Wichtige Nachrichten aus Niedersachsen: Landespolitik, Behörden, Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklungen. Alle landesweiten Themen auf einen Blick.
HANNOVER (PM). Pistorius: „Dieter Rohrberg ist ein hervorragender Feuerwehrmann mit langjähriger praktischer Erfahrung. Er trägt als Landesbranddirektor eine große Verantwortung in herausfordernden Zeiten“
Nach der heutigen (29.11.2022) Zustimmung der Niedersächsischen Landesregierung hat der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, mit Wirkung zum 01. Dezember 2022 Dieter Rohrberg zum neuen Landesbranddirektor ernannt. Er folgt damit auf Jörg Schallhorn, der mit Ablauf des Monats November 2022 in den Ruhestand tritt. Dieter Rohrberg übernimmt mit Wirkung vom 01. Dezember 2022 die Leitung des Referats 34 (Brandschutz). Er wird zugleich ständiger Vertreter des Leiters der Abteilung 3, Ingo Marek, für die Referate 34 (Brandschutz), 35 (Militärische Angelegenheiten, Rettungswesen) und 36 (Katastrophenschutz, Kompetenzzentrum Großschadenslagen).
Minister Pistorius sagt: „Die Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und nicht zuletzt die durch den Klimawandel hervorgerufene Naturkatastrophen wie Hochwasser oder Waldbrände beschreiben die immensen Herausforderungen vor denen wir stehen. Die Landesregierung hat sich vorgenommen, mit aller Entschlossenheit die erforderlichen Strukturen zu stärken, um unser Land und die Bevölkerung bestmöglich zu schützen. Als Landesbranddirektor wird Herr Rohrberg das Krisenmanagement des Landes strategisch auf diese Situation vorbereiten und weiter modernisieren.“
In der neuen Funktion ist Dieter Rohrberg zuständig für die Grundsatzangelegenheiten des Brandschutzes, die Aufsicht über die Feuerwehren, das Niedersächsische Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz sowie die technischen Prüfungseinrichtungen des Landes. Zu seinem Aufgabenbereich als stellvertretender Abteilungsleiter gehört außerdem die Mitwirkung im Krisenmanagement des Landes Niedersachsen, bei Angelegenheiten des Katastrophenschutzes und des Rettungswesens und der Zivilen Verteidigung.
Dieter Rohrberg ist seit dem 15. Oktober 2022 im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport. Er verfügt über rund 20 Jahre Erfahrung in Führungsaufgaben bei der Berufsfeuerwehr der Landeshauptstadt Hannover, zuletzt als deren Leiter.
Umfangreiche Einsatz- und Projekterfahrung erwarb Dieter Rohrberg u. a. als Einsatzleiter und Leiter von Führungsstäben bei Großbränden, Hilfeleistungen, Unwettereinsätzen, Katastropheneinsätzen, der Flüchtlingsunterbringung, der Bekämpfung der Corona-Pandemie, Kampfmittelbeseitigungseinsätzen und Sonderlagen.
HANNOVER (PM). Das Niedersächsische Gesundheitsministerium hat die geltende Absonderungsverordnung ohne nennenswerte inhaltliche Änderungen bis einschließlich 31. Januar 2023 verlängert. Damit müssen Niedersächsinnen und Niedersachsen, die ein positives COVID-Schnelltestergebnis erhalten, dieses auch weiterhin mittels eines PCR-Tests bestätigen lassen und sich im Falle einer Infektion für mindestens fünf Tage in häusliche Isolation begeben.
Gesundheitsministerin Behrens erklärt zur Verlängerung der Absonderungsverordnung: „Wir alle wünschen uns, dass die Pandemie schnell endet und wir schon bald auf alle einschränkenden Maßnahmen verzichten können. Unmittelbar vor Beginn des Winters und möglicherweise weiteren bevorstehenden Infektionswellen werden wir in Niedersachsen aber kein unnötiges Risiko eingehen und die wenigen geltenden Basisschutzmaßnahmen weiter aufrechterhalten. Hier gilt daher weiter: Wer mit COVID infiziert ist, bleibt zuhause.“ Es gebe derzeit auch keine Pläne, die Corona-Schutzmaßnahmen-Verordnung zu ändern, um beispielsweise die Maskenpflicht im ÖPNV abzuschaffen, so die Ministerin.
