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Wichtige Nachrichten aus Niedersachsen: Landespolitik, Behörden, Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklungen. Alle landesweiten Themen auf einen Blick.

Streik im Gesundheitswesen

ver.di ruft zu Streiks im Gesundheitswesen in Niedersachsen auf

13. März 2023/in Niedersachsen

Warnstreiks auch im Klinikum Region Hannover geplant

HANNOVER (PM). Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ruft im Rahmen der Tarifrunde Bund und Kommunen am Dienstag, 14. März, und Mittwoch, 15. März, Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen zum Warnstreik auf. Betroffen sind auch Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen in Niedersachsen.

Warnstreiks sind unter anderem geplant für das Klinikum Region Hannover, das Städtische Klinikum Lüneburg, das Klinikum Oldenburg, das Klinikum Braunschweig und das Klinikum Wolfsburg. Details werden von den bezirklichen Organisatoren zeitnah bekannt gegeben. ver.di hat in allen Betroffenen Kliniken die Arbeitgeber dazu aufgefordert, Notdienstvereinbarungen abzuschließen.

Die Beschäftigten wollen damit in den laufenden Tarifverhandlungen ein deutliches Zeichen setzen. Das erste Angebot der Arbeitgeber lautete insgesamt fünf Prozent mehr Lohn in zwei Stufen, plus Einmalzahlungen. ver.di fordert dagegen 10,5 Prozent mehr Geld – mindestens 500 Euro, damit Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen nicht trotz Lohnerhöhung Reallohnverluste haben. Azubis müssen mindestens 200 Euro mehr bekommen, verlangt ver.di. Nach dem Willen der Arbeitgeber soll es zudem für Beschäftigte in den Kliniken und Pflegeeinrichtungen eine Sonderregelung geben, wonach diese unter bestimmten Voraussetzungen auf Lohn verzichten sollen.

„Das Angebot, das uns die Arbeitgeber Ende Februar gemacht haben, ist eine Frechheit. Die Beschäftigten im Gesundheitswesen wurden in der Pandemie beklatsch und bejubelt. Zum Dank dafür soll ihnen der Lohn gekürzt werden können, wenn es einem Betrieb wirtschaftlich schlecht geht. Das ist respektlos“, sagt David Matrai, Fachbereichsleiter im ver.di-Landesbezirk Niedersachsen. Es könne nicht sein, dass auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werde, was bei der Finanzierung des Gesundheitswesens schieflaufe. Dafür sei eine politische Lösung notwendig.

Das Ansinnen der Arbeitgeber, Löhne sogar noch kürzen zu wollen, sorge bei den Beschäftigten für viel Wut. Pflegekräfte, Ärzt*innen, Therapeut*innen, Notfallsanitäter*innen, Laborassistent*innen und alle anderen dazugehörigen Berufsgruppen trügen dazu bei, dass das Gesundheitssystem funktioniert. „Sie sind systemrelevant. Das muss sich auch im Lohn widerspiegeln“, sagt Matrai. Der öffentliche Dienst muss ein attraktiver Arbeitgeber bleiben, sonst leide auch die Gesundheitsversorgung.

Derby Hannover 96 – Hansa Rostock – Metronom3

Derby Hannover 96 – Hansa Rostock

10. März 2023/in Niedersachsen

„Bleibt friedlich, dann fahren wir euch gern“ – metronom und erixx appellieren an Fußballfans

UELZEN (PM). Im Vorfeld des Nordderbys am Sonntag, den 12. März in der Heinz von Heiden Arena in Hannover appellieren metronom und erixx an alle Fußballfans: „Wie immer gilt: Wer friedlich bleibt, ist bei uns jederzeit herzlich willkommen“, so eine Sprecherin. Die Züge der privaten Eisenbahngesellschaften sind unter anderem auf der Strecke Hamburg-Uelzen-Hannover unterwegs.

Die Bundespolizei rechnet mit bis zu 7.000 Fußballfans von Hannover 96, die aus dem Umland am Sonntag an- und abreisen. metronom und erixx setzen in erster Linie auf die Vernunft der anreisenden Fans. Es gibt klare und einfache Regeln: „keine Gewalt gegen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder andere Fahrgäste und keine mutwilligen Beschädigungen an den Fahrzeugen“, so die Sprecherin. Das strikte Alkoholkonsumverbot während der Fahrt gelte zudem auch für die An- und Abreise zu einem Fußballspiel – genauso wie die Notwendigkeit, einen gültigen Fahrschein zu besitzen. „Wir appellieren an die Fans, sich an die Regeln zu halten! Damit zeigen sie Respekt und Größe und sorgen dafür, dass hoffentlich alle pünktlich ankommen und das Spiel in Hannover sehen können.“

Klar geregelt ist allerdings auch, was passiert, wenn es beim Einstieg oder während der Fahrt zu Ausschreitungen kommt: Im Ernstfall fahren die Züge gar nicht erst los oder am nächsten Bahnhof nicht weiter.

erixx und metronom sagen danke an alle und wünschen eine friedliche und sichere Fahrt., sowie ein spannendes Fußballspiel.

Corona-Verordnung wird aufgehoben

Niedersachsen hebt Corona-Verordnung zum 1. März auf

28. Februar 2023/in Niedersachsen, Gesundheit

Eigenverantwortlichkeit ist immer noch der beste Schutz

HANNOVER (PM). Mit Wirkung vom 1. März 2023 (Mittwoch) hebt die Landesregierung die Niedersächsische Corona-Verordnung auf. Damit entfallen die letzten landesrechtlich geregelten Corona-Schutzmaßnahmen.

Einzig die vom Bund per Infektionsschutzgesetz auferlegte FFP2-Maskenpflicht für Besucherinnen und Besucher von Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern sowie Patientinnen und Patienten in Arztpraxen und medizinischen bzw. therapeutischen Einrichtungen soll bis zum Auslaufen der entsprechenden Normen am 7. April aufrechterhalten bleiben.

Die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der Länder hatten sich gemeinsam mit dem Bund am 14. Februar 2023 auf ein Ende aller anderen Maßnahmen geeinigt.

