Pyrotechnik im Stadion: Mehrere Verletzte beim Zweitligaspiel
Beim Zweitligaspiel zwischen Braunschweig und Hannover werden mehrere Menschen verletzt. Rund 1.100 Kräfte von Landes- und Bundespolizei begleiten den Einsatz.
BRAUNSCHWEIG (redu) – Beim Zweitligaspiel zwischen dem BTSV und Hannover 96 ist es am Sonntag zu mehreren Vorfällen mit Pyrotechnik im Stadion gekommen. Nach Polizeiangaben wurden bereits beim Fanmarsch vor der Partie vier Menschen verletzt, später zudem ein Besucher und eine Polizeibeamtin.
Rund 800 Kräfte der Polizeiinspektion Braunschweig und etwa 300 Bundespolizisten begleiteten die Begegnung. Insbesondere Vorfälle in der Nachspielzeit trübten nach Einschätzung der Einsatzleitung die Bilanz.
Vier Verletzte bei Fanmarsch vor dem Spiel
Die Polizei hatte das Zweitligaspiel aufgrund seiner historischen Prägung besonders in den Fokus genommen. Die Polizeiinspektion Braunschweig plante den Einsatz mit rund 800 Beamtinnen und Beamten. Die Bundespolizeiinspektion Hannover war mit rund 300 Kräften beteiligt.
Etwa 1.900 Anhänger aus Hannover reisten begleitet von der Bundespolizei mit einem Entlastungszug der Westfalenbahn zum Braunschweiger Hauptbahnhof. Von dort wurden sie mit Bussen der BSVG zum Stadion gebracht.
Rund 2.000 Braunschweiger Anhänger zogen vor dem Spiel bei einem Fanmarsch zum Stadion. Dabei wurden laut Polizei vier Menschen durch Feuerwerkskörper verletzt, die aus dem Fanmarsch heraus gezündet wurden. Auch ein Mitarbeiter der BSVG wurde verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.
Raketen aus dem Gästebereich
Während der Partie brannte in beiden Fanlagern Pyrotechnik. Insbesondere in der Nachspielzeit registrierte die Polizei nach eigenen Angaben vermehrten Missbrauch von Pyrotechnik aus dem Gästebereich in Richtung des benachbarten Heimfanbereichs.
Dabei seien Besucher, Ordnungskräfte, Polizei und Rettungskräfte mit Raketen beschossen worden. Ein Besucher und eine Polizeibeamtin wurden nach Polizeiangaben leicht verletzt.
Die Einsatzleiter Thomas Bodendiek von der Polizeiinspektion Braunschweig und Martin Kröger von der Bundespolizei zeigten sich mit dem Einsatzverlauf insgesamt nicht zufrieden. Zugleich bewerteten sie die Betreuung der Reisewege und das Vorgehen der Einsatzkräfte rund um das Eintracht-Stadion positiv.
„Zu verurteilen und durch nichts zu rechtfertigen sind jedoch der massive und auch gefährdende Missbrauch von Pyrotechnik, vor allem aus den Gästefanbereich. Gerade durch gezielte Angriffe auf Einsatzkräfte und Besucher im Heimbereich wurde eine rote Linie überschritten. Ein solches Verhalten ist nicht zu tolerieren und kann lebensgefährlich sein. Diese Übergriffe werden wir konsequent verfolgen“, erklärten die Einsatzleiter.
Auch Thomas Ring, Präsident der Polizeidirektion Braunschweig, verurteilte die Vorfälle in der Nachspielzeit. „Ich verurteile das Verhalten der Hannoveraner Fans aufs Schärfste. Das hat nichts mehr mit Fankultur zu tun! Wer vorsätzlich Feuer legt und Fans und Feuerwehrleute mit Raketen und Böller beschießt, gehört nicht ins Fußballstadion.“