Aktuelle Informationen zur Absonderungsverordnung und anderen Themen rund um die Corona-Pandemie finden Sie unter www.niedersachsen.de/Coronavirus .
HANNOVER (PM). Nach dem Auffahrunfall zweier Güterzüge privater Bahnunternehmen im niedersächsischen Leiferde dauern die Bergungsarbeiten weiter an. Expert:innen der Deutschen Bahn (DB) sind vor Ort, um die Arbeiten zu unterstützen und die Schäden an der Infrastruktur zu ermitteln. Schon jetzt zeichnen sich große Schäden an Oberleitung, Leit- und Sicherungstechnik und am Gleisbett ab.
Um das ganze Ausmaß der Schäden zu begutachten und mit den Reparaturarbeiten beginnen zu können, muss die Unfallstelle zunächst von den Behörden freigegeben und anschließend geräumt werden.
Expert:innen der DB bereiten vor Ort die Infrastruktur für den Abtransport der intakten Waggons vor. Kräne und schweres Gerät sind ebenfalls einsatzbereit, um die verunfallten Fahrzeuge zu bergen. Die Unfallstelle ist nur über einen Waldweg zu erreichen, was den Zugang erschwert. Zunächst muss eine Spezialeinheit der Feuerwehr in einem aufwendigen Verfahren das Propangas abpumpen, erst dann können die leckgeschlagenen Kesselwagen aufgegleist werden. Eine verlässliche Prognose, wann auf der Strecke wieder Züge fahren können, ist deshalb derzeit nicht möglich. Der Fernverkehr zwischen Hannover-Berlin bleibt zunächst bis mindestens Ende November beeinträchtigt.
Zu den betrieblichen Einschränkungen informieren wir unter www.bahn.de/aktuell
Unsere betroffenen Fahrgäste bitten wir, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen und sich auf bahn.de sowie in der DB Navigator App über alternative Reisemöglichkeiten zu informieren.
Sonderkulanz:
Alle Fahrgäste, die ihre für den Zeitraum 18.11.2022 bis 27.11.2022 geplante Reise aufgrund der Zugkollision bei Leiferde verschieben möchten, können ihr bereits gebuchtes Ticket für den Fernverkehr ab sofort bis einschließlich sieben Tage nach Störungsende flexibel nutzen. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden. Mehr Informationen unter :143/fetch%3EUID%3E/INBOX%3E17539#" target="_blank" rel="noopener">www.bahn.de/sonderkulanz
HANNOVER (PM). Heute Morgen, um halb 4, kam es westlich der Ortschaft Leiferde, auf der Bahnstrecke zwischen Hannover und Berlin, zu einem folgenschweren Bahnbetriebsunfall. Aus noch nicht geklärter Ursache fuhr ein Güterzug von hinten auf einen stehenden Güterzug auf.
Der auffahrende Güterzug war mit 25 Kesselwagen Propangas beladen, wobei 2 Kesselwagen umkippten und zwei weitere Kesselwagen entgleisten. Auch die Lok wurde stark beschädigt und wurde aus den Gleisen gehoben. An zwei Kesselwagen entstanden Lecks, aus denen nun Propangas austritt. Zusätzlich wurden auf mehreren hundert Meter die Oberleitung abgerissen. Der Triebfahrzeugführer des Güterzuges (45) wurde bei dem Aufprall verletzt und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Der Unfallort wurde weiträumig abgesperrt, der Strom musste abgeschaltet und beide Richtungsgleise gesperrt werden. Bundespolizei, Feuerwehr und Notfallmanager der DB AG sind aktuell vor Ort. Wie es zu dem Unfall kam, ob es sich um technisches oder menschliches Versagen handelte, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Über die Dauer der Aufräumarbeiten und der Schadenshöhe können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben gemacht werden. Aktuell kommt es zu massiven Einschränkungen im Bahnverkehr zwischen Hannover und Berlin.
HANNOVER (PM). Die Landesverbände der vier anerkannten gemeinnützigen Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und Malteser Hilfsdienst (MHD) begrüßen, dass die neue Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag den Reformbedarf in der Notfallversorgung aufgenommen hat. Allerdings fordern sie eine möglichst rasche Umsetzung von zielgerichteten Maßnahmen durch die Landesregierung.
