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Aktuelle Nachrichten aus der Landeshauptstadt Hannover – lokale Meldungen, Polizei, Politik und Stadtgeschehen.

Symbolbild Feuerwehr

Fahrer stirbt bei LKW-Unfall auf der Autobahn 2

30. Juni 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Bundesautobahn 2 verstarb der Fahrer eines LKW noch an der Unfallstelle. Die Fahrer von zwei weiteren am Unfall beteiligten Lastwagen blieben unverletzt. Für die aufwendigen Bergungsarbeiten der Feuerwehr musste die Autobahn in Richtung Berlin für mehrere Stunden vollständig für den Verkehr gesperrt werden.

Die Fahrer von zwei Lastwagen (LKW) hatten auf der Fahrt vom Autobahnkreuz Hannover-Buchholz in Richtung Berlin kurz vor dem Autobahnkreuz Hannover-Ost an einem Stauende angehalten. Der Fahrer eines mit einer Planierraupe und einem Baustellenanhänger beladenen LKW hatte die Situation nicht erkannt und war nahezu ungebremst in das Heck eines Kühl-Sattelzuges geprallt. Hierbei wurde das Fahrerhaus vollständig in den Kühlauflieger gepresst und vom Fahrgestell abgetrennt. Zudem kippten die beiden auf der Ladefläche transportierten Fahrzeuge seitlich vom Auflieger. Die beiden ineinander verkeilten Unfallfahrzeuge prallten dann auch noch gegen einen weiteren LKW und blieben quer über drei Fahrbahnen stehen.

Die um 19:10 Uhr alarmierten Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchten den in seiner abgerissenen Fahrerkabine eingeklemmten sowie nicht sichtbaren LKW-Fahrer zu erreichen und mussten hierfür zunächst einige Blechteile mit hydraulischen Rettungsgeräten abtrennen. Der Arzt des an der Unfallstelle gelandeten Rettungshubschraubers konnte anschließend nur noch den Tod des Mannes feststellen. Die beiden anderen LKW-Fahrer blieben unverletzt.

Um den schwer eingeklemmten und tödlich verletzten Mann zu bergen, schnitten Feuerwehrleute eine Seitenwand des Kühlaufliegers sowie auch die Rückwand der abgerissenen Fahrerkabine mit Hilfe von speziellen Schneidgeräten auf. Parallel sicherten andere Einsatzkräfte den schräg auf der Ladefläche stehenden Baustellenanhänger sowie die etwa 19 Tonnen schwere Planierraupe mit Stützen, mechanischen Zugeinrichtungen sowie mit einem Feuerwehrkran gegen Verrutschen. Mit Bindemittel verhinderten sie die
Ausbreitung von großen Mengen ausgelaufenem Motoröls und Dieselkraftstoffs in den Grünstreifen neben der Fahrbahn.

Erst nach mehr als zweieinhalb Stunden und dem Einsatz verschiedener hydraulischer Rettungsgeräte gelang es den toten Fahrer aus dem völlig verformten und verkeilten Fahrerhauses zu bergen. Anschließend hob der Feuerwehrkran die in Schräglage stehende Planierraupe sowie den Baustellenanhänger von der Ladefläche des Unfall- LKW und stellte beide sicher auf der Fahrbahn ab. Hierfür musste die mittlerweile dunkle Einsatzstelle von der Feuerwehr hell ausgeleuchtet werden.

Zwei PKW-Insassen waren Augenzeugen des schweren Unfalls und benötigten während des Feuerwehreinsatzes Beistand von einer Notfallseelsorgerin.

Über das Alter der am Unfall beteiligten LKW-Fahrer sowie die Schadenhöhe liegen der Feuerwehr keine Angaben vor.

Die Feuerwehr Hannover und der Rettungsdienst waren mit 16 Fahrzeugen und 54 Einsatzkräften bis etwa 23:45 Uhr im Einsatz.

Hoher Sachschaden nach Garagenbrand am Weidendamm – Brand Weidendamm mf© Matthias Falk

Hoher Sachschaden nach Garagenbrand am Weidendamm

26. Juni 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). Die Feuerwehr Hannover musste am Samstagnachmittag zu. einem Garagenbrand am Weidendamm ausrücken. Ein in der Garage stehender PKW und die Einrichtung brannten aus. Die Einsatzkräfte konnten mehrere Gasflaschen bergen und sichern. Menschen wurden nicht verletzt.

Aus bisher noch ungeklärter Ursache war gegen 15:30 Uhr die Hinterhofgarage und ein darin parkender PKW in Brand geraten. Rauch und Flammen dehnten sich schnell aus und drohten sich auf weitere Wohn– und Geschäftsbereiche des Gebäudes auszubreiten. Anwohner bemerkten dies und riefen die Feuerwehr.

Die Löschkräfte der nur etwa 100 Meter entfernten Feuer– und Rettungswache 1 konnten somit bereits kurz nach ihrer Alarmierung mit einem Löschangriff beginnen. Hierzu nahmen sie zwei C–Rohre vor und drangen in den Brandbereich vor. Im weiteren Verlauf konnten sie mehrere Druckgasflaschen aus dem Feuer bergen, vor dem Gebäude kühlen und somit ein Zerbersten verhindern. Unterstützung bekamen sie dabei von weiteren Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr. Die Maßnahmen zeigten schnell Wirkung, so dass der Brand bereits gegen 16:10 Uhr unter Kontrolle war. Die Aufräum– und Sicherungsarbeiten zogen sich zunächst bis 17:30 Uhr hin. Im Zuge von Kontroll– und Nachlöscharbeiten waren gegen 19:00 und gegen 22:00 Uhr nochmals Feuerwehrkräfte an der Brandstelle vor Ort. Sie beseitigten dort ein wieder aufgeflammtes Glutnest.