Für Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi ist der Zeitpunkt für das Auslaufen der Maßnahmen richtig gesetzt: „Am 29. Februar 2020 – also ziemlich genau vor drei Jahren – erkrankte der erste Niedersachse an Covid-19. Niemand hat zu dem Zeitpunkt damit gerechnet, welche teils drastischen Maßnahmen zum Schutz vor dem Virus notwendig werden würden und vor allem wie lange das Virus unser Leben bestimmen würde. Mittlerweile haben 95 Prozent der Bevölkerung – die allermeisten durch die Impfung – Antikörper entwickelt und sind so gut vor einem schweren Krankheitsverlauf im Fall einer Ansteckung geschützt. Corona wird es weiter geben. Das muss uns allen klar sein. Aber das Virus hat seinen großen Schrecken verloren und ist heute gut beherrschbar. Es ist absolut richtig, dass wir jetzt die letzten rechtlich auferlegten Schutzvorgaben aufheben.“

Die bisherige Empfehlung, eigenverantwortlich auf eine gute Hygiene und Schutz vor allem in geschlossenen Räumen und an Orten mit hohem Personalaufkommen zu achten, bleibt eine gute Orientierung. Dazu Andreas Philippi: „Die Maske ist in Situationen, in denen es zu engen Kontakten kommt – gerade für kranke und ältere Menschen – weiterhin ein gutes Mittel, um sich vor viralen Ansteckungen zu schützen.“

Innenministerin Daniela Behrens© Carl-Marcus Müller

Immer wieder Geldautomatensprengungen in Niedersachsen

28. Februar 2023/in Niedersachsen

Gespräch zwischen Innenministerin Behrens und niedersächsischen Bankenvertretern

HANNOVER (PM). Im Jahr 2023 wurden bereits 12 Geldautomatensprengungen in Niedersachsen registriert, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 68 Taten. Vor diesem Hintergrund hat sich die Niedersächsische Ministerin für Inneres und Sport, Daniela Behrens, am gestrigen Montag (27.02.2023) mit niedersächsischen Vertretern der Banken- und Kreditwirtschaft ausgetauscht.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen Möglichkeiten zur Intensivierung effektiver Sicherungsmaßnahmen und gemeinsame Ansätze zur nachhaltigen Verhinderung dieser besonders rücksichtslosen und gefährlichen Delikte.

Ministerin Behrens: „Ich bin sehr froh, dass ich mich heute mit niedersächsischen Vertretern der Banken- und Kreditwirtschaft austauschen konnte. Die Vertreter haben deutlich gemacht, dass es auch ihnen um eine schnelle Verbesserung der Gesamtsituation geht. Wir müssen gemeinsam alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um die Zahl der Geldautomatensprengungen dauerhaft deutlich zu reduzieren. Das kann nur gelingen, wenn Sparkassen, Banken und Polizei eng zusammenwirken und an einem Strang ziehen. Bereits dreimal konnten in diesem Jahr die Täter noch während der Flucht vom Tatort durch die Polizei festgenommen werden, zuletzt am vergangenen Mittwoch nach einer Tat in Melle. Die Niedersächsische Polizei tut alles – auch unter Inkaufnahme eigener Gefährdung, wie wir bei dem letzten Einsatz gesehen haben – um dieser Täter habhaft zu werden. Die Einsatzmaßnahmen werden dabei immer neu ausgeschärft. Darüber hinaus arbeiten wir auch grenzüberschreitend eng mit anderen besonders betroffenen Bundesländern sowie den Niederlanden zusammen. Unverzichtbar ist aber auch ein flächendeckend hoher Schutz- und Sicherheitsstandard an allen Standorten von Geldautomaten. Sie sind der Schlüssel, damit sich solche Taten in keinem Fall mehr lohnen.

In diesem Jahr haben die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen der betroffenen Banken bereits in mehreren Fällen dazu beigetragen, dass die Täter kein Geld erbeuten konnten. Ich habe deshalb heute an die Vertreter der Banken appelliert, ihre Anstrengungen zum Schutz der Automaten weiter zu intensivieren. Die Menschen in Niedersachsen erwarten hier zu Recht schnelle und spürbare Verbesserungen. Mit jeder erfolglosen Sprengung tragen wir dazu bei, dass die Anzahl der Taten auch tatsächlich sinken wird.“

Guido Mönnecke, Geschäftsführer des Sparkassenverbandes Niedersachsen, unterstreicht den geschäftspolitischen Ansatz der 39 niedersächsischen Sparkassen, die digitalen Bezahlformate, insbesondere mit der Sparkassen-Girocard, weiter voranzutreiben: „Der während der Corona-Pandemie sich schon abzeichnende Trend zum bargeldlosen Bezahlen wird sich weiter verstetigen, den Bargeldumlauf reduzieren und zu einem signifikanten Abbau der noch 2150 von Sparkassen in Niedersachsen betriebenen Geldautomaten führen. Die verbleibenden Geräte werden sehr zeitnah, respektive wurden in den vergangenen Monaten entsprechend den Vereinbarungen auf Bundesebene nachgerüstet. Diese Maßnahmen, die in enger Abstimmung mit dem LKA erfolgen, reichen vom Nachtverschluss der Geschäftsstellen in den tatrelevanten Zeiten, über Einbruchmeldetechnik, Videoüberwachung bis zum Einsatz von Einfärbesystemen.“ Alle einsetzbaren Möglichkeiten der Prävention würden genutzt, betont Mönnecke abschließend und unterstreicht die enge Zusammenarbeit mit den Behörden und dem Sachversicherer, der VGH.

„Unsere Genossenschaftsbanken zeigen ein großes Engagement bei der Verhinderung von Geldautomatensprengungen. Ihnen ist neben dem Erhalt der Infrastruktur zur flächendeckenden Bargeldversorgung insbesondere der Schutz von Leib und Leben der Anwohnerinnen und Anwohner sowie unbeteiligten Bürgerinnen und Bürgern wichtig“, so Axel Schwengels, Vorstandsmitglied beim Genossenschaftsverband Weser-Ems e.V.

„Die kürzlich vereitelten Angriffe zeigen, dass die Sicherheitsmaßnahmen der Banken in enger Zusammenarbeit mit der Polizei wirksam sind. Es ist wichtig, dass wir an dieser Stelle gemeinsam weiterarbeiten, um die Geldautomaten im Land zu schützen und eine breite Bargeldversorgung für die Menschen zu erhalten“, so Marco Schulz, Mitglied des Vorstandes, Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V.

