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Vermischtes aus Hannover, Deutschland und der Welt. Kurznachrichten, besondere Ereignisse und Meldungen außerhalb der klassischen Rubriken.

Weihnachtswetter 2021 – Sebastian Schappert DWD

Weihnachtswetter 2021

22. Dezember 2021/in Panorama

OFFENBACH (PM). Beim Blick in die aktuelle Weihnachtswetterprognose kommt Spannung auf. Nicht nur sind sich die Modelle noch nicht richtig einig, es gibt darüber hinaus auch Chancen auf weiße Weihnachten. Was uns genau erwartet, lesen Sie im heutigen Thema des Tages.

Jedes Jahr aufs Neue fragt man uns Meteorologen bereits Wochen vor Weihnachten, wie die Chancen auf Schnee zu Heiligabend und an den Weihnachtsfeiertagen stehen. Dies blieb auch in diesem Jahr nicht aus. Doch wer die Wetterprognose in den vergangenen Tagen verfolgt oder auch das Thema des Tages vom vergangenen Freitag, dem 17.12.2021, gelesen hat (https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/12/17.html ), der konnte erfahren, dass die diesjährigen Weihnachtswetterprognosen alles andere als einfach waren. Zwar zeigte man verschiedene Szenarien auf, wie das Wetter an Weihnachten aussehen könnte, sicher war jedoch nur: Der detaillierte Wetterablauf ist noch unsicher!

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob unter den verschiedenen Wettermodellen mittlerweile etwas mehr Einigkeit herrscht. Und gibt es zumindest in einigen Regionen Deutschlands zu Weihnachten etwas Schnee? Fakt ist, dass es auch am heutigen Mittwoch (22.12.) noch einige Unsicherheiten in den Vorhersagen für das Weihnachtsfest gibt.

Doch wir werfen trotzdem einen Blick auf das aktuelle Wetter und die Prognose für die kommenden Tage: Bereits heute werden im äußersten Nordosten schon einige Schneeflocken aus den Wolken gedrückt. Ansonsten sorgt das derzeit noch vom Schwarzen Meer bis Mitteleuropa dominierende Hoch „Anni“ in weiten Teilen des Landes für niederschlagsfreies Wetter.

Dies ändert sich jedoch, wenn im Laufe des morgigen Donnerstags (23.12.) und in der Nacht zum Freitag die Warmfront von „Per“, einem Tief über dem Nordostatlantik, mildere Meeresluft vom Atlantik über Deutschland hinweg schickt. Entsprechend gibt es ausgehend vom Nordwesten und der nördlichen Mitte gebietsweise Niederschläge, die sich allmählich ostwärts ausbreiten. Nach Westen und Südwesten zu fällt dagegen kaum etwas. Vor allem im Nordosten scheint sich die Warmluft jedoch nicht durchsetzen zu können. Entsprechend gehen die Niederschläge dort in Schnee über, mit etwas Glück akkumulieren sich diese dort auf einige Zentimeter. Mit Annäherung der Warmfront frischt auch der Wind auf, dennoch besteht im Übergangsbereich von Regen zu Schnee gerade in windgeschützten Mulden- und Tallagen, wo die Kaltluft nicht ganz so schnell ausgeräumt wird, gebietsweise die Gefahr von Glatteis. Derzeit sehen die Modelle diesen Streifen etwa von der Deutschen Bucht bis zum Erzgebirge sowie im Südosten Deutschlands.

Was nun die Prognosen für Heiligabend angeht, haben sich die Modelle im Laufe der letzten Tage etwas angenähert, zumindest der grobe „Fahrplan“ scheint klar. Die über den Nordosten abziehende Warmfront geht allmählich in eine Kaltfront über, die wiederum rückseitig mit einer nördlichen Strömung von Skandinavien arktische Kaltluft in den Norden Deutschlands führt. Da der Zustrom sehr milder Atlantikluft von Südwesten her jedoch weiterhin aufrechterhalten wird, verstärken sich die Luftmassenunterschiede über dem Norden Deutschlands und somit auch die Niederschläge entlang der Kaltfront. Insbesondere von den Früh- bis in die Mittagsstunden können sich die Schneemengen von Vorpommern bis in den Norden Brandenburgs weiter akkumulieren. Aus den wenigen Zentimetern können dann bei Temperaturen um den Gefrierpunkt strichweise auch 10 bis 15 cm Neuschnee werden. Weiße Weihnachten dürfte in diesen Regionen also gesichert sein! Im südlichen Bereich des Niederschlagsgebiets fällt hingegen meist nur Regen, im Übergangsbereich kann vorübergehend auch Glatteis nicht ausgeschlossen werden. Im Tagesverlauf breiten sich die Niederschläge dann weiter südwärts aus, wobei diese immer mehr in Regen übergehen. Der Schneefall im Norden und Nordosten lässt hingegen nach.

In der Mitte und im Süden fällt das Weihnachtsfest jedoch eher grün-grau aus, dort steht zumindest zeitweise etwas Regen auf dem Programm. Darüber hinaus kommt dort bei Höchstwerten von bis zu 10 Grad Celsius am Freitag und Samstag wohl kaum „Weiße-Weihnachts-Stimmung“ auf. Bei einer Schneefallgrenze von 1400 bis 1800 m muss man schon auf die höheren Alpengipfel, um in den Genuss von Schneefall zu Weihnachten zu kommen.

Im Laufe des Samstags kommt die Luftmassengrenze dann allmählich weiter nach Süden voran. Im Bereich der nördlichen Mitte schneit es – zumindest nach der Lesart einiger Modelle – vorübergehend auch mal stärker. Im Übergangsbereich zum Regen in mittleren und südlichen Landesteilen kann aber auch kurzzeitig gefrierender Regen nicht ausgeschlossen werden. Im äußersten Norden bleibt es hingegen meist niederschlagsfrei. Dort wird die Schneedecke bei Temperaturen im leichten Dauerfrostbereich aber konserviert. Nachts kann es in diesen Regionen über dem Schnee sogar bei strengem Frost unter -10 Grad klirrend kalt werden. Am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag schwächen sich die Niederschläge zunehmend ab. Nur über den mittleren Landesteilen fallen noch wenige Tropfen oder Flocken.

