Neue Klima-Kiste sorgt bis September für Abkühlung in Hannovers Altstadt
Begehbare Installation auf dem Platz „Am Markte“ bietet Schatten, Pflanzen und Vernebelung.
HANNOVER – Die Klima-Kiste in Hannover bietet ab sofort einen bepflanzten Rückzugsort in der Altstadt. Die begehbare Installation auf dem Platz „Am Markte“ wurde am Dienstag eröffnet und soll bis zum 20. September an heißen Tagen für Abkühlung und Erholung sorgen.
Mit dem Projekt setzt die Landeshauptstadt Hannover auf praktische Maßnahmen zur Klimaanpassung. Die Klima-Kiste verbindet Aufenthaltsqualität mit Informationen über die Folgen des Klimawandels und Möglichkeiten zum eigenen Handeln.
Kühlere Temperaturen mitten in der Altstadt
Die fünf mal sieben Meter große begehbare Holzkonstruktion steht zwischen Altem Rathaus und Marktkirche auf dem Platz „Am Markte“. Sie ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet.
Üppige Bepflanzung, Sonnensegel und eine Verneblungsanlage schaffen im Inneren Temperaturen, die nach Angaben der Stadt bis zu zehn Grad unter der Umgebungstemperatur liegen können. Sitzbänke laden Besucherinnen und Besucher zum Verweilen ein.
Informationen zum Klimawandel
Drei Infostelen ergänzen das Angebot. Sie informieren über Hitze, Wasser, Starkregen und Grün sowie über die Auswirkungen des Klimawandels und Möglichkeiten zur Klimaanpassung.
Darüber hinaus erhalten Besucherinnen und Besucher praktische Anregungen für den Alltag und können an einer Online-Befragung zu heißen und kühlen Orten in Hannover teilnehmen.
Bei der Eröffnung verwies Oberbürgermeister Belit Onay auf die jüngsten Wetterereignisse.
„Die Hitzewelle Ende Juni und das Starkregenereignis am 13. Juli haben uns eindrücklich die Folgen des Klimawandels aufgezeigt. Wir müssen daher unvermindert unsere Anstrengungen beim Klimaschutz fortsetzen und gleichzeitig Hannover zu einer klimawandelangepassten Stadt entwickeln“, sagte Onay.
Technik steuert Bewässerung und Vernebelung
Finanziert wird das Projekt über das KfW-Förderprogramm „Modellprojekte Smart Cities“ im Rahmen des Projekts „Restart:#HANnovativ“.
Die Pflanzen werden mithilfe von Bodenfeuchtesensoren automatisch und bedarfsgerecht bewässert. Die Verneblungsanlage schaltet sich automatisch ein, sobald Sensoren des Stadtklimamessnetzes eine gefühlte Temperatur von mehr als 25 Grad erfassen. Die Bepflanzung übernimmt der Ausbildungsbetrieb des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün, die Pflanzen stammen überwiegend aus der Stadtgärtnerei.
Einsatz auch in den kommenden Jahren geplant
Am 20. September wird die Klima-Kiste abgebaut und eingelagert. Die Pflanzkisten überwintern in der Stadtgärtnerei.
Nach Angaben der Landeshauptstadt soll die Klima-Kiste künftig jedes Jahr von Mitte Juni bis Ende September an einem heißen Standort in der Innenstadt aufgebaut werden. Entwickelt wurde das Konzept vor drei Jahren von der Hameln Marketing und Tourismus GmbH und wird inzwischen auch in Geisenheim, Wiesbaden, Cottbus sowie Dudelange in Luxemburg eingesetzt.


© Bernd Günther






