THW Auslandseinsatz in Venezuela: Suche nach Vermissten beginnt
Nach dem Start vom Fliegerhorst Wunstorf bereiten die Einsatzkräfte gemeinsam mit internationalen Partnern die Suche nach Vermissten vor.
BONN / CARACAS / WUNSTORF (redu) – Der THW Auslandseinsatz in Venezuela hat begonnen. Das 48-köpfige Team der Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) ist in Caracas eingetroffen und bereitet die Suche nach Vermissten vor. Unterstützung erhielt die Mission bereits beim Abflug durch den THW-Ortsverband Wunstorf.
Neben der internationalen Rettungsmission zeigt der Einsatz auch die Bedeutung regionaler THW-Ortsverbände. Wunstorf unterstützte den Abflug mit Personal, Dokumentation und logistischer Hilfe.
Der THW Auslandseinsatz begann am Nachmittag des 25. Juni mit der Alarmierung der SEEBA. Am Abend wurden die Einsatzkräfte in Köln zusammengezogen. Nach dem strategischen Lufttransport durch die Bundeswehr traf das 48-köpfige Team in den frühen Morgenstunden des 27. Juni in Caracas ein. Dort starteten die ersten Lageerkundungen gemeinsam mit internationalen Koordinierungsstellen sowie den örtlichen Behörden.
Suche nach Vermissten vorbereitet
Zunächst prüfen die Einsatzkräfte mögliche Einsatzorte und richten ihre sogenannte „Base of Operation“ ein. Von diesem Basislager aus werden die Suchmaßnahmen koordiniert und die Versorgung der Einsatzkräfte sichergestellt.
Sobald die Bergungsarbeiten beginnen, arbeitet die SEEBA im Zwei-Schicht-System rund um die Uhr. Unterstützt werden die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer durch moderne Ortungstechnik sowie speziell ausgebildete Such- und Rettungshunde, die Überlebende unter Trümmern aufspüren können.

Die Einsatzkräfte der SEEBA vom THW gehen in Wunstorf an Bord. © THW
Wunstorf leistet wichtige Unterstützung
Für den geplanten Abflug am 26. Juni vom Fliegerhorst des Lufttransportgeschwaders 62 (LTG 62) in Wunstorf wurde das Media Team des THW-Landesverbandes Bremen, Niedersachsen alarmiert. Zu diesem Team gehört auch ein ehrenamtlicher Helfer des THW-Ortsverbandes Wunstorf. Das Team dokumentierte das Entladen der Einsatzfahrzeuge, die Passagierabfertigung, das Beladen der A400M-Transportflugzeuge sowie den Abflug nach Caracas.
Parallel erreichte den Ortsverband Wunstorf eine Anfrage der privaten Hilfsorganisation @fire, ein weiteres Rettungsteam kurzfristig unterzubringen. Der Ortsverband stellte umgehend einen Bereitstellungsraum und Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Diese Unterstützung wurde letztlich nicht benötigt, da die Einsatzkräfte noch in der Nacht direkt zum Fliegerhorst Wunstorf verlegt wurden.
Kurz vor dem Abflug wurde zusätzliches Einsatzmaterial benötigt. Auf Anforderung der THW-Leitung stellte die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung des Ortsverbandes Wunstorf die benötigte Ausrüstung innerhalb kurzer Zeit bereit. Einschließlich der Luftfrachtabfertigung gelangten die Materialien rechtzeitig an Bord der A400M-Transportmaschinen der Luftwaffe.
Ehrenamtliche Spezialkräfte für internationale Hilfe
Die SEEBA ist die internationale Schnelleinsatzeinheit des Technischen Hilfswerks zur Ortung und Rettung verschütteter Menschen, insbesondere nach Erdbeben. Sie besteht ausschließlich aus ehrenamtlichen THW-Helferinnen und THW-Helfern, ist nach internationalen Standards zertifiziert und kann bis zu zwei Wochen autark im Einsatzgebiet arbeiten.
Der Auslandseinsatz wird vom Auswärtigen Amt finanziert. Den strategischen Lufttransport stellte die Bundeswehr bereit. Das Technische Hilfswerk verfügt bundesweit über rund 88.000 ehrenamtliche Einsatzkräfte und unterstützt im Auftrag der Bundesregierung regelmäßig internationale Katastropheneinsätze.