Am Sonntag, dem zweiten Weihnachtsfeiertag, sind aus aktueller Sicht noch größere Unsicherheiten in den Modellen vorhanden. Prinzipiell besteht weiterhin ein Temperaturgefälle vom Nordosten bei Dauerfrost nach Südwesten bei bis zu +9 Grad am Oberrhein. Die Niederschläge können sich zudem von Südwesten her wieder verstärken und nordostwärts auf mittlere, im Nachmittagsverlauf womöglich auch auf nördliche Landesteile übergreifen, wo dann erneut die Gefahr für gefrierenden Regen und Schneefall besteht.

Ob sich bei Ihnen nun ein „grau-grünes“ und verregnetes Weihnachten oder Schneechaos inklusive Schneeballschlacht einstellt, wir Meteorologen der Vorhersage- und Beratungszentale wünschen Ihnen bereits heute schon frohe Weihnachtsfeiertage! Und schauen Sie doch mal auf dwd.de oder in der WarnWetter-App vorbei. Denn auch über die Feiertage sind wir natürlich mit Vorhersagen und Wetterwarnungen für Sie im Dienst.

Erste Stellungnahme des Expertenrates der Bundesregierung zu COVID-19 – Zweite Welle

Erste Stellungnahme des Expertenrates der Bundesregierung zu COVID-19

19. Dezember 2021/in Panorama, Politik

BERLIN (PM/red) Am Sonntag (19.12.2021) hat der Expertenrates der Bundesregierung zu COVID-19 eine erste Stellungnahme und Einordnung der Omikronwelle abgegeben:

Aktuelle Ausgangslage in Deutschland

In der vierten und bislang stärksten Infektionswelle nach fast zwei Jahren Corona-Pandemie arbeitet das deutsche Gesundheitssystem aktuell unter sehr hoher Last. Neben einer konstant hohen Zahl von COVID-19 Patient:innen mit starker Belastung, insbesondere der Intensivbereiche, ist die Versorgung der nicht-COVID Erkrankten bereits in Teilen eingeschränkt. Schwerwiegende Verluste im Personalbereich der Krankenhäuser sind eingetreten und werden weiter zunehmen.

Die aktuell sinkenden Inzidenzen werden von weiten Teilen der Gesellschaft und Politik als Zeichen der Entspannung wahrgenommen. Die zu erwartende Meldeverzögerung über die kommenden Feiertage wird diesen Eindruck weiter verstärken. Aus den in der Folge aufgeführten Gründen ist dieser Eindruck nicht gerechtfertigt.

Aktueller Kenntnisstand zu Omikron / B1.1.529

Die kürzlich identifizierte Omikron-Variante bringt eine neue Dimension in das Pandemiegeschehen. Omikron zeichnet sich durch eine stark gesteigerte Übertragbarkeit und ein Unterlaufen eines bestehenden Immunschutzes aus. Dies bedeutet, dass die neue Variante mehrere ungünstige Eigenschaften vereint. Sie infiziert in kürzester Zeit deutlich mehr Menschen und bezieht auch Genesene und Geimpfte stärker in das Infektionsgeschehen ein.

Dies kann zu einer explosionsartigen Verbreitung führen: In Dänemark, Norwegen, den Niederlanden und Großbritannien wird bereits eine nie dagewesenen Verbreitungsgeschwindigkeit mit Omikron-Verdopplungszeiten von etwa 2-3 Tagen beobachtet. Mehrere unserer betroffenen Nachbarstaaten haben angesichts dieser Dynamik umgehend teils tiefgreifende Gegenmaßnahmen zur Eindämmung eines potentiell unkontrollierbaren Infektionsgeschehens ergriffen. Auch wenn in dieser frühen Phase der Omikronwelle die Krankheitsschwere nicht abschließend beurteilt werden kann, steigt die Hospitalisierung in Hotspots wie London bereits deutlich an.

Es ist bisher nicht davon auszugehen, dass im Vergleich zur Delta-Variante Menschen ohne Immunschutz einen milderen Krankheitsverlauf aufweisen werden. Erste Studienergebnisse zeigen, dass der Impfschutz gegen die Omikron-Variante rasch nachlässt und auch immune Personen symptomatisch erkranken. Der Schutz vor schwerer Erkrankung bleibt wahrscheinlich teilweise erhalten. Mehrere Studien zeigen einen deutlich verbesserten Immunschutz nach erfolgter Boosterimpfung mit den derzeit verfügbaren mRNA Impfstoffen. In Deutschland ist jedoch aufgrund der vergleichsweise großen Impflücke, die insbesondere bei Erwachsenen besteht, mit einer sehr hohen Krankheitslast durch Omikron zu rechnen.

Kurz- und mittelfristige Szenarien des Infektionsgeschehens in Deutschland

Nationale und internationale Modellierungen der Infektionsdynamik und möglicher SpitzenInzidenzen zeigen eine neue Qualität der Pandemie auf. Die in Deutschland angenommene Verdopplungszeit der Omikron-Inzidenz liegt aktuell im Bereich von etwa 2-4 Tagen. Durch die derzeitig gültigen Maßnahmen ist diese Verdoppelungszeit im Vergleich zu England zwar etwas langsamer, aber deutlich schneller als bei allen bisherigen Varianten.

Sollte sich die Ausbreitung der Omikron-Variante in Deutschland so fortsetzen, wäre ein relevanter Teil der Bevölkerung zeitgleich erkrankt und/oder in Quarantäne. Dadurch wäre das Gesundheitssystem und die gesamte kritische Infrastruktur unseres Landes extrem belastet. Weitere Kollateraleffekte sind insbesondere in der berufstätigen Bevölkerung zu erwarten, u.a. durch die dann notwendige Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Menschen. Eine massive Ausweitung der Boosterkampagne kann die Dynamik verlangsamen und damit das Ausmaß mindern, aber nicht verhindern. Laut der mathematischen Modelle kann eine Überlastung des Gesundheitssystems und die Einschränkung der kritischen Infrastruktur nur zusammen mit starken Kontaktreduktionen eingedämmt werden.

Gefährdungspotential für die kritische Infrastruktur

Schnell steigende Inzidenzen bergen hohe Risiken für die kritischen Infrastruktur (KRITIS) in Deutschland. Hierzu gehören unter anderem Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Telekommunikation, Strom- und Wasserversorgung und die entsprechende Logistik. Deshalb bedarf es einer umfassenden und sofortigen Vorbereitung des Schutzes der kritischen Infrastruktur unseres Landes.

