BERLIN / AHRWEILER (PM). Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) baut in der Gemeinde Mayschoß im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz eine temporäre Kläranlage. Diese soll in den kommenden zwei Jahren die Abwasseraufbereitung im Ahrtal sichern. „Die Hochwasser-Katastrophe Mitte Juli hat viele Klärwerke im Ahrtal komplett zerstört, der Großteil des Abwassers fließt aktuell ungeklärt in die Ahr, was ein erhebliches Seuchenpotenzial bietet. Ein Wiederaufbau der Infrastruktur wird lange Zeit in Anspruch nehmen. Mit der temporären Kläranlage können wir die Abwasseraufbereitung in der Region nun schnell wiederherstellen. Dadurch wird die Gefahr einer Ausbreitung von Krankheiten und Umweltschäden gemindert – Schritt für Schritt können die betroffenen Menschen somit ein bisschen Normalität zurückgewinnen“, sagt DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt.
Die Kläranlage besteht aus sieben Tanks mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 334.500 Litern. Für die Behandlung von Fäkalschlamm als Teil des Abwasserstroms werden zudem Belüfter, Impulsrührer, ein Labor, eine UV-Desinfektionsanlage sowie Filter und Pumpen installiert. Zunächst kann damit das Abwasser der Bevölkerung in Mayschoß (rund 600 Personen) aufbereitet werden. Die Kläranlage kann bei Bedarf erweitert werden, um noch mehr Haushalte an das Abwassernetz anzuschließen. Die chemisch-biologischen Prozesse sind dieselben wie in jedem normalen Klärwerk. Die in Mayschoß errichtete Kläranlage besteht zudem aus stabilem, katastrophentauglichem Material. „Ursprünglich wurde die Anlage in Koordination mit der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) für einen Einsatz im Ausland konzipiert. Dass sie nun erstmals im Inland gebraucht werden würde, hätte wohl niemand für möglich gehalten. Das zeigt, dass solche Katastrophen überall auftreten können – auch vor der eigenen Haustür“, sagt Hasselfeldt. Finanziert wurden die Kläranlagemodule im Wert von 400.000 Euro vom Auswärtigen Amt, das das DRK normalerweise bei der humanitären Hilfe im Ausland unterstützt. Um wieder für die Auslandsarbeit einsatzklar zu sein, wird die komplexe Anlage nun aus den eingehenden Spenden nachbeschafft.
Nach der Hochwasser-Katastrophe halten die Hilfsmaßnahmen des DRK in den betroffenen Gebieten an. Insgesamt sind immer noch mehr als 1.200 Helferinnen und Helfer des DRK aus dem ganzen Bundesgebiet in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im Einsatz – die meisten davon ehrenamtlich.
Das DRK bittet um Spenden für die betroffenen Menschen:
IBAN: DE63370205000005023307
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Hochwasser
FRANKFURT AM MAIN (PM – Auszug). Die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben mit großer Mehrheit für einen Arbeitskampf bei der Deutschen Bahn gestimmt. In einer geheimen Briefwahl votierten satte 95 Prozent bei der Urabstimmung mit JA. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 70 Prozent. „Wir haben mit großer Zustimmung und einem hohen Rücklauf gerechnet, das Ergebnis hat unsere Erwartungen jedoch noch übertroffen“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky bei der Ergebnisverkündung in der Pressekonferenz am 10. August 2021 in Frankfurt.
Auch viele Beamte und Kollegen aus den DB-Unternehmen, in denen die GDL keine Urabstimmung durchgeführt hat, haben ihre Solidarität bekundet. Von diesen Antworten unterstützen 97 Prozent den Kurs der GDL. „Wir möchten uns an dieser Stelle recht herzlich bei unseren Mitgliedern bedanken. Ohne diesen Rückhalt wären wir nicht das, was wir sind“, versicherte Weselsky.
Streiks vom bis 10. bis 13. August 19 Uhr
Die GDL sieht das eindeutige Votum als Auftrag und ruft daher ihre Mitglieder bei der Deutschen Bahn zum Arbeitskampf auf
im Güterverkehr ab dem 10. August 19 Uhr und
im Personenverkehr und der Infrastruktur ab 11. August 2 Uhr
Der Arbeitskampf endet am 13. August um 2 Uhr.
„Gemessen an der Stimmung in der Belegschaft könnte der Streik gar nicht lange genug dauern“, so der GDL-Bundesvorsitzende. Mit diesem Zeitfenster versucht die GDL jedoch den Ferien- und Wochenendverkehr nicht zu stark zu beeinträchtigen.
BONN/SCHULD (PM). Es fließt wieder Trinkwasser durch die Leitungen des stark vom Unwetter getroffenen Ortes Schuld (Rheinland-Pfalz). Das Technische Hilfswerk (THW) ersetzt damit bereits seit dem 26. Juli die zerstörte Infrastruktur. Die Helferinnen und Helfer nutzen eine Trinkwasseraufbereitungsanlage, um Wasser zu säubern, und speisen es in vorhandene Leitungen ein. „Eine funktionierende Versorgung ist essenziell für die Bevölkerung. Mit unseren THW-Aufbereitungsanlagen können wir so lange Trinkwasser liefern, bis die örtlichen Wasserversorger wieder übernehmen können“, sagt THW-Präsident Gerd Friedsam.