Für die Dauer des Löscheinsatzes musste der Weidendamm voll gesperrt werden. Zur Brandursache hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Der Sachschaden beträgt nach erster Schätzung ca. 100.000 €. Feuerwehr und Rettungsdienst der Landeshauptstadt Hannover waren mit 19 Fahrzeugen und 50 Einsatzkräften vor Ort.

Aussteller und Besucher begeistert von der INTERSCHUTZ 2022 – Interschutz von oben© Carl-Marcus Müller

Aussteller und Besucher begeistert von der INTERSCHUTZ 2022

26. Juni 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). „Vor dem Hintergrund zunehmender Bedrohungsszenarien war es nach sieben Jahren höchste Zeit für eine INTERSCHUTZ im Präsenzformat“, sagte Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG. „Auf der Messe ging es darum, sich zu vernetzen, Ideen zu entwickeln, Lösungen zu diskutieren und das internationale Netzwerk weiter auszubauen. Damit ist die INTERSCHUTZ mehr als eine reine Produktschau, sondern Gestalterin einer nachhaltigen Sicherheitsarchitektur auf nationaler und globaler Ebene.“

85 000 Besucher aus 61 Ländern informierten sich auf der INTERSCHUTZ über die Zukunftsthemen der Branche. Neben Deutschland zählten Österreich, die Schweiz, Niederlande, Belgien und Frankreich zu den stärksten Besuchernationen.

Das INTERSCHUTZ-Team hatte angekündigt, einen Euro pro Besucher an die vom Deutschen Feuerwehrverband (DFV) organisierte „Feuerwehrhilfe Ukraine“ zu spenden. „Um die Sache rund zu machen, erhöhen wir den Betrag auf 100 000 Euro“, erklärte Köckler bei der Übergabe des Spendenschecks.

Mehr als 1 300 Aussteller aus über 50 Ländern lobten neben der hohen Internationalität besonders die Qualität des Fachpublikums auf der Messe.

Aussteller und Besucher begeistert von der INTERSCHUTZ 2022 – BGPress 3996

Dirk Aschenbrenner (Präsident Vereinigung für den Deutschen Brandschutz – vfdb) © Bernd Günther / BG-PRESS.de

Auch die Partner der INTERSCHUTZ zeigten sich hoch zufrieden. Dirk Aschenbrenner, Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) brachte es auf den Punkt: „Auf der INTERSCHUTZ 2022 hat sich genau das bewahrheitet, was wir sehen und erleben wollten. Es war großartig, dass die Community hier wieder zusammengekommen ist. Es gab eine hervorragende Produktschau und ein unheimlich großes Netzwerk. Außerdem hatten wir viele Diskussionen über aktuelle Problemsituationen und zukunftsweisende Ideen, die hier kreiert worden sind. Die Weltleitmesse hält, was sie verspricht.“

Aussteller und Besucher begeistert von der INTERSCHUTZ 2022 – Interschutzankündigung 2022

Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), Karl-Heinz Banse, mit dem Interschutz Maskottchen Timmy © Bernd Günther / BG-PRESS.de

DFV-Präsident Karl-Heinz Banse kam zu einem ähnlichen Urteil: „Das war eine der besten INTERSCHUTZ-Messen, die ich je erlebt habe. Die gezeigten Entwicklungen, Ideen und Konzepte sind fantastisch und helfen uns dabei, einen technischen und aktiven ,Refresh‘ zum Wohl der Leistungsfähigkeit der Feuerwehren zu erreichen. Sehr viele Entscheider aus der ganzen Welt waren präsent. Wir konnten unsere Netzwerke stark erweitern und das einzigartige System der Feuerwehren in Deutschland vorstellen. Die Deutsche Messe AG war ein hervorragender Gastgeber.“

Parallel zur INTERSCHUTZ 2022 fand der 29. Deutsche Feuerwehrtag des DFV statt und transportierte das Thema Feuerwehr mit vielen Aktionen von der Messe in die Innenstadt. Hannovers Feuerwehrchef Dieter Rohrberg erklärte: „Wir sind begeistert von dem großen Zuspruch sowohl bei den Aktionen in der City als auch auf der INTERSCHUTZ selbst. Faszinierend war auf der INTERSCHUTZ zudem zu sehen, welche technischen Entwicklungen seit 2015 stattgefunden haben. Wir sind stolz, dass die Landeshauptstadt Hannover erneut Gastgeber des Deutschen Feuerwehrtages sowie der INTERSCHUTZ sein durfte und damit eine Woche lang die ‚Blaulichthauptstadt‘ war. Wir freuen uns sehr auf die nächste INTERSCHUTZ hier in Hannover und können es bis 2026 kaum erwarten.“

Dr. Tobias Ehrhard, Geschäftsführer des VDMA Feuerwehrtechnik fügte abschließend hinzu: „Die INTERSCHUTZ 2022 war ein eindrucksvolles Live-Erlebnis, ein Innovationsforum, wie wir Feuerwehrtechniker es schätzen und lieben. Tolle Begegnungen, faszinierende Technologien, verbunden mit spannenden Konzepten für eine ebenso vernetzte wie nachhaltige Brandbekämpfung von morgen, haben uns gezeigt: Die INTERSCHUTZ lohnt sich. Auf bald in Hannover!“

Kernthemen der Messe: Digitalisierung, Bevölkerungsschutz und Nachhaltigkeit

Zu den Kernthemen der INTERSCHUTZ 2022 zählte die zunehmende Bedeutung von Digitalisierung und Robotik in der Gefahrenabwehr. Drohnen, Rettungs- und Löschroboter waren daher ebenso Teil der Messe, wie Systeme zur Echtzeitübertragung und -auswertung von Bild-, Video- und Einsatzdaten. „An digitalen Lösungen kommen Feuerwehren, Rettungsdienste und Hilfsorganisationen heute nicht mehr vorbei. Sie machen den Einsatz schneller, effizienter und vor allem sicherer“, betonte Köckler.