Es müssen in den kommenden Tagen Vorkehrungen für die ersten Monate des Jahres 2022 getroffen werden, und zwar auf politischer und organisatorischer Ebene des Bundes, der Länder, der Städte und Gemeinden. Dabei sollten mögliche Partner wie Bundeswehr, THW oder Hilfsorganisationen frühzeitig eingebunden werden. Aktivierungswege und Steuerungsmechanismen müssen kurzfristig verfügbar sein sowie ausreichende Testkapazitäten und Versorgungsketten sichergestellt werden. Die Krankenhäuser müssen eine hinreichende Vorratshaltung von Material und Medikamenten herstellen. Eine schnelle politische Handlungsfähigkeit muss zu jedem Zeitpunkt auch während der Feiertage gewährleistet sein.

Belastung des Gesundheitssystems durch Omikron Aufgrund des gleichzeitigen, extremen Patientenaufkommens ist eine erhebliche Überlastung der Krankenhäuser zu erwarten – selbst für den wenig wahrscheinlichen Fall einer deutlich abgeschwächten Krankheitsschwere im Vergleich zur Delta-Variante. Sogar wenn sich alle Krankenhäuser ausschließlich auf die Versorgung von Notfällen und dringlichen Eingriffen konzentrieren, wird eine qualitativ angemessene Versorgung aller Erkrankten nicht mehr möglich sein. Eine strategische Patientenverlegung kann aufgrund der zu erwartenden flächendeckend hohen Belastung nicht mehr nennenswert zu einer regionalen Entlastung beitragen.

Zeitnah notwendige Maßnahmen

Aus dem geschilderten Szenario ergibt sich Handlungsbedarf bereits für die kommenden Tage. Wirksame bundesweit abgestimmte Gegenmaßnahmen zur Kontrolle des Infektionsgeschehens sind vorzubereiten, insbesondere gut geplante und gut kommunizierte Kontaktbeschränkungen. Die aktuell geltenden Maßnahmen müssen darüber hinaus noch stringenter fortgeführt werden. Parallel sollte die Impfkampagne erheblich intensiviert werden. Die Boosterimpfungen, wie auch die Erst- und Zweitimpfungen, müssen auch über die kommenden Feiertage mit allen verfügbaren Mitteln fortgesetzt und weiter beschleunigt werden.

Insbesondere für Ältere und andere Personen mit bekanntem Risiko für einen schweren COVID-19 Verlauf ist höchste Dringlichkeit geboten. Allerdings zeigen alle Modelle, dass Boosterimpfungen alleine keine ausreichende Eindämmung der Omikronwelle bewirken, sondern zusätzlich Kontaktbeschränkungen notwendig sind.

Neben den notwendigen politischen Entscheidungen muss die Bevölkerung intensiv zur aktiven Infektionskontrolle aufgefordert werden. Dazu gehören die Vermeidung größerer Zusammenkünfte, das konsequente, bevorzugte Tragen von FFP2 Masken, insbesondere in Innenbereichen, sowie der verstärkte Einsatz von Schnelltests bei Zusammenkünften vor und während der Festtage. Besonders vulnerable Gruppen bedürfen verstärkter Schutzmaßnahmen durch hochfrequente Testung und FFP2 Masken.

Bei allen Entscheidungen müssen die Interessen besonders belasteter und vulnerabler Gruppen, wie beispielsweise Kinder, Jugendliche oder Pflegebedürftige höchste Priorität erhalten.

Der Expertenrat erwartet für die kommenden Wochen und Monate enorme Herausforderungen, die ein gemeinsames und zeitnahes Handeln aller erfordern. Neben dem konsequenten Handeln ist stringentes Erklären entscheidend. Die Omikronwelle trifft auf eine Bevölkerung, die durch eine fast zweijährige Pandemie und deren Bekämpfung erschöpft ist und in der massive Spannungen täglich offenkundig sind.

Eine umfassende Kommunikationsstrategie mit nachvollziehbaren Erklärungen der neuen Risikosituation und der daraus folgenden Massnahmen ist essentiell. Die Omikronwelle läßt sich in dieser hochdynamischen Lage nur durch entschlossenes und nachhaltiges politisches Handeln bewältigen.

Die 19 Mitglieder des Expertenrates haben einstimmig dieser ersten Stellungnahme zugestimmt.

Ministerpräsident Stephan Weil äußerte sich zu der Einschätzung noch am Abend

“Viele Menschen in Niedersachsen schauen jetzt besorgt in das neue Virusvariantengebiet Großbritannien und auf die dort dramatisch ansteigenden Fallzahlen. Aber auch in den Niederlanden, in Dänemark und in vielen  allen anderen europäischen Nachbarstaaten gibt es tagtäglich viele Tausend Neuinfektionen.

Der neue Expertenrat der Bundesregierung zu COVID-19 hat heute in einer ersten Stellungnahme auch für Deutschland eine starke Zunahme von Infektionen mit einer entsprechenden Belastung unseres Gesundheitswesens vorhergesagt. Damit bestätigt der Expertenrat die bereits seit einiger Zeit von mir geäußerte Sorge. Zugleich werden auch die für Weihnachten und den Jahreswechsel in Niedersachsen bereits vorsorglich getroffenen zusätzlichen Schutzmaßnahmen der Sache nach bestätigt.

Es ist gut, dass Bundeskanzler Olaf Scholz für Dienstag eine erneute Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung angekündigt hat. Ich begrüße es sehr, dass wir uns dort mit Bund und Ländern über weitere Maßnahmen verständigen können, um bundesweit für eine größtmögliche Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu sorgen.“

3G bei der Bahn: Fahrgäste unterstützen neue Regeln – 3G Regel Bahn

3G bei der Bahn: Fahrgäste unterstützen neue Regeln

2. Dezember 2021/in Panorama

BERLIN (PM). 99 Prozent der kontrollierten Fahrgäste im Fernverkehr beachten die neuen 3G-Regeln. Eine Woche nach Einführung der neuen 3G-Regel in Bussen und Bahnen zieht die Deutsche Bahn (DB) eine positive Bilanz. Die Reisenden sind gut informiert, halten sich an die 3G-Regel und zeigen bei der Ticketkontrolle vielfach von sich aus zugleich ihren 3G-Nachweis vor. Bei stichprobenartigen Kontrollen überprüften Sicherheits- und Kontrollteams seit 24. November rund 150.000 Reisende im Fernverkehr.