Die Pumpanlagen in Schuld wurden von den Fluten zerstört und müssen neu aufgebaut werden. Mit seinen Fachgruppen Trinkwasserversorgung hat das THW daher eine Aufbereitungsanlage mit dazugehörigem Labor aufgebaut. Die THW-Kräfte gaben das Wasser zunächst direkt an die Bevölkerung ab – dank der direkten Einspeisung kommt es jetzt auch wieder aus der Leitung. „Wir wollen wieder eine gewisse Normalität für die Bevölkerung erreichen. Die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung ist ein wichtiger Meilenstein“, betont Friedsam weiter.
Die Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA) vom Typ UF15 filtert ultrafein und bereitet bis zu 15.000 Liter Wasser in einer Stunde auf. Es handelt sich dabei um Wasser aus der Ahr, das ein mehrstufiges Verfahren durchläuft, bis klares und reines Wasser in das Versorgungsnetz fließt. In der Vorfiltration werden grobe Verunreinigungen entfernt, danach folgt eine Aktivkohlefilterung und im Anschluss wird Chlor zugesetzt. Zum Schluss werden Mikroorganismen, wie Keime und Viren, mittels UV-C Bestrahlung unschädlich gemacht. Das aufbereitete Wasser entspricht den Anforderungen der Deutschen Trinkwasserverordnung. Das wird vor Abgabe an die Bevölkerung in einem mobilen THW-Labor und durch das Gesundheitsamt getestet und bestätigt.
Bonn (PM). Bald ist es soweit: Das Technische Hilfswerk (THW) stellt noch in dieser Woche in Bad Neuenahr eine Behelfsbrücke über die Ahr fertig. Auch vorher verbindet die Fähre „Ahrida“ schon die beiden Seiten des Flusses Ahr. Einsatzkräfte des THW hatten sie ursprünglich für den Aufbau der Brücke installiert. Mittlerweile ist sie aber zum wichtigen Überweg für die Menschen vor Ort geworden.
Es ist eigentlich nur ein kleines Boot, das derzeit zum wichtigen Rückgrat des Personenverkehrs in der Stadt an der Ahr geworden ist. Ursprünglich hatten es die Einsatzkräfte des THW benutzt, um Material für den Brückenbau zu transportieren. Schnell erkannten sie jedoch, dass es für Fußgängerinnen und Fußgänger nicht genügend Möglichkeiten gibt, den Fluss zu überqueren. Kurzerhand funktionierten sie ihre Einsatz-Fähre um und tauften sie „Ahrida“. Bis zu 300 Personen transportiert das Wasserfahrzeug täglich. Hinzu kommen unzählige Haustiere und Fahrräder. An den improvisierten Haltestellen können sich die Fahrgäste niederlassen, Kaffee trinken und auf ihre Überfahrt warten. Die Zugänge zu diesen Haltestellen wurden auch vom THW errichtet. „Uns geht es darum, die nötigste Infrastruktur wiederaufzubauen. Unsere Einsatzkräfte arbeiten mit Hochdruck daran. In der Zwischenzeit sind sie kreativ und finden flexible Lösungen vor Ort. Die Fähre ist ein gutes Beispiel dafür“, sagte THW-Präsident Gerd Friedsam.
In den nächsten Tagen wird die kleine Fähre Ahrida einen großen Nachbarn bekommen. Die Brücke über die Ahr ist fast fertiggestellt und wird auch für Fahrzeuge wieder einen Weg über den Fluss bieten. Stück für Stück entstehen wieder mehr Verkehrswege im betroffenen Gebiet. „Ich möchte an dieser Stelle unseren ehren- und hauptamtlichen Einsatzkräften noch einmal sehr herzlich danken. Für ihr Engagement, ihre Kreativität und ihre Hilfsbereitschaft“, so Friedsam abschließend.
BONN (PM). Die Spezialisten und Spezialistinnen des Technischen Hilfswerks (THW) bauen unermüdlich weiter an der Brücke in Bad Neuenahr. „Wir wollen gemeinsam mit den Betroffenen eine sinnbildliche Brücke in Richtung Wiederaufbau errichten. Ich bin stolz und dankbar, dass die Einsatzkräfte vor Ort weiterhin alles geben und mit einem solchen Engagement ans Werk gehen“, berichtet THW-Präsident Gerd Friedsam über den Fortschritt der Fachgruppe Brückenbau. Seit Samstag errichtet diese die Stahlkonstruktion für eine Behelfsbrücke über die Ahr in Bad Neuenahr.