Bereits seit Jahren beklagen Rettungsdienste und Notaufnahmen stark zunehmende Fallzahlen. Häufig sind dies Patienten, deren Versorgung problemlos durch andere geeignete niedrigschwellige Systeme erfolgen könnte. Die neue Landesregierung will nun für die lange geforderte Entlastung sorgen. Zur Verbesserung der Patientensteuerung soll eine Zusammenführung der Notrufnummern 112 und 116117 in gemeinsamen Notfallleitstellen erfolgen. Forciert werden Modellprojekte, wie beispielsweise der „Gemeindenotfallsanitäter“, welcher nach einer auf seiner Berufserfahrung basierenden umfangreichen Weiterbildung über die notwendigen Kompetenzen verfügt, eigenverantwortlich tätig zu werden.
Als größte Leistungserbringer im niedersächsischen Rettungsdienst begrüßen die Hilfsorganisationen die Bestrebungen des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung ausdrücklich! Mit dem beiliegenden Positionspapier wurde erst kürzlich erneut auf den dringenden Reformbedarf der Notfallversorgung hingewiesen. Neben der Optimierung der Patientensteuerung und Weiterführung von Modellprojekten müssen schnellstmöglich die Bestrebungen zur Reduzierung des Fachkräftemangels ausgeweitet werden. Gemeinsam mit den ärztlichen Leitungen der Rettungsdienste kann die hochwertige fachliche Qualifikation der Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter genutzt werden, um deren notfallmedizinische Kompetenzen zu erweitern.
Aufgrund der aktuellen angespannten Personalsituation im Rettungsdienst, sollte für Auszubildende zur Notfallsanitäterin bzw. Notfallsanitäter im 1. Ausbildungsjahr, die bereits über einschlägige rettungsdienstliche Erfahrungen zum Beispiel als Rettungssanitäter verfügen, eine befristete Ausnahmeregelung in der Pandemie für deren Einsatz geschaffen werden. Das Ziel muss sein, dass diese direkt ab Ausbildungsbeginn adäquat als Regelbesatzung zum Einsatz kommen dürfen und nicht nur als dritte Kraft. Hier ist insbesondere das Ministerium für Inneres und Sport aufgefordert, die notwendigen Maßnahmen kurzfristig einzuleiten!
Mit ihren umfangreichen Ressourcen und langjährigen Erfahrungen im niedersächsischen Rettungsdienst bieten die Hilfsorganisationen der Landesregierung weiterhin ihre Unterstützung an. Die vier Hilfsorganisationen kündigen an, dass diese Prozesse konstruktiv und mit den gebotenen Anmerkungen begleitet werden.
HANNOVER (PM). Heute (14.11.2022) besuchte der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, die Kreisbrandmeisterdienstbesprechung der Freiwilligen Feuerwehren und Berufsfeuerwehren. Nach einer zweijährigen Corona-bedingten „Zwangspause“ fand die Veranstaltung erstmals wieder in Präsenz statt.
Dabei informieren sich die Führungskräfte der Feuerwehren in einer 2-tägigen Veranstaltung gemeinsam mit Repräsentanten der kommunalen Spitzenverbände, des Niedersächsischen Feuerwehrverbandes, der Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen und des Landeskommandos Niedersachsen über aktuelle Themen des Brand- und Katastrophenschutzes.
