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Vermischtes aus Hannover, Deutschland und der Welt. Kurznachrichten, besondere Ereignisse und Meldungen außerhalb der klassischen Rubriken.

„Solche Katastrophen werden zunehmen“ – BGP 4711© Bernd Günther

„Solche Katastrophen werden zunehmen“

19. Juli 2021/in Panorama

BERLIN / MÜNSTER (PM).  Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) und der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) haben als eine der Konsequenzen aus der Hochwasserkatastrophe die Einrichtung eines Forschungs- und Transferzentrums für Krisenmanagement angeregt. „Die Einsatzkräfte haben überall in den betroffenen Gebieten vielfach Übermenschliches geleistet und tun es immer noch“, sagten DFV-Präsident Karl-Heinz Banse und sein vfdb-Kollege Dirk Aschenbrenner bei einem Besuch im nordrhein-westfälischen Erftstadt. Auch seien überall schnelle und unbürokratische Entscheidungen gefallen, um Hilfe leisten zu können. Was jedoch fehle, sei eine Institution, die Lösungen für zukünftige Herausforderungen entwickelt und deutlich schneller als bisher für die Anwender verfügbar macht.

Auch müssten die, aufgrund gesellschaftlicher und technologischer Veränderungen aufkommenden Bedarfe der Anwender erkannt und in zukunftsfähige Produkte und Strategien umgesetzt werden. Die Feuerwehren – als tragende Säule des Katastrophenschutzes – verfügen nach den Worten von Banse und Aschenbrenner über eine große Zahl hoch motivierter sowie gut qualifizierter Menschen. Wie auch in vorhergehenden Lagen habe sich die Bereitschaft zur Spontanhilfe im Land als sehr groß gezeigt. „Um dieses Potential bestmöglich einsetzen zu können, sind modernste technische und organisatorische Rahmenbedingungen notwendig. Dazu zählen zum Beispiel digitale Lageerfassung- und Darstellungssysteme, die quasi auf Knopfdruck ein Bild von der aktuellen Situation liefern, um Einsatzkräfte dann optimal einzusetzen“, betonte vfdb-Präsident Aschenbrenner. So nutzen derzeit zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehren und anderen Organisationen die Möglichkeit der vfdb, auf der Nationalen Plattform für geographische Daten (NPGEO-DE) ihre Einsatzdaten grafisch oder mit Bildern zu dokumentieren und sie bei Bedarf auch mit anderen Institutionen zu teilen.

Karl-Heinz Banse wies ergänzend darauf hin, dass Großeinsätze grundsätzlich zeitnah kritisch und konstruktiv reflektiert werden müssten. „Das gilt für die jetzige Hochwasserkatastrophe ebenso wie für andere Großschadenslagen, Beispiel Vegetationsbrände“, so der DFV-Präsident. „Wenn es um die Entwicklung des Bevölkerungsschutzes in Deutschland geht, haben wir noch viel zu tun!“

Auch die Entwicklung robotischer Erkundungs- und Einsatzsysteme sowie die Entwicklung und Einführung von Spezialtechnik zur Rettung von Personen aus Trümmern seien ganz oben auf der Agenda eines Forschungs- und Entwicklungszentrums, ebenso wie Simulations- und Prognosesysteme auf der Basis künstlicher Intelligenz, die bei der Vorhersage und Bewertung von Szenarien wichtige Dienste leisten könnten.

Gemeinsam hatten sich die beiden Präsidenten am Wochenende über den Verlauf der Rettungsaktion im Katastrophengebiet informiert. Dabei betrachteten sie besonders den heutigen Stand der Einsatzmöglichkeiten von Robotik in unzugänglichen Gebieten. So war zum Beispiel der in Deutschland bislang einzigartige Robotik-Einsatzleitwagen (RobLW) des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums aus Dortmund dorthin beordert worden. Unter anderem wird das Fahrzeug genutzt, um dessen georeferenzierte Drohnenbilder in die NPGEO-Plattform zu laden. Sie stehen damit Führungskräften zur Verfügung, um die Entscheidungsprozesse im Einsatz zu unterstützen.

„Wir müssen innovative Grundlagenforschung, transdisziplinäre Anwendungsforschung und Transfer eng verbinden. Die Erfahrung hat auch diesmal gezeigt, dass wir zwar über gut ausgebildete Einsatzkräfte, motivierte Freiwillige und beste Ressourcen verfügen, mit denen wir Extremereignissen begegnen können“, so Aschenbrenner. „Allerdings müssen wir uns im Klaren sein, dass die Zahl und Intensität solcher Katastrophen in Zukunft eher zunehmen wird – Stichwort: Klimaveränderungen.“ Sinnvoll sei deshalb eine Institution, in der Partner aus Anwendern, Wissenschaft und Industrie unter einem Dach Szenarien und Lösungsmöglichkeiten für die Zukunft entwickeln. Zugleich könnte ein solches Zentrum als Dachorganisation für nationale und internationale Aktivitäten die Forschungsarbeiten im Bevölkerungsschutz aufeinander abstimmen.

„Katastrophen machen, wie sich auch jetzt wieder zeigt, nicht vor Länder- und Zuständigkeitsgrenzen halt“, betonte DFV-Präsident Banse. Deutschland habe die Chance, mit seiner weltweit anerkannten Organisation von Katastrophenschutz und Rettungswesen auch mit einem Forschungszentrum für Krisenmanagement international eine Vorbildrolle einzunehmen.