Aussteller und Besucher begeistert von der INTERSCHUTZ 2022 – BGPress 3968

Dr. Jochen Köckler (Vorsitzende des Vorstandes Deutsche Messe AG) © Bernd Günther / BG-PRESS.de

Angesichts der verheerenden Waldbrände in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern wurden auf der Messe Strategien zur Waldbrandbekämpfung diskutiert und entsprechende Löschfahrzeuge gezeigt. Experten erwarten, dass die weltweiten Klimaveränderungen in den kommenden Jahren auch in Mitteleuropa zunehmend zu Verhältnissen wie in südlicheren Ländern führen. Naturkatastrophen kennen keine Grenzen. Gerade deshalb komme es jetzt darauf an, sich länderübergreifend zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und neue Konzepte für den Bevölkerungsschutz insgesamt zu entwickeln.

Aussteller und Besucher begeistert von der INTERSCHUTZ 2022 – Electric Panther cmm

Der Electric Panther der Firma Rosenbauer auf der Interschutz 2022 © Carl-Marcus Müller

Nachhaltigkeit war das dritte Schwerpunktthema der INTERSCHUTZ. Dabei zeichnete sich ab, dass elektrisch betriebene Fahrzeuge in Zukunft eine größere Rolle bei den Feuerwehren und Rettungsdiensten spielen könnten. Rosenbauer präsentierte als Weltpremiere den Electric Panther – das erste elektrisch betriebene Flugfeldlöschfahrzeug der Welt.

Dr. Dieter Siegel, CEO Rosenbauer International AG , sagte: „Das Feedback der Besucher hat klar bestätigt, wie inspirierend ein persönlicher Austausch zwischen Kunde, Partner und Hersteller ist. Denn kreative Lösungsansätze, um die zukünftigen Herausforderungen im Feuerwehrwesen zu meistern, entstehen oft erst im direkten Gespräch. Als Wegbegleiter der Feuerwehren war es uns auch ein besonders Anliegen, die dafür zukünftig benötigten Produkte erlebbar und begreifbar zu präsentieren. Dies konnten wir durch die Teilnahme an der INTERSCHUTZ in unserer ‚Rosenbauer City‘ perfekt umsetzen und so wertvolle Impulse für die eigene Arbeit gewinnen.“

Nächster INTERSCHUTZ-Termin und neues Zwischenformat schon 2023

Die nächste INTERSCHUTZ findet vom 1. bis 6. Juni 2026 in Hannover statt. Um die Zeit bis dahin nicht zu lang werden zu lassen, plant die Deutsche Messe AG verschiedene INTERSCHUTZ-Zwischenformate. So soll in einem ersten Schritt bereits im kommenden Jahr eine neue Veranstaltung powered by INTERSCHUTZ an den Start gehen. „Einsatzort Zukunft“ heißt das neue Format, das vom 14. bis 17. Mai 2023 parallel zur vfdb-Fachtagung in Münster ausgerichtet wird.

"Wir müssen unsere Einsatzkräfte besser schützen!" – Telefon 112

„Wir müssen unsere Einsatzkräfte besser schützen!“

24. Juni 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei werden leider täglich Opfer von Beleidigungen, Beschimpfungen bis zu tätlichen Angriffen mit teils schweren gesundheitlichen Folgen. In einer gemeinsamen Resolution, welche heute (24.06.2022) im Rahmen des 29. Deutschen Feuerwehrtages und der Messe INTERSCHUTZ in Hannover unterzeichnet wurde, rufen Boris Pistorius, Minister für Inneres und Sport des Landes Niedersachsen, Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), und Belit Onay, Oberbürgermeister der Stadt Hannover, dazu auf, diesen Zustand zu beenden.

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagt: „Wir stellen auch angesichts der Berichte von Feuerwehrangehörigen, Polizistinnen und Polizisten und anderen Einsatzkräften immer mehr fest, wie oft sie sich Anfeindungen, Angriffen und Beschimpfungen ausgesetzt sehen. Es ist kaum zu fassen, dass gerade diejenigen, die sich im Beruf oder ehrenamtlich für den Schutz anderer einsetzen, so etwas ertragen müssen. Ich möchte hier auch die Mandats- und Amtstragenden oder die Mitarbeitenden der öffentlichen Verwaltung nicht ausnehmen, die immer häufiger von dieser Verrohung betroffen sind. Wenn es nicht gelingt, hier einen echten Kulturwandel herbeizuführen, wird das Ehrenamt von unten sterben. Das dürfen wir nicht zulassen. Wir müssen dieses Thema immer wieder öffentlich machen, denn wir brauchen in diesen Fällen eine klare Haltung aller Bürgerinnen und Bürger. Es muss klar sein, dass derartiges Verhalten auch entsprechende strafrechtliche Folgen hat! Darum ist es wichtig, dass wir heute, gerade im Rahmen der Weltleitmesse INTERSCHUTZ 2022 mit unserer Resolution dieses Signal an diejenigen senden, die wir schützen müssen: die Einsatzkräfte, Ehrenamtlichen oder auch die Amts- und Mandatstragenden. Wir als pluralistische und demokratische Gesellschaft nehmen Gewalt an all diesen Personen nicht hin.“