Die Experten und Expertinnen der Fachgruppe Brückenbau bauen aktuelle eine so genannte Krupp-D-Brücke auf. Dabei handelt es sich um eine Brücke, die sogar von Schwerlastverkehr befahren werden darf. Die Einsatzkräfte werden insgesamt 6.000 Schrauben verbauen. „Die Brücke ist ein echtes Schwergewicht. Im fertigen Zustand hat sie ein Gewicht von 150 Tonnen“, erklärt Friedsam. Die Arbeiten schreiten dabei gut voran. „Wir liegen bei unserem Einsatz im Zeitplan. Jeden Tag wächst die Brücke ein Stückchen mehr – am Ende wird sie eine Länge von mehr als 50 Metern haben“, führt Friedsam weiter aus. Insgesamt dauert der Aufbau der Brücke etwa eine Woche. Die Helfenden hatten im Ahrtal intensive Erkundungen durchgeführt, um auch einen langfristigen Beitrag zum Wiederaufbau der Region zu leisten.
Die Brücke in Bad Neuenahr bildet jedoch erst den Anfang. Mindestens vier weitere Brücken im Landkreis Ahrweiler sind geplant. Sie sollen zerstörte und weggeschwemmte Brücken ersetzen. Dies kommt der Bevölkerung gleich mehrfach zugute: Einerseits erhalten die Anwohnerinnen und Anwohner wieder eine Verbindung zur jeweils anderen Seite, andererseits kann so schweres Gerät, dass für die Aufräum- und Aufbauarbeiten benötigt wird, in die betroffenen Ortschaften gebracht werden. Darüber hinaus hat das THW dadurch die Möglichkeit, noch einfacher eine vorübergehende Infrastruktur einzurichten. So werden künftig unter anderem Leitungen für Kommunikation oder Strom über die Brücke geführt.
BONN (PM). Kann ich mein Haus noch gefahrlos betreten? Diese Frage stellen sich nach der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz unzählige Menschen. Antwort darauf liefern aktuell Expertinnen und Experten des Technischen Hilfswerks (THW). So genannte Baufachberaterinnen und -berater bewerten und überwachen vielerorts einsturzgefährdete Gebäude. „Unsere Baufachberaterinnen und -berater ermitteln Schäden und Statik der betroffenen Bauten. Bei Bedarf nehmen wir dann Abstütz- und Abrissarbeiten vor“, erklärt THW-Präsident Gerd Friedsam.
Nachdem in den besonders vom Hochwasser betroffenen Landkreisen Euskirchen und Ahrweiler das Wasser größtenteils zurückgegangen ist, prüfen die Baufachberaterinnen und -fachberater des THW die Statik beschädigter Strukturen. Bei Bedarf entscheiden sie über weitere Maßnahmen wie das Abstützen oder Abreißen solcher Bauten. Die Fachberaterinnen und -fachberater bringen Expertise aus dem Bereich Bau mit. Sie haben beispielsweise eine Meisterausbildung im Baugewerbe, sind Architektinnen und Architekten oder Ingenieurinnen und Ingenieure. Zum Sondieren und Sichern setzt das THW seine Einsatzstellensicherungssysteme (ESS) ein. „Mit einem Laser und Reflektoren an verschiedenen Stellen eines betroffenen Gebäudes wird jede minimale Bewegung aufgezeichnet. So kann eine mögliche Instabilität früh erkannt werden“, erklärt THW-Präsident Gerd Friedsam. Diese Technik hat sich schon unzählige Male bewährt, wie beispielsweise 2009 nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs.
Das THW hält für weitere Maßnahmen wie Abstützen oder Einreißen Spezialistinnen und Spezialisten mit zusätzlicher Ausstattung vor. Bergungsgruppen sichern einsturzgefährdete Gebäude mit Einsatzgerüstsystemen und bewahren sie so vor der vollständigen Zerstörung. Wenn kein Erhalt der Gebäude möglich ist, reißen die THW-Fachgruppen Räumen mit Baggern und Radladern unsichere Häuser vollständig ab.
Als weitere Einsatzschwerpunkte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz versorgen THW-Helferinnen und -Helfer aktuell die Bevölkerung mit Strom, (Trink-)Wasser und Wärme. Außerdem verlagern sich die Einsatzaufträge der mittelfristigen Einsatzplanung hin zum Wiederaufbau. THW-Kräfte bauen beispielsweise Behelfsbrücken und setzen Infrastruktur wieder instand. Weiterhin sind rund 3.800 THW-Kräfte aus mehr als 360 THW-Ortsverbänden im Einsatz.
Das THW ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit knapp 80.000 Ehrenamtlichen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.
BONN (PM). In der aktuellen Hochwasserlage unterstützt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) alle Beteiligten auf verschiedenen Ebenen des Krisenmanagements und der Lagebewältigung.
„Zum jetzigen Zeitpunkt steht die Hilfe für betroffene Menschen an erster Stelle. Dafür leisten wir mit dem BBK jede logistische Hilfe, die uns möglich ist“, so BBK-Präsident Armin Schuster.