Von der See bis zu den Alpen: Deutschland wird neu vermessen – Deutschland wird neu vermessen LGLN

Von der See bis zu den Alpen: Deutschland wird neu vermessen

11. Juni 2021/in Panorama

HANNOVER (PM). In einer außergewöhnlichen Aktion des amtlichen deutschen Vermessungswesens werden in diesem Jahr die vermessungstechnischen Grundlagen für die gesamte Bundesrepublik Deutschland neu bestimmt. Dazu entsenden die Landesvermessungsämter und das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie Messtrupps in das gesamte Bundesgebiet von der Küste bis zu den Alpen. Ihr Auftrag: eine vollständige Überprüfung von 250 grundlegenden Vermessungspunkten Deutschlands in Position und Höhe mit dem Ziel, die neuen Koordinaten auf den Millimeter genau zu bestimmen.

Die insgesamt 35 hochmodern ausgerüsteten Vermessungstrupps der Länder und des Bundes führen vom 7. Juni bis zum 15. Juli 2021 in der gesamten Bundesrepublik Vermessungen mit Hilfe von Satelliten durch, teilweise auch während der Nacht. Dabei werden drei Satellitennavigationssysteme gleichzeitig genutzt. Dies sind das amerikanische GPS, das russische GLONASS und das europäische Galileo.

Die niedersächsische Landesvermessung des LGLN (Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen) stellt sieben Vermessungstrupps. Davon werden vier bundesweit und drei in Niedersachsen unterwegs sein, konkret im Umfeld von Aurich, Braunschweig, Cloppenburg, Cuxhaven, Göttingen, Hameln, Hannover, Jever, Lingen, Lüneburg, Osnabrück, Rotenburg (Wümme) und Soltau.

Die Messpunkte liegen überwiegend auf öffentlichem Grund. In einzelnen Fällen werden Messungen auch auf privaten Grundstücken, meist landwirtschaftlich genutzte Flächen außerhalb der Orte, durchgeführt. Die Vermessungstrupps haben hierfür eine entsprechende Befugnis. Da im Zusammenspiel mit den anderen beteiligten Messtrupps die Einhaltung fester Messzeiten unabdingbar ist, werden alle Bürgerinnen und Bürger gebeten, den angetroffenen Messtrupps die Ausführung ihrer Arbeiten zu ermöglichen. Für Fragen und Auskünfte stehen die jeweiligen Truppführer vor Ort gerne zur Verfügung.

30 Jahre ICE – 30 Jahre ICE © Deutsche Bahn AG Oliver Lang

30 Jahre ICE

8. Juni 2021/in Panorama

DB feiert ICE-Jubiläum in Berlin • Erster XXL-ICE heißt „Bundesrepublik Deutschland“ • Bundespräsident Steinmeier: „Wir feiern heute nichts weniger als ein Wahrzeichen Deutschlands“

BERLIN (PM).  Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat heute im Berliner Hauptbahnhof einen ICE auf den Namen „Bundesrepublik Deutschland“ getauft. Mit dem Festakt feiert die Deutsche Bahn (DB) auch 30 Jahre ICE-Verkehr in Deutschland. Am 2. Juni 1991 begann der Regelbetrieb des Hochgeschwindigkeitszuges und damit ein neues Bahnzeitalter. Der frisch getaufte erste „XXL“-ICE ist der längste Zug der ICE-Flotte. Passend dazu kam beim Taufakt Wasser aus Deutschlands längsten Flüssen – Donau, Rhein und Elbe – zum Einsatz.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Wir feiern heute nichts weniger als ein Wahrzeichen Deutschlands – aber kein Geschichtsmonument hat Geburtstag, eine Idee der Zukunft. Und wenn heute debattiert wird, wie wir den CO2-Ausstoß des Verkehrs senken können, dann ist eine der Antworten mit dem ICE schon seit 30 Jahren verfügbar. Und: Ein moderner Hochgeschwindigkeitszug braucht seine Trassen, planerisch und technisch anspruchsvolle Trassen, damit er sein Tempo ausfahren kann.“

DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz: „Der ICE ist ein echtes Aushängeschild für Deutschland. Er bietet unseren Fahrgästen Tempo, Komfort und Klimaschutz zugleich. Seit 30 Jahren erfüllt er uns bei der Bahn mit Stolz. Der ICE ist das Symbol der Mobilitätswende. Dieser Zug hat das Bahnfahren in Deutschland neu definiert.“

Vor 30 Jahren gab der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker grünes Licht für den Start des deutschen Hochgeschwindigkeitsverkehrs auf der Schiene. Seitdem sind 1,5 Milliarden Fahrgäste umweltfreundlich mit den ICE-Zügen der DB gereist.

Der ICE „Bundesrepublik Deutschland“ ist ein 13-teiliger „XXL“-ICE 4 und damit jüngster Zuwachs der ICE-Flotte. Der 374 Meter lange Zug bietet 918 Sitzplätze – so viele wie kein ICE zuvor. Es können damit mehr als fünfmal so viele Passagiere befördert werden, wie in einem typischen Mittelstreckenflugzeug. Mit 15.640 PS Leistung erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 265 km/h. Aktuell besteht die ICE-Flotte aus 330 Zügen. Bis 2026 soll sie auf 421 Fahrzeuge anwachsen, langfristig sind sogar rund 600 Züge geplant. Insgesamt fließen bis 2026 rund 8,5 Milliarden Euro in neue Züge des Fernverkehrs.

