polizei zeichnet Menschen für Zivilcourage in Hannover aus
Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten würdigt entschlossenes Handeln in gefährlichen Situationen.
HANNOVER (redu) – Die Polizei Hannover hat am Freitag, 18. September 2026, Bürgerinnen und Bürger für Zivilcourage in Hannover ausgezeichnet. Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten würdigte Menschen, die Leben retteten, Straftaten verhinderten oder Einsatzkräfte in gefährlichen Situationen unterstützten.
Die ausgezeichneten Fälle reichen von Rettungsaktionen und Erster Hilfe über das Eingreifen bei Gewalttaten bis zur Unterstützung der Polizei.
Die Beispiele für Zivilcourage in Hannover stammen aus unterschiedlichen Situationen. Am 17. November 2025 retteten Dorota Zuzanna Kremzer und Evgenii Rubalskii eine im Mittellandkanal treibende Person. Mit einer Hundeleine zogen sie den Verunglückten an Land.
Am 3. Mai 2026 griffen Steffi Carola Walterstein und Michael Walterstein ein, als eine Dreiergruppe an der Stadtbahnhaltestelle Papenwinkel in Hannover-Vahrenheide auf einen Mann einschlug. Nachdem auch das Ehepaar niedergeschlagen worden war, kamen Steven Voß aus Duisburg und Jörg Katler aus Voerde hinzu. Durch ihr gemeinsames Auftreten flohen die 16 bis 18 Jahre alten Angreifer.
Verfolgung auf dem E-Scooter
Am 30. Juni 2026 nahm der 16-jährige Jesen Joke aus Hannover die Verfolgung eines Mannes auf, der aus dem Polizeigewahrsam an der Wunstorfer Straße in Hannover-Limmer geflüchtet war. Der Jugendliche folgte dem 26-Jährigen auf seinem E-Scooter. Nachrückende Polizeikräfte konnten den Flüchtigen daraufhin wieder festnehmen.
Eine 55-jährige Hannoveranerin erkannte am 2. September 2026 einen Betrugsversuch zum Nachteil einer 86-Jährigen und verständigte die Polizei. Einsatzkräfte nahmen den mutmaßlichen Abholer kurz darauf an der Hildesheimer Straße fest.
Neben den Teilnehmern des Festakts zeichnete die Polizei fünf weitere Ersthelferinnen und Ersthelfer aus, die nicht persönlich anwesend waren.
Hilfe bei Brand und medizinischem Notfall
Isa Flemming bemerkte am 5. April 2026 einen Wohnungsbrand in der Straße „Am Uhrturm“ in Hannover-Döhren. Die 62-Jährige löschte die durch einen Toaster verursachten Flammen, bevor die Feuerwehr die Löscharbeiten abschloss. Flemming und zwei Polizeieinsatzkräfte erlitten eine Rauchgasintoxikation und wurden in ein Krankenhaus gebracht. Nach Polizeiangaben verhinderte ihr Eingreifen einen Gebäudeschaden.
Marianne Graap beobachtete am Abend des 26. Juli 2025 in Barsinghausen einen Übergriff eines Mannes auf ein elfjähriges Mädchen. Die damals 65-Jährige rief die Polizei und gab Hinweise, die laut Polizei zur Festnahme des Mannes führten. Er befindet sich den Angaben zufolge in Untersuchungshaft.
Am 2. Januar 2026 reanimierte Ben Ole Staar auf der Verteilerebene der Stadtbahn eine Passantin, die zusammengebrochen war und keinen Puls mehr hatte. Der 27-Jährige alarmierte den Rettungsdienst und setzte die Reanimation bis zum Eintreffen der Notärzte fort. Die Frau wurde anschließend in ein Krankenhaus gebracht.
Bürger unterstützen Polizeikräfte
Viktor Schmidt aus Badenstedt und Mehmet Karakus aus Garbsen unterstützten am 2. Juni 2026 Polizeibeamte bei einer Verkehrskontrolle an der Berliner Allee in der hannoverschen Südstadt. Ein Mann hatte nach Angaben der Polizei versucht zu flüchten und die Beamten mit Schlägen und Bissen angegriffen. Die beiden Männer halfen den Einsatzkräften, ihn zu überwältigen.
Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten betonte bei der Auszeichnung zugleich, dass Zivilcourage nicht bedeute, die eigene Sicherheit aufs Spiel zu setzen. Sie verwies darauf, Situationen zunächst einzuschätzen, den Notruf 110 zu wählen, andere Menschen gezielt um Hilfe zu bitten und Vorgänge aus sicherer Entfernung zu beobachten.
„Zivilcourage ist keine Frage des Alters oder des Berufs, sondern eine Frage der Menschlichkeit. Durch ihr schnelles und beherztes Handeln wurden Leben gerettet und Straftaten verhindert. Dafür gebührt ihnen der tiefste Dank und die höchste Anerkennung“, sagte von der Osten.