Das GMLZ ist Informations- und Koordinationsschnittstelle
Das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) im BBK steht im sehr engen Austausch mit allen Ländern und Kommunen, die Hilfe benötigen, und liefert ihnen täglich länderübergreifende Lagebilder. Zudem werden auf Anfrage der betroffenen Bundesländer über den Copernicus-Dienst Satelliten-bilder zur besseren Lageeinschätzung zur Verfügung gestellt.
Nicht nur reine Sachinformationen werden im GMLZ eingeholt und verarbeitet. Auch die Koordination und Logistik von dringend gebrauchten Ressourcen und Hilfsgütern wie Katastrophenschutz-einheiten, Trinkwasserabgabe und -transport sowie die Vermittlung von Hubschraubern zur Personenrettung und der Versorgung aus der Luft werden im GMLZ gebündelt, gesteuert und in Zusammenarbeit mit den betroffenen Bundesländern abgewickelt. Weiter bündelt das GMLZ spontane Hilfsangebote internationaler, staatlicher und privater Partner und stellt diese den betroffenen Bundesländern zur Verfügung. Seit dem 14.07.2021 sind über 15.000 Nachrichten im GMLZ eingegangen und es wurden 14 Hilfeersuchen der Länder abgewickelt.
Die BABZ unterstützt aktiv den Kreis Ahrweiler und das Land Rheinland-Pfalz
Mitten im Katastrophengebiet in Bad Neuenahr-Ahrweiler befindet sich die Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) des BBK. Die BABZ ist die Aus- und Fortbildungseinrichtung des Bundes im Bevölkerungsschutz. Aufgrund ihrer erhöhten Lage ist sie nicht unmittelbar von der Hochwasserkatastrophe betroffen, sodass dem Kreis Ahrweiler und dem Land Rheinland-Pfalz sofort die volle Unterstützung zugesagt wurde. Auf dem Gelände der BABZ sind die Technische Einsatzleitung (TEL) und der Verwaltungsstab der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes Rheinland-Pfalz eingerichtet worden. Darüber hinaus befinden sich Führungsstellen aller Hilfsorganisationen, der Feuerwehren, der Polizeien, der Bundesanstalt THW und der Bundeswehr auf dem Gelände. Das Gelände wird ebenfalls als Hubschrauberlandplatz genutzt.
Die Akademie hat für die Unterbringung, Verpflegung und Versorgung der eingesetzten Kräfte einen eigenen Stab eingerichtet. Derzeit werden rund 500 Speisen täglich ausgegeben. BBK-Mitarbeitende betreuen auch über 40 betroffene Menschen aus dem Katastrophengebiet, die sich spontan hilfesuchend an die BABZ wenden, und bieten ihnen Unterkunft.
Schnelle Unterstützung im CBRN-Schutz zur Gefahrenabwehr
Das Einsatzteam der Analytischen Task Force des Bundes (ATF), eine Spezialeinheit des CBRN-Schutzes, unterstützt das Land Rheinland-Pfalz, um chemische, biologische oder radioaktive Substanzen zu untersuchen, die in der Folge des Hochwassers ausgetreten sein könnten. Hierzu verfügt sie über besondere Fähigkeiten, die über die üblichen Möglichkeiten der kommunalen Gefahrenabwehr hinausgehen.
Die ATF-Einheit erkundet derzeit das Katastrophengebiet entlang der Ahr auf solche Gefahrenstoffe, um Gefährdungen der betroffenen Bevölkerung zu vermeiden und die örtlichen Behörden zu beraten.
Das BBK hat am 21.07.21 aus seiner Chlorkalk-Reserve, die für den Verteidigungsfall angelegt ist, dem Land Rheinland-Pfalz kurzfristig 2,25 Tonnen Chlorkalk zur Verfügung gestellt. Dieser wird zur Vorbeugung von Seuchen eingesetzt, indem er an Sammelstellen über im Hochwasser verendeten Tiere gestreut wird. Grundsätzlich ist der Chlorkalk für Desinfektionsmaßnahmen geeignet. Vorgehalten wird er vom BBK primär zur großflächigen Dekontamination von Gebieten, die mit chemischen Gefahrenstoffen verseucht sind.
Betreuungs- und Sanitätsdienste helfen zügig
Die vom BBK initiierten und finanzierten Komponenten in der Trinkwassernotversorgung sind genauso im Einsatzgebiet, wie die Ausstattung aus der sich aktuell noch im Aufbau befindlichen Zivilschutzreserve des Bundes für die Betreuung. Einerseits werden die Einsatzkräfte und Stäbe mit acht Netzersatzanlagen mit jeweils 300 kVA unterstützt, die in Ahrweiler bei der Stromversorgung helfen. Andererseits wurden bereits 10.000 Schlafsäcke, 15.000 Wolldecken und 1.000 Etagenbetten an betroffene Menschen verteilt. Für die zerstörte Infrastruktur der Rettungswachen sind im Ahrtal zwölf Mehrzweck-Raumzellen (MRZ) des Bundes im Einsatz, die als Ersatz für die durch das Hochwasser zerstörten Rettungswachen Altenahr und Bad Neuenahr dienen. Auch geländefähige Fahrzeuge wie Teleskopstapler helfen ganz praktisch vor Ort. Der Einsatz der Ausstattung vor Ort erfolgt durch das Deutsche Rote Kreuz.
