Mobiles Betreuungsmodul 5000 stärkt den deutschen Zivilschutz
Das Deutsche Rote Kreuz entwickelt gemeinsam mit weiteren Hilfsorganisationen eine mobile Infrastruktur für große Betreuungslagen.
HANNOVER / BERLIN (redu) – Das Mobiles Betreuungsmodul 5000 des Deutschen Roten Kreuzes soll im Krisenfall innerhalb kurzer Zeit eine weitgehend autarke Unterkunfts- und Betreuungseinrichtung für bis zu 5.000 Menschen bereitstellen. Das Pilotprojekt gilt als wichtiger Baustein der künftigen Betreuungsreserve des Bundes.
Das Konzept reagiert auf neue Anforderungen im Bevölkerungsschutz und soll die Versorgung großer Personengruppen auch bei zerstörter oder fehlender Infrastruktur ermöglichen.
Das Mobiles Betreuungsmodul 5000 wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelt. Beteiligt sind neben dem Deutschen Roten Kreuz auch Arbeiter-Samariter-Bund, DLRG, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst. Ziel ist die Schaffung einer leistungsfähigen Betreuungsreserve für außergewöhnliche Krisenlagen.
Betreuung für 5.000 Menschen
Grundlage des Projekts sind sicherheitspolitische Planungen des Bundes. Die Konzeption Zivile Verteidigung und das Weißbuch der Bundeswehr gehen davon aus, dass Deutschland künftig auf großräumige Fluchtbewegungen, Evakuierungen und andere außergewöhnliche Schadenslagen vorbereitet sein muss. Betreuung und Unterbringung gelten dabei als zentrale Schlüsselressourcen.
Das System ist modular aufgebaut. Ein vollständiges Modul kann in vier sogenannte Dörfer gegliedert werden. Jedes Dorf ist für etwa 1.250 Menschen ausgelegt und umfasst die Bereiche Unterkunft, Versorgung, Medizin und Pflege, Wasser- und Sanitärversorgung sowie soziale Betreuung. Ergänzt werden diese Strukturen durch Logistik, Management, IT-Kommunikation, Energieversorgung sowie Sicherheitskomponenten.
Enorme Logistik im Hintergrund
Die Zahlen hinter dem Projekt verdeutlichen die Dimension des Vorhabens. Für die Vorhaltung eines Moduls werden 224 Spezialcontainer, rund 5.000 Paletten und Transportboxen sowie Material im Umfang von etwa 140 Lastwagenladungen benötigt. Hinzu kommen 10.000 Quadratmeter Lagerfläche, 60 Spezialfahrzeuge, 300 Unterkunftszelte und 40 Zelte für die Gesundheitsversorgung.
Im Einsatz benötigt das Modul rund 200.000 Quadratmeter Fläche. Täglich werden je nach Jahreszeit zwischen 26.000 und 50.000 Liter Diesel für Stromversorgung und Beheizung benötigt. Gleichzeitig müssen etwa 800.000 Liter Trink- und Abwasser bewegt werden.
Die Planungen orientieren sich an realistischen Bevölkerungsstrukturen. Von 5.000 betreuten Personen entfallen rund 3.152 auf Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren, 1.029 auf Menschen über 65 Jahre sowie mehrere hundert Kinder und Jugendliche.

Teil des Mobilen Betreuungsmoduls 5000 werden heute schon eingesetzt © BBK
Medizinische Versorgung vor Ort
Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Gesundheitsversorgung. Geplant sind mobile Arztpraxen für Allgemeinmedizin und Gynäkologie, spezielle Infektionskrankentransportwagen sowie Pflegestationen.
Bereits während der Entwicklungsphase kamen Komponenten des Projekts in realen Einsatzlagen zum Einsatz. Material und Infrastruktur wurden unter anderem nach der Flutkatastrophe im Ahrtal sowie bei der Unterbringung von Geflüchteten am ehemaligen Flughafen Berlin-Tegel genutzt.
Mit dem Mobilen Betreuungsmodul 5000 entsteht damit eine Infrastruktur, die im Krisenfall die schnelle Versorgung, Unterbringung und medizinische Betreuung tausender Menschen ermöglichen soll.