"Wir müssen unsere Einsatzkräfte besser schützen!" – Karl Heinz Banse bgpress

Präsident des Deutschen Feuerwehr Verbandes (DFV) Karl-Heinz Banse © Bernd Günther / BG-PRESS.de

DFV-Präsident Karl-Heinz Banse stellt klar: „Für die Feuerwehren ist die Lage dringend: Unsere Einsatzkräfte werden immer wieder in ihrer Arbeit behindert oder sogar bedroht. Damit dieser unerträgliche Zustand endet, brauchen wir die Unterstützung von Politik und Bürgerschaft! Ich fordere, dass die vorhandenen Strafmittel auch ausgeschöpft werden. Wir müssen es der Gesellschaft wert sein, dass sie ihre Einsatzkräfte schützt: ‚Sicherheit.Leben‘ ist nicht nur das Motto des 29. Deutschen Feuerwehrtages: Die Feuerwehr muss auch weiterhin ein Ort sein, in dem sich bereits Kinder und Jugendliche gefahrlos engagieren können.“

„Angehörige von Rettungsdiensten, Polizei und Feuerwehr gehören zum Rückgrat unserer Gesellschaft – ohne sie wäre unser alltägliches Leben, so wie wir es führen, gar nicht denkbar. Es macht fassungslos, dass die Mitarbeitenden dieser Dienste immer häufiger Ziel von Gewalt und Anfeindungen werden. Wir können und dürfen das nicht zulassen, dieser Fehlentwicklung muss mit aller Kraft entgegengearbeitet werden. Wenn elementare Regeln des Zusammenlebens verletzt werden und die, die eigentlich helfen, bedroht werden, sind wir alle gefordert. Wer rettet und schützt hat auch Anspruch auf unseren Schutz! Wir können dieses Thema nicht verharmlosen und vor allem nicht verschweigen: Wir müssen es in den Mittelpunkt rücken und wir brauchen die Unterstützung der Bevölkerung: Gewalt gegen Einsatzkräfte muss ein Tabu sein, Verstöße müssen sehr konsequent geahndet werden“, so der Oberbürgermeister der Stadt Hannover, Belit Onay.

„Unsere Heroes brauchen keinen Umhang“ – Nachwuchskampagne Feuerwehr

„Unsere Heroes brauchen keinen Umhang“

23. Juni 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). Am heutigen Nachmittag hat der Erste Stadtrat und Feuerwehrdezernent Dr. Axel von der Ohe mit der Freiwilligen Feuerwehr eine weitere Nachwuchskampagne für die Kinder- und Jugendfeuerwehren in Hannover gestartet.

Am Messestand der Feuerwehr Hannover, in der Halle 12, wurde heute Nachmittag der Startschuss für das Rollout einer weiteren Nachwuchskampagne für die Kinder- und Jugendfeuerwehren in Hannover gegeben. Herr Dr. Axel von der Ohe hatte dafür die Schirmherrschaft übernommen.

„Die INTERSCHUTZ bringt für mich viele wichtige Termine mit sich. Am meisten habe ich mich jedoch auf diesen Termin heute gefreut.“, sagte Herr Dr. von der Ohe zur Eröffnung der Nachwuchskampagne.

Die Feuerwehren in Deutschland sind die tragende Säule der Gefahrenabwehr – und das nicht nur örtlich, sondern bei Großschaden- oder Katastrophenlagen auch überörtlich.

Nachwuchsgewinnung und -festigung der Mitgliedschaft in einer Feuerwehr sind elementar, um das weltweit in dieser Struktur und schnellen Verfügbarkeit einmalige flächendeckende System der Feuerwehren in Deutschland zu gewährleisten und zu stärken.

Der Nachwuchs in den Einsatzabteilungen der Hannoverschen Ortsfeuerwehren kommt zu einem ganz erheblichen Teil aus den Jugend- und Kinderfeuerwehren. Die CoronaPandemie hat jedoch bei der Nachwuchsgewinnung für die Jugend- und Kinderfeuerwehren eine Delle verursacht. Mit der nun gestarteten Nachwuchskampagne sollen deshalb wieder mehr Kinder und Jugendliche auf das überaus spannende und vielfältige Hobby „Kinder- und Jugendfeuerwehr“ aufmerksam gemacht, interessiert und zum Eintritt animiert werden.

Stellvertretend für die Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehren präsentierten Dario 03.07.2006 und Lukas zusammen mit Herrn Dr. Axel von der Ohe das erste von vier prägenden Motiven für die Nachwuchskampagne. Die weiteren wurden vom Stadtbrandmeister Michael Wilke, seinem Stellvertreter Michael Psarrianos, dem Direktor der Feuerwehr Dieter Rohrberg sowie dem Stadtkinderfeuerwehrwart Sascha de Buhr entrollt.