Lediglich rund 200 Personen konnten keinen 3G-Nachweis erbringen und mussten den Zug verlassen. Der Anteil der Fahrgäste ohne mitgeführten 3G-Nachweis lag bei den Stichprobenkontrollen somit im Promillebereich. Bei festgestellten Verstößen reagieren diese zudem sehr einsichtig. Nur in Einzelfällen musste die Bundespolizei zur konsequenten Durchsetzung der Regeln hinzugezogen werden. Damit bestätigt die Praxis in Bus und Bahn auch die Umfrageergebnisse unter DB-Fahrgästen. Über 90 Prozent der Kund:innen des Fernverkehrs hatten sich nach jüngsten Erhebungen positiv über die Einführung der 3G-Regeln geäußert.

„Die neue 3G-Regel wird durch die Fahrgäste begrüßt und breit akzeptiert. Das zeigen unsere Kontrollen. Das ist ein wirklich gutes Signal, sowohl für die Pandemie-Bekämpfung als auch für unsere Mitarbeitenden in den Zügen. Auch für sie ist diese vierte Welle einmal mehr ein enormer Kraftakt“, sagt Hans-Hilmar Rischke, Leiter Konzernsicherheit der Deutschen Bahn.

Darüber hinaus setzt die Deutsche Bahn weiter ihr umfassendes Hygiene- und Schutzpaket um:

  • Im Fernverkehr baut die DB das Zug- und Sitzplatz-Angebot kontinuierlich weiter aus und wird ab Mitte Dezember über 50.000 Sitzplätze mehr als im Vorjahr anbieten.
  • Fahrgäste können sich über die voraussichtliche Auslastung der Fernverkehrszüge über bahn.de und die App DB Navigator informieren.
  • Während der Fahrt unterstützen Zugbegleiter:innen und Kundenbetreuer:innen die Fahrgäste dabei, sich bestmöglich im Zug zu verteilen.
  • Fernverkehrszüge reinigt die DB während der Fahrt weiterhin doppelt so häufig wie vor der Pandemie.
  • Weiterhin gilt Maskenpflicht an Bord aller Züge.
Löschzug an der Einsatzstelle© Bernd Günther

Zehn Tipps für eine sichere Adventszeit

26. November 2021/in Panorama

BERLIN (PM). Die Feuerwehren in Deutschland informieren zu diesem ersten Adventswochenende über die Brandrisiken in der Vorweihnachtszeit: „Unachtsamkeit etwa beim Umgang mit dem Adventskranz ist in dieser Zeit eine der häufigsten Ursachen für Zimmer- und Wohnungsbrände“, erklärt Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

Er appelliert an die Umsicht der Bürger, Feuergefahren zu minimieren: Jedes Jahr ereignen sich in Deutschland in der Adventszeit zahlreiche Brände, die durch den sorgsameren Umgang mit Kerzen vermieden werden könnten.

Hier die zehn Tipps des DFV für eine sichere Adventszeit:

  1. Lassen Sie Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen: Unachtsamkeit ist die Brandursache Nummer eins! Lassen Sie vor allem Kinder nicht mit offenen Flammen alleine. Vielfach konnte keine Brandschutzerziehung in Präsenz etwa in Kindergärten durchgeführt werden – sprechen Sie mit Kindern stets über das richtige Verhalten im Umgang mit Kerzen.
  2. Auch wenn man sie häufiger als sonst verwendet und griffbereit haben möchte: Bewahren Sie Streichhölzer und Feuerzeuge an einem kindersicheren Platz auf.
  3. Stellen Sie Kerzen nicht in der Nähe von brennbaren Gegenständen (Geschenkpapier, Vorhang) auf. Auch beim zusätzlichen Lüften sollte der Standort der Kerzen sicher sein.
  4. Kerzen gehören immer in eine standfeste, nicht brennbare Halterung.
  5. Entzünden Sie Kerzen am Weihnachtsbaum von oben nach unten; löschen Sie sie in umgekehrter Reihenfolge ab.
  6. Löschen Sie Kerzen an Adventskränzen und am Weihnachtsbaum rechtzeitig, bevor sie heruntergebrannt sind: Tannengrün trocknet mit der Zeit aus und wird zur Brandgefahr.
  7. Wenn Sie echte Kerzen entzünden, stellen Sie ein entsprechendes Löschmittel (Wassereimer, Feuerlöscher, Feuerlöschspray) bereit.
  8. Achten Sie bei elektrischen Lichterketten darauf, dass Steckdosen nicht überlastet werden. Die elektrischen Kerzen sollten ein Prüfsiegel tragen, das den VDE-Bestimmungen entspricht.
  9. Wenn es brennt, versuchen Sie nur dann die Flammen zu löschen, wenn dies ohne Eigengefährdung möglich ist. Ansonsten schließen Sie möglichst die Tür zum Brandraum, verlassen (mit Ihrer Familie) die Wohnung und alarmieren die Feuerwehr mit dem Notruf 112.
  10. Rauchwarnmelder in der Wohnung verringern das Risiko der unbemerkten Brandausbreitung enorm, indem sie rechtzeitig Alarm geben. Die kleinen Lebensretter gibt es günstig im Fachhandel oder beim Versandhaus des Deutschen Feuerwehrverbandes unter www.feuerwehrversand.de.
BBK und THW bieten Bundesländern Unterstützung in Pandemie – KTW MTF© Bernd Günther / BG-PRESS.de

BBK und THW bieten Bundesländern Unterstützung in Pandemie

17. November 2021/in Panorama

BONN (PM). Die Präsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Armin Schuster, und des Technisches Hilfswerks, Gerd Friedsam, haben heute den Bundesländern gemeinsam angeboten, in der sich aktuell zuspitzenden Lage in der Pandemie zur Bewältigung auch die Unterstützungsmöglichkeiten des Bundes anzufordern.