In den vergangenen Jahren hat die Anzahl der Geldautomatensprengungen in Niedersachsen deutlich zugenommen. Im Jahr 2015 waren es in Niedersachsen noch 30, im Folgejahr 34 Taten. In den darauffolgenden Jahren ist die Anzahl der Taten dann von 23 (2017) auf 54 (2018) gestiegen. Anschließend verblieb die Zahl auf einem ähnlich hohen Niveau (2019: 45, 2020: 45, 2021: 55). Im vergangenen Jahr wurde dann mit 68 Taten ein neuer Höchststand erreicht. Durch die Verwendung von oft selbst hergestellten Festsprengstoffen sowie den damit verbundenen Explosionen besteht eine große Gefahr für Anwohnerinnen und Anwohner, Einsatzkräfte und Unbeteiligte.

Auch die Betreiber der Automaten sind nicht zuletzt aufgrund des neuen Höchststandes an Sprengungen alarmiert und haben ihrerseits Maßnahmen initiiert, um den Schutz ihrer Geräte zu verbessern.

Die niedersächsischen Vertreter der Sparkassen und Banken werden die Ministerin über die von Ihnen bereits vorgenommenen und weiter geplanten Sicherungsmaßnahmen bis Ende April informieren. Um wirksame Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Sicherheit von Geldautomaten umzusetzen, werden die Sparkassen und Banken durch die Polizei Niedersachsen bestmöglich unterstützt.

Cell Broadcast

Cell Broadcast – als weiteres Warnmittel etabliert

23. Februar 2023/in Panorama, Niedersachsen

Warnmittel bundesweit ab 23. Februar für geeignete Handys verfügbar


BONN (PM). Nach dem erfolgreichen Probebetrieb am Warntag 2022 geht Cell Broadcast jetzt am 23. Februar 2023 endgültig in den Wirkbetrieb. Nun können auch alle Lagezentren der Bundesländer eine Warnung über Cell Broadcast zusätzlich zu den bereits existierenden Warnmitteln auslösen. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes erreicht.

Vorteile von Cell Broadcast

Cell Broadcast ist eine Warnnachricht, die direkt auf das Handy oder Smartphone geschickt wird. Über kein anderes Warnmittel können mehr Menschen erreicht werden. Cell Broadcast stellt so eine wichtige Erweiterung der in Deutschland verwendeten Warnmittel wie z.B. Sirenen, Radio und Fernsehen, Warn-Apps oder digitale Stadtinformationstafeln dar.

Für Cell Broadcast-Warnungen wird eine Standardtechnologie des Mobilfunknetzes genutzt: Handys und Smartphones registrieren sich automatisch in einer sogenannten Funkzelle, über die ein Netzempfang hergestellt wird. Der Vorteil dabei ist, dass so alle Personen anonym erreicht werden können. Der hierfür erforderliche Datenverkehr wird auch durch ein erhöhtes Aufkommen an Mobilfunkgesprächen nicht beeinflusst. So funktioniert Cell Broadcast auch in stark ausgelasteten Netzen.

Der Deutsche Feuerwehrverband zu der neuen Warntechnik

Ab heute ist es möglich, Warnnachrichten – etwa bei Unwetter, Überflutung oder Rauchentwicklung – auf das Mobiltelefon zu schicken und damit mehr Menschen zu warnen. „Wir begrüßen diese wichtige Ergänzung im Warnmittelmix! In einer sehr mobilen Welt können damit auch Menschen erreicht werden, die auf der Durchreise sind oder denen die anderen Warnmöglichkeiten wie NINA und KATWARN nicht bekannt waren. Dies ist ein Stück mehr Sicherheit für die Bevölkerung“, erklärt Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Cell Broadcast erfordert keine aktive Anmeldung und erweitert die bisher verwendeten Warnmittel wie Sirenen, Radio und Fernsehen, Warn-Apps oder digitale Stadtinformationstafeln.

„Nun können auch alle Lagezentren der Bundesländer eine Warnung über Cell Broadcast zusätzlich zu den bereits existierenden Warnmitteln auslösen“, informiert das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) heute. Vor einem Jahr war durch die Bundesnetzagentur die entsprechende Technische Richtlinie erlassen worden. Innerhalb eines Jahres hatten die Mobilfunknetzbetreiber die Cell Broadcast-Technologie einbauen müssen. Beim bundesweiten Warntag am 8. Dezember 2022 war der Probebetrieb erfolgreich getestet worden.

Daniela Behrens Niedersächsische Innenministerin© Matthias Falk

Ein Jahr Krieg in der Ukraine

21. Februar 2023/in Niedersachsen

HANNOVER (PM). Behrens: „Wir dürfen in unserem Streben, den Menschen zu helfen, die hier brutal und rücksichtslos aus ihrer Heimat vertrieben wurden, nicht nachlassen, Es geht um die Folgen eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges, der vordergründig dem Land Ukraine gelten mag, letztlich aber zugleich einen Angriff auf Freiheit, Demokratie sowie unsere Grundwerte in Europa bedeutet.“

Vor fast einem Jahr begann der russische Präsident Vladimir Putin seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf die Ukraine. Dieser hat bis heute nicht nur furchtbare Folgen für die Ukrainerinnen und Ukrainer, sondern wirkt sich international sowie unmittelbar auf Deutschland und auch auf Niedersachsen massiv aus. Unter anderem sind seit dem 24.02.2022 mehr als 110.000 Menschen aus ihrer ukrainischen Heimat in unser Bundesland geflohen.

Seit Ausbruch des Krieges rücken in Deutschland außerdem der Zivil- und Katastrophenschutz sowie die Sicherheit der Kritischen Infrastruktur ganz besonders in den Fokus. In den ersten Monaten stellten darüber hinaus u.a. zahlreiche pro-ukrainische sowie pro-russische Versammlungen die Sicherheitsbehörden vor besondere Herausforderungen.