Im Bereich des Sanitätsdienstes sind unzählige Gerätewagen sowie Kommandowagen des Bundes im Einsatz. Diese Fahrzeuge stellt der Bund den Ländern für den Einsatz im Zivilschutz zur Verfügung. So wie jetzt geschehen, kann die Ausstattung aber auch im Rahmen der Katastrophenhilfe eingesetzt werden. Besetzt werden die Fahrzeuge dabei von überwiegend ehrenamtlich arbeitenden Kräften der Hilfsorganisationen und Feuerwehren. Zusätzlich zu den zahlreichen Einzelfahrzeugen sind auch Teileinheiten der sich noch im Aufbau befindlichen Medizinischen Task Force (MTF) des Bundes im Einsatz. Das Team der MTF ist auf die Bewältigung von länger andauernden katastrophenmedizinischen Einsatzlagen ausgelegt und dient beispielsweise dem weiträumigen Transport von Patienten.
Unkonventionelle Hilfe im Brandschutz
Das BBK stellt außerplanmäßig sechs Feuerwehr-Fahrzeuge für den Katastrophenschutz zur Verfügung. Im Bestückungslager des BBK in Bonn-Dransdorf wurden diese in kürzester Zeit vollständig ausgerüstet und den Ländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz jeweils drei Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Die vorgeschriebene Elektroprüfung wurde kurzfristig durch die Stadtwerke Bonn am vergangenen Wochenende durchgeführt. Zudem ist ein Fahrzeug zur Aufbereitung und Versorgung von Trinkwasser im Kreis Ahrweiler eingetroffen. Daneben kommen weitere vom BBK initiierte und finanzierte Komponenten in der Trinkwassernotversorgung zum Einsatz.
Serviceangebote des BBK für Betroffene
Das BBK verarbeitet unzählige telefonische Anfragen und Hilfsangebote direkt aus der Bevölkerung über das Servicetelefon und per E-Mail. Dazu führt es eine Liste mit vielen Hilfs- und Informationsangeboten von Behörden und Initiativen vor Ort, wo nähere Informationen eingeholt werden können. Diese Liste wird ständig aktualisiert.
Darüber hinaus gibt das BBK ständig Hinweise und Empfehlungen zum richtigen Verhalten in Notsituationen, aktuell insbesondere zur Vorsorge und zum Schutz vor, bei und nach Hochwasserlagen. Mit Betreibern Kritischer Infrastrukturen steht das BBK in Kontakt, um die Entwicklung der Situation vor Ort einschätzen und um Schutzempfehlungen geben zu können.
Seit der Unwetterlage ist auch das Team des Psychosozialen Krisenmanagements des BBK aktiv und übernimmt Aufgaben der psychosozialen Fachberatung, der Informationsvernetzung involvierter Akteure der psychosozialen Notfallversorgung, der Vermittlung von psychosozialen Unterstützungsangeboten und den Austausch und Vernetzung von Akteuren für den Aufbau einer mittel- und längerfristig vernetzten Hilfestruktur.
Insbesondere für den Aufbau von längerfristigen psychosozialen Betreuungsstrukturen in den Katastrophengebieten steht das BBK im engen Austausch mit der Landeszentralstelle Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) von Rheinland-Pfalz, der Landesbeauftragten PSNV in Nordrhein-Westfalen, der Notfallseelsorge und weiteren relevanten Partnern.
Für diesen Einsatz werden die etablierten Strukturen und Kooperationen der Koordinierungsstelle Nachsorge, Opfer- und Angehörigenhilfe (NOAH) des BBK genutzt.
Der Bevölkerungsschutz ist Gemeinschaftsaufgabe
In dieser Hochwasserlage sind alle Hilfsorganisationen, der Bund, die Länder und die Kommunen in kontinuierlicher Abstimmung und bewältigen gemeinsam die Lage. „In dieser Tragödie erleben wir, wie hervorragend Einsatzkräfte von Bund, Ländern und Kommunen sowie den Hilfsorganisationen eng und gut zusammenarbeiten. Das ist das Bild des Bevölkerungsschutzes für die Zukunft. Der Bevölkerungsschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Deshalb forcieren wir die schon beschlossene Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen im neu zu gründenden Gemeinsamen Kompetenzzentrum Bevölkerungsschutz beim BBK“, so BBK-Präsident Armin Schuster.
HANNOVER (bg). Die Hochwasserkatastrophe im Rheinland hat es mehr als deutlich gezeigt. Warnungen, so z.B. vom Deutschen Wetterdienst oder über die Warnapps KATWARN und NINA, wurden zwar zum Teil frühzeitig ausgelöst, aber von vielen Bürger*innen nicht empfangen oder teilweise auch ignoriert. Nun soll das Warnsystem Cell Broadcast ab Mitte 2022 flächendeckend zur Verfügung stehen.