Armin Schuster: „Wir sind der tiefen Überzeugung, dass die Krisenbewältigung eine gemeinschaftliche Aufgabe zwischen Bund und Ländern ist. Deshalb bieten wir den Ländern nun alle zur Verfügung stehenden Mittel zur Bewältigung der 4. Welle der Corona-Pandemie an. Das BBK tut das vor allem über die Einsatzkoordination von Engpassressourcen bei der Verlegung von Intensivpatienten und mit Bundesressourcen für mobile Einheiten wie etwa Großraumzelte oder Impfcontainer, die für Betreuung und medizinische Hilfe im Kriegsfall vorgehalten werden. Sofern wir nun alle gemeinsam unsere zur Verfügung stehenden Kräfte und Mittel gezielt und planvoll zum Einsatz bringen, können gerade die Bevölkerungsschützer, die Hilfsorganisationen, das THW, aber auch die Feuerwehren einen weiteren existentiellen Beitrag zur Bewältigung dieser riesigen Herausforderung leisten.“

Einsatzkoordination von Engpassressourcen

Bund und Länder haben das Konzept der Kleeblätter entwickelt. Innerhalb dieser Gebiete verlegen sie bei Bedarf Intensivpatienten. Das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum (GMLZ) von Bund und Ländern im BBK unterstützt bei der bundesweiten Verlegung von Intensivpatienten über die Grenzen der Kleeblattbereiche hinaus. Auf Anfrage vermittelt das Lagezentrum Intensivtransporthubschrauber, Ambulanzflugzeuge und MedEvak-Flugzeuge. Das System hat sich etabliert und ist bereits im vergangenen Winter zum Einsatz gekommen.

Um Lastspitzen bei der Bereitstellung von Infrastruktur zum Impfen kurzfristig abdecken zu können, kann der Bund mobile Betreuungsmodule des Pilotprojektes „Labor Betreuung 5000“ bereitstellen. Das BBK entwickelte das Projekt nach der Flüchtlingskrise gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz als Hauptprojektpartner und den weiteren Hilfsorganisationen entwickelt. Dazu gehören etwa Großraumzelte, mobile Arztpraxen und Multifunktionszellen (Container mit kompletter Infrastruktur wie Strom).

Auch die Geräte und Materialien der 61 Medizinischen Task Forces (MTF) des Bundes stehen für den Einsatz gegen die Pandemie zur Verfügung. Krankenwagen und Gerätewagen Sanität der MTF des Bundes können durch Länder und Kreise beispielsweise eingesetzt werden für den Aufbau von mobilen Impf- und Teststellen.  Insgesamt sind es rund 966 Krankenwagen und 464 Gerätewagen Sanität, die den Ländern für den Einsatz bereitstehen.

THW stellt Logistik und Personal zur Verfügung

Das Technische Hilfswerk bietet Unterstützungsleistung für den (Wieder-)Aufbau von Impfzentren, Corona-Teststationen und Hygienestationen. Außerdem werden mobile Impfstationen durch das THW aufgebaut, um die Impfkapazitäten wieder hochzufahren. Krankenstationen, Alten- und Pflegeheime sollen aus- und umgebaut werden.

 

Katastrophenschutz Update© Bernd Günther / BG-PRESS.de

Katastrophenschutz braucht dringend ein Update

12. November 2021/in Niedersachsen, Panorama

MÜNSTER (PM). Zur Bewältigung von Katastrophen wie nach dem Starkregen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen müssen die organisatorischen Strukturen in Deutschland künftig deutlich modifiziert werden. Auch muss das Führungssystem und dessen Ausstattung aktualisiert und internationalen Standards angepasst werden.

Das sind zwei der ersten Ergebnisse der mehr als 60-köpfigen Expertenkommission „Starkregen“, die von der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Feuerwehrverband (DFV) mit der Aufarbeitung des Gesamteinsatzes im Sommer beauftragt wurde. Der Expertenkommission gehören neben Angehörigen von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr, Polizei, Behörden und Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz und den Johannitern auch Wissenschaftler verschiedener Hochschulen an. In einer ersten Zusammenfassung haben die Kommissionsmitglieder 15 wichtige Punkte als Erkenntnisse aus dem Einsatzverlauf aufgelistet.

„Die Problematik zieht sich, wie die ersten Untersuchungen ergeben, quer durch alle Organisationen und über alle administrativen Ebenen hinweg“, sagt Dr. Ulrich Cimolino, Vorsitzender der Kommission und Branddirektor in Düsseldorf. „Eine detaillierte Umfrage unter allen Einsatzkräften gibt uns schon jetzt erste wertvolle Erkenntnisse.“ Fast 2.500 Helferinnen und Helfer haben an der Erhebung teilgenommen, mit deren Hilfe Schwachstellen analysiert und Verbesserungspotenzial identifiziert werden soll. „Eine weitere wichtige Erkenntnis: 90 Prozent der Einsatzkräfte kommen aus dem Ehrenamt“, berichtet Cimolino. „Obwohl Ausmaß und Komplexität solcher Lage nicht zum ersten Mal aufgetreten sind, waren es für die einzelnen Einsatzkräfte meistens unbekannte Ereignisse, die sie nur sehr selten – oder nie – erleben“, so Cimolino weiter. „Auch deshalb sind solche Ereignisse auch nur selten Gegenstand von Einsatzplanung und Ausbildung. Das aber hat sich jetzt als Fehler erwiesen.“

Laut Umfrage der Expertenkommission hatten rund zwei Drittel der Einsatzkräfte eine derartige Großschadenslage noch nie erlebt. Wer jedoch schon Erfahrungen mit ähnlichen Katastrophen hatte, bemängelte in der Befragung, dass es seit dem letzten Ereignis für die Einsatzkräfte keine durchgängige Verbesserung der Schwachstellen gegeben habe. Als vermutete Gründe wurden mangelnde Mittel und mangelndes Interesse der Politik angegeben. „Das Interesse ist nur temporär vorhanden und nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung verschwunden“, lautete ein Argument.