In den Ausbau der Schieneninfrastruktur für den deutschen Hochgeschwindigkeitsverkehr investiert die DB bis 2030 gemeinsam mit dem Bund 170 Milliarden Euro. Zentrale Projekte wie etwa Stuttgart 21 oder der Ausbau der Verbindung Berlin–Dresden werden ab 2025 die Reisezeiten auf unseren Hauptrouten weiter deutlich verringern. Der Deutschlandtakt sorgt künftig für hohe Frequenzen, optimale Anschlüsse für den Personenverkehr und Kapazitäten für mehr Güterverkehr. Damit gibt er buchstäblich den Takt für die kommenden Jahrzehnte des ICE-Verkehrs vor und rückt unsere Städte und Regionen enger zusammen.

Internationaler Tag der Pflege – Tag der Pflege

Internationaler Tag der Pflege

12. Mai 2021/in Panorama

BERLIN (PM). Der Internationale Tag der Pflege wird jährlich am 12. Mai begangen. Der Tag erinnert an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: „Unsere Pflegekräfte setzen sich in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und bei der Pflege zu Hause tagtäglich unermüdlich für Menschen ein, die Hilfe benötigen. Pflegerinnen und Pfleger sind eine tragende Säule unserer Gesundheitsversorgung. Dafür verdienen sie Anerkennung und Dank, vor allem aber gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung. Deshalb haben wir die Voraussetzungen geschaffen, damit Krankenhäuser mehr Personal am Krankenbett beschäftigen können, die Personalausstattung in Pflegeeinrichtungen angepasst wird, mehr Betreuungskräfte eingestellt werden und die Bezahlung der Pflegekräfte nach Tarif gestärkt wird. Wichtig ist jetzt, dass die Verantwortlichen in den Bundesländern, in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen die Verbesserungen schnell umsetzen, damit sie den Pflegekräften zugutekommen.“

Der Patientenbeauftragte und Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, fordert mehr Wertschätzung und Anerkennung für die Pflegekräfte in Deutschland. „Die Pflege ist ein anspruchsvoller und komplexer Beruf. Unsere Pflegekräfte verfügen über ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz und Professionalität. Gleichzeitig braucht es viel Empathie, um Patienten und Pflegebedürftige ihren Bedürfnissen entsprechend zu versorgen. Gerade der Tag der Pflege sollte daher ein Tag des ganz besonderen Dankes für dieses Engagement sein.“

Neue Umfrage: Hohe Anerkennung für Pflegende – Zustimmung zu neuen Pflegeleistungen

Die große Mehrheit der Bevölkerung (95 Prozent) hält den Pflegeberuf für einen fachlich anspruchsvollen Beruf mit Zukunft, 98 Prozent sind der Meinung, dass Pflegende mehr Anerkennung für ihre Arbeit erhalten sollten. Das ist das Ergebnis einer vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage von Infratest dimap 2016. Die große Mehrheit der Bevölkerung hält zudem die Leistungsverbesserungen, die in dieser Wahlperiode auf den Weg gebracht wurden, für wichtig und richtig: 97 Prozent finden es richtig, Angehörige bei der Pflege zu Hause weiter zu entlasten, damit sie die Pflege und ihren Alltag vereinbaren können. Seit dem 1. Januar 2015 können Unterstützungsleistungen, wie z.B. Tages- und Nachtpflege, Kurzzeit- und Verhinderungspflege besser in Anspruch genommen werden. 66 Prozent der Bevölkerung halten es zudem für wichtig, dass demenziell Erkrankte künftig einen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung erhalten.

Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff – Personalausstattung muss angepasst werden

Ab dem 1. Januar 2017 gelten ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues Begutachtungsinstrument zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Die bisherigen drei Pflegestufen werden durch fünf Pflegegrade abgelöst. Damit kann besser erfasst werden, was Pflegebedürftige noch selbst können und wo sie Hilfe benötigen – unabhängig davon, ob sie an einer Demenz oder an körperlichen Einschränkungen leiden. Demenziell Erkrankte erhalten dadurch erstmals gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung. Gleichzeitig setzt die Hilfe künftig deutlich früher an: In den nächsten Jahren werden bis zu 500.000 Menschen zusätzlich erstmals Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten. Auch die Situation in den Pflegeeinrichtungen wird sich verbessern: Bis Herbst 2016 müssen neue Pflegesätze vereinbart und damit auch die Personalausstattung in den Einrichtungen überprüft und an den Bedarf angepasst werden. Dadurch können die Verantwortlichen auf Landesebene und die Pflegeeinrichtungen für nachhaltige Verbesserungen in der Personalsituation sorgen. Zudem wird die Pflege-Selbstverwaltung gesetzlich verpflichtet, ein wissenschaftliches Personalbemessungssystem zu entwickeln und zu erproben.

Tariflöhne müssen refinanziert werden

Durch das Erste Pflegestärkungsgesetz wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2015 die Bezahlung von Pflegekräften nach Tariflohn abgesichert: Es wurde gesetzlich klargestellt, dass die Bezahlung von Pflegekräften nach Tariflohn sowie entsprechende Vergütungen nach kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen durch die Kostenträger refinanziert werden müssen. Pflegeeinrichtungen müssen dazu nachweisen, dass sie ihren Pflegekräften auch tatsächlich Tariflöhne bezahlen. Die Vereinbarung von Tariflöhnen erfolgt durch die Tarifvertragsparteien. Um Lohndumping zu verhindern, wird der 2010 eingeführte Pflege-Mindestlohn zudem zum 1. Januar 2017 angehoben.