Niedersachsens Ministerin für Inneres und Sport, Daniela Behrens, sagt: „Die Unterstützung und die weitere Aufnahme von Vertriebenen aus der Ukraine bleiben auch künftig dringend notwendig. Wir dürfen in unserem Streben, den Menschen zu helfen, die hier brutal und rücksichtslos aus ihrer Heimat vertrieben wurden, nicht nachlassen – trotz der großen Anstrengungen, die dies bedeutet. Es geht um die Folgen eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges, der vordergründig dem Land Ukraine gelten mag, letztlich aber zugleich einen Angriff auf Freiheit, Demokratie sowie unsere Grundwerte in Europa bedeutet. Den Überfall auf die Ukraine kann man als Zäsur auch für die innere Sicherheit betrachten. Wir müssen wachsam sein, was Angriffe auf unsere Freiheit und Demokratie von außen, aber von innen betrifft, Wir müssen deshalb entsprechenden Bestrebungen und Verschwörungstheorien aktiv entgegentreten sowie unseren Staat und unsere freiheitlich demokratische Grundordnung schützen. Wir müssen unsere Kritische Infrastruktur vor Sabotage und möglichen Beeinträchtigungen konsequent schützen sowie unsere Vorbereitung und Vorsorge im Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes dauerhaft verbessern und dafür erforderliche Beschaffungen und Investitionen umsetzen.“

Zugang von Vertriebenen aus der Ukraine

Behrens: „Wir müssen dazu auf allen Ebenen Hand in Hand eng zusammenarbeiten. Das gilt zwischen Bund, Ländern und Kommunen insgesamt, dabei setze ich auf eine faire Lastenverteilung mit einer stärkeren und dauerhaft verlässlichen Unterstützung von Bundesseite. Die hohe Zahl an Vertriebenen aus der Ukraine bedeutet inzwischen für viele unserer Kommunen vor Ort eine enorme Herausforderung und Belastung. Die Kapazitäten an freiem Wohnraum – und zwar nicht nur in den Stadtstaaten, sondern auch in Flächenländern wie Niedersachsen – werden vor Ort immer knapper. Unser Konzept für die Erstaufnahme haben wir zudem modifiziert. Wir setzen bei der Erstaufnahme künftig statt auf nur wenige große Standorte stärker auf eine größere Anzahl kleinerer Standorte. Das bedeutet für die hier ankommenden, häufig auch traumatisierten Menschen eine deutlich angenehmere Umgebung. Gleichzeitig erhoffen wir uns dadurch auch bessere Rahmenbedingungen für die jeweiligen Kommunen sowie die Bürgerinnen und Bürger an den einzelnen Standorten vor Ort.“

Seit Kriegsbeginn haben mehr Menschen aus der Ukraine allein in Niedersachsen Aufnahme, Schutz und Sicherheit gesucht sowie gefunden als 2015. Zur Hochzeit der damaligen Flüchtlingszuwanderung kamen rund 8.000 Asylsuchende weniger in Niedersachsen an. Den stärksten Anstieg an Vertriebenen aus der Ukraine wurde hier von März bis Juli 2022 verzeichnet. In dieser Zeit stieg die im Ausländerzentralregister registrierte Zahl von ukrainischem Kriegsvertriebenen von 34.684 auf insgesamt 93.316 an.

Zur Unterstützung der Kommunen wurden in den vergangenen zwölf Monaten die Erstaufnahmekapazitäten in der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) von 5.000 Plätzen Anfang 2022 nahezu auf das Dreifache, also rund 15.000 Plätze, gesteigert. Die vorhandenen Plätze sollen nunmehr auf bis zu 20.000 erhöht werden. Ziel ist es, jederzeit eine Reservekapazität von bis zu 5.000 Plätzen zu haben. Dadurch ist es möglich, die Weiterverteilung von Geflüchteten auf die Kommunen zeitlich zu strecken und diesen damit mehr Luft für die Suche und Bereitstellung von Unterbringungsmöglichkeiten und Wohnraum zu verschaffen.

Versammlungsgeschehen / Straftaten i.Z.m. dem Ukraine-Krieg / Desinformation

Behrens: „Rechtsextreme, Reichbürger und Delegitimierer versuchten und werden auch weiterhin versuchen, Versammlungen für sich zu instrumentalisieren. Vor allem geht es dabei darum, Verschwörungstheorien zu verbreiten. Dafür werden auch die unterschiedlichsten Themen miteinander vermischt, um z. B. das angebliche falsche Bild der deutschen Politik und Öffentlichkeit sowie in den Medien von Russland anzuprangern. Auch aus der AfD Niedersachsen fanden sich vor allem zu Beginn des Krieges prorussische und den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands relativierende Aussagen. Eine breit getragene deutliche Distanzierung zu den prorussischen Positionen war bislang nicht zu erkennen. Zudem konnten wir feststellen, dass auch die Aktivitäten der bekannten russischen Propaganda- und Desinformationsakteure bzw. generell Desinformationskampagnen in den vergangenen Monaten intensiviert wurden. Dafür werden insbesondere die Sozialen Medien genutzt, mit einem Schwerpunkt auf Telegram.“

Seit dem 24. Februar 2022 sind insgesamt mehr als 850 Versammlungen in Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg bekanntgeworden. Die meisten davon verliefen störungsfrei. In den vergangenen Monaten ist deren Anzahl immer weiter zurückgegangen.

Insgesamt konnten die Sicherheitsbehörden laut Vorgangsbearbeitungssystem bislang Hinweise auf 598 Straftaten feststellen, die im Kontext mit dem Ukrainekrieg begangen worden sind. Dazu gehörten Sachbeschädigung, Diebstahl, Volksverhetzung, Störung der Totenruhe, gefährliche Körperverletzung und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. 166 bekannt gewordene Straftaten wurden im Vorgangsbearbeitungssystem erfasst, weil Personen mittels des „Z-“ oder des „V-Zeichens“ ihre Unterstützung bzgl. des Angriffskrieges kundtaten.