Doch bei genauerem Hinsehen offenbaren sich beim jetzigen System einige Stolperfallen. So sind die derzeitigen Warnsysteme über Handy an die Installation von Drittprogrammen wie KATWARN oder NINA gebunden. Auch die Warnapp des Deutschen Wetterdienstes ist eine separate Anwendung auf dem Handy. Sollte das Handy stumm geschaltet sein, so wird die Warnung erst beim nächsten Mal auf dem Bildschirm angezeigt. In der Nacht kann dieses fatale Folgen des zu späten reagieren haben. Viele Menschen laden ihre Handys nachts in der Küche oder im Wohnzimmer. Sie wollen verständlicherweise beim Schlafen ihre Ruhe. Bei plötzlich eintretenden Gefahren wie Hochwasser gibt es dann ein böses Erwachen bei diesem Vorgehen.
Die Telekom befürwortet die Einführung eines SMS-Warnsystems in Deutschland. „Cell Broadcast, also die Warnung per SMS, muss ein Teil des Warnsystems sein. Wir können das System aufbauen“, schrieb Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, auf der Social-Media-Plattform „LinkedIn“. An einer möglichen Ausschreibung des Bundes werde sich die Telekom selbstverständlich beteiligen. Cell Broadcast ist ein Mobilfunkdienst zum Versenden von SMS-ähnlichen Nachrichten an alle Mobiltelefone innerhalb einer Funkzelle oder einer Gruppe von Funkzellen im jeweiligen Mobilfunknetz. Die Einführung erfordert Vorsysteme. Es muss ein „Cell Broadcast Center“ implementiert werden, über das zielgerichtet der Versand von Warnmeldungen angestoßen wird. Zudem muss das System gegen Angriffe Dritter geschützt werden, um den Versand falscher Meldungen zu vermeiden.
Mit Hilfe von Cell Broadcast bekommen alle Besitzer eines Mobiltelefons in einem gefährdeten Gebiet automatisch eine Textnachricht, ohne dass das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) oder andere Behörden deren Nummern haben. Es gibt auch keine Rückmeldung der Handys über den Empfang der Alarmnachricht. Das System gilt als verlässlich und datenschutzrechtlich unbedenklich. Sicherlich wird man sich damit vor Milliardenschäden nicht schützen können. Aber es gilt Menschenleben durch frühzeitige Warnung zu retten. Andere Länder betreiben dieses System schon seit Jahren erfolgreich wie die Niederlande, Japan oder die USA.
Ein unbestreitbarer Vorteil ist die Alarmierung durch eine berechtigte Behörde an alle Personen mit Handy, die sich in den betroffenen Funkzellen befinden. Unabhängig von jeweiligen Netzanbieter und dem Einstellstatus des eigenen eingeschalteten Handys. Selbst bei Stummschaltung wird die Alarmierung mit einem Signalton ausgelöst und die Nachricht auf dem Handybildschirm sofort angezeigt.
Wie das Cell Broadcast funktioniert, zeigt eine Grafik der Telekom:
Quelle: Deutsche Telekom
Katastrophenschützer sehen die freiwillige Nutzung von Warnapps mit Skepsis. So wurde NINA bisher nur von ca. 9 Millionen Bürger*innen installiert. Auch der Anteil der Sirenen ist von ursprünglich mehr als 80.000 auf knapp 15.000 in der Bundesrepublik zurück gegangen. Hintergrund war die zunehmende Ausrüstung der Feuerwehren mit digitalen Funkmeldeempfängern, die Einsatzkräfte „still“ alarmieren können. Zudem war auch die militärische Bedrohung durch den kalten Krieg erheblich gesunken, bei der die Bevökerung durch Sirenen gewarnt werden sollte.
Es muss also wieder auf eine Kombination von unterschiedlichen Warnsystemen gesetzt werden. Unabhängig von der Freiwilligkeit bei der Nutzung von Warnapps. So wäre eine Kombination von Cell Broadcast, Sirenenalarmierung und rechtzeitiger Vorabinformation über Warnapps, Rundfunk und Fernsehen wohl eine gute Kombination. Die EU hat die Umsetzung von Cell Broadcast mit einer Richtlinie schon im Dezember 2018 verbindlich bis spätestens Mitte 2022 gefordert.
So lautet der Artikel 110 in der RICHTLINIE (EU) 2018/1972 vom 11. Dezember 2018:
Artikel 110
Öffentliches Warnsystem
(1) Die Mitgliedstaaten stellen bis zum 21. Juni 2022 sicher, dass dort, wo öffentliche Systeme vorhanden sind, die vor drohenden oder sich ausbreitenden größeren Notfällen und Katastrophen warnen, die Anbieter von mobilen nummerngebundenen interpersonellen Kommunikationsdiensten den Endnutzern öffentliche Warnungen übermitteln.