Minister Pistorius sagte: „Ich bedanke mich in diesem Rahmen bei Ihnen, Kameradinnen und Kameraden, ausdrücklich für Ihr Engagement und Ihren Einsatz. Die Herausforderungen auch im Brand- und Katastrophenschutz durch den fortschreitenden Klimawandel und den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sind enorm. Deshalb müssen wir den Zivil- und Katastrophenschutz weiter deutlich aufwerten – politisch, funktional, personell und finanziell. Mit dem von mir initiierten 40 Millionen Euro Ad-hoc-Paket ist das Land Niedersachsen bereits in Vorleistung gegangen. Niedersachsen hat allein in diesem Jahr 16 Millionen Euro in den Brandschutz investiert. Ich erwarte zudem, dass das von mir initiierte 10 Milliarden Euro Paket, das die Innenministerkonferenz im Juni in Würzburg beschlossen hat, vom Bund umgesetzt wird. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir durch eine gute Vernetzung und Kooperation auf nationaler und internationaler Ebene den Herausforderungen der Zukunft effektiv begegnen können – insbesondere was die Bewältigung von Vegetationsbränden und ähnlichen Lagen betrifft.“
Im Rahmen der sich anschließenden Feierstunde überreichte Minister Pistorius dem scheidenden Landesbranddirektor Jörg Schallhorn, der zum Monatsende in Pension geht, das Feuerwehrehrenzeichen des Landes Niedersachsen der Sonderstufe. In seiner Laudatio würdigte Pistorius die besonderen Verdienste Schallhorns um das Feuerwehrwesen in Niedersachsen: „Für Sie steht die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund. Sie haben sich mit unermüdlichem Engagement für den Erhalt des flächendeckenden Brandschutz- und Hilfeleistungssystems eingesetzt. Sie haben sich um das Feuerwehrwesen in Niedersachsen auf ganz herausragende Weise verdient gemacht, das kann ich aus der langjährigen und vertrauensvollen persönlichen Zusammenarbeit im Innenministerium nur bestätigen. Darum freue ich mich ganz besonders, Ihnen die höchste Auszeichnung zu verleihen, die es für Feuerwehrangehörige in Niedersachsen gibt.“
Landesbranddirektor Schallhorn hat in seiner Dienstzeit herausfordernde Lagen miterlebt: Die Bewältigung der Flüchtlingslage 2015/2016, die Corona-Pandemie ab 2020 und mehrere Katastropheneinsätze, wie das Elbehochwasser 2013 und das Starkregenereignis 2017 mit Katastrophenfällen in den Landkreisen Goslar und Wolfenbüttel. Innenminister Pistorius dankte Jörg Schallhorn insbesondere auch für die Leitung der Strukturkommission „Einsatzort Zukunft“, die der Landtag 2018 eingerichtet hat, um den Brandschutz in Niedersachsen krisenfest und sicher aufzustellen.
Derzeit sind in Niedersachsen ca. 130.000 größtenteils ehrenamtliche Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner sowie über 15.000 Helferinnen und Helfer in verschiedenen Hilfsorganisationen aktiv.
Morgen (15.11.2022) befasst sich die Kreisbrandmeisterdienstbesprechung weiter mit aktuellen Themen des Katastrophenschutzes und der Neuausrichtung der Bundeswehr. Der Landesfeuerwehrverband Niedersachsen und die Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen informieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu aktuellen Themen. Mit der Berichterstattung zur INTERSCHUTZ, der Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen, Bevölkerungsschutz und Sicherheit, die in diesem Jahr nach Corona-bedingter Verschiebung erfolgreich auf dem Messegelände in Hannover stattgefunden hat, schließt die Veranstaltung am frühen Nachmittag.
HANNOVER (PM). Heute fand die 75. Mitgliederversammlung – die Landesversammlung – des DRK-Landesverbandes Niedersachsen statt, zu der rund 220 Gäste kamen, darunter vor allem die Vertreter der 45 Kreisverbände in ihrer Funktion als Mitgliedsverbände des Landesverbandes.
Neben dem 75-jährigen Jubiläum ging es auch um Themen wie den Ukrainekrieg, die Flüchtlingssituation und den Ausbau des Katastrophenschutzes. Außerdem wurde in diesem Jahr das ehrenamtliche Präsidium des Landesverbandes gewählt bzw. wiedergewählt, was alle vier Jahre erfolgt.
Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, würdigte als Gastredner die Leistungen des DRK in Historie und Gegenwart: „Die Gründungsidee des DRK ist heute nach wie vor aktuell: Menschen allein nach dem Maß der Not zu helfen, ohne Beachtung von Hautfarbe, Religion, Nationalität, sozialen Status oder politischer Ausrichtung. Die aktuelle Situation in der Ukraine, aber auch der Klimawandel und viele weitere Faktoren machen uns immer wieder deutlich, wie wichtig Organisationen wie das DRK für unser Zusammenleben und unsere Sicherheit gerade im Notfall oder bei Katastrophen sind. Die neue rot-grüne Landesregierung steht dabei fest an Ihrer Seite. Wir haben uns für die kommenden fünf Jahre viel vorgenommen auch in den Bereichen Katastrophenschutz und Rettungswesen.“
Der Vorsitzende des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und Abgeordneter im Europäischen Parlament David McAllister (MdEP) hob in seiner Rede hervor: „Das Deutsche Rote Kreuz in Niedersachsen setzt sich seit nunmehr 75 Jahren für Opfer von Konflikten und Katastrophen ein. Es unterstützt hilfsbedürftige Menschen dort, wo seine Hilfe am dringendsten benötigt wird und setzt damit ein Zeichen für ein Leben in Frieden, Gesundheit und Würde. Für diesen enormen Beitrag zum öffentlichen Wohl der Menschen in unserem Land gebührt dem DRK Niedersachsen besonderer Dank und Anerkennung.“
DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt gratulierte ebenfalls: „Der DRK-Landesverband Niedersachsen steht für das, was uns im DRK ausmacht: Er verbindet konkrete Hilfen und moderne soziale Dienstleistungen mit dem Eintreten für Menschlichkeit und Menschenwürde. Ob im Katastrophenschutz oder in der Wohlfahrtsarbeit, in der Hilfe für Geflüchtete, im Rettungsdienst, in der Familienbildung oder Pflege, die haupt- und ehrenamtlichen Kräfte des DRK in Niedersachsen sind ganz nah dran an den Menschen und leisten unmittelbar Hilfe. Ich gratuliere ihm herzlich zu seinem 75-jährigen Bestehen und wünsche ihm, dass er auch weiterhin Zeichen setzt.“
Hans Hartmann ist seit 2014 Präsident des DRK-Landesverbandes Niedersachsen und wurde heute erneut in seinem Amt bestätigt: „Ich freue mich über das entgegengebrachte Vertrauen und auf weitere vier Jahre, in denen ich mich als Präsident für die Arbeit des Roten Kreuzes im Landesverband Niedersachsen einsetzen kann. Wenn wir die Jahre 1947 und 2022 vergleichen, dann stellen wir fest, wie sich die gesellschaftlichen Aufgaben, vor die uns die jeweilige Zeit gestellt hat, doch ähneln: Krieg in Europa und in anderen Teilen dieser Welt, der Leben vernichtet und Tausende von Menschen dazu zwingt, ihre Heimat zu verlassen.“ Hartmann verweist auf das Jubiläums-Buch zum 75. Geburtstag des Landesverbandes mit dem Titel „Wir sind da, weil wir gebraucht werden“, das die Historikerin Dr. Andrea Brinckmann geschrieben hat: „Schauen wir auf die Fotos in den ersten und den letzten Kapiteln, sehen wir Flüchtlingsunterkünfte, vertriebene Menschen, die Schutz und eine Bleibe suchen. Und wir sehen tatkräftige Frauen und Männer des Roten Kreuzes, die Hilfe leisten: Sie kümmern sich um Unterbringungsmöglichkeiten, Verpflegung, Kleidung und medizinische Versorgung – heute wie damals. Die Bewältigung von Umweltkatastrophen, wie etwa durch Sturm, Hochwasser oder Waldbrände verursacht, sind ebenfalls wiederkehrende Ereignisse, die uns auch in jüngster Zeit wieder stark gefordert haben und es aller Voraussicht nach zukünftig sogar noch häufiger tun werden. Der Appell des DRK in Niedersachsen an die Landesregierung, mehr öffentliche Mittel in den Katastrophenschutz zu investieren, ist daher ebenso ein wiederkehrender. Wir begrüßen daher außerordentlich den Entschluss des Landes Niedersachsen in 2022, die Investitionen in den Katastrophenschutz deutlich zu erhöhen.“
Dem gewählten Präsidium gehören an:
Hans Hartmann, Präsident
Sabine Schipplick, Vizepräsidentin, Schwerpunkt Soziales
Prof. Dr. Sonning Bredemeier, Vizepräsident, Schwerpunkt Finanzen
Mareike Lotte Wulf, Vizepräsidentin, MdB
Dr. Christos Pantazis, Vizepräsident, MdB
Dr. Uwe Lühmann, Landesbeauftragter Katastrophenschutz
Holger Klünder, Landesbereitschaftsleiter
Hans-Werner Beckmann, Landesleiter des Jugendrotkreuzes
Elisabeth Gleiß, Vertreterin der Schwesternschaften
Außerdem wurden für die Ämter der Landesjustiziarin Dr. Jennifer Rasche, des Landesarztes Prof. Dr. Wolfgang Koppert und des Landeskonventionsbeauftragten Dr. Alexander Götz gewählt.