Spionage / Cyberabwehr / Schutz Kritischer Infrastruktur

Behrens: „Die Verteidigung von Freiheit, Demokratie und internationalem Recht kann und muss nicht nur mittels militärischer Mittel in der Ukraine erfolgen, sondern bedarf in unserer globalisierten und medial vernetzten Welt eben auch innerhalb unseres eigenen Landes der Aufklärung und unabhängigen Information über die tatsächlichen Zusammenhänge. Das Interesse russischer Geheimdienste an Deutschland dürfte weiter zunehmen, je länger der Krieg in der Ukraine dauert. Wir müssen unsere Sicherheitsbehörden zur Verteidigung unserer Freiheit und Demokratie sowie angesichts der absehbar steigenden Versuche zur Einflussnahme auf unser Land von außen weiter stärken. Der Schutz unserer neuen LNG-Terminals hat dabei eine herausragende Bedeutung. Durch die Betreiber vorzunehmenden Schutzmaßnahmen werden dabei sehr eng durch die niedersächsische Polizei begleitet.“

Unverändert besteht die seit Beginn des von Putin begonnen Angriffskrieges auf die Ukraine in Niedersachsen abstrakte Gefährdungslage fort. Allerdings liegen bislang keine Anzeichen dafür vor, dass sich diese Lage konkretisiert oder verschärft und auf einen größeren Widerhall stößt.

Am vergangenen Donnerstag, 16.02.2023, bekannte sich auf dem Telegram Kanal „anon_by“ die prorussische Hackergruppierung „Killnet“ zu insgesamt sechs DDoS-Angriffen auf deutsche Flughäfen, betroffen war auch der Flughafen in Hannover-Langenhagen. Hintergrund sollen die Waffenlieferungen der Bundesregierung in die Ukraine sein.

Grundsätzlich bestand und besteht seit Kriegsbeginn für die Einrichtungen der KRITIS eine erhöhte abstrakte Gefährdungslage. Eine konkrete Gefährdung liegt auch hier zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nicht vor.

Nach wie vor besteht ein latent erhöhtes Risiko von Cyberangriffen gegen deutsche Stellen, vor allem gegenüber Einrichtungen der KRITIS. Zusätzlich sind auch Spill-Over-Effekte und Kollateralschäden mit Auswirkungen auf Deutschland im Zuge internationaler Betroffenheit weiterhin möglich und bereits eingetreten.

Nahezu zeitgleich zum russischen Angriff auf die Ukraine aktivierten Angreifer ein fehlerhaftes Update für bestimmte Kunden des Viasat-Dienstes KA-SAT. Auch wenn sich dieser Cyberangriff offenbar vornehmlich gegen die Ukraine richtete, so entwickelte sich daraus ein Kollateralschaden. Auch tausende Windräder, die über diesen Satellitenanbieter normalerweise ferngewartet werden können, waren plötzlich nicht mehr erreichbar. Im gleichen Kontext ist auch der Angriff auf die Rosneft Deutschland GmbH im letzten Jahr zu sehen.

Die Behörden der Landesverwaltung sind angewiesen, sich auf alle Szenarien vorzubereiten. Die für Cybersicherheit zuständigen Stellen sind in engem Austausch mit den entsprechenden Behörden des Bundes und der Bundesländer. Die Behörden der Landes- und auch der Kommunalverwaltungen sind hinsichtlich der Notwendigkeit besonderer Schutzmaßnahmen sensibilisiert worden. Auch die Betreiber kritischer Infrastrukturen sind aufgefordert, sich intensiv auf Cyberangriffe vorzubereiten.

Zivil- und Katastrophenschutz

Behrens: „Nicht nur unsere Verteidigung nach außen – also insbesondere die Bundeswehr – muss gestärkt werden: Auch unseren Zivilschutz gilt es besser aufzustellen und damit resilienter zu werden. Dafür haben wir mit der Umsetzung des Niedersächsischen 40-Millionen-Ad-hoc-Pakets zur Stärkung des Katastrophenschutzes bereits einen wichtigen Schritt getan. Außerdem bereiten wir aktuell Ausschreibung für zwei Löschflugzeuge vor, für die wir noch auf die Finanzierungszusage der EU-Kommission warten. Es ist für mich ein weiteres wichtiges Anliegen, unsere Vorbereitung auf künftige Krisen zu verbessern und uns organisatorisch sowie in Bezug auf die vorgehaltene Ausstattung noch stärker aufzustellen. Dazu gehören beispielsweise die Einrichtung und Verankerung eines Landeskrisenstabes sowie eine personelle und organisatorische Stärkung der Katastrophenschutzzuständigkeiten durch die Einrichtung einer eigenen Abteilung im Innenministerium. Eine entscheidende Lehren aus diesem schrecklichen Krieg für mich ist, dass wir auf alles vorbereitet sein müssen. In unseren Aktivitäten zur Vorsorge und Vorbereitung auf künftige Krisen dürfen wir deshalb nicht nachlassen.“

Zum Dezember des vergangenen Jahres konnte die erste Säule des 40-Millionen-Ad-hoc-Pakets bereits erfolgreich abgeschlossen werden. Bei den unteren Katastrophenschutzbehörden wurden dezentrale Betreuungsmittelreserven zur umgehenden Versorgung und Notunterbringung von 100 Betroffenen oder auch Kriegsvertriebenen und Geflüchteten sowie Sanitätsmittelreserven eingerichtet.

Weiterhin wurden Stabsräume modernisiert und Technik der Fernmeldezentralen für Ausfälle der Kommunikationsinfrastruktur angeschafft, unter anderem Satellitentelefone. Insgesamt wurden durch das Niedersächsische Innenministerium rd. 3,7 Millionen Euro erstattet. Eine erste Kommunikationsübung zwischen dem Land und den unteren Katastrophenschutzbehörden im vergangenen Dezember hat erfolgreich stattgefunden. Darüber werden die Aus- und Fortbildungen der ehrenamtlichen Einsatzkräfte gestärkt – dafür wurde im Jahr 2022 eine Million Euro bzw. werden in den Jahren 2023 und 2024 je eine Mio. Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich Katastrophenschutz in der Beschaffung von Einsatzfahrzeugen. Hier sind Lieferungen bis in 2025 vorgesehen. Diese Spezialfahrzeuge werden individuell angefertigt und sind daher nicht von heute auf morgen abrufbar. Auch wurden europaweite Ausschreibungen u.a. für geländegängige Krankentransportwagen auf den Weg gebracht. Außerdem werden Fahrzeuge für Brandschutz und Wasserrettung angeschafft. Durch die Beschaffung von mobilen Warn- und Durchsageeinrichtungen wird das Krisenmanagement weiter gehärtet.