Bürokratieabbau schafft mehr Zeit für die Pflege

Damit Pflegekräfte mehr Zeit für die Pflege haben und nicht durch unnötige Formulare belastet werden, unterstützt das Bundesgesundheitsministerium Pflegeeinrichtungen beim Bürokratieabbau. Mit dem Projekt Ein-STEP des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, werden Pflegeeinrichtungen unterstützt, die Pflegedokumentation in der Praxis effizienter zu gestalten, ohne fachliche Standards zu vernachlässigen oder Haftungsrisiken zu erzeugen. Bislang haben sich mehr als 9.200 Pflegeeinrichtungen für eine Umstellung auf das neue Modell entschieden. Das Bundesgesundheitsministerium hat zudem gesetzlich klargestellt, dass die Zeiteinsparungen durch das neue Dokumentationsmodell tatsächlich den Pflegekräften und damit den Pflegebedürftigen zugutekommen und nicht für Personaleinsparungen oder Einsparungen bei den Kostenträgern missbraucht werden dürfen.

Zusätzliche Betreuungskräfte verbessern den Pflegealltag 

Durch das Erste Pflegestärkungsgesetz wurden die Voraussetzungen geschaffen, damit die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte in voll- und teilstationäre Pflegeeinrichtungen auf bis zu 45.000 nahezu verdoppelt werden kann. Zusätzliche Betreuungskräfte unterstützen die wichtige Arbeit der Pflegefachkräfte, indem sie mit Pflegebedürftigen beispielsweise spazieren gehen, malen und basteln, Bewegungsübungen machen, gemeinsam lesen, spielen, in den Gottesdienst gehen oder einfach nur da sind und zuhören. Dadurch tragen sie dazu bei, den Pflegealltag spürbar zu verbessern. Das bestätigt auch eine Studie, die im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums durchgeführt wurde. Dabei gaben die Mitarbeiter in den Pflegeeinrichtungen an, dass sich die Betreuungsangebote bei der großen Mehrheit der Heimbewohner positiv auswirken, etwa in Form von höherer Zufriedenheit, besserer Stimmungslage oder Verminderung der inneren Unruhe. Allein für das Jahr 2015 wurden etwa 12.000 neuen Stellen für zusätzliche Betreuungskräfte geschaffen, außerdem wurde die Stundenzahl vieler Teilzeitkräfte aufgestockt. Zum 31. Dezember 2015 haben deutlich über 95 Prozent der vollstationären Pflegeeinrichtungen und über 60 Prozent der teilstationären Pflegeeinrichtungen zusätzliche Betreuungskräfte eingestellt.

Die Berufsausbildung wird modernisiert und für die Auszubildenden kostenfrei

Mit insgesamt mehr als 137.000 Auszubildenden in der Krankenpflege (64.022), Kinderkrankenpflege (6.928) und Altenpflege (66.285) gab es auch im Schuljahr 2014/2015 einen Ausbildungsrekord. Wir werden aber in Zukunft noch mehr Pflegekräfte brauchen, deshalb soll auch die Pflegeausbildung modernisiert und attraktiver gestaltet werden. Der Entwurf für ein neues Pflegeberufsgesetz befindet sich derzeit in der parlamentarischen Beratung. Die Ausbildungen in der Alten-, Kinderkranken- und Krankenpflege sollen zu einer gemeinsamen Ausbildung mit Schwerpunktsetzung weiterentwickelt werden. Denn Pflegekräfte müssen in Pflegeeinrichtungen zunehmend auch mehrfach und chronisch Kranke versorgen. Und eine Pflegekraft im Krankenhaus braucht Kenntnisse in der Versorgung demenziell Erkrankter. Mit der neuen Pflegeausbildung werden Pflegekräfte besser auf diese veränderten Anforderungen in der Pflege vorbereitet. Außerdem erhalten Pflegekräfte mehr Berufs- und Aufstiegschancen. Das Schulgeld wird abgeschafft, stattdessen wird eine Ausbildungsvergütung bezahlt. Ergänzend zur fachberuflichen Pflegeausbildung wird erstmals eine bundesgesetzliche Grundlage für ein Pflegestudium geschaffen. Das trägt dazu bei die Pflegequalität weiter zu steigern. Nach einer repräsentativen Infratest dimap-Befragung aus dem Jahr 2016 sind 65 Prozent der Bevölkerung der Meinung, dass die Ausbildung zur Alten- und Krankenpflege in einem gemeinsamen Ausbildungsgang erfolgen sollte.

Mehr Pflegekräfte am Krankenbett

Durch das Krankenhausstrukturgesetz erhalten Kliniken bis zu 830 Millionen Jahr zusätzlich pro Jahr, um dauerhaft mehr Personal zu beschäftigen: Mit dem Pflegestellen-Förderprogramm fließen den Kliniken 2016 bis 2018 Fördermittel von bis zu 660 Millionen Euro zu, ab 2019 stehen dauerhaft bis zu 330 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Ab 2017 erhalten Krankenhäuser zudem einen Pflegezuschlag von insgesamt 500 Millionen Euro. Er wird nach den Pflegepersonalkosten der Krankenhäuser verteilt. Damit erhalten Krankenhäuser einen Anreiz, eine angemessene Pflegeausstattung vorzuhalten. Außerdem ist gesetzlich geregelt, dass Tarifkostensteigerungen im Bereich der Krankenhauspflege refinanziert werden müssen.

