Nach Zugfunk-Störung: DB InfraGO nennt Ursache und neue Schutzmaßnahmen
Nach der Analyse der Störung vom 23. Juni 2026 hat die DB InfraGO technische und organisatorische Maßnahmen beschlossen, um vergleichbare Ausfälle künftig zu verhindern.
BERLIN (redu) – Nach der Analyse der Zugfunk-Störung vom 23. Juni 2026 hat die DB InfraGO die Ursache des bundesweiten Ausfalls identifiziert. Mehrere technische und organisatorische Maßnahmen sollen eine Wiederholung des bislang einmaligen Fehlers künftig ausschließen.
Die Untersuchung zeigt, dass kein Defekt der Redundanz vorlag. Stattdessen verhinderte ein bislang unbekannter Softwarefehler während geplanter Wartungsarbeiten die automatische Umschaltung auf das Ersatzsystem.
Analyse der Störung
Der Auslöser der Zugfunk-Störung war nach Angaben der DB InfraGO ein singulärer Softwarefehler während des planmäßigen Austauschs eines Netzwerk-Switches am Abend des 23. Juni. Obwohl das redundante Sicherungssystem vollständig funktionsfähig gewesen sei, wurde es aufgrund des Fehlers nicht automatisch aktiviert. Eine Fehlermeldung sei ebenfalls ausgeblieben.
Nach dem Ausschluss eines möglichen Cyberangriffs schalteten Mitarbeitende das System nach rund 90 Minuten regelkonform manuell auf die Rückfallebene um. Anschließend konnte der Zugverkehr schrittweise wieder aufgenommen werden.
DB-InfraGO-Vorstandsvorsitzender Philipp Nagl erklärte, das historisch einmalige Fehlerbild sei inzwischen vollständig analysiert. Die Erkenntnisse würden auch den zuständigen Aufsichtsbehörden übermittelt.
Maßnahmen gegen Wiederholungen
Als unmittelbare Konsequenz verzichtet die DB InfraGO zunächst auf weitere vergleichbare Komponententausche. Zudem soll der Hersteller den Softwarefehler beseitigen. Künftige Instandhaltungsarbeiten an der betroffenen Technik sollen ausschließlich zwischen 0 und 4 Uhr sowie nur an der jeweils inaktiven Redundanz durchgeführt werden.
Während der Störung hatte die Deutsche Bahn betroffene Reisende unter anderem mit Taxi- und Hotelgutscheinen unterstützt und entschuldigte sich erneut für die entstandenen Beeinträchtigungen.
Nach Angaben der DB wird das bestehende GSM-R-Netz derzeit umfassend modernisiert und widerstandsfähiger ausgelegt. Parallel bereitet sich das Unternehmen auf den künftigen Mobilfunkstandard FRMCS vor, der langfristig den heutigen Zugfunk ablösen soll. Bis zu dessen Einführung wird GSM-R jedoch voraussichtlich noch mindestens zehn Jahre im Einsatz bleiben.





