Die Stadt entfernt Nester in sensiblen Bereichen und warnt vor Gesundheitsgefahren durch die Brennhaare.
HANNOVER (redu) – Am Altwarmbüchener See sind an zahlreichen Eichen Eichenprozessionsspinner festgestellt worden. Besonders betroffen sind in diesem Jahr Bäume am großen Badestrand sowie auf den Liegewiesen im westlichen Bereich des Sees auf hannoverschem Stadtgebiet.
Die Stadt Hannover hat Maßnahmen zur Bekämpfung eingeleitet. Gleichzeitig werden Besucherinnen und Besucher zur Vorsicht und zum Abstand zu den Nestern aufgerufen.
Nester werden entfernt
Der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover hat am Altwarmbüchener See einen verstärkten Befall mit Eichenprozessionsspinnern festgestellt. Die Raupen des Nachtfalters leben an Ästen und Stämmen von Eichen und bilden dort charakteristische Gespinste und Nester.
Besonders betroffen sind in diesem Jahr öffentliche Bereiche rund um den großen Badestrand sowie die Liegewiesen im westlichen Teil des Sees. Diese Flächen zählen insbesondere in den Sommermonaten zu den stark frequentierten Erholungsbereichen.
Nach Angaben der Stadt sollen die Nester in besonders sensiblen Bereichen zeitnah entfernt werden. Zusätzlich werden Absperrungen eingerichtet und Hinweisschilder aufgestellt, um Besucher über mögliche Gefahren zu informieren.
Die Maßnahmen dienen dazu, das Risiko für Badegäste, Spaziergänger und andere Erholungssuchende zu verringern.
Die Brennhaare der Raupen sind mikroskopisch klein und enthalten ein Nesselgift. Bereits ein Kontakt mit den Haaren kann Hautreizungen, Juckreiz oder Atemwegsbeschwerden auslösen.
In Einzelfällen können auch stärkere allergische Reaktionen auftreten. Die Stadt empfiehlt deshalb, Nester und Gespinste keinesfalls zu berühren und ausreichend Abstand zu halten.
Wer nach einem Aufenthalt in betroffenen Bereichen Beschwerden bemerkt, sollte verschmutzte Kleidung wechseln und die betroffenen Hautstellen gründlich reinigen. Bei stärkeren gesundheitlichen Reaktionen wird empfohlen, ärztlichen Rat einzuholen.
Fahrgäste müssen am Kröpcke während der Bauarbeiten auf alternative Zugänge ausweichen.
HANNOVER (redu) – Am Zugang zur Stadtbahnstation Kröpcke werden ab dem 15. Juni zwei Rolltreppen zwischen Passerellenebene und Georgstraße erneuert. Der Rolltreppentausch Kröpcke erfolgt in zwei Bauabschnitten und soll bis Mitte Oktober abgeschlossen sein.
Die Arbeiten betreffen einen der meistgenutzten Zugänge der Station. Während der Bauzeit bleiben alternative Rolltreppen und Aufzüge weiterhin nutzbar.
Alternative Wege zur Station
Am Zugang zwischen der Passerellenebene und der Georgstraße auf Höhe von H&M beginnt der Rolltreppentausch Kröpcke am 15. Juni 2026. Zunächst wird eine Anlage erneuert. Die Arbeiten sollen bis Mitte August dauern.
Anschließend startet ab dem 17. August der Austausch der zweiten Rolltreppe. Nach aktuellem Zeitplan soll diese Anlage ab Mitte Oktober wieder in Betrieb gehen.
Während der jeweiligen Bauphasen stehen die beiden betroffenen Rolltreppen nicht zur Verfügung. Fahrgäste können stattdessen die vier weiteren Rolltreppen zwischen Passerelle und Georgstraße bei Mövenpick und JD Sports nutzen. Zusätzlich stehen die Rolltreppen zur Karmarschstraße bereit.
Moderne Technik für bessere Orientierung
Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Reisende mit schwerem Gepäck oder andere Fahrgäste, die auf einen barrierefreien Zugang angewiesen sind, bleiben die Aufzüge an der Station Kröpcke verfügbar.
Die neuen Anlagen werden mit moderner Technik ausgestattet. LED-Streifen am Anfang und Ende der Rolltreppen zeigen künftig durch rote oder grüne Beleuchtung die jeweilige Fahrtrichtung an. Dadurch soll die Orientierung bereits aus größerer Entfernung erleichtert werden.
Der Austausch ist Teil eines mehrjährigen Modernisierungsprogramms für Rolltreppen in den Stadtbahnstationen Hannovers. In den vergangenen Jahren wurden bereits Anlagen am Kröpcke, Hauptbahnhof und an der Station Werderstraße erneuert. Aktuell laufen zudem Arbeiten an den Rolltreppen der Station Sedanstraße/Lister Meile.
Nach Angaben der ÜSTRA und der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover (infra) erreichen die stark beanspruchten Anlagen aufgrund der hohen Nutzungszahlen und des nahezu ganztägigen Betriebs eine durchschnittliche Nutzungsdauer von rund 25 Jahren. Die Maßnahme dient daher dem langfristigen Erhalt der Infrastruktur.