Die gezeigten Motive werden auf vielfältige Art im Rathaus, in den Bürgerämtern, den Schulen sowie auf Plakaten in der gesamten Stadt zu sehen sein. Daneben präsentiert sich die Nachwuchskampagne auch auf den Internetseiten www.feuerwehr-hannover.de, www.jugendfeuerwehr-hannover-stadt.de sowie unter #juniorretter gesucht in Form eines Videos.

Sechs weitere Feuerwehrfahrzeuge starten von der Interschutz in die Ukraine – Feuerwehr für Ukraine Titel mf© Matthias Falk

Sechs weitere Feuerwehrfahrzeuge starten von der Interschutz in die Ukraine

23. Juni 2022/in Hannover
HANNOVER (mf). Mehr als 1.300 Feuerwehrfahrzeuge wurde seit Kriegsbeginn in der Ukraine zerstört. Rund 600 Fahrzeuge wurden von Feuerwehren und Organisationen bereits gespendet, um die Feuerwehrkräfte vor Ort bei ihrem pausenlosen und lebensgefährlichen Einsatz zu unterstützen. Weitere dringend benötigte Feuerwehrfahrzeuge werden von der Hilfsorganisation @fire von der Interschutz in Hannover aus in die Ukraine überführt. 
Sechs Löschfahrzeuge (1x LF 8 – Straubing, 3x LF 8/6 – Morsbach, Sternfels und Straubenhardt, 1x TLF 16/25 – Bohmte, 1x TLF 24/50 – Ochtrup) starten anschließend mit Begleitfahrzeugen in Richtung Ukraine. Sie werden in den Regionen Kiew und Tschernobyl zum Einsatz kommen.
Innenminister Boris Pistorius war bei der Abfahrt dabei und sprach zu den Konvoi-Teilnehmern.
Sechs weitere Feuerwehrfahrzeuge starten von der Interschutz in die Ukraine – Feuerwehr für Ukraine Beitrag mf

Löschfahrzeuge stehen für die Ukraine bereit © Matthias Falk

Innenminister Pistorius stellt Gerätewagen Sanität in Dienst – GW San JUH cmm© Carl-Marcus Müller

Innenminister Pistorius stellt Gerätewagen Sanität in Dienst

22. Juni 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). In den vergangenen Monaten hat der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Johanniter-Unfall-Hilfe insgesamt zwölf Gerätewagen Sanität (GW San) herstellen und an die Einheiten des Bevölkerungsschutzes an verschiedenen Standorten ausliefern lassen. Sieben der zwölf Fahrzeuge sind in die zwei von den Johannitern im Auftrag des Landes Niedersachsen in den Verbänden Weser-Ems und Südniedersachsen vorgehaltenen Betreuungsplätzen 500 (BtP 500) integriert worden und haben sich bereits im Einsatz unter anderem nach der Flutkatastrophe im Ahrtal im Sommer vergangenen Jahres bewährt. Die anderen fünf erhalten die Verbände Niedersachsen Mitte und Bremen-Verden sowie die Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen in Hannover für die Ausbildung der überwiegend ehrenamtlich aktiven Bevölkerungsschützer.

Heute Nachmittag (22. Juni) hat Boris Pistorius, Minister für Inneres und Sport des Landes Niedersachsen, auf dem Stand der Johanniter bei der Interschutz 2022 die Fahrzeuge offiziell in Dienst gestellt.

„Ich freue mich sehr, dieses Fahrzeug symbolisch für alle zwölf Fahrzeuge der Johanniter-Unfall-Hilfe heute offiziell in den Dienst stellen zu dürfen“, sagte Pistorius. „Die Helferinnen und Helfer der Johanniter-Unfall-Hilfe haben mit diesen ‚Gerätewagen Sanität ‘ bereits im Hochwassereinsatz im Ahrtal 2021 eindrucksvoll bewiesen, wie leistungsfähig der niedersächsische Katastrophenschutz damit aufgestellt ist. Die ‚Gerätewagen Sanitätsdienst‘ seien voll auf das aktuell gültige Konzept der niedersächsischen Einheiten des Katastrophenschutzes ausgerichtet und zeigen, wie spezialisiert die ehrenamtlichen Einsatzkräfte in Niedersachsen mittlerweile sind. Die nachhaltige Stärkung des Bevölkerungsschutzes ist angesichts von Putins Angriffskrieg auf die Ukraine oder vor dem Hintergrund der Folgen des Klimawandels noch wichtiger. Auch darum haben wir auf meine Initiative hin ein Ad-hoc-Paket in Höhe von 40 Millionen Euro zur Stärkung des Zivil- und Katastrophenschutzes in Niedersachsen beschlossen“, betonte der niedersächsische Innenminister.

Begleitet wurde er von den Mitgliedern des Landesvorstands der Johanniter in Niedersachsen und Bremen, Uwe Beyes und Hannes Wendler. „Das Besondere ist, dass hier federführend ehrenamtliche Einsatzkräfte am Konzept zur Fahrzeugentwicklung beteiligt waren, sozusagen von Helfenden für Helfende. Darauf sind wir sehr stolz und freuen uns, dass die zwölf Fahrzeuge nun offiziell in den Dienst gestellt werden. Wir leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Katastrophenschutzes in Niedersachsen“, betonte Uwe Beyes.