Schlechte Noten bekamen bei den Einsatzkräften auch die Kommunikationsmittel und -möglichkeiten. Eine eher negative Rolle spielte dabei auch das oft nach kurzer Zeit und dann mitunter für viele Stunden oder mehrere Tage ausgefallene Digitalfunknetz der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Ebenso wurden eine mangelnde Geländegängigkeit mit nicht ausreichender Wasser-Durchfahrtsfähigkeit sowie teils unzureichende Motorisierung von Einsatzfahrzeugen auch des Katastrophenschutzes bemängelt. Dazu kommen immer mehr Probleme mit fehlender Wartungsfreundlichkeit und mangelnder Robustheit insbesondere moderner Fahrgestelle. Kritik gibt es auch am Einsatz der Hubschrauber. Dabei geht es unter anderem um die Verfügbarkeit, Leistungs- und Multirollenfähigkeit. Sowohl bei den Hubschraubern als auch bei den im Schnitt gut bewährten Drohnen müsse es nach Einschätzung der Aktiven Verbesserungen geben.

Neben den zahlreichen Schwachstellen bei dem Einsatz werden aber auch positive Aspekte genannt. Dazu gehört unter anderem die unkomplizierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Hilfsorganisationen und vor allem mit den vielen privaten Helfern und Anwohnern. Allerdings müsse die Einbindung privater Helfer und Firmen noch deutlich optimiert werden.

„Wir werden die Ergebnisse und Erfahrungen in den kommenden Wochen und Monaten sorgfältig auswerten und die detaillierten Ergebnisse im kommenden Jahr präsentieren“, sagt vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner. „Deutlich wird schon jetzt, dass viele Erkenntnisse nicht neu sind. Die Lehren der Vergangenheit wurden nur nicht oder zu wenig umgesetzt.“ Für ein echtes „Lessons Learnt“ gelte es, tragfähige Strukturen zu bilden und zu leben“, so Aschenbrenner. DFV-Präsident Karl-Heinz Banse sieht in der Arbeit der Expertenkommission eine wertvolle Unterstützung und Entscheidungsgrundlage auch für Entscheidungen in der Politik. „Wir haben die Fachleute in unseren Reihen, wir haben das Know-how – leider fehlt neben den technischen Mitteln häufig auch die politische Unterstützung. Sie darf nicht immer erst kommen, wenn etwas passiert ist“, so Banse.

Erste Ergebnisse aus der Befragung von Einsatzkräften

Fast 2.500 Einsatzkräfte haben die rund 60 Fragen zu ihren Erfahrungen, Problemen und Verbesserungsvorschlägen im Zusammenhang mit der Starkregenkatastrophe beantwortet. Die Auswertung zeigt, dass viele Erfahrungen nicht neu sind – die Lehren und Erkenntnisse wurden nur nicht oder nur unzureichend umgesetzt. Die ausführlichen Ergebnisse werden zur Jahresfachtagung der vfdb in Würzburg im Mai und zur INTERSCHUTZ/29. Deutscher Feuerwehrtag in Hannover im Juni 2022 erwartet. Für die zweite Jahreshälfte 2022 ist außerdem ein Buch zum Umgang mit dynamischen Schadenslagen am Beispiel der Starkregenlage aus dem Juli 2021 geplant.

Hier die 15 „Big Points“:

  1. 90 Prozent der Einsatzkräfte kamen aus dem Ehrenamt Das unterstreicht die Bedeutung ehrenamtlicher Strukturen für eine schnelle, flächendeckende und tief reichende Gefahrenabwehr in Deutschland und stellt die Bedeutung der Ehrenamtsförderung deutlich heraus.
  2. Das Führungssystem und die Führungsausstattung (insbesondere oberhalb der Ebene „Zug“) im operativen Bereich sind zu aktualisieren und internationalen Standards anzupassen.
  3. Ein Führungssystem im administrativen Bereich ist bis auf die Gemeindeebene zu etablieren (vgl. Nordrhein-Westfalen).
  4. Führung verlangt auf allen Ebenen ausreichend viel gut ausgebildetes und trainiertes Personal (auch im Hinblick auf Schichtfähigkeit).
  5. Die Einbindung und Steuerung von Spontanhelfern als auch privater Ressourcen ist zu realisieren und im Vorfeld zu planen und zu üben.
  6. Die technische Kommunikation ist zu härten und es sind Redundanzen zu schaffen. Sie ist dem Kommunikationsbedarf in Quantität (z.B. Datenvolumen) und Qualität (z.B. Messengerdienste) anzupassen.
  7. Die Medienarbeit ist – insbesondere für Feuerwehren und Hilfsorganisationen – zu optimieren.
  8. Die Fahrzeug- und Gerätetechnik ist zu erwartenden Schadenslagen (Überflutungen aber auch Waldbrand etc.) anzupassen, insbesondere in puncto:
    • Bessere Robustheit
    • Bessere Geländegängigkeit, -fähigkeit sowie Wat- bzw. Wasserdurchfahrtsfähigkeit
    • Bessere und mehr Boote und Wasserrettungskomponenten
    • Schmutzwasserpumpen
    • Geeignetere und mehr Persönliche Schutzausrüstung, etc.
  1. Die Versorgungs- und Durchhaltefähigkeit ist zu stärken, und die Konzepte zur Etablierung entsprechender Strukturen im Einsatzraum sind anzupassen.
  2. Der Einsatz von Luftfahrzeugen (inkl. Drohnen) ist einheitlich zu regeln und auszubilden. Es sind leistungsfähige Zivilschutzhubschrauber in ausreichender Anzahl zu beschaffen und vorzuhalten. Die Kostenfrage ist aufgrund häufig organisations- und bundeslandübergreifender Einsätze einheitlich zu klären.
  3. Die Ausbildung in der Abwehr dynamischer Lagen ist insbesondere für Führungskräfte zu verbessern. Einsatzkräfte sind intensiver auf spezifische Lagen (Wassergefahren, Waldbrand etc.) zu trainieren.
  4. Der Umgang mit Spenden muss konzeptionell geregelt und frühzeitig kommuniziert werden.
  5. Die Brandschutz-/Rettungsdienstbedarfsplanung ist auf eine allgemeine Gefahrenabwehrbedarfsplanung zu erweitern.
  6. Tragfähige Strukturen für ein echtes „Lessons Learnt“ sind zu bilden und zu leben.
  7. Erkannte Forschungs- und Innovationsbedarfe sind in zukünftigen Förderprogrammen zu berücksichtigen.
Polarlichter am Himmel

Polarlichter bis nach Deutschland

29. Oktober 2021/in Panorama

BONN (ots). Ein starker Ausbruch auf der Sonne lässt die Chancen auf Polarlichter bis in unsere Breiten deutlich steigen. Das Wetter ermöglicht regional eine Beobachtung der Nordlichter. „Blackout“: Starke Ausbrüche auf der Sonne können weitreichende Folgen für unsere technische Infrastruktur haben. Was uns genau erwartet, erklärt Björn Goldhausen.