Mehr als 7.000 Beschäftigte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen kritisieren geplante Sparmaßnahmen der Bundesregierung.
HANNOVER (redu) – Mit einer Großkundgebung vor dem Neuen Rathaus haben am Mittwoch mehrere Tausend Beschäftigte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen gegen geplante Spar- und Reformmaßnahmen der Bundesregierung protestiert. Der Protest gegen Gesundheitsreform begleitete die zeitgleich stattfindende 99. Gesundheitsministerkonferenz der Länder in Hannover.
Die Demonstration machte die wachsende Sorge vieler Beschäftigter über die Zukunft von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und sozialen Diensten deutlich. Die Teilnehmenden fordern langfristige finanzielle Sicherheit für das Gesundheitswesen.
Mehrere Tausend Menschen versammelten sich am Mittwoch auf dem Platz der Menschenrechte vor dem Neuen Rathaus. Der Protest gegen Gesundheitsreform richtete sich gegen die von der Bundesregierung angekündigten Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.
Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich mehr als 8.000 Menschen an der Kundgebung. Die Polizei sprach von über 7.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Aufgerufen hatten unter anderem die Gewerkschaft ver.di, Pflegeverbände, Sozialorganisationen sowie weitere Akteure aus dem Gesundheits- und Sozialwesen.
Kritik an Sparmaßnahmen
Im Mittelpunkt der Kundgebung standen die geplanten Einsparungen im Gesundheitsbereich. Gewerkschaften und Verbände befürchten, dass die Reformen zu einer weiteren Belastung des bereits angespannten Systems führen könnten.
Kritisiert werden vor allem mögliche Auswirkungen auf die medizinische Versorgung, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und die finanzielle Belastung der Versicherten. Nach Ansicht der Organisationen drohen zusätzliche Herausforderungen für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und soziale Dienste, die bereits seit Jahren unter Fachkräftemangel und steigenden Kosten leiden.
Viele Demonstrierende trugen Fahnen, Transparente und Plakate. Unter dem Motto „Warken stoppen“ richtete sich die Kritik auch gegen die gesundheitspolitischen Pläne der Bundesregierung. Die Kundgebung verlief friedlich.
Zu den Rednerinnen und Rednern gehörte die ver.di-Bundesvorständin Sylvia Bühler. Sie warnte vor einer Verschärfung der bestehenden Probleme im Gesundheitswesen und sprach sich für eine nachhaltige Finanzierung der Versorgungseinrichtungen aus. Nach ihrer Einschätzung könnten weitere Einschnitte die Situation in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zusätzlich verschärfen.
Unterstützung erhielt die Demonstration auch von Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD). Der Vorsitzende der 99. Gesundheitsministerkonferenz betonte die Bedeutung einer verlässlichen und sozial ausgewogenen Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig hob er hervor, dass öffentliche Proteste ein wichtiger Bestandteil demokratischer Meinungsbildung seien.
Parallel zur Großkundgebung fanden im Umfeld der Gesundheitsministerkonferenz weitere Aktionen statt. Verschiedene Initiativen machten auf Herausforderungen in der Geburtshilfe, die Finanzierung von Kliniken sowie die Zukunft der Pflege aufmerksam.
Die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der Länder beraten in Hannover gemeinsam mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken über aktuelle Herausforderungen des deutschen Gesundheitswesens. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Finanzierung der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, die Krankenhauslandschaft sowie die langfristige Sicherung der medizinischen Versorgung.
Die Ergebnisse der zweitägigen Konferenz werden in den kommenden Tagen erwartet. Sie könnten maßgeblich dafür sein, wie die weitere Entwicklung des Gesundheitswesens in Deutschland gestaltet wird.
Die geplante Verkehrsberuhigung der Culemannstraße und neue Grünflächen stoßen auf große Zustimmung.
HANNOVER (redu) – Die Maschpark Umgestaltung stößt in Hannover auf breite Zustimmung. Mehr als 4.000 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich an der Ideenfindung für die geplante Neugestaltung zwischen Maschpark und Leineufer, die mehr Grünflächen, Aufenthaltsqualität und nachhaltige Mobilität schaffen soll.
Die Ergebnisse der Beteiligung zeigen eine deutliche Unterstützung für die geplante Umgestaltung und liefern konkrete Hinweise für die weitere Ausarbeitung des Projekts.
Die Maschpark Umgestaltung sieht vor, die heute durch Verkehr geprägte Verbindung zwischen Maschpark und Leineufer grundlegend neu zu gestalten. Geplant sind größere Grünflächen, neue Wegeverbindungen sowie zusätzliche Aufenthaltsorte entlang des Areals.
Von besonderer Bedeutung ist dabei der Umbau der Culemannstraße zu einer Veloroute ohne Kfz-Verkehr. Nach Angaben der Stadt unterstützten mehr als zwei Drittel der 1.262 Personen mit Freitextbeiträgen diesen Schritt und brachten zugleich Anregungen für die weitere Planung ein.