Hauptkennzeichen der Fahrzeuge auf Basis eines MAN-Zehntonners in ein neues Beladungskonzept, das einsatztaktische Vorteile bietet. Das Material ist thematisch nach Bereichen wie Infusion, Trauma und Atmung geordnet auf Rollwagen verlastet. Dazu kommen Rollcontainer bestückt mit Zelt- und Sanitätsmaterial sowie für die Sauerstoffversorgung. Die mit bis zu 259 Kilogramm beladenen Rollwagen können von nur einer Person bewegt und abgeladen werden. Die sechs Rollwagen befinden im hinteren Teil des Fahrzeuges. Ein Teil der Rollwagen kann jeweils als gesamte Einheit an einem Behandlungsplatz eingesetzt werden. Das Material steht schnell zur Verwendung bereit und muss nicht zusammengesucht werden. Einem „Schnellauszug“ auf der Fahrerseite kann das Material zur schnellen Absicherung einer Einsatzstelle entnommen werden. Dort sind auch Stromaggregat, Kabeltrommeln, Scheinwerfer, Scheinwerferstative, Pylone und ähnliches untergebracht.

Auf der Beifahrerseite befindet sich ein weiterer „Schnellauszug“ mit notfallmedizinischem Material und Gerät wie Sauerstoff, Beatmungsgeräte, Defibrillator, EKG und Notfallrucksäcke. Durch identischen Aufbau und Beladung können Einsatzkräfte der unterschiedlichen Johanniter-Verbände ohne Einweisung auch auf verbandsfremden Fahrzeugen eingesetzt werden. Das macht den Personaleinsatz wesentlich flexibler. Nach Abladen ist das Fahrzeug für den Betrieb eines Behandlungsplatzes nicht mehr notwendig und kann anderweitig etwa für Materialtransporte eingesetzt werden. Im hinteren Stauraum mit Ladebordwand ist Platz für mehrere Europaletten. Geführt wird es von lediglich zwei Personen, die sofort nach Alarmierung zum Einsatzort ausrücken und dort mit der Entladung beginnen können. Das Personal für den Betrieb des Behandlungsplatzes wird mit Mannschaftstransportwagen (MTW) nachgeführt. Insgesamt kostet die Anschaffung aller zwölf GW San rund 2,64 Millionen Euro. Zusammen mit der Firma Freytag Karosseriebau in Elze (Landkreis Hildesheim, Niedersachsen) haben die Johanniter das neue Konzept auf die Straße gesetzt.

Der Gerätewagen Sanität kann auf dem Stand der Johanniter bei der Interschutz 2022 auf dem Messegelände Hannover besichtigt werden. Fachleute aus dem Bevölkerungsschutz, die mit dem Fahrzeug selber im Ahrweiler-Einsatz waren, stehen für Fragen zur Verfügung. Der Stand der Johanniter-Unfall-Hilfe befindet sich in Halle 26, Abschnitt C29. Auf mehr als 800 Quadratmetern präsentiert sich eine der größten Hilfsorganisationen Deutschlands als attraktiver und ausgezeichneter Top-Arbeitgeber sowie als Aus- und Weiterbildungsexperte und zeigt in einzelnen Themenwelten und auf einer großen Showbühne mit LED-Rückwand ausgewählte Aspekte ihrer Tätigkeit aus unterschiedlichen Themenfeldern des Rettungsdienstes und Bevölkerungsschutzes. Für Interessierte gibt es Bewerbungsmöglichkeiten für Haupt- bzw. Ehrenamt.

Mit rund 25.000 Beschäftigten, mehr als 40.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer und 1,2 Millionen Fördermitgliedern sind die Johanniter zudem ein großes Unternehmen der Sozialwirtschaft und in den Bereichen Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Betreuung und Pflege von alten und kranken Menschen, Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Hospizarbeit und anderen Hilfeleistungen im karitativen Bereich sowie in der humanitären Hilfe im Ausland aktiv.

Faeser: „Feuerwehr ist der wesentliche Bestandteil der Sicherheitsarchitektur!“ – Eröffnung Feuerwehrtag mf© Matthias Falk

Faeser: „Feuerwehr ist der wesentliche Bestandteil der Sicherheitsarchitektur!“

21. Juni 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). Ein klares Bekenntnis zum Deutschen Feuerwehrverband und zu den Feuerwehren in ganz Deutschland gab Bundesinnenministerin Nancy Faeser anlässlich des Festaktes zur Eröffnung des 29. Deutschen Feuerwehrtages in Hannover ab. Gleichzeitig würdigte die Ministerin in ihrer Festansprache gleich mehrfach das Engagement und die Arbeiten der Feuerwehren in den unterschiedlichsten Einsatzlagen und für die Gesellschaft im Allgemeinen: „Die Feuerwehr ist der wesentliche Bestandteil der Sicherheitsarchitektur in Deutschland, so müssen wir sie auch behandeln“, betonte Faeser.

Damit ging sie auch unmittelbar auf die Forderung von Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), ein, der eine ständige Vertretung des Deutschen Feuerwehrverbandes als direkte Vertretung der Feuerwehren im neuen Gemeinsamen Kompetenzzentrum Bevölkerungsschutz des Bundes und der Länder gefordert hatte. Faeser sicherte hier ihre Unterstützung bei der Durchsetzung dieser Forderung zu. Sie forderte aber auch die Länder auf, mit dem Bund gemeinsam an einem Strang zu ziehen.

Schon zu Beginn ihrer Rede machte Faeser deutlich, dass ihr der Dialog und der Austausch mit dem Deutschen Feuerwehrverband wichtig sind und auch in Zukunft fortgesetzt werden. Ebenso sprach sie sich für eine gemeinsame Aufarbeitung der Einsätze im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen aus. „Wir müssen aufarbeiten, um Dinge besser zu machen“, erklärte sie insbesondere bezüglich der Einsatzkoordination.