Eilanträge gegen bundesrechtliche nächtliche Ausgangsbeschränkungen abgelehnt – Bundesverfassungsgericht

Eilanträge gegen bundesrechtliche nächtliche Ausgangsbeschränkungen abgelehnt

5. Mai 2021/in Niedersachsen, Panorama

KARLSRUHE (red). Mit heute veröffentlichtem Beschluss hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts Anträge auf Erlass einer einstweiligen Anordnung abgelehnt, mit denen erreicht werden sollte, dass die in § 28b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 IfSG geregelte nächtliche Ausgangsbeschränkung vorläufig außer Vollzug gesetzt wird. 

Somit hat das Bundesverfassungsgericht Eilanträge gegen nächtliche Ausgangsbeschränkungen laut der Corona-Notbremse abgelehnt. Es wurde mit dieser Ablehnung der Eilanträge aber nicht entschieden, ob die Ausgangsbeschränkungen generell mit dem Grundgesetz vereinbar wären. Erst eine Hauptverhandlung muß diese Frage grundsätzlich klären.

Ein Design, das Leben retten kann – Gaffen tötet

Ein Design, das Leben retten kann

1. Mai 2021/in Panorama

BERLIN (ots). Wer hat es noch nicht erlebt: Ein Unfall auf der Autobahn und die Rettungsgasse wird nicht richtig gebildet, weil man einen Blick auf den Unfall erhaschen will? Blaulicht und Martinshorn sind zu hören und die Menschen schauen, was passiert ist? Eine Menschentraube auf der Straße entsteht und man möchte wissen, warum? Neugier ist menschlich. Aber Schaulustige, die an Unfallorten das Geschehen beobachten, fotografieren oder filmen, gefährden das Leben der Unfallopfer und manchmal sogar ihr eigenes.

„Gaffen tötet!“ – die Idee

Immer wieder erleben die Rettungskräfte der Johanniter, dass ihre Arbeit durch Schaulustige behindert wird. Die Verbreitung von Smartphones und die Veröffentlichungsmöglichkeiten in den Sozialen Medien haben die Problematik noch verschärft. „Das muss sich ändern, denn oft entscheiden schon wenige Minuten über Leben oder Tod“, so Jörg Lüssem, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Die Johanniter greifen die Idee der Agentur Scholz & Friends auf und setzen diese derzeit in einem Pilot-Projekt um. Ziel ist es, Aufmerksamkeit für das brisante Thema „Gaffen am Unfallort“ zu schaffen und diesem durch eine innovative Design-Idee ganz neu zu begegnen. Mit einem innovativen digitalen Design auf Basis der QR-Code-Technologie, das an Rettungsfahrzeugen oder an der Ausrüstung der Retter angebracht werden kann, sollen Schaulustige, die mit ihrem Smartphone das Geschehen festhalten wollen, davon abgehalten werden. Er löst auf dem Handy der Fotografierenden den automatischen Warnhinweis „Gaffen tötet!“ aus. So soll Gaffern ihre Tat unmittelbar bewusst gemacht werden.

„Die innovative Idee hat das Potenzial, eine sehr breite Öffentlichkeit zu erreichen und viele Menschen zum Umdenken zu bewegen“, ist Johanniter-Vorstand Jörg Lüssem überzeugt.

Denn: Gaffen ist kein Kavaliersdelikt, auch wenn offenbar viele das denken – seit dem 1.1.2021 gilt laut Paragraf 201a des Strafgesetzbuches, dass das Fotografieren oder Filmen eines Unfalls mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren belangt werden kann.

Von der Idee zur Umsetzung

Die Idee wird nun gemeinsam mit den Berliner Johannitern in einem Pilot-Projekt getestet. Acht Rettungswagen und ein Intensivtransportwagen sollen mit dem innovativen Design ausgestattet werden. David Kreuziger, Mitglied des Landesvorstands der Johanniter in Berlin/Brandenburg und selbst Rettungsassistent, ist sich sicher, dass das Projekt großes Interesse auch bei anderen Betroffenen hervorrufen wird: „Gaffer sind ein Riesenproblem in allen Rettungsdiensten, daher sind wir sicher, dass diese Aktion eine hohe Aufmerksamkeit bekommen und Nachahmer in der gesamten Branche finden wird.“ Auch Jörg Lüssem bekräftigt dies: „Es macht mich stolz, dass wir als Johanniter hier Vorreiter für etwas sind, was viele weitere Organisationen zum Mitmachen anregen wird.“

Christoph Schlossnikel und Ramona Junggeburth, Kreativdirektoren der Berliner Agentur Scholz & Friends: „Kreativität hat die Kraft, echte Probleme zu lösen. Wir freuen uns, die Johanniter-Unfall-Hilfe bei einem so dringlichen Problem zu unterstützen. Durch das innovative digitale Tarnmuster erwischen sich Gaffende direkt selbst auf frischer Tat.“

Die Johanniter werden in den kommenden Monaten die Verwendung des aufmerksamkeitsstarken Designs auf Fahrzeugen und Ausrüstung in ihren Rettungsdiensten testen und Erfahrungen sammeln, wie effektvoll das Pilot-Projekt ist und wie es in die Breite getragen werden kann, auch über die eigene Organisation hinaus.

Zum Kampagnenvideo: https://youtu.be/rBCupH0L7t4

Das Märchen vom pinken Supermond – Supermond

Das Märchen vom pinken Supermond

26. April 2021/in Panorama

BONN (PM/red). Dienstag früh ist Vollmond. Es soll aber nicht irgendein Vollmond sein, sondern ein Supermond und dann noch ein „Pinker Vollmond“. Beides klingt zwar spektakulär, ist es aber nicht.