(2) Ungeachtet des Absatzes 1 können die Mitgliedstaaten festlegen, dass öffentliche Warnungen über öffentlich zugängliche elektronische Kommunikationsdienste, bei denen es sich weder um die in Absatz 1 genannten Dienste noch um Rundfunkdienste handelt, oder über eine über einen Internetzugangsdienst verfügbare mobile Anwendung übertragen werden, sofern die Effektivität des öffentlichen Warnsystems in Bezug auf Abdeckung und Kapazität zur Erreichbarkeit der Endnutzer, auch derjenigen, die sich nur zeitweilig in dem betreffenden Gebiet aufhalten, gleichwertig ist; dabei tragen sie den GEREK-Leitlinien weitest möglich Rechnung. Öffentliche Warnungen müssen von den Endnutzern leicht empfangen werden können.
Die Umsetzung in diesem Sinne erfolgte allerdings durch die Bundesregierung bislang nicht. Angesichts des Anschaffungspreises von 30 Millionen Euro laut der Telekom steht das in keinem Verhältnis zu den vielen Todesopfern, die alleine bei dem Hochwasser 2021 zu beklagen sind. Und die plötzliche Bereitschaft zur Umsetzung schein nur rein zufällig mit dem Termin der EU zur Umsetzung bis zum 21. Juni 2022 zu stehen. Da muss sich die Politik und alle Verantwortlichen kritische Fragen gefallen lassen.
Die Änderung des Klimas und dessen zum Teil fatale Folgen auch in Deutschland müssen hier zu einem erheblichen Umdenken in der Politik führen. Nicht nur zum Thema Warnung der Bevölkerung oder Klimaschutz. Das ganze Katastrophenschutzsystem in Deutschland wird sich in Zukunft anderen Herausforderungen stellen müssen. Die hunderttausende von ehrenamtlichen Katastrophenschützern sind jedenfalls bereit. Ist es ihre Ausrüstung, die notwendige Technik und vor allem die erforderliche notwendige Wertschätzung ihrer Arbeit auch?
BERLIN / MÜNSTER (PM). Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) und der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) haben als eine der Konsequenzen aus der Hochwasserkatastrophe die Einrichtung eines Forschungs- und Transferzentrums für Krisenmanagement angeregt. „Die Einsatzkräfte haben überall in den betroffenen Gebieten vielfach Übermenschliches geleistet und tun es immer noch“, sagten DFV-Präsident Karl-Heinz Banse und sein vfdb-Kollege Dirk Aschenbrenner bei einem Besuch im nordrhein-westfälischen Erftstadt. Auch seien überall schnelle und unbürokratische Entscheidungen gefallen, um Hilfe leisten zu können. Was jedoch fehle, sei eine Institution, die Lösungen für zukünftige Herausforderungen entwickelt und deutlich schneller als bisher für die Anwender verfügbar macht.
Auch müssten die, aufgrund gesellschaftlicher und technologischer Veränderungen aufkommenden Bedarfe der Anwender erkannt und in zukunftsfähige Produkte und Strategien umgesetzt werden. Die Feuerwehren – als tragende Säule des Katastrophenschutzes – verfügen nach den Worten von Banse und Aschenbrenner über eine große Zahl hoch motivierter sowie gut qualifizierter Menschen. Wie auch in vorhergehenden Lagen habe sich die Bereitschaft zur Spontanhilfe im Land als sehr groß gezeigt. „Um dieses Potential bestmöglich einsetzen zu können, sind modernste technische und organisatorische Rahmenbedingungen notwendig. Dazu zählen zum Beispiel digitale Lageerfassung- und Darstellungssysteme, die quasi auf Knopfdruck ein Bild von der aktuellen Situation liefern, um Einsatzkräfte dann optimal einzusetzen“, betonte vfdb-Präsident Aschenbrenner. So nutzen derzeit zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehren und anderen Organisationen die Möglichkeit der vfdb, auf der Nationalen Plattform für geographische Daten (NPGEO-DE) ihre Einsatzdaten grafisch oder mit Bildern zu dokumentieren und sie bei Bedarf auch mit anderen Institutionen zu teilen.
Karl-Heinz Banse wies ergänzend darauf hin, dass Großeinsätze grundsätzlich zeitnah kritisch und konstruktiv reflektiert werden müssten. „Das gilt für die jetzige Hochwasserkatastrophe ebenso wie für andere Großschadenslagen, Beispiel Vegetationsbrände“, so der DFV-Präsident. „Wenn es um die Entwicklung des Bevölkerungsschutzes in Deutschland geht, haben wir noch viel zu tun!“
Auch die Entwicklung robotischer Erkundungs- und Einsatzsysteme sowie die Entwicklung und Einführung von Spezialtechnik zur Rettung von Personen aus Trümmern seien ganz oben auf der Agenda eines Forschungs- und Entwicklungszentrums, ebenso wie Simulations- und Prognosesysteme auf der Basis künstlicher Intelligenz, die bei der Vorhersage und Bewertung von Szenarien wichtige Dienste leisten könnten.