Interssante Zahlen und Fakten zum Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes in Niedersachsen:
Der DRK-Landesverband Niedersachsen versteht sich als Dienstleister: als Wohlfahrtsverband und Hilfsorganisation für Externe und als Dachverband für die untergliederten Verbände. Er berät und unterstützt 45 Kreisverbände, die insgesamt 1.029 Ortsvereine zählen. Rund 225.000 Mitglieder unterstützen die Arbeit im Landesverband. Circa 21.000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich für das Rote Kreuz in Niedersachsen, mit 6.900 in den Bereitschaften, die für den Katastrophenfall bereitstehen. Dazu zählen auch die Ehrenamtlichen der Rettungshundestaffeln, der Wasserwacht und Bergwacht. Zusätzlich engagieren sich rund 5.500 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Jugendrotkreuz. Bei dieser Anzahl an aktiven Mitgliedern gehört er zu den größten der 19 Landesverbände des Roten Kreuzes in Deutschland. Im hauptamtlichen Bereich ist das Rote Kreuz in Niedersachsen Arbeitgeber für mehr als 23.500 Menschen. Außerdem leisten jährlich mindestens 480 junge Menschen einen Freiwilligendienst in Form des Freiwilligen Sozialen Jahres oder als Bundesfreiwilligendienst.
In den 158 DRK-Rettungswachen sind circa 3.300 hauptamtliche Rettungsdienstkräfte im Einsatz. Im vergangenen Jahr nahmen 83.000 Menschen an Erste-Hilfe-Kursen teil. In den 437 Kindertagesstätten kümmern sich über 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um rund 29.000 Kinder. Im Bereich der Pflege betreibt das DRK im Gebiet des Landesverbandes 59 vollstationäre Altenpflegeeinrichtungen, 73 ambulante Pflegedienste und 55 Tagespflegeeinrichtungen sowie 60 Angebote für Betreutes Wohnen und 33 ambulant betreute Wohngemeinschaften.
Hilfe und Unterstützung bietet das DRK in Niedersachsen außerdem mit 79 Kleiderkammern, 59 Kleidershops, neun Essens- bzw. Lebensmittelausgaben, mit Angeboten für Menschen mit Behinderung sowie für Senioren mit Gesundheitsprogrammen, Familienzentren und Migrationsberatungsstellen. Der Landesverband betreibt außerdem als Bildungseinrichtungen eine Familienbildungsstätte in Hannover, die Häuser des Jugendrotkreuzes in Einbeck sowie die Rettungsschule Niedersachsen in Goslar und (mit einem Simulations- und Trainingszentrum) in Hannover.
HANNOVER (PM). Die Niedersächsische Gesundheitsministerin Daniela Behrens und Energieminister Christian Meyer haben am (heutigen) Donnerstag im Rahmen des zweiten Niedersächsischen Krankenhausgipfels Vertreterinnen und Vertreter der Krankenhäuser, der Krankenkassen und der Kommunen getroffen.
Hauptthemen der Gespräche waren dabei die finanzielle Belastung der Kliniken aufgrund der in Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine massiv gestiegenen Energiekosten sowie die geplanten Finanzhilfen des Bundes.
Gesundheitsministerin Daniela Behrens erklärt zu den Beratungen: „Wir haben vom Bundesgesundheitsminister sowie der Ministerpräsidentenkonferenz unter Vorsitz von Stephan Weil das klare Signal erhalten, dass insgesamt acht Milliarden Euro für die Krankenhäuser mobilisiert werden sollen, um ihnen bei der Bewältigung der gestiegenen Energiekosten zu helfen. Das ist eine gute Nachricht, denn damit sollten für die niedersächsischen Kliniken rund 800 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Ich setze mich auf Bundesebene dafür ein, dass wir nun sehr schnell Klarheit darüber erhalten, nach welchen Kriterien das Geld verteilt werden soll und dass es dann auch möglichst schnell bei den Krankenhäusern ankommt. Dieser dringende Wunsch wurde heute von allen Anwesenden geteilt.“
Energieminister Christian Meyer erklärt: „Krankenhäuser gehören zur kritischen Infrastruktur und würden auch im Notfall immer vorrangig mit Gas versorgt.“ Aktuell sei die Gasversorgung in