Kampfmittelverdacht Misburg: Evakuierung für 17.500 Menschen
Zwei Verdachtspunkte in Misburg-Nord sollen am 4. Oktober weiter untersucht werden – im Sicherheitsbereich müssen rund 17.500 Menschen ihre Wohnungen verlassen.
HANNOVER (redu) – Wegen zwei bei Sondierungsarbeiten entdeckten Verdachtspunkten auf Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg müssen am Sonntag, 4. Oktober 2026, rund 17.500 Menschen in Hannover ihre Wohnungen verlassen. Der Kampfmittelverdacht Misburg macht einen Sicherheitsbereich von 1.000 Metern erforderlich.
Die Evakuierung soll ab 9 Uhr erfolgen. Erst wenn die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt sind, können die weitere Erkundung und gegebenenfalls eine Kampfmittelbeseitigung beginnen.
Der Kampfmittelverdacht Misburg wurde im Zuge von Sondierungsarbeiten im Bereich der geplanten Quartiersentwicklung Steinbruchsfeld-Ost im Stadtbezirk Misburg-Anderten festgestellt. Dort laufen voraussichtlich noch bis Anfang Oktober Kampfmittelsondierungen. Anschließend sollen weitere Arbeiten zur Vorbereitung des Baugebietes folgen, darunter der erforderliche Kanal- und Leitungsbau.
Bei den Untersuchungen wurden zwei Verdachtspunkte auf Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg identifiziert. Um diese weiter erkunden und möglicherweise notwendige Entschärfungsmaßnahmen durchführen zu können, wird in Absprache mit den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen ein Sicherheitsbereich mit einem Radius von 1.000 Metern eingerichtet.
Rund 17.500 Menschen müssen den Bereich verlassen
Alle Bewohnerinnen und Bewohner innerhalb dieses Sicherheitsbereichs werden aufgefordert, den betroffenen Bereich am Sonntag, 4. Oktober 2026, ab 9 Uhr zu verlassen. Nach den vorliegenden Angaben betrifft die Evakuierungsmaßnahme rund 17.500 Menschen in Hannover.
Die notwendigen Sondierungs- und Kampfmittelbeseitigungsmaßnahmen können erst beginnen, wenn sämtliche Sicherheitsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt worden sind. Die Rückkehr in die Wohnungen wird voraussichtlich erst in den Abendstunden möglich sein.
Betroffene sollen deshalb alle unbedingt benötigten Dinge mitnehmen. Dazu gehören insbesondere Medikamente, Säuglings- oder Spezialnahrung sowie angemessene Kleidung. Außerdem werden die Einwohnerinnen und Einwohner gebeten, ihre Nachbarn über die Evakuierungsmaßnahme zu informieren.
Betreuungsstelle öffnet in der IGS Roderbruch
Für Menschen, die während der Evakuierung eine Unterkunft benötigen, wird eine Betreuungsstelle in der Integrierten Gesamtschule Roderbruch, Rotekreuzstraße 23, 30627 Hannover, eingerichtet. Sie ist am 4. Oktober ab 9 Uhr geöffnet.
Für den kostenlosen Transport zur Betreuungsstelle stehen Busse bereit. Sie fahren regelmäßig die Schienenersatzverkehr-Haltestellen Schierholzstraße, Kafkastraße und Forstkamp sowie die Haltestellen Meyers-Garten, Kampstraße, Am Seelberg, Zum Brookland, Hannoversche Straße und Grenzstraße an. Endhaltestelle ist die IGS Roderbruch.
Gehbehinderte Personen können unter der Rufnummer 19222 einen Krankentransport anfordern.
Zum PDF-Inhalt springenBürgertelefon an drei Tagen erreichbar
Für Fragen zur Evakuierung steht unter der Rufnummer 0800 / 7 31 31 31 ein Bürgertelefon zur Verfügung. Es ist am Freitag, 2. Oktober, und Samstag, 3. Oktober, jeweils von 10 bis 16 Uhr erreichbar. Am Sonntag, 4. Oktober, ist die Nummer von 7 Uhr bis zum Einsatzende geschaltet.
Aktuelle Informationen, der konkrete Evakuierungsbereich, eine detaillierte Auflistung der betroffenen Straßen und eine Grafik der Evakuierungsbuslinie werden über die Internetportale der Landeshauptstadt Hannover und der Feuerwehr Hannover bereitgestellt. Über das Hannover-GIS können Bürgerinnen und Bürger durch Eingabe ihrer Adresse prüfen, ob sie von der Evakuierung betroffen sind.
Auch über die sozialen Medien informiert die Feuerwehr Hannover. Genannt werden das Threads-Profil @feuerwehr_hannover mit dem Hashtag #hannbombe, der Instagram-Account feuerwehr_hannover sowie der WhatsApp-Channel der Feuerwehr Hannover.
Straßenliste der von der Evakuierung betroffenen Straßen
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