DFV-Präsident Banse zu „Pflichtjahr“: Langfristiges Engagement wie Wehrersatzdienst ist sinnvoller

DFV-Präsident Karl-Heinz Banse bezog in seiner Rede Stellung zum Thema „Pflichtjahr“ etwa in der Feuerwehr: „Die Ausbildung in der Feuerwehr ist im Verhältnis zu diesem Jahr zu lang.“ Er nannte als Lösungsansatz die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht: „Wer diese aus Gewissensgründen ablehnt, kann sich mit Wehrersatzdienst langfristig bei der Feuerwehr oder einer Hilfsorganisation engagieren.“

Faeser: „Feuerwehr ist der wesentliche Bestandteil der Sicherheitsarchitektur!“ – Karl Heinz Banse bgpress

DFV-Präsident Karl-Heinz Banse bei der Blaulichtmeile © Bernd Günther / BG-PRESS.de

Im Rahmen der Eröffnung des 29. Deutschen Feuerwehrtages erläuterte Banse, dass dieser dazu diene, die Interessen der Feuerwehren gegenüber der Politik deutlich zu machen und die Erwartungen für die kommenden Jahre festzuschreiben. „Ein wichtiges Thema wird hier die Feuerwehrrente sein“, kündigte er mit Blick auf die 69. Delegiertenversammlung des DFV am kommenden Samstag an.

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil hatte zuvor in seinem Grußwort die Forderung an den Bund aufgestellt, für den Zivilschutz zehn Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen, um „die Feuerwehren in den kommenden Jahren wieder up to date“ zu bringen. „Wir brauchen Menschen und Technik, aber auch die richtige Haltung“, erklärte er.

Faeser: „Feuerwehr ist der wesentliche Bestandteil der Sicherheitsarchitektur!“ – Eröffnung Feuerwehrtag cmmf

Zur Eröffnung des Feuerwehrtages gab es auf dem Trammplatz ein buntes Programm rund um die Feuerwehr © Carl-Marcus Müller

Internationales Netzwerk: Ausländische Feuerwehrdelegationen bei Festakt

Den Festakt verfolgten auch zahlreiche ausländische Feuerwehrdelegationen. Besonderen Applaus erntete die Vertretung der Feuerwehren aus der Ukraine, deren Teilnahme am 29. Deutschen Feuerwehrtag Bundesinnenministerin Faeser als „starkes Zeichen“ sah. DFV-Präsident Banse erinnerte in diesem Zusammenhang an die DFV-Ukrainehilfe, für die es auf der parallel stattfindenden Weltleitmesse INTERSCHUTZ mehrere Spendenaktionen gibt. Unter anderem wird die Deutsche Messe AG je ein Euro von jeder Eintrittskarte an den DFV geben.

Zum Schluss folgten noch zwei besondere Ehrungen. Präsident Banse überreichte an Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay und an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold. Damit würdigte der Deutsche Feuerwehrverband auch gleichzeitig die Unterstützung der Stadt Hannover und des Landes Niedersachen, die die Durchführung des Deutschen Feuerwehrverbandes in der Stadt Hannover erst möglich gemacht hätten.

Der 29. Deutsche Feuerwehrtag findet in Zusammenarbeit mit dem Land Niedersachsen, dem Landesfeuerwehrverband Niedersachsen, der Stadt Hannover sowie der Feuerwehr Hannover vom 20. bis 25. Juni 2022 in der niedersächsischen Landeshauptstadt statt. Informationen zur Veranstaltung werden unter www.feuerwehrverband.de veröffentlicht.

DRK: Bevölkerungsschutz auf komplexe Krisen vorbereiten – DRL Stand Weil cmm© Carl-Marcus Müller

DRK: Bevölkerungsschutz auf komplexe Krisen vorbereiten

21. Juni 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). Pandemische Szenarien wie die Covid-19 Lage, Extremwetterereignisse wie die Hochwasserkatastrophe im Juli 2021, geopolitische Herausforderungen wie der Ukraine Krieg – diese Beispiele unterstreichen die wachsenden Herausforderungen an die Einsatz- und Anpassungsfähigkeit des Bevölkerungsschutzes. Angesichts der dynamischen Entwicklung komplexer, sich überschneidender Krisen betont das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die Notwendigkeit, den Bevölkerungsschutz in Deutschland weiter zu stärken.

„Um den Herausforderungen multipler und langanhaltender Krisen gerecht zu werden, müssen wir unsere Gesellschaft resilienter machen“, sagt Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des DRK, zum Auftakt der Interschutz 2022. „Nachdem zuletzt erste positive Signale in der Finanzierung gesetzt wurden, geht es weiter darum, an der Modernisierung des Bevölkerungsschutzes zu arbeiten.“

DRK: Bevölkerungsschutz auf komplexe Krisen vorbereiten – DRK Präsidentin Gerda Hasselfeldt

DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt © Henning Schacht / DRK

Das DRK trägt maßgeblich zur Entwicklung innovativer Lösungsansätze bei, so zum Beispiel im vom Bund finanzierten Pilotprojekt „Labor Betreuung 5.000“ oder der Forschung zu Hilfeleistungssystemen der Zukunft. „Um diese Ansätze umzusetzen, bedarf es der engen Zusammenarbeit mit Akteuren im Zivil- und Katastrophenschutz. Darüber hinaus ist politisches Handeln in Hinblick auf nachhaltige Finanzierung und das Schaffen sicherer gesetzlicher Rahmenbedingungen notwendig“, sagt Hasselfeldt. Das DRK spricht dahingehend acht Empfehlungen zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes in Hinblick auf Widerstandskraft, Vorbereitung und Vorhaltung aus. Diese beziehen sich auf nachhaltige Finanzierung, sektorenübergreifende Zusammenarbeit, die Stärkung des Ehrenamtes durch Helfergleichstellung, die Förderung der Freiwilligkeit im Bevölkerungsschutz, die Einbeziehung des Rettungsdienstes, die Stärkung der Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung, die Modernisierung und Anpassung der bundesgesetzlichen Regelungen sowie die Vorbereitung für aufwachsende Betreuungslagen.