Gemeinsam hatten sich die beiden Präsidenten am Wochenende über den Verlauf der Rettungsaktion im Katastrophengebiet informiert. Dabei betrachteten sie besonders den heutigen Stand der Einsatzmöglichkeiten von Robotik in unzugänglichen Gebieten. So war zum Beispiel der in Deutschland bislang einzigartige Robotik-Einsatzleitwagen (RobLW) des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums aus Dortmund dorthin beordert worden. Unter anderem wird das Fahrzeug genutzt, um dessen georeferenzierte Drohnenbilder in die NPGEO-Plattform zu laden. Sie stehen damit Führungskräften zur Verfügung, um die Entscheidungsprozesse im Einsatz zu unterstützen.
„Wir müssen innovative Grundlagenforschung, transdisziplinäre Anwendungsforschung und Transfer eng verbinden. Die Erfahrung hat auch diesmal gezeigt, dass wir zwar über gut ausgebildete Einsatzkräfte, motivierte Freiwillige und beste Ressourcen verfügen, mit denen wir Extremereignissen begegnen können“, so Aschenbrenner. „Allerdings müssen wir uns im Klaren sein, dass die Zahl und Intensität solcher Katastrophen in Zukunft eher zunehmen wird – Stichwort: Klimaveränderungen.“ Sinnvoll sei deshalb eine Institution, in der Partner aus Anwendern, Wissenschaft und Industrie unter einem Dach Szenarien und Lösungsmöglichkeiten für die Zukunft entwickeln. Zugleich könnte ein solches Zentrum als Dachorganisation für nationale und internationale Aktivitäten die Forschungsarbeiten im Bevölkerungsschutz aufeinander abstimmen.
„Katastrophen machen, wie sich auch jetzt wieder zeigt, nicht vor Länder- und Zuständigkeitsgrenzen halt“, betonte DFV-Präsident Banse. Deutschland habe die Chance, mit seiner weltweit anerkannten Organisation von Katastrophenschutz und Rettungswesen auch mit einem Forschungszentrum für Krisenmanagement international eine Vorbildrolle einzunehmen.
HANNOVER (PM). In einer außergewöhnlichen Aktion des amtlichen deutschen Vermessungswesens werden in diesem Jahr die vermessungstechnischen Grundlagen für die gesamte Bundesrepublik Deutschland neu bestimmt. Dazu entsenden die Landesvermessungsämter und das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie Messtrupps in das gesamte Bundesgebiet von der Küste bis zu den Alpen. Ihr Auftrag: eine vollständige Überprüfung von 250 grundlegenden Vermessungspunkten Deutschlands in Position und Höhe mit dem Ziel, die neuen Koordinaten auf den Millimeter genau zu bestimmen.
Die insgesamt 35 hochmodern ausgerüsteten Vermessungstrupps der Länder und des Bundes führen vom 7. Juni bis zum 15. Juli 2021 in der gesamten Bundesrepublik Vermessungen mit Hilfe von Satelliten durch, teilweise auch während der Nacht. Dabei werden drei Satellitennavigationssysteme gleichzeitig genutzt. Dies sind das amerikanische GPS, das russische GLONASS und das europäische Galileo.
Die niedersächsische Landesvermessung des LGLN (Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen) stellt sieben Vermessungstrupps. Davon werden vier bundesweit und drei in Niedersachsen unterwegs sein, konkret im Umfeld von Aurich, Braunschweig, Cloppenburg, Cuxhaven, Göttingen, Hameln, Hannover, Jever, Lingen, Lüneburg, Osnabrück, Rotenburg (Wümme) und Soltau.
Die Messpunkte liegen überwiegend auf öffentlichem Grund. In einzelnen Fällen werden Messungen auch auf privaten Grundstücken, meist landwirtschaftlich genutzte Flächen außerhalb der Orte, durchgeführt. Die Vermessungstrupps haben hierfür eine entsprechende Befugnis. Da im Zusammenspiel mit den anderen beteiligten Messtrupps die Einhaltung fester Messzeiten unabdingbar ist, werden alle Bürgerinnen und Bürger gebeten, den angetroffenen Messtrupps die Ausführung ihrer Arbeiten zu ermöglichen. Für Fragen und Auskünfte stehen die jeweiligen Truppführer vor Ort gerne zur Verfügung.
This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish.
Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass dies für Sie in Ordnung ist, aber Sie können die Verwendung von Cookies ablehnen, wenn Sie dies wünschen. ACCEPT / AKZEPTIERTREJECT / ABLEHNEN
Privacy & Cookies Policy
Privacy Overview
This website uses cookies to improve your experience while you navigate through the website. Out of these cookies, the cookies that are categorized as necessary are stored on your browser as they are essential for the working of basic functionalities of the website. We also use third-party cookies that help us analyze and understand how you use this website. These cookies will be stored in your browser only with your consent. You also have the option to opt-out of these cookies. But opting out of some of these cookies may have an effect on your browsing experience.
Necessary cookies are absolutely essential for the website to function properly. This category only includes cookies that ensures basic functionalities and security features of the website. These cookies do not store any personal information.
Any cookies that may not be particularly necessary for the website to function and is used specifically to collect user personal data via analytics, ads, other embedded contents are termed as non-necessary cookies. It is mandatory to procure user consent prior to running these cookies on your website.