Breite Unterstützung für die Planung
849 Teilnehmende äußerten sich positiv zur Herausnahme des Autoverkehrs aus der Culemannstraße. 294 Personen bewerteten den Wegfall kritisch, während 119 Bürgerinnen und Bürger eine abwägende oder unklare Haltung einnahmen.
Auch die Planungen für den Bristol-Platz, den Wasserplatz und den Loretta-Platz wurden überwiegend positiv bewertet. Viele Vorschläge der Beteiligten decken sich mit den bereits formulierten Planungszielen.
Mehr Grün und Nähe zur Leine
Aus den Rückmeldungen ergibt sich ein klares Bild der künftigen Nutzung. Gewünscht werden vor allem mehr Natur- und Klimaschutz, attraktive Aufenthaltsorte, Sport- und Bewegungsangebote sowie gastronomische und kulturelle Angebote.
Zudem wünschen sich viele Menschen eine stärkere Erlebbarkeit der Leine. Der Bereich soll künftig als Begegnungsraum dienen, der Erholung, nachhaltige Mobilität und Natur in der Innenstadt miteinander verbindet.
Oberbürgermeister Belit Onay bezeichnete die hohe Beteiligung als starkes Signal für die weitere Entwicklung des Projekts. Die Ergebnisse fließen nun in die weiteren Planungen ein. Der Planungsentwurf geht als Nächstes in die politische Beratung. Ein Ratsbeschluss wird nach der Sommerpause angestrebt.
Erlebnis-Zoo Hannover und das Vespennest von Gessner & Jacobi präsentieren eine limitierte E-Vespa-Sonderedition in auffälliger Bienenoptik.
HANNOVER (redu) – Mit einer auffällig gestalteten Bienen-Vespa machen der Erlebnis-Zoo Hannover und der Vespa Store „Vespennest“ von Gessner & Jacobi auf den Schutz heimischer Insekten aufmerksam. Drei limitierte E-Vespas in schwarz-gelber Bienenoptik wurden am Insektenhotel des Zoos vorgestellt.
Die Aktion verbindet nachhaltige Mobilität mit Artenschutz und soll die Bedeutung von Wildbienen und anderen Insekten stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.
Die Bienen-Vespa basiert auf einer vollelektrischen Vespa und steht symbolisch für eine umweltfreundliche Form der Fortbewegung in der Stadt. Mit ihrer auffälligen Gestaltung soll sie zugleich auf den Rückgang vieler Insektenarten aufmerksam machen. Nach Angaben der Projektpartner gilt etwa die Hälfte der heimischen Wildbienenarten in Deutschland als gefährdet.
Botschafter für den Artenschutz
Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff betonte bei der Vorstellung die wichtige Rolle von Insekten für funktionierende Ökosysteme. Sie seien unverzichtbar für die Bestäubung zahlreicher Nutzpflanzen und damit auch für die Ernährungssicherheit. Die Sonderedition solle ein komplexes Thema sichtbar machen und als sympathischer Botschafter für den Artenschutz dienen.
Auch Heinrich Jacobi vom Vespa Store „Vespennest“ sieht in dem Projekt eine Verbindung von Innovation, Design und Verantwortung. Die leise und emissionsfreie E-Vespa passe zum Gedanken einer nachhaltigen Mobilität und schaffe gleichzeitig Aufmerksamkeit für die Situation vieler Insektenarten.
Sonderedition mit Zoo-Jahreskarte
Die Kooperation umfasst eine spezielle Finanzierung der limitierten Fahrzeuge. Bestandteil des Angebots ist zusätzlich eine Jahreskarte für den Erlebnis-Zoo Hannover. Damit sollen nachhaltige Mobilität, Umweltbildung und Artenschutzerlebnisse miteinander verbunden werden.
Der Präsentationsort am großen Insektenhotel im Zoo unterstreicht die Botschaft der Aktion. Dort wird gezeigt, wie gezielte Maßnahmen Lebensräume für Wildbienen und andere Insekten schaffen können. Die drei bienengestreiften E-Vespas sind künftig sowohl im neuen Vespa Store in Hannover-Linden als auch im Erlebnis-Zoo Hannover zu sehen.
Mit 140.000 Besuchern aus 144 Ländern unterstreicht die INTERSCHUTZ ihre Rolle als weltweit wichtigste Plattform für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz.
HANNOVER (redu) – Die INTERSCHUTZ 2026 hat ihre Stellung als weltweit wichtigste Plattform für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz eindrucksvoll bestätigt. Mit rund 140.000 Besuchern aus 144 Ländern, einem deutlich gestiegenen internationalen Besucheranteil und 1.772 Ausstellern setzte die Weltleitmesse in Hannover starke Impulse für die Zukunft von Sicherheit, Resilienz und Krisenvorsorge.
Die Weltleitmesse machte deutlich, dass Bevölkerungsschutz, Krisenvorsorge und internationale Zusammenarbeit längst zu den zentralen gesellschaftlichen Zukunftsaufgaben gehören.