Pinker Mond geht auf Pflanzenblüte zurück

Der Mondkalender verrät es: Am 27. April um 5:33 Uhr ist Vollmond. „Derzeit ist dabei oft vom Pinken Vollmond die Rede, dies hat aber nichts mit der Farbe des Erdtrabanten zu tun. Die Ureinwohner Nordamerikas tauften den April-Vollmond auf Pink Moon und benannten ihn damit nach den pinkfarbenen Flammenblumen (Phlox), die zu dieser Jahreszeit blühen“, erklärt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. Andere Namen für den Vollmond im April in Nordamerika sind je nach Region Egg Moon oder Fish Moon.

„Farbige Mondbezeichnungen“ immer beliebter

Bei uns in Deutschland sind diese Bezeichnungen bisher nicht üblich. Goldhausen: „Häufiger verwendet wird mittlerweile der ebenfalls aus Amerika stammende Begriff Blue Moon für den zweiten Vollmond in einem Monat, blau ist aber auch dieser Mond nicht. Ebenfalls aus Nordamerika kommend wird immer häufiger der Erdbeermond (Strawberry Moon) für den Vollmond im Juni in genannt. Auch der Begriff Supermond wird immer gebräuchlicher“.

Supermond oder super Mond?

Als Supermond (engl. Super Moon) wird der größte Vollmond des Jahres bezeichnet. Da die Bahn des Mondes um die Erde nicht kreisförmig, sondern elliptisch ist, befindet sich der Mond dann am erdnächsten Punkt. Dieses Jahr ist er im April und im Mai der Erde besonders nah. Mit bloßem Auge macht dies aber kaum einen Unterschied zu einem durchschnittlichen Vollmond aus, immerhin ist er etwas heller. „Auch wenn der Vollmond also weder pink noch super wird, so ist der Blick zum Erdtrabanten immer lohnenswert, zumal das Wetter in weiten Landesteilen auch mitspielt“, so der Meteorologe.

Kühler Frühlingsstart Normalfall – Aprilwetter

Kühler Frühlingsstart Normalfall

20. April 2021/in Panorama

BONN (ots). Ein kühler Aprilmonat ist eigentlich der Normalfall. Dass wir ihn in diesem Jahr als besonders ungemütlich empfinden, liegt zum einen daran, dass er bisher auch tatsächlich ungewöhnlich kalt ist. Zum anderen wird deutlich, wie sehr wir uns bereits an den Klimawandel gewöhnt haben.

Kühler Frühlingsstart Normalfall

Aprilwetter und Kartenglück wechseln jeden Augenblick

Ein kühler Aprilmonat ist eigentlich der Normalfall. Dass wir ihn in diesem Jahr als besonders ungemütlich empfinden, liegt zum einen daran, dass er bisher auch tatsächlich ungewöhnlich kalt ist. Zum anderen wird deutlich, wie sehr wir uns bereits an den Klimawandel gewöhnt haben.

Wärmere Luft auf Stippvisite

Der Frühling kommt auch in dieser Woche nur zeitweise in Gang. „In dieser Woche setzt sich etwas wärmere Luft durch. Bis zur Wochenmitte gibt es immerhin zwei frühlingshaft warme Tage für fast alle. Bei Temperaturen zwischen 14 und 18 Grad entwickeln sich jedoch von der Landesmitte bis in den Süden immer wieder Schauer und einzelne Gewitter, sodass die Frühlingsgefühle dort sehr gedämpft ausfallen. Zum Donnerstag rauscht dann erneut kältere Luft vom Nordmeer heran und drückt die Höchstwerte meist in den einstelligen Bereich. Wer jetzt denkt, das sei aber ganz außergewöhnlich ungemütlich für einen April, der irrt nicht ganz. Kühles und nasses Wetter ist im April eigentlich ganz typisch. Wir haben nur aus der der globalen Klimaerwärmung geschuldeten Häufung von recht warmen Aprilmonaten eine falsche Erwartung an den Frühlingsmonat entwickelt. Der April macht einfach, was er will und 2021 ist er bisher eben besonders kühl“, erklärt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

Wärmste Aprilmonate setzen keinen Standard

Sechs der sieben wärmsten Aprilmonate der vergangenen 140 Jahre wurden in Deutschland innerhalb der letzten 14 Jahre registriert. Der April 2018 war mit einer Mitteltemperatur von 10,5 Grad sogar der wärmste seit Messbeginn. Zudem brachte der zentrale Frühlingsmonat meist viel Sonne und so wenig Regen, dass die Natur schon früh an Wassermangel litt. Goldhausen: „Der rote Faden der Aprilwärme zieht sich aber nicht zwingend weiter durch. In diesem Jahr ist nämlich alles ganz anders: Späte Schneefälle und deftige Nachtfröste drückten die Temperaturen im April bisher auf ein deutlich unterdurchschnittliches Niveau.“

Kühlster April 2021 seit über 20 Jahren möglich

„Zugleich ließ sich die Sonne in der ersten Monatshälfte seltener blicken und zumindest im Norden und in der Landesmitte war es in dieser Zeit auch feuchter als im Mittel der Jahre. Und beim Blick auf die Wetterentwicklung der nächsten Zeit deutet sich noch keine deutliche Trendwende an. So scheint sich der April in diesem Jahr also nicht nur als unterkühlter, sondern auch als unfreundlicher und besonders wegen oft ruppigen Windes sehr launischer Frühlingsmonat zu etablieren. Er könnte sich durchaus zum kühlsten April seit mehr als 20 Jahren mausern“, so der Meteorologe.