Starke Sonneneruption

Am Donnerstagabend hat es auf der Sonne einen starken Plasmaausbuch gegeben. „Nach derzeitigem Stand fand die Eruption und der damit verbundene Masseauswurf genau Erdgerichtet statt. Je nach Geschwindigkeit der Plasmawolke wird diese im Zeitfenster vom späten Freitagabend bis Samstagabend die Erde erreichen. Die Chancen Polarlichter bis in mittlere Breiten zu sehen, steigen somit deutlich an und sind so gut wie schon lange nicht mehr“, erklärt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

In der Osthälfte anfangs klarer Nachthimmel

Der Himmel bietet jedoch nicht überall ideale Voraussetzungen, die Nordlichter auch zu sehen. Der Meteorologe erläutert die Aussichten: „Das Wetter spielt leider längst nicht in allen Landesteilen mit. Die Nacht zum Samstag beginnt noch verbreitet klar. Im Verlauf ziehen im Westen allerdings schon dichte Wolken auf und gegen Morgen regnet es im Südwesten sogar etwas. Von der Ostsee bis zum Alpenrand bleibt der Himmel jedoch meist klar. In der Nacht zum Sonntag schwinden die Chancen, Polarlichter zu Gesicht zu bekommen, denn dann ziehen auch im Osten immer wieder dichte Wolken durch. Dort wird der Blick auf den Sternenhimmel aber zwischenzeitlich auch frei. In der Westhälfte bleibt der Himmel hingegen meist komplett wolkenverhangen.“

Neuer Sonnenzyklus beginnt

Der aktuelle Ausbruch auf der Sonne erreichte knapp eine Stärke der höchsten Kategorie X. Erst im Sommer 2021 gab es den letzten Ausbruch mit einer ähnlichen Stärke. Er sorgte für einen rund einstündigen Ausfall des GPS-Systems und stundenlange Störungen im Radioempfang. „Anders als diesmal ereignete sich der Ausbruch im Sommer allerdings am Rand der Sonne und war nicht genau erdgerichtet“, so Goldhausen. Beide Ausbrüche kennzeichnen die „wiedererwachende Sonne“. War es auf unserem Fixstern bis Ende 2019 eher ruhig, so nimmt die Aktivität seitdem wieder zu. Der Höhepunkt des aktuellen Sonnenzyklus wird im Sommer 2025 erwartet. Experten gehen allerdings von einem eher schwachen Zyklus aus.

Blackout: Strahlung für Technik gefährlich

„Doch keine Panik: Uns Menschen bereitet die Strahlung direkt keine Probleme. Unser Schutzschild, das Magnetfeld, ist auf Zack und spannt sich wie ein Wächter im All um die Erde“, beruhigt der Pressesprecher von WetterOnline. Problematischer sieht es für Astronauten und Piloten aus, denn diese sind teils massiver Strahlung ausgesetzt. Wie groß die Auswirkungen diesmal auf technische Systeme wie GPS oder den Radioempfang sein werden, bleibt abzuwarten. „Sehr schwere Ausbrüche, zu denen dieser aber nicht zählt, sind durchaus in der Lage für großflächige und langanhaltende Stromausfälle zu sorgen – im Extremfall weltweit“, sagt Goldhausen.

Tanken in Bremen am teuersten – Tanken zu teuer

Tanken in Bremen am teuersten

19. Oktober 2021/in Panorama

MÜNCHEN (PM). Mit 1,557 Euro pro Liter wurde gestern ein neues Allzeithoch beim Diesel im bundesweiten Tagesschnitt erreicht. Super E10 steigt ebenfalls weiter, im bundesweiten Mittel auf 1,670 Euro je Liter. Erhebliche Preisunterschiede gibt es beim Tanken zwischen den Bundesländern. Das ergibt eine aktuelle ADAC Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen (Momentaufnahme von 11 Uhr).

So müssen Verbraucher an den Zapfsäulen in Bremen am meisten bezahlen: Der Preis für einen Liter Super E10 liegt hier derzeit bei 1,725 Euro. Für einen Liter Diesel werden in der Hansestadt 1,597 Euro fällig. Auf den Spitzenreiter folgt Sachsen-Anhalt mit 1,705 Euro je Liter Benzin und 1,579 Euro beim Diesel.

Am günstigsten ist das Tanken von Benzin derzeit in Bayern mit 1,656 Euro pro Liter – und damit knapp sieben Cent günstiger als in Bremen. Knapp hinter dem Freistaat liegt Hamburg: Fahrer von Benziner-Pkw zahlen hier mit 1,659 Euro nur unmerklich mehr. Den dritten Platz bei E10 belegt Rheinland-Pfalz (1,670 Euro).

Beim Diesel sind die Stadt-Staaten Hamburg und Berlin mit 1,547 bzw. 1,553 Euro pro Liter am günstigsten. Auch Bayern reiht sich hier wieder mit 1,554 Euro ein. Knapp dahinter liegt Mecklenburg-Vorpommern (1,556 Euro).

Gerade vor dem Hintergrund der hohen Kraftstoffpreise sollten Verbraucher nach Empfehlung des ADAC Möglichkeiten konsequent nutzen um günstig zu tanken. Unkomplizierte und schnelle Hilfe bekommt man mit der Smartphone-App „ADAC Spritpreise“. Neben den aktuellen Kraftstoffpreisen bietet die App eine Punkt-zu-Punkt-Navigation und eine detaillierte Routenplanung. Daneben erleichtern aktuelle Informationen zum Verkehrsfluss Autofahrern die Fahrt zur günstigsten Tankstelle. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

Flughafen Köln/Bonn

Kooperation mit Flughafen Köln/Bonn und THW stärkt Auslandslogistik

14. Oktober 2021/in Panorama

Köln/Bonn. Heute unterzeichneten die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) und die Flughafen Köln/Bonn GmbH eine Kooperationsvereinbarung für künftige THW-Einsätze. Damit baut das THW seine Kapazitäten im Logistikbereich weiter aus. „Die Kooperation mit dem Flughafen Köln/Bonn ist ein logischer Brückenschlag, nachdem das THW im Juni 2021 sein neues Logistikzentrum in Hilden (Nordrhein-Westfalen) eröffnet hat, um seine Logistikkompetenz für In- und Auslandseinsätze zu bündeln“, so Präsident Gerd Friedsam bei der Vertragsunterzeichnung.