Die Interschutz 2022 ist die Welt-Leitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen, Bevölkerungsschutz und Sicherheit. Sie findet vom 20.-25. Mai in Hannover statt. Das DRK präsentiert unter dem Motto „Hilfe, Hoffnung, Handeln – Das DRK im Einsatz“ Schwerpunkte seiner Arbeit im Bevölkerungsschutz. Das DRK-Generalsekretariat und der DRK-Landesverband Niedersachsen betreuen die Messestände B58 in Halle 17 und G29 in Halle 26.

Top-Thema auf der INTERSCHUTZ – Waldbrandbekämpfung – Interschutz von oben© Carl-Marcus Müller

Top-Thema auf der INTERSCHUTZ – Waldbrandbekämpfung

21. Juni 2022/in Hannover

HANNOVER (PM). Mit mehr als 1 300 Ausstellern aus 52 Ländern ist die Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen, Bevölkerungsschutz und Sicherheit INTERSCHUTZ heute in Hannover gestartet. Ein zentrales Thema ist die Vegetationsbrandbekämpfung – gerade wegen der aktuellen Katastrophenlage in Brandenburg und der Waldbrände in anderen Regionen aktuell hoch brisant.

Am Rande der INTERSCHUTZ-Eröffnung wies der Leiter des Arbeitskreises Waldbrand im Deutschen Feuerwehrverband (DFV) und Vegetationsbrandexperte der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb), Dr. Ulrich Cimolino, darauf hin, dass der Mangel an geeigneter Ausrüstung zur Waldbrandbekämpfung jetzt sichtbar werde. Das gelte sowohl für den Bedarf an geländegängigen Fahrzeugen zur Waldbrandbekämpfung, als auch für die geeignete persönliche Schutzausrüstung und sinnvolle, spezielle Werkzeuge.

Hinzu komme die notwendige Schulung in Taktik und Technik. Bei der Bekämpfung der derzeitigen Brände zeige sich beispielsweise, dass es nicht genügend Ressourcen an Hubschraubern gebe. Dies werde umso deutlicher, wenn andere Ereignisse – wie die jetzigen Vorbereitungen auf den G7-Gipfel in Bayern – dazu führten, dass offensichtlich die Bundespolizei die Länder nicht mit Helikoptern in ausreichender Zahl unterstützen könne.

Cimolino wies darauf hin, dass während der INTERSCHUTZ die komplette Bandbreite der Möglichkeiten an Fahrzeugen und Ausrüstung sowie vieles zur Taktik und Ausbildung gezeigt werde. Die Messe sei ein hervorragendes Schaufenster für aktuelle Technologien und Innovationen. Dabei werde deutlich, dass es nicht an Erkenntnissen, Ideen und Lösungen fehle, sondern an der Umsetzung.

Wichtig sei dabei auch eine stärkere internationale Zusammenarbeit. “Waldbrände kennen keine Ländergrenzen”, sagte Cimolino. Die INTERSCHUTZ biete einen hervorragenden Beitrag zur Unterstützung der internationalen Vernetzung. Aussteller wie Rosenbauer und Desautel aber auch die Bundeswehr Feuerwehr zeigen auf der Messe neueste Fahrzeuge und Konzepte für die Waldbrandbekämpfung.

Die Katastrophe in Brandenburg und die weiteren Brände in zahlreichen anderen Regionen seien insgesamt ein deutlicher Hinweis auf die brisante Entwicklung bei den Vegetationsbränden. “Wie sich jetzt zeigt, können sich Vegetationsbrände schnell zu dynamischen Großschadenslagen entwickeln, wenn die Trockenheit groß und die Widerstandsfähigkeit der Vegetation durch diese und andere Schäden (z.B. Sturm, Borkenkäfer) gering ist, sich dadurch die vorherrschende Vegetation leicht entzündet und schnell abbrennt”, so der Experte. Als Beispiele nannte Cimolino für Deutschland vor allem die Nadelhölzer, aber auch Birken.

Zugleich wies er auf eine vor wenigen Tagen vom Deutschen Wetterdienst verbreitete neue Prognose für Deutschland bis zum Jahr 2028 hin. Demnach wird regional eine bis zu einem Grad höhere Durchschnittstemperatur als bisher erwartet. “Dies klingt recht wenig, erhöht aber die Brisanz der Vegetationsbrandlage sehr deutlich, weil es unmöglich ist, dass sich die Vegetation oder auch nur der Waldbau in der Gefahrenvorbeugung in der Zeit darauf voll einstellen kann”, so Cimolino.

Cimolino wird auf der INTERSCHUTZ zum Thema Waldbrandbekämpfung, aber auch zu anderen Wetterextremen, wie Starkregen und Hochwasser Vorträge halten und am Gemeinschaftsstand von vfdb und AGBF in Halle 13 für Fragen zur Verfügung stehen.

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