Zum Zivil- und Katastrophenschutz gehört auch, dass die Warnsysteme funktionieren und bei den Menschen eine solche Alarmierung tatsächlich ankommt. Deshalb hat Niedersachsen ein eigenes Sirenen-Förderprogramm gestartet und damit die Bundesmittel für diesen Zweck aufgestockt. Insgesamt wurden seit 2021 mit etwa 8 Millionen Euro aus Bundes- und 10 Millionen Euro aus Landesmitteln bei 33 unteren Katastrophenschutzbehörden 1.396 Standorte gefördert.

Darüber hinaus beginnen ab Sommer 2023 die ersten Auslieferungen von hochleistungsfähigen mobilen Netzersatzanlagen, die insbesondere zur Ersatzversorgung von Einrichtungen kritischer Infrastrukturen eingesetzt werden sowie von Anhängern zur mobilen Kraftstoffversorgung.

Ministerpräsident Stephan Weil© Bernd Günther

100 Tage rot-grüne Landesregierung – ein guter Start

15. Februar 2023/in Niedersachsen, Politik

HANNOVER (PM). Heute vor 100 Tagen ist Niedersachsens rot-grüne Landesregierung im Amt vereidigt worden. Angesichts der im November 2022 infolge der Energiepreisekrise herrschenden Verunsicherungen hat sie ihre Handlungsfähigkeit sofort unter Beweis gestellt und in einem Nachtragshaushalt für 2022 und 2023 insgesamt 2,9 Milliarden Euro für Krisenbewältigung, energetische Transformation und Vorsorge mobilisiert.

Wesentlicher Teil ist ein Sofortprogramm über 970 Millionen Euro, mit dem Menschen, Unternehmen, Kommunen und soziale Einrichtungen dabei unterstützt werden, den enorm gestiegenen Energiekosten zu begegnen. Um der Energiekrise auch langfristig entgegenzuwirken und unabhängig vom russischen Gas zu werden, fließen aus dem Nachtrag 707 Millionen Euro zusätzlich in die energetische Transformation. Diese Mittel stehen beispielsweise für die Ko-Finanzierung von Wasserstoffprojekten bereit und für die Absicherung der Finanzierung des LNG-Terminals in Stade. Nach der Eröffnung des ersten deutschen LNG-Terminals im Dezember 2022 in Wilhelmshaven wurde im Januar 2023 mit einem symbolischen ersten Rammschlag der Bau des zweiten LNG-Anlegers für Niedersachsen in Stade begonnen. Die Fertigstellung des Anlegers an der Elbe für die schwimmende Regasifizierungsanlage (FSRU) ist bis zum Winter 2023/24 geplant.

Ministerpräsident Stephan Weil: „Das war ein besonders dynamischer Start. In der letzten Woche hat es zum Sofortprogramm eine Zwischenbilanz mit sehr unterschiedlichen Akteuren und einer sehr positiven Rückmeldung gegeben. Uns allen war und ist bewusst, dass die mit dem Nachtragshaushalt in Höhe von 2,9 Milliarden Euro gebundenen Mittel nun nicht mehr für andere Zwecke zur Verfügung stehen.“

„Die rot grüne Landesregierung ist eine Koalition des Machens. Uns eint der Wille zur politischen Gestaltung, um die aktuellen Herausforderungen anzugehen“, so die stellvertretende Ministerpräsidentin Julia Willie Hamburg. „Wir sind beispielsweise fest entschlossen, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 75 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren und bis 2040 klimaneutral zu werden. Mit einem schnellen Ausbau der Windenergie auf See und an Land, der Solaranlagen und der Übertragungsnetze haben wir eine realistische Chance, dieses Ziel zu erreichen.“

Niedersachsen muss 2,2 Prozent seiner Landesfläche für Windenergie ausweisen, so steht es im „Wind-an-Land-Gesetz“ des Bundes. Das Niedersächsische Umweltministerium hat eine Potentialanalyse für Windflächen in Niedersachsen durchführen lassen. Diese bildet die Grundlage, um die derzeit 1,1 Prozent ausgewiesene Fläche zu verdoppeln. Das wird anhand objektiver Kriterien geschehen – wie beispielsweise Besiedlungsdichte, Abstände oder Vogelschutzgebieten in den einzelnen Regionen. Anfang Februar 2023 wurden die regionalisierten Flächenziele und das weitere Vorgehen den Kommunen vorgestellt. Derzeit ist ein Gesetzespaket in Vorbereitung, das die einzelnen Flächenanteile festschreibt und den regionalen Planungsträgern die Möglichkeit eröffnet, diese in Raumordnungs-Teilplänen für Windenergie auszuweisen.

Gleichzeitig erweitert das Land per Gesetz die finanziellen Beteiligungsmöglichketen von Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürgern an der Energiewende. Beim Bau neuer Windenergieanlagen und größerer Solarparks sollen Anwohnerinnen und Anwohnern und Kommunen künftig insgesamt 20 Prozent der Anteile an den Erneuerbaren-Anlagen angeboten werden. So bleiben die Erträge der Energiewende vor Ort, was die Akzeptanz der Energiewende erhöht.

Anfang Februar 2023 hat die ‚Taskforce Energiewende‘ unter Federführung des Umwelt- und Energieministeriums und des Wirtschafts- und des Agrarministeriums ihre Arbeit aufgenommen. In diese Taskforce fließen die Erfahrungen ein, die im letzten Jahr bei Planung, Genehmigung und Bau des ersten deutschen LNG-Terminals in Wilhelmshaven gesammelt wurden. Mit der Taskforce soll die neue Deutschlandgeschwindigkeit auf alle niedersächsischen Energiewende- und Transformationsprojekte ausgerollt werden. Außerdem stehen personelle Kapazitäten für eine Unterstützung der Kommunen in schwierigen Verfahren zur Verfügung.

Seit Anfang Februar ist auch die neue Energiespar-Beratung „Private Wohngebäude“ bei der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) am Start. Das Umweltministerium fördert die Beratung mit 7,6 Millionen Euro. Für die Umsetzung stehen bereits über 600 zusätzliche Energieberaterinnen und -berater zur Verfügung, vorwiegend aus den Reihen des Schornsteinfegerhandwerks. Landesweit können private Eigentümerinnen und Eigentümer von Häusern und Wohnungen nun kostenlose Energiesparberatungen in Anspruch nehmen. Die Beraterinnen und Berater prüfen vor Ort, wie kurzfristig Energie und Kosten gespart werden können.

