Hannovers Stadtgrün im Sommer bislang robust
Rund 5.000 Bäume werden derzeit bewässert – 400 Bodenfeuchtesensoren unterstützen die bedarfsgerechte Versorgung.
HANNOVER (redu) – Hannovers Stadtgrün im Sommer kommt bislang vergleichsweise gut mit Hitze und Trockenheit zurecht. Die Bewässerung der Stadtbäume läuft nach Angaben der Stadt planmäßig. Rund 5.000 überwiegend jüngere Bäume werden derzeit versorgt, unterstützt durch digitale Technik und Bodenfeuchtesensoren.
Eine außergewöhnliche Belastung der Stadtbäume stellt der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün derzeit nicht fest. Auch die Intensität der Bewässerung musste bislang nicht erhöht werden.
Das Stadtgrün im Sommer umfasst allein rund 50.000 Straßenbäume und etwa 200.000 weitere Bäume in Parks und Grünanlagen. Bewässert werden aktuell rund 5.000 Bäume. Dabei handelt es sich in der Regel um jüngere Exemplare, die sich an ihren Standorten noch etablieren müssen. Ältere Bäume erhalten nur im Einzelfall und bei dringendem Bedarf zusätzlich Wasser.
Junge Bäume erhalten fünf Jahre lang Wasser
Neu gepflanzte Straßenbäume versorgt die Stadt insgesamt fünf Jahre lang. In den ersten zwei bis drei Jahren bekommen sie in der Regel wöchentlich rund 200 Liter Wasser. Ab dem dritten Standjahr wird auf einen zweiwöchentlichen Rhythmus umgestellt. Die Bäume sollen dadurch zunehmend selbstständig mit den vorhandenen Wasserressourcen auskommen.
Die Bewässerungssaison begann in diesem Jahr im Mai und läuft bis in den Spätherbst. Die Stadt versorgt die Bäume, solange sie Laub tragen. In trockeneren Jahren begann die Bewässerung bereits im April.
Für die Arbeiten stehen neun Bewässerungsfahrzeuge mit Gießarmen zur Verfügung. In besonders trockenen Jahren kann der Bedarf deutlich steigen. 2022 wurden beispielsweise mehrere Hundert ältere Straßenbäume zusätzlich bewässert. Eine vergleichbare Situation zeichnet sich in diesem Sommer bislang nicht ab.
Eine Ausnahme sind die Linden an der Georgstraße. Sie leiden erkennbar unter Trockenstress und werfen Laub ab. Nach Angaben der Stadt ist der Standort für Straßenbäume besonders schwierig.
400 Sensoren messen die Bodenfeuchtigkeit
Digitale Steuerung, Bodenfeuchtesensoren und digitales Aufgabenmanagement sollen die Wasserversorgung gezielt am tatsächlichen Bedarf ausrichten. Derzeit sind in Hannover 400 Bodenfeuchtesensoren installiert. An ausgewählten Bäumen messen jeweils vier Sensoren die Feuchtigkeit an der Oberfläche sowie in 30, 60 und 90 Zentimetern Tiefe direkt an den Wurzelballen.
Die Erfahrungen mit dem System sind nach Angaben des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün insgesamt sehr positiv. Die Technik erleichtere eine bedarfsgerechte Bewässerung und helfe, den steigenden Anforderungen durch den Klimawandel zu begegnen.
Neben Straßenbäumen werden vor allem öffentliche Pflanzkübel im Innenstadtbereich sowie einzelne Beete bewässert. Insgesamt setzt die Stadt dafür etwa 11.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr ein. Im Vergleich zum Vorjahr wird aktuell allerdings nicht mehr Wasser ausgebracht.
Die von der Stadtverwaltung gepflegten Grünflächen umfassen knapp 1.200 Hektar. Dazu zählen rund 400 Hektar öffentliche Grünflächen, rund 210 Hektar Parkanlagen, 115 Hektar Spiel- und Freizeitflächen, knapp 240 Hektar Verkehrsgrün, rund 180 Hektar Freiflächen an öffentlichen Liegenschaften sowie knapp 50 Hektar sonstige Flächen. Eine flächendeckende Bewässerung findet nicht statt.
Mit Blick auf die kommenden Jahre erwartet die Stadt steigende Anforderungen an Pflege und Bewässerung. Höhere Temperaturen, der städtische Hitzeinsel-Effekt sowie häufigere und länger anhaltende Trockenperioden dürften nach Einschätzung der Fachleute den Aufwand erhöhen und voraussichtlich auch Teile des Altbaumbestands betreffen.
Bei neuen Baumarten orientiert sich die Stadt unter anderem an Empfehlungen der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz und deren Katalog „Zukunftsbäume für die Stadt“. Grundsätzlich werden heimische Baumarten bevorzugt. An schwierigen Straßenstandorten können auch nicht heimische, klimaresiliente Arten eingesetzt werden. Als Beispiel nennt die Stadt die Zerreichen an der Schmiedestraße.
„Für die Stadt bedeutet der Klimawandel bereits heute einen höheren Kontroll- und Pflegeaufwand. Gleichzeitig bleibt die Verkehrssicherheit ein zentraler Aspekt bei der Pflege des Baumbestands“, erklärt die städtische Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel. „Deshalb wird eine Kombination aus geeigneter Baumartenwahl, bedarfsgerechter Bewässerung und moderner Technik eine wichtige Rolle für die Widerstandsfähigkeit des hannoverschen Stadtgrüns spielen.“