Launisches Aprilwetter ist Regelfall

Doch wechselhaftes Aprilwetter ist auf lange Sicht gesehen nicht die Ausnahme, sondern die Regel. „So sind sonnige und warme Tage ebenso „normal“ wie nasskaltes Schauerwetter mit spätem Flockenwirbel und nächtlichem Reif. Einzig und allein die Windrichtung bestimmt, welche Luftmasse und welcher Wettertyp sich durchsetzen kann“, erklärt Goldhausen.

Dass wir gerade einen besonders kalten April zu erleben glauben, liegt aber nicht nur daran, dass der Wind immer wieder aus Norden kommt. Auch die Häufung sonniger und warmer Aprilmonate in den vergangenen 14 Jahren trägt zu diesem Empfinden bei. Sie könnte bereits Folge der globalen Klimaerwärmung sein. Der April 2021 ist aber bisher wirklich recht kalt und fühlt sich daher besonders „eisig“ an.

Sie sind wieder da! - Birkenpollen – Birkenpollen

Sie sind wieder da! – Birkenpollen

13. April 2021/in Panorama

BONN (ots). Die Birkenpollen gehören zu den aggressivsten Pollen überhaupt. In der Hauptblütezeit werden große Mengen davon freigesetzt. Regional werden bereits hohe Pollenkonzentrationen in der Luft erreicht. Allergiker reagieren auf die Pollen mit Jucken, Niesattacken und tränenden Augen, manch einer sogar mit Atemproblemen.

Birkenpollenkonzentration nimmt zu

Auch wenn man es aufgrund der aktuellen Temperaturen kaum glauben mag: Der Flug der Birkenpollen hat begonnen. „Noch ist die Birkenpollenkonzentration in den meisten Landesteilen nur leicht bis mäßig, im Laufe der Woche nimmt die Konzentration aber überall zu und zum Wochenende haben wir es fast im ganzen Land mit starkem Birkenpollenflug zu tun. Nur an den Küsten, in den Mittelgebirgen und am Alpenrand ist die Belastung etwas geringer,“ so Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. Birken produzieren große Pollenmengen, die über 300 Kilometer weit fliegen können. Ein einzelner Birkenbaum hält in seinen männlichen Kätzchen viel Blütenstaub bereit, um ihn an den ersten sehr milden Frühlingstagen auszustreuen. Mit rund fünf Millionen Pollenkörnern pro Kätzchen übertrifft die Birke die meisten anderen Bäume. Weil Birken nicht über Insekten, sondern ausschließlich über den Wind bestäubt werden, geben sie im Vergleich zu anderen Bäumen große Mengen an Pollen frei.

Birkenpollen – Hochpotentes Allergen

Der Pionierbaum Birke ist ein Überlebenskünstler. Goldhausen: „Die Birke ist nicht nur äußerst robust und wächst enorm schnell, sondern auch hochpotent in Sachen Pollenproduktion. Zudem sind ihre Pollen hoch allergen. Birkenpollen zählen zu den aggressivsten und stärksten Baumpollenallergenen überhaupt. Rund 25 Prozent aller Pollenallergiker reagieren auf Birkenpollen.“ Allgemeines Krankheitsgefühl, rote, tränende und juckende Augen, geschwollene Lider, Heuschnupfen und Kopfschmerzen – das sind die typischen Symptome einer Pollenallergie.

Eine Birkenpollenallergie kann die unteren Atemwege in Mitleidenschaft ziehen und zu Asthma führen. Deshalb sollten Allergiker die Symptome unbedingt frühzeitig mit einem Arzt abklären.

Klimawandel und Birkenpollen

Durch die steigenden Temperaturen im Zuge des Klimawandels ist mit höheren Pollenkonzentrationen und einer längeren Vegetationszeit zu rechnen. Björn Goldhausen: „Bei einem milden Verlauf des Winters verkürzt sich die vegetationsfreie Zeit, sodass die Pollensaison schon früh im Jahr beginnen kann. Meist ebbt der Pollenflug der Birke im Tiefland schon ab Ende April ab. Im Bergland kann er jedoch noch bis in den Frühsommer hineindauern. Höhere Temperaturen regen die Keimungsprozesse und das Wachstum an. Wissenschaftler haben festgestellt, dass durch den Klimawandel die Vegetationszeit im langjährigen Vergleich immer länger dauert. Das gilt auch für Birken. Ihre Pollen fliegen tendenziell früher als noch vor 20 Jahren. In erster Linie spielt hier die Temperatur eine Rolle, insbesondere dann, wenn diese in den Monaten unmittelbar vor Blühbeginn höher liegt als im Klimamittel. Ferner fanden Wissenschaftler heraus, dass die Pollenzahl insgesamt zugenommen hat und dass es generell mehr Tage mit erhöhter Pollenkonzentration gibt.“

„Brauchen wir erst ein Bergamo, um den Mut für einen harten Lockdown zurückzugewinnen?“ – PÜro. Gernot Marx

„Brauchen wir erst ein Bergamo, um den Mut für einen harten Lockdown zurückzugewinnen?“

28. März 2021/in Panorama, Gesundheit

BERLIN (PM). Nein, es liegen nicht die Nerven blank. Intensivmediziner sind Menschen, die in Situationen, in denen es um Leben und Tod geht, ruhig bleiben. Aber so langsam regt sich bei ihnen absolutes Unverständnis. Und die Stimmen werden lauter, um politisch gehört zu werden. „Wir rennen sehenden Auges ins Verderben“, sagt der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Professor Gernot Marx, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care am Universitätsklinikum Aachen.