Die INTERSCHUTZ 2026 hat nach sechs Messetagen auf dem Messegelände in Hannover eine eindrucksvolle Bilanz gezogen. Rund 140.000 Besucherinnen und Besucher aus 144 Ländern nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Feuerwehr, Rettungswesen, Katastrophenschutz und Krisenvorsorge zu informieren. Damit unterstrich die Weltleitmesse einmal mehr ihre internationale Bedeutung als zentrale Plattform der Blaulicht- und Sicherheitsbranche.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung des internationalen Besucheraufkommens. Während bei der INTERSCHUTZ 2015 noch 13 Prozent der Gäste aus dem Ausland kamen, stieg dieser Anteil 2026 auf 24 Prozent. Damit hat sich die internationale Beteiligung nahezu verdoppelt. Für die Deutsche Messe AG ist dies ein deutlicher Beleg dafür, dass Themen wie Resilienz, Katastrophenschutz und Gefahrenabwehr weltweit zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Bevölkerungsschutz rückt in den Mittelpunkt
Nach Einschätzung der Veranstalter traf die INTERSCHUTZ mit ihrer thematischen Ausrichtung den Nerv der Zeit. Der Bevölkerungsschutz stand stärker als jemals zuvor im Mittelpunkt der Veranstaltung. Hintergrund sind die vielfältigen Herausforderungen, mit denen Staaten, Kommunen und Einsatzorganisationen weltweit konfrontiert werden.
Naturkatastrophen, Waldbrände, Starkregenereignisse, Hochwasserlagen sowie neue sicherheitspolitische Risiken haben in den vergangenen Jahren deutlich gemacht, wie wichtig funktionierende Schutz- und Rettungsstrukturen sind. Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass Krisenbewältigung nicht allein Aufgabe einzelner Organisationen sein kann, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung darstellt.
Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, betonte, dass die Entscheidung, den Bevölkerungsschutz stärker in den Fokus der Messe zu rücken, frühzeitig die richtigen Impulse gesetzt habe. Die Resonanz aus der Branche habe diesen Kurs eindrucksvoll bestätigt.
Auf einer Ausstellungsfläche von rund 120.000 Quadratmetern präsentierten 1.772 Aussteller aus 55 Ländern ihre Produkte, Dienstleistungen und Innovationen. Die Messe wurde damit erneut zum weltweit größten Treffpunkt für Feuerwehren, Rettungsdienste, Hilfsorganisationen, Behörden, Hersteller und politische Entscheidungsträger.
Resilienz wird zur Schlüsselaufgabe
Ein zentrales Thema der INTERSCHUTZ 2026 war die Frage, wie Gesellschaften widerstandsfähiger gegenüber Krisen und Katastrophen werden können. Das Leitthema „Safeguarding Tomorrow“ zog sich dabei wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung.
Die Diskussionen machten deutlich, dass Resilienz längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr ist. Vielmehr geht es um konkrete Maßnahmen zur Sicherung kritischer Infrastrukturen, zur Verbesserung von Einsatzstrukturen und zur Vorbereitung auf außergewöhnliche Schadenslagen.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die verstärkte zivil-militärische Zusammenarbeit. Große Besucherzahlen verzeichneten die Vorträge zum „Operationsplan Deutschland“, der die Widerstandsfähigkeit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft in Krisen- und Verteidigungsszenarien stärken soll.
Auch neue Konzepte zur Krisenvorsorge wurden vorgestellt. Dazu gehörte unter anderem die Premiere eines modularen Bunkersystems, das als Beispiel für moderne Schutzinfrastrukturen diente. Viele Fachbesucher nutzten die Gelegenheit, sich über unterschiedliche Ansätze zur Vorsorge und Gefahrenabwehr auszutauschen.
Dr. Jochen Köckler bezeichnete die Antworten auf aktuelle Krisen- und Bedrohungslagen als so gebündelt wie an keinem anderen Ort. Das Leitthema der Messe sei damit zum prägenden Element der gesamten Veranstaltung geworden.
Innovationen für Feuerwehren und Rettungsdienste
Neben den strategischen Themen stand die technologische Entwicklung im Mittelpunkt der Messe. Hersteller von Einsatzfahrzeugen, Schutzausrüstungen und Spezialtechnik präsentierten zahlreiche Neuheiten für Feuerwehren und Rettungsdienste.
Dabei zeigte sich ein klarer Trend: Moderne Technik soll nicht nur leistungsfähiger werden, sondern vor allem die Sicherheit der Einsatzkräfte erhöhen und Einsätze effizienter gestalten. Die direkte Rückmeldung aus der Praxis spielte dabei eine wichtige Rolle.
Für die Aussteller erwies sich die INTERSCHUTZ erneut als ideale Plattform, um mit Anwendern ins Gespräch zu kommen. Der intensive Austausch zwischen Herstellern, Feuerwehren und kommunalen Entscheidungsträgern wurde von vielen Beteiligten als wesentlicher Erfolgsfaktor der Messe hervorgehoben.
Dr. Tobias Ehrhard, Geschäftsführer des VDMA Feuerwehrtechnik, betonte, dass nirgendwo sonst ein vergleichbares Angebot an leistungsfähiger Technik für Feuerwehren und Rettungskräfte präsentiert werde. Hannover bleibe damit Impulsgeber und Orientierungspunkt für moderne Brandbekämpfung und einen widerstandsfähigen Bevölkerungsschutz.
Auch vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner hob die besondere Rolle der INTERSCHUTZ hervor. Der enge Austausch zwischen Forschung, Lehre, Industrie und aktiven Einsatzkräften sei weltweit einzigartig. Gleichzeitig unterstrich er die Bedeutung der ideellen Aussteller für den Erfolg der Veranstaltung.
DFV-Präsident Karl-Heinz Banse zog ebenfalls ein positives Fazit. Die INTERSCHUTZ habe der Feuerwehrwelt neue Dynamik verliehen und deutlich gemacht, dass die Einsatzkräfte bereit seien, die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen. Die Branche blicke mit Zuversicht auf die kommenden Jahre.
Digitalisierung und KI prägen die Zukunft
Zu den beherrschenden Themen gehörten erneut Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. In zahlreichen Hallen wurden Systeme vorgestellt, die den Einsatzalltag grundlegend verändern könnten.
Moderne Leitstellentechnik analysiert inzwischen Notrufe innerhalb weniger Sekunden, erstellt automatisiert Lagebilder und unterstützt die Disposition von Einsatzkräften. Sprachbarrieren können dabei zunehmend überwunden werden, indem Systeme Notrufe automatisch übersetzen und bewerten.
Großes Interesse weckten zudem Robotik-Lösungen für gefährliche Einsatzlagen. Diese Systeme können Einsatzkräfte bei Erkundungen, Gefahrgutunfällen oder Brandeinsätzen unterstützen und so Risiken reduzieren.
Auch Nachhaltigkeit spielte eine wichtige Rolle. Mit dem erstmals veranstalteten WildfireCamp rückten insbesondere Technologien zur Früherkennung und Bekämpfung von Vegetations- und Waldbränden in den Fokus. Angesichts zunehmender Hitze- und Dürreperioden gilt dieses Thema in vielen Ländern als wachsender Schwerpunkt.
Menschen bleiben das Herzstück der INTERSCHUTZ
Trotz aller technischen Innovationen stand während der sechs Messetage immer wieder der Mensch im Mittelpunkt. Ein besonderes Besucherinteresse galt dem mobilen Feldkrankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes, das auf einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern präsentiert wurde.
Zahlreiche Fachforen, Live-Demonstrationen, Wettbewerbe und Mitmachaktionen sorgten zusätzlich für einen intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch. Einsatzkräfte aus aller Welt nutzten die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und neue Ideen für ihre tägliche Arbeit mitzunehmen.
Dr. Jochen Köckler betonte zum Abschluss, dass bei allen technologischen Entwicklungen letztlich die Menschen im Mittelpunkt stehen, die Verantwortung übernehmen und anderen helfen.
Überschattet wurde die Veranstaltung von einem tragischen Ereignis. Während der FireFit Championships Europe verstarb ein Berufsfeuerwehrmann. Die Messeleitung erinnerte zum Abschluss an den Verstorbenen und sprach seiner Familie sowie seinen Kameradinnen und Kameraden ihr Mitgefühl aus.
Bereits jetzt richtet sich der Blick nach vorn: Die nächste INTERSCHUTZ findet vom 20. bis 25. Mai 2030 erneut auf dem Messegelände in Hannover statt.
Mit der Hannoveraner Erklärung setzen DFV, vfdb, AGBF und WFVD auf eine engere Kooperation für die Zukunft des Bevölkerungsschutzes.
HANNOVER (redu) – Mit einer neuen Feuerwehr-Partnerschaft wollen vier zentrale Feuerwehrverbände in Deutschland ihre Zusammenarbeit deutlich intensivieren. Ziel ist es, den Bevölkerungsschutz angesichts wachsender Herausforderungen zukunftsfähig aufzustellen und gemeinsame Strategien für die Feuerwehren zu entwickeln.
Die Hannoveraner Erklärung soll den Grundstein für eine langfristige Zusammenarbeit legen und die Interessen der Feuerwehren gegenüber Politik und Gesellschaft stärker bündeln.
Die Feuerwehr-Partnerschaft zwischen der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb), dem Deutschen Feuerwehrverband (DFV), der Arbeitsgemeinschaft der Leiterinnen und Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF) sowie dem Verband der Werkfeuerwehren in Deutschland (WFVD) markiert einen neuen Schritt in der Zusammenarbeit des deutschen Feuerwehrwesens.
Nach Angaben der beteiligten Organisationen stehen die Feuerwehren vor tiefgreifenden Veränderungen. Als zentrale Herausforderungen nennen die Verbände die Folgen des Klimawandels, zunehmende Extremwetterereignisse, die veränderte geopolitische Sicherheitslage, sinkende Helferzahlen sowie begrenzte finanzielle Ressourcen in vielen Kommunen.
Gemeinsame Strategie für die Zukunft
Vor diesem Hintergrund wollen die Verbände ihre fachliche und organisatorische Zusammenarbeit deutlich ausbauen. Geplant sind ein regelmäßiger Austausch, die bessere Nutzung vorhandener Ressourcen sowie die Entwicklung gemeinsamer Positionen zu zentralen Themen des Bevölkerungsschutzes.
Im ersten Schritt soll eine übergreifende Gesamtstrategie erarbeitet werden. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren langfristig zu sichern und die Interessen des Feuerwehrwesens gegenüber Politik, Verwaltung und Gesellschaft wirksamer zu vertreten.
Hannoveraner Erklärung als Grundlage für engere Zusammenarbeit
Die Spitzen der vier Organisationen sehen in der engeren Zusammenarbeit einen wichtigen Beitrag für einen leistungsfähigen und resilienten Bevölkerungsschutz. Mit der sogenannten Hannoveraner Erklärung soll der Startschuss für die strategische Partnerschaft gegeben werden.
DFV-Präsident Karl-Heinz Banse betont, dass die Verbände durch die Kooperation noch enger zusammenrücken und damit die Sicherheit der Bevölkerung stärken wollen. Auch vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner hebt hervor, dass Wissen, Erfahrung und Innovationskraft künftig stärker gebündelt werden sollen.
Jochen Stein, Vorsitzender der AGBF, verweist insbesondere auf die effiziente Nutzung vorhandener Ressourcen. Martin Wilske, Vorsitzender des WFVD, sieht in der Partnerschaft ein deutliches Signal für die gemeinsame Weiterentwicklung des Bevölkerungsschutzes in Deutschland.
Der Deutsche Feuerwehrverband zieht nach der INTERSCHUTZ 2026 in Hannover ein positives Fazit und hebt Innovationen sowie internationalen Austausch hervor.
HANNOVER (redu) – Mit einer positiven Bilanz endet für den Deutschen Feuerwehrverband die INTERSCHUTZ 2026. Der Schwerpunkt lag auf Innovationen, internationalem Austausch und der Zukunftsfähigkeit der Feuerwehren. Rund 140.000 Besucher kamen nach Angaben der Deutschen Messe AG zur Weltleitmesse nach Hannover.
Der Gemeinschaftsstand des Deutschen Feuerwehrverbandes entwickelte sich während der Messetage zu einem wichtigen Treffpunkt für Einsatzkräfte, Fachverbände, Politik und internationale Delegationen.
Der DFV auf INTERSCHUTZ zieht nach dem Ende der Weltleitmesse ein optimistisches Fazit. Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, sieht die Feuerwehren gut auf künftige Herausforderungen vorbereitet. Besonders die Verbindung aus moderner Technik, Fachwissen und persönlichem Austausch habe die Bedeutung der Veranstaltung unterstrichen.
Nach Angaben des Verbandes herrschte während der gesamten Messe ein hoher Besucherandrang. Banse sprach von einer außergewöhnlichen Dynamik innerhalb der Feuerwehrgemeinschaft. Das Messegelände sei von Menschen geprägt gewesen, die das „System Feuerwehr“ in Deutschland täglich mittragen und weiterentwickeln.
Internationaler Austausch steht im Fokus
Auch auf internationaler Ebene setzte die Messe wichtige Impulse. Im Rahmen der INTERSCHUTZ tagten unter anderem die European Firefighters‘ Association (EUFFAS) sowie der Weltfeuerwehrverband CTIF. Dort wurden nach Angaben des DFV mehrere richtungsweisende Beschlüsse gefasst.
Der internationale Charakter spiegelte sich ebenso in den zahlreichen Delegationen wider, die den Gemeinschaftsstand besuchten. Vertreter von Feuerwehren, Verbänden, Politik und Wirtschaft nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung.
Hoher Zuspruch am Gemeinschaftsstand
Der Gemeinschaftsstand des Deutschen Feuerwehrverbandes verzeichnete durchgehend großen Zulauf. Neben Fachinformationen standen verschiedene Mitmachangebote im Mittelpunkt. Besonders die Anwendungen aus dem Bereich Virtuelle Realität sowie ein Hubschraubersimulator stießen auf großes Interesse bei den Messegästen.
Darüber hinaus präsentierten sich zahlreiche Organisationen und Einrichtungen aus dem Feuerwehrwesen. Dazu gehörten die Landesfeuerwehrverbände, die Deutsche Jugendfeuerwehr, der Weltfeuerwehrverband CTIF, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, das Deutsche Feuerwehr-Museum sowie weitere Partner des Verbandes.
DFV-Vizepräsident Frank Hachemer betonte, dass die INTERSCHUTZ weit mehr als eine Ausstellung von Fahrzeugen und Geräten sei. Im Mittelpunkt stünden immer die Menschen, die sich in den Feuerwehren engagieren und für Sicherheit sorgen.
Veranstalter bestätigen den Tod eines Teilnehmers während des FireFit-Wettbewerbs auf dem Messegelände.
HANNOVER (redu) – Bei den FireFit Championships im Rahmen der Interschutz ist ein Teilnehmer ums Leben gekommen. Die Veranstalter bestätigten den Todesfall bei der FireFit und sprachen den Angehörigen sowie Freunden des Verstorbenen ihr Mitgefühl aus.
Weitere Informationen zu den Hintergründen oder den Umständen des Vorfalls wurden von den Veranstaltern zunächst nicht veröffentlicht.
Die Organisatoren der FireFit Championships teilten mit, dass es während des Wettbewerbs auf dem Gelände der Interschutz zu einem Todesfall bei der FireFit gekommen ist.
In einer veröffentlichten Erklärung sprachen FireFit, die HAIX Group und die Deutsche Messe AG der Familie, den Angehörigen und den Freunden des Verstorbenen ihr Beileid aus.
Aus Respekt vor der Privatsphäre der betroffenen Familie werden nach Angaben der Veranstalter keine weiteren Details zu den Umständen des Vorfalls bekanntgegeben. Wir berichten ebenfalls nicht weiter über den tragischen Zwischenfall und schließen uns der Anteilnahme an.
Die FireFit Championships zählen zu den anspruchsvollsten Wettkämpfen für Feuerwehrangehörige und verlangen den Teilnehmenden ein sehr hohes Maß an körperlicher Leistungsfähigkeit ab. Der Todesfall wirft einen Schatten auf die Veranstaltung sowie die gesamte Interschutz und macht deutlich, welchen außergewöhnlichen physischen Anforderungen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei diesen Wettbewerben stellen.
Von moderner Einsatztechnik bis zum mobilen DRK-Feldkrankenhaus: Die Interschutz 2026 zeigt Lösungen für die Herausforderungen des Bevölkerungsschutzes.
HANNOVER (redu) – Mit einer feierlichen Zeremonie auf dem Messegelände ist die Interschutz 2026 am Montag offiziell eröffnet worden. Bis zum 6. Juni präsentieren mehr als 1.500 Aussteller aus über 50 Ländern neue Technologien, Konzepte und Lösungen für Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Sicherheit.
Die internationale Leitmesse steht in diesem Jahr ganz im Zeichen eines leistungsfähigen Bevölkerungsschutzes und der Frage, wie sich Gesellschaften auf Krisen, Naturkatastrophen und neue Sicherheitsrisiken vorbereiten können.
Mit der Interschutz 2026 richtet sich der Blick der internationalen Fachwelt erneut auf Hannover. Die weltweit bedeutendste Messe für Feuerwehr, Rettungswesen, Katastrophenschutz und Sicherheit bringt Fachkräfte, Unternehmen, Hilfsorganisationen, Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger aus zahlreichen Ländern zusammen. Bereits zum Auftakt wurde deutlich, dass der Bevölkerungsschutz angesichts einer sich wandelnden Sicherheitslage stärker denn je in den Mittelpunkt rückt.
Zur offiziellen Eröffnung begrüßten die Veranstalter unter anderem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens und Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay. Gemeinsam mit Vertretern von Feuerwehren, Rettungsdiensten, Hilfsorganisationen und der Wirtschaft gaben sie den Startschuss für die sechstägige Veranstaltung.
Bevölkerungsschutz im Wandel
Unter dem Motto „Safeguarding Tomorrow“ beschäftigt sich die Interschutz 2026 mit den Herausforderungen moderner Gefahrenabwehr. Während klassische Themen wie Brandbekämpfung und Rettungsdienst weiterhin eine zentrale Rolle spielen, gewinnen neue Bedrohungsszenarien zunehmend an Bedeutung.
Dazu zählen Extremwetterereignisse, großflächige Hochwasserlagen, zivile Krisenvorsorge, hybride Bedrohungen sowie der Schutz kritischer Infrastrukturen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Krisen häufig gleichzeitig auftreten und verschiedene Bereiche der Gesellschaft betreffen können. Entsprechend wichtig sind abgestimmte Konzepte zwischen Bund, Ländern, Kommunen und Hilfsorganisationen.
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens betonte in ihrer Rede die Notwendigkeit eines leistungsfähigen Bevölkerungsschutzes. Moderne Gefahrenlagen erforderten eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure sowie kontinuierliche Investitionen in Ausbildung, Technik und Vorsorge. Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hob hervor, dass trotz technischer Innovationen die Menschen in Feuerwehren, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen das Rückgrat der Sicherheitsstrukturen bilden.
Technik für die Einsatzkräfte von morgen
Mit rund 1.500 Ausstellern aus mehr als 50 Nationen erreicht die diesjährige Messe nach Angaben der Veranstalter eine neue Größenordnung. Auf über 110.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden Fahrzeuge, digitale Systeme, Schutzausrüstungen und Spezialtechnik präsentiert.
Zu den Besuchermagneten zählen die Freigelände mit ihren Vorführungen. Dort demonstrieren Hersteller und Organisationen moderne Löschfahrzeuge, Spezialtechnik für Vegetations- und Waldbrände, Rettungsfahrzeuge sowie innovative Drohnen- und Robotiksysteme. Viele Entwicklungen sind darauf ausgerichtet, Einsatzkräfte bei gefährlichen Lagen zu entlasten und Entscheidungen schneller treffen zu können.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung. Im „Smart Public Safety Hub“ werden neue Konzepte für Leitstellen, Lagezentren und Einsatzführungen vorgestellt. Künstliche Intelligenz, automatisierte Analysen und vernetzte Informationssysteme sollen künftig helfen, komplexe Schadenslagen effizienter zu bewältigen. Die Digitalisierung wird damit zu einem wichtigen Baustein für den Bevölkerungsschutz der Zukunft.