Wenn die Bundesregierung beim nächsten internationalen Hilfeersuchen das THW mit einer seiner Schnell-Einsatz-Einheiten ins Ausland entsendet – wie etwa im August 2020 die SEEBA (Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland) nach Beirut – dann kommt das Material künftig von Hilden über den Flughafen Köln/Bonn ins jeweilige Einsatzgebiet. „Als bedeutendes Luftverkehrs-Drehkreuz in NRW mit herausragender Stellung im Bereich der Luftfracht in Europa ist der Flughafen dafür prädestiniert, das THW in Zukunft bei seinen Einsätzen schnell und effizient zu unterstützen. Wir freuen uns, dem THW künftig bei seinen wichtigen Aufgaben partnerschaftlich zur Seite zu stehen“, sagt Flughafenchef Johan Vanneste. „Damit im Einsatzfall alles möglichst reibungslos klappt, sind Kooperationen, wie mit dem Flughafen Köln/Bonn, vorab bis ins Detail geregelt“, so THW-Präsident Gerd Friedsam heute bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung mit der Flughafen Köln/Bonn GmbH.

Nach dem Umzug von Heiligenhaus (und sukzessive auch vom Zentrallager für Auslandslogistik/Mainz) in das moderne, brandneue Logistikzentrum Hilden sowie durch die Kooperation mit dem Flughafen Köln/Bonn ist das THW im Bereich Logistik künftig noch besser aufgestellt. Hilden bietet Platz für 8.500 Euro-Paletten Einsatzausstattung, Geräte und Werkzeuge auf einem 42.000 m2 großen Gelände. Ein Team aus haupt- und ehrenamtlichen Logistikspezialisten und -spezialistinnen steht bereit, um benötigte Technik zusammenzustellen, zu verpacken und mit Zoll-Papieren zu versehen. Künftig geht es dann von Hilden über Köln/Bonn zu allen möglichen Einsatzorten der Welt. Das zugehörige THW-Team wird ebenfalls über den Flughafen Köln/Bonn, aber auch weiterhin über den Flughafen Frankfurt/Main entsendet.

Zusätzlich genehmigte der Deutsche Bundestag dem THW kürzlich den Aufbau von vier weiteren, über Deutschland verteilten Logistikzentren (LogZ) als Konsequenz aus den Engpässen zu Beginn der Corona-Pandemie. Deren Aufbau wird zwar noch Zeit in Anspruch nehmen, doch dann lagern auch hier Hilfsgüter sowie Material für THW-Notfalleinsätze.

Das THW ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit knapp 80.000 Ehrenamtlichen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.

Grösster Einsatz des THW

Flutkatastrophe: Größter Einsatz in THW-Geschichte mit 14.849 Einsatzkräften

11. Oktober 2021/in Panorama

Bonn/Ahrweiler (PM). Zwölf Wochen Einsatz in den Flutgebieten liegen hinter den Helferinnen und Helfern der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW). In dieser Zeit haben sie Menschen und Sachwerte gerettet, Häuser und Straßen geräumt und wichtige Infrastruktur wiederaufgebaut. THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner ist stolz auf die Ehrenamtlichen: „Ich danke allen 14.849 THW-Kräften, die aus ganz Deutschland gekommen sind, um wochenlang zu helfen. Ihr langfristiges und professionelles Engagement macht diesen Einsatz zum größten in der 71-jährigen THW-Geschichte.“ 

Der THW-Einsatz nach Sturmtief Bernd umfasst mittlerweile circa 2,2 Millionen Einsatzstunden und übersteigt damit die der vergangenen Großeinsätze nach den Hochwassern 2002 und 2013. Er bildet das umfangreiche und vielseitige Leistungsspektrum des THW ab. Vom Räumen bis zur Trinkwasserversorgung – alle 25 Fachgebiete des THW waren im Einsatz gefragt. In den ersten Tagen der Katastrophe lag der Fokus vor allem auf Rettung und Pumparbeiten. Als die Pegel sanken, waren die Helferinnen und Helfer bei kräftezehrenden Räum- und Infrastrukturarbeiten gefragt.

Die Strom- und Wasserversorgung wiederherzustellen, hatte an vielen Orten oberste Priorität. THW-Kräfte bereiteten an vier Orten im Ahrtal Trinkwasser auf und versorgten die Bevölkerung. Gleichzeitig arbeiteten sie eng mit örtlichen Stromversorgern zusammen, um das Netz schnellstmöglich zumindest provisorisch wiederaufzubauen. Seit einigen Wochen liegt ein besonderer Fokus des THW darauf, Verkehrswege und Infrastruktur wiederherzustellen.

„Kleine und große Brücken geben der Bevölkerung und auch den Helfenden vor Ort ein Stück Normalität zurück, die diese dringend brauchen“, erklärt THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner. Sechs Fußgehenden- und vier Fahrzeugbrücken des THW sind bereits eröffnet. Weitere 12 Brücken sind im Ahrtal für die nächsten Wochen geplant. Auch nach rund 2,2 Millionen Einsatzstunden ist der Einsatz für das THW noch nicht vorbei.

Großeinsätze misst das THW mit drei Parametern: Anzahl der Einsatzstunden, der Einsatzkräfte und der eingesetzten Ortsverbände. Bis zu diesem Einsatz forderte die Elbflut 2002 die meisten Einsatzstunden und -kräfte in der THW-Geschichte, das Hochwasser an Donau und Elbe 2013 die meisten Ortsverbände. Nach der aktuellen Flutkatastrophe überstieg der Einsatz sowohl die Rekordwerte der Einsatzstunden als auch die der Ortsverbände. Dass die Anzahl der Einsatzkräfte geringer ist als bei beiden Großeinsätzen zuvor, zeigt, dass viele Ehrenamtliche langfristig, zum Teil über Wochen vor Ort halfen.

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