„Nur weil die Bevölkerung des Lockdowns müde ist, können wir nicht bei Inzidenzen von 125, einem R-Wert von 1,2 und exponentiell steigenden COVID-19-Patieten auf den Intensivstationen darüber nachdenken, wie sich weitere Lockerungen durchsetzen lassen. Wir müssen von den hohen Zahlen runter! Jetzt. Augenblicklich. Zwei oder drei Wochen harten Lockdown – das lässt sich ab Montag über die Osterferien gut realisieren. Das wird zahlreiche Menschenleben retten und noch viel mehr vor lebenslangen Langzeitfolgen durch COVID bewahren. Portugal hat es vorgemacht. Erst harter Stopp. Und dann öffnen. Das hat super geklappt.“

Deutschland braucht kein Bergamo oder Szenarien wie in New York mit Patienten auf dem Fußboden, die sich zu zweit ein Beatmungsgerät teilen müssen. Um die Kapazitäten der Intensivstationen genau im Blick zu haben, wurde bereits im vergangenen Frühjahr gemeinsam mit dem RKI das DIVI-Intensivregister aufgebaut. Hier kann jeder sehen: Derzeit sind noch 1.644 Betten für COVID-19-Patienten in ganz Deutschland frei. Seit dem 10. März ist die Zahl dieser Patienten von 2.727 auf 3.448 heute hochgeschnellt. „Diese Zahl wird die kommenden zweieinhalb Wochen weiter exponentiell wachsen, egal was wir jetzt tun“, weiß Professor Christian Karagiannidis, med.-wiss. Leiter des DIVI-Intensivregisters und Leiter des ECMO-Zentrums der Lungenklinik Köln-Merheim. „Bei mehr als 5.000 COVID-19-Patienten wird es wirklich langsam kritisch. Das heißt, es muss JETZT etwas passieren.“

Die Bevölkerung hat gar nicht mitbekommen, wie knapp es war!

Auch sein Kollege, Professor Steffen Weber-Carstens, med.-wiss. Leiter des DIVI-Intensivregisters und Mitglied der erweiterten Klinikleitung der Klinik für operative Intensivmedizin an der Charité Berlin, gibt zu bedenken: „Die Bevölkerung hat zwischen Weihnachten und Anfang Januar, wo wir fast 6.000 COVID-Patienten versorgt haben, gar nicht mitbekommen, wie knapp es war. Zahlreiche Menschen wurden hier aus dem Osten oder der Mitte Deutschlands nach Norden geflogen. Ein Kraftakt, den wir geschafft haben – aber drei Monate später nicht gleich noch einmal brauchen.“ Diese Woche hatte Weber-Carstens bereits die ersten Anfragen für überregionale Verlegungen auf dem Tisch. „Thüringen sieht gerade gar nicht gut aus!“

Wir steuern auf bis zu 6.800 COVID-19-Patienten auf Intensiv zu.

Das DIVI-Prognosemodell, dass Karagiannidis und Weber-Carstens in den letzten Monaten gemeinsam mit dem Mathematiker Professor Andreas Schuppert, Leiter des Instituts für Computational Biomedicine an der RWTH Aachen, aufgebaut haben, zeigt den Intensivmedizinern sehr deutlich, dass es Zeit wird die Stimme noch lauter zu erheben. „Wir kommen an einem harten Lockdown für etwa zwei, drei Wochen gar nicht vorbei. Die Frage ist nur, wann dieser ausgelöst wird“, so Karagiannidis. „Unser Modell zeigt mögliche Verläufe. Bis auf mehr als 4.500 Patienten werden wir auf jeden Fall wieder hochgehen. Das ist unvermeidbar. Wird dann ein harter Lockdown beschlossen, schaffen wir es knapp über 5.000 die Kurve wieder zu senken. Warten wir noch länger, und stoppen erst bei einer Inzidenz von 300 Ende April oder Anfang Mai, werden wir mehr als 6.000 Menschen mit COVID-19 auf Intensiv stehen. Ob wir das packen, wage ich zu bezweifeln.“ Und nein, dies sei keine Schwarzmalerei.

Harter Lockdown über Ostern – weil die Zeit drängt.

DIVI-Präsident Marx appelliert deshalb eindringlich an Politik und Bevölkerung: „Keiner will einen harten Lockdown. Wir alle wünschen uns unser altes Leben zurück. Aber wir sind gerade in der wohl kritischsten und entscheidendsten Phase der Pandemie. Harter Lockdown über die Osterferien – weil uns die britische Mutation keine andere Wahl lässt. Und dann können wir bei deutlich niedrigeren Inzidenzen mit Schnelltests, PCR-Tests, Impfungen und Apps wieder öffentliches Leben zulassen.“

Jeder Patient, der nicht auf die Intensivstation müsse, sei die Anstrengung wert, weiß Marx mit Blick in die Klinik. „Unsere Patienten sind gezeichnet fürs Leben. Und wie es den zahlreichen Long-COVID-Patienten gehen wird, ist noch absolut nicht absehbar.“ Ein Zögern sei jetzt nicht zu verzeihen!

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