Auch im Bildungsbereich wurden in den ersten 100 Tagen wichtige Weichen gestellt: Gemeinsam mit der VW Stiftung wurde ein ambitioniertes Programm zur Förderung von Spitzenforschung im Umfang von 576,3 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Schwerpunkte der Agenda ‚zukunft.niedersachsen‘ sind vor allem die in den nächsten Jahren anstehenden grundlegenden Veränderungen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Dem Land sollen auf diese Weise zahlreiche positive Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Dabei geht es in besonderer Weise um die Energie- und Mobilitätswende und insgesamt um ressourcenschonendes Wirtschaften.

Parallel dazu unterstützt das Land Niedersachsen die Studentenwerke mit 30 Millionen Euro. Die erste Tranche in Höhe von 13,5 Millionen Euro wurde im Dezember 2022 an die Studentenwerke ausgezahlt, eine zweite Tranche in Höhe von 16,5 Millionen Euro folgte im Januar 2023. Die Zuschüsse ermöglichen es den Studentenwerken, ihre Angebote, Preise und Beiträge für Studierende stabil zu halten und tragen so zu einer finanziellen Entlastung der Studierenden bei. Die landesweit 86 Volkshochschulen, Heimvolkshochschulen und Landeseinrichtungen der Erwachsenenbildung haben bis Ende Januar fünf Millionen Euro erhalten, um die enormen Kostensteigerungen – insbesondere im Energiesektor – abzumildern.

Mit 100 Millionen Euro wurden die Schul- und Kitaträger bei den Energiepreissteigerungen entlastet. Weitere 100 Millionen Euro fließen über die Träger in die Stabilisierung und Absenkung der Elternbeiträge für die Mittagsverpflegung. Damit sollen die Preisaufwüchse bei den Lebensmitteln und in der Folge für die Mittagessen in Kindertageseinrichtungen, der Kindertagespflege sowie im Schulbereich kompensiert werden.

Mit einem umfangreichen Softwarepaket zur lizenzfreien Nutzung durch die Schulen hat das Kultusministerium im Januar 2023 die Angebotspalette an digitalem Lerncontent und Diagnosetools deutlich ausgeweitet. Schülerinnen und Schüler erhalten damit neue Möglichkeiten, im Unterricht und zu Hause hochwertige Programme und Apps als Ergänzung zu den vorhandenen Lehr- und Lerngegebenheiten anzuwenden. Diagnosetools helfen Lehrkräften außerdem bei der Kompetenzfeststellung und entlasten sie über automatisierte Auswertungsprozesse. Die infolge der Corona-Pandemie entstandenen Bildungslücken sollen baldmöglichst geschlossen werden.

Als wesentlicher Beitrag für eine Steigerung der Attraktivität und mehr Gerechtigkeit in der Besoldung ist vorgesehen, dass mit dem Haushalt 2024 zumindest ein Einstieg in A13 für alle Lehrkräfte mit dem Lehramt an Grundschulen und mit dem Lehramt an Haupt- und Realschulen sowie A10 für Fachpraxislehrkräfte geschaffen werden soll.

„Das ist ein starkes Comittment der Landesregierung für bessere Bildung in Niedersachsen“, so Kultusministerin Hamburg. „Ich bedanke mich bei den anderen Ressorts für diesen gemeinsamen finanziellen Kraftakt, mit dem wir ein wichtiges Zeichen für attraktive Bedingungen für mehr Lehrkräfte in Niedersachsen setzen.“

Nicht nur Arbeitsergebnisse der Startphase sind nach Auffassung des Ministerpräsidenten positiv, sondern auch die Zusammenarbeit in der Landesregierung:

„Die Stimmung ist trotz der zahlreichen Herausforderungen gut, wir arbeiten gerne und konstruktiv zusammen, es ist viel Elan spürbar und viel Gestaltungswille. All das sind gute Voraussetzungen dafür, Niedersachsen in den nächsten Jahren weiter deutlich voranzubringen“, so Ministerpräsident Stephan Weil. Er sei deswegen sehr angetan von dem Start der neuen Landesregierung. „Die in und für Niedersachsen anstehenden Veränderungen werden wir mit großem Engagement im Interesse der Menschen in diesem Land, im Interesse der Umwelt und des Klimas gestalten.“

Umstellung Atemschutz auf Überdrucktechnik

Umstellung im Bereich Atemschutz

15. Februar 2023/in Niedersachsen

CELLE (ots). Nach und nach wird in den folgenden Jahren bei den Ortsfeuerwehren der Stadt Celle eine neue Atemschutztechnik Einzug halten und somit die Umstellung von der Normaldrucktechnik auf die Überdrucktechnik erfolgen. Zum Jahreswechsel wurde als erste Ortsfeuerwehr in Stadt und Landkreis Celle die Wehr in Altencelle mit der neuen Technik ausgestattet.

Hierzu erfolgte zunächst vor Weihnachten eine Einweisung in Theorie und Praxis im Feuerwehrhaus in Altencelle. Hierbei wurde den Feuerwehrangehörigen der Unterschied zwischen den Techniken sowie der Umgang mit der neuen Ausrüstung erklärt.

Der Unterschied lässt sich hierbei kurz beschreiben: Während bei der Normaldrucktechnik der Luftdruck in der Maske wie in der Umgebung ist und der Lungenautomat nur Luft in die Atemschutzmaske lässt, wenn der Atemschutzgeräteträger einatmet, wird bei der Überdrucktechnik schon beim Anschluss vom Lungenautomaten an die Maske ein Überdruck in der Maske des Atemschutzgeräteträgers erzeugt. Dies bedeutet, der Druck in der Maske ist höher als in der Umgebung, so kann z. B. bei einer kleinen Undichtigkeit an der Maske kein Rauch von außen eindringen.