DRK präsentiert mobiles Feldkrankenhaus
Zu den herausragenden Exponaten der Messe gehört das mobile Feldkrankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes in Halle 23. Das DRK gewährt dort einen umfassenden Einblick in eine medizinische Infrastruktur, die speziell für internationale Krisen- und Katastropheneinsätze entwickelt wurde.
Auf einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern wird gezeigt, wie innerhalb kurzer Zeit ein voll funktionsfähiges Krankenhaus aufgebaut werden kann. Das System gehört zu den sogenannten Emergency Response Units der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und kann flexibel an unterschiedliche Einsatzlagen angepasst werden.
Das Feldkrankenhaus verfügt über eine Notaufnahme, Operationsbereiche, Labor- und Röntgentechnik, Geburtsstationen sowie stationäre und ambulante Behandlungsmöglichkeiten. Nach Angaben des DRK können dort gleichzeitig bis zu 60 Patienten stationär versorgt werden. Darüber hinaus ist die Anlage darauf ausgelegt, die medizinische Grundversorgung von bis zu 250.000 Menschen sicherzustellen. Auch Wasseraufbereitung, Stromversorgung, Küchenbereiche und Hygieneeinrichtungen sind vollständig integriert.
Besonders bemerkenswert ist die Logistik hinter dem Konzept. Sämtliche Komponenten sind transportfähig verpackt und können per Flugzeug oder Lastwagen in nahezu jedes Krisengebiet der Welt gebracht werden. Nach einer Alarmierung soll ein Einsatz innerhalb von etwa 72 Stunden möglich sein. Für den Betrieb stehen speziell ausgebildete Ärzte, Pflegekräfte, Hebammen, Techniker und Logistikexperten bereit.
Das DRK verweist dabei auf zahlreiche internationale Einsätze der vergangenen Jahre. Mobile Krankenhausstrukturen kamen nach schweren Erdbeben, Naturkatastrophen und in humanitären Krisengebieten zum Einsatz. Die Präsentation auf der Interschutz zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung schnelle medizinische Hilfe in zerstörten oder schwer erreichbaren Regionen hat. Gleichzeitig verdeutlicht sie die wachsende Rolle humanitärer Soforthilfe in einer Welt, die zunehmend von Krisen und Naturereignissen geprägt wird.
Internationale Plattform für Zusammenarbeit
Neben den Ausstellungen bietet die Interschutz 2026 zahlreiche Fachforen, Workshops und Vorführungen. Erstmals werden neue Formate zur Höhenrettung sowie internationale Rescue-Challenges präsentiert. Organisationen aus Europa, Asien und Südamerika nutzen die Veranstaltung, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Lösungsansätze für zukünftige Herausforderungen zu entwickeln.
Gerade bei grenzüberschreitenden Katastrophenlagen gewinnt die internationale Zusammenarbeit zunehmend an Bedeutung. Die Messe bietet hierfür eine wichtige Plattform, auf der Einsatzkräfte, Behörden und Unternehmen miteinander ins Gespräch kommen können.
Zahlreiche Fachveranstaltungen beschäftigen sich zudem mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Gefahrenabwehr. Themen wie Waldbrandbekämpfung, Hochwasserschutz und die Sicherung kritischer Infrastruktur stehen dabei ebenso auf der Agenda wie moderne Konzepte für Krisenkommunikation und Bevölkerungsvorsorge.
Hannover im Mittelpunkt der Sicherheitsbranche
Für die Landeshauptstadt Hannover besitzt die Interschutz auch wirtschaftlich und gesellschaftlich eine besondere Bedeutung. Tausende Fachbesucher aus dem In- und Ausland sorgen in den kommenden Tagen für eine hohe internationale Aufmerksamkeit. Hotels, Gastronomie und Dienstleister profitieren ebenso von der Veranstaltung wie die Region insgesamt.
Der Katastrophenschutz in Niedersachsen ist mit geländegängigen Spezialfahrzeugen gut aufgestellt.
Oberbürgermeister Belit Onay würdigte die Messe als Ort des Austauschs und der Vernetzung. Gleichzeitig mache die Veranstaltung sichtbar, welchen Stellenwert ehrenamtliches Engagement in Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Rettungsdiensten für die Sicherheit der Gesellschaft habe.
Bis zum 6. Juni rechnen die Veranstalter mit mehreren zehntausend Besucherinnen und Besuchern. Hannover wird damit erneut zum internationalen Treffpunkt der Gefahrenabwehr und des Bevölkerungsschutzes. Die Interschutz 2026 zeigt nicht nur die neuesten technischen Entwicklungen, sondern macht auch deutlich, dass erfolgreiche Krisenbewältigung auf Zusammenarbeit, Innovation und dem Engagement unzähliger Einsatzkräfte beruht.
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