„Seit Einführung der neuen Technik in Altencelle konnten wir diese bereits im Einsatz anwenden“, erklärt Ortsbrandmeister Promoli und führt weiter aus: „Wir freuen uns ein Vorreiter im Landkreis Celle auf diesem Gebiet zu sein. Die Umstellung erfolgte ohne Probleme.“

Als nächste Wehr wird in der Stadt Celle die Ortsfeuerwehr Westercelle mit der Überdrucktechnik im Bereich des Atemschutzes ausgestattet. Weitere Ortsfeuerwehren werden folgen. Aus Sicherheitsgründen können immer nur ganze Ortsfeuerwehren mit der neuen Technik ausgestattet werden, um eine Vermischung zu verhindern.

Niedersachsen liefert Hilfsgüter in die Türkei – Hilfstransport nds Wunstorf mf© Matthias Falk

Niedersachsen liefert Hilfsgüter in die Türkei

12. Februar 2023/in Niedersachsen

HANNOVER (PM). Behrens: „Ich bin froh, dass unser Hilfsangebot angenommen wird und wir die Menschen vor Ort direkt unterstützen können“

Das Land Niedersachsen hat nach den schweren Erdbeben in der Türkei und in Syrien unverzüglich auf das internationale Hilfeersuchen reagiert und unbürokratisch Unterstützung angeboten. Heute (11.02.2023) hat das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) als nationale Kontaktstelle für die staatliche Katastrophenhilfe im Rahmen des europäischen Katastrophenschutzmechanismus die angebotenen Hilfsgüter aus Niedersachsen abgerufen. Kurzfristig werden diese nun für den Weitertransport zum Fliegerhorst Wunstorf gebracht. Mit drei Bundeswehrmaschinen des Typs „A300M“ sollen Zelte, Feldbetten und Decken in die Türkei geflogen werden.

Niedersachsens Ministerin für Inneres und Sport, Daniela Behrens, sagt: „Die Not der Menschen in der betroffenen Region ist groß. Selbstverständlich haben wir, unverzüglich, nachdem das erste Hilfeersuchen aus der Türkei bei uns eingegangen ist, kurzfristig unsere Bestände geprüft und unbürokratisch Hilfe angeboten. Ich bin froh, dass unser Hilfsangebot jetzt angenommen wird und wir die Menschen vor Ort direkt unterstützen können. Die breite Welle der Hilfsbereitschaft in der Zivilgesellschaft, bei den Hilfsorganisationen und in der Politik bedeutet für die Menschen vor Ort einen Hoffnungsschimmer in einer für sie so unglaublich schweren und leidvollen Zeit. Wir werden auch künftige Anforderungen kurzfristig prüfen und im Rahmen unserer Möglichkeiten helfen!“

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) stellten die heutige Lieferung für den direkten Transport in das Erdbebengebiet zusammen.

Stellungnahme des Präsidenten des NLBK Mirko Temmler zum Hilfstransport © Matthias Falk

Ein Rettungswagen eilt nach einem Notruf zur Einsatzstelle© Bernd Günther

DRK warnt zum Europäischen Tag des Notrufs: „Die 112 nur im Notfall anrufen!“

10. Februar 2023/in Niedersachsen

HANNOVER (PM). Der 11. Februar ist seit 2009 der europäische Tag des Notrufs. Das Datum ist nicht zufällig gewählt: 11.2. lässt auf die Notrufnummer 112 schließen. Unter dieser Nummer sind die jeweiligen Notfalldienste in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) sowie in Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz aus allen Fest- und Mobilfunknetzen sowie von öffentlichen Telefonen kostenfrei erreichbar. Eingeführt wurde die 112 im Jahr 1991 auf Vorschlag der Europäischen Union.

„Die Notrufnummer 112 rettet im Ernstfall Leben“, sagt Sebastian Voß, Vorstand des DRK-Landesverbandes Niedersachsen. „Allerdings sollte die 112 nur bei lebensbedrohlichen Symptomen gewählt werden. Dazu gehören unter anderem schwere Unfälle, Vergiftungen, Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, Kreislaufkollaps, Atemnot oder starker Blutverlust. Die Rettungsmittel, die von den Rettungsleitstellen zum Notfallort entsendet werden sind endlich und sollten daher für Notfälle reserviert bleiben.“

Die wichtige und lebensrettende Notrufnummer 112 verbindet den Anrufenden direkt mit einer zentralen Rettungsleitstelle. Speziell geschultes Fachpersonal fragt alle nötigen Informationen ab und sendet parallel das passende Rettungsmittel zum Notfallort.

Darüber hinaus leitet sie den Anrufer bzw. Ersthelfer während der Notfallsituation bei Erste-Hilfe-Maßnahmen – z.B. Wiederbelebungsmaßnahmen – telefonisch an.

Bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden hilft in der Regel der Hausarzt oder, außerhalb der Sprechzeiten, der ärztlichen Bereitschaftsdienst, der unter der Rufnummer 116117 erreichbar ist. Fälle für den ärztlichen Bereitschaftsdienst sind zum Beispiel Symptome wie Fieber, Durchfall, Ohrenschmerzen, eine akute Blasenentzündung oder akute Rückenschmerzen ohne Taubheitsgefühl oder motorische Ausfälle.

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Amtliche Warnung
Aktiv

[01a] Rauchgasausbreitung - Ronnenberg (Empelde), Hannover ( Badenstedt - Bornum)

Ereignis: Gefahreninformation
Warnstufe: Minor
Betroffenes Gebiet: Ronnenberg (Empelde), Hannover ( Badenstedt - Bornum)
Zeitraum: 16.10.2026 19:59–17.10.2026 04:26 Uhr
Achtung! Es folgt eine wichtige Information der Feuerwehr Region Hannover In Ronnenberg - Empelde im Bereich Sportpark kommt es durch einen Brand zu Geruchsbelästigung und Rauchniederschlag. Gesundheitliche Beeinträchtigungen können nicht ausgeschlossen werden.
Betroffene Gebiete im Detail:
Handlungsempfehlung:
Meiden Sie das betroffene Gebiet. Schließen Sie Fenster und Türen und schalten Sie Lüftungen und Klimaanlagen ab.
Herausgeber: DE-NI-H-SE110
Quelle/Übertragungsweg: BBK/MoWaS über warnung.bund.de
Stand: 16.10.2026 19:59 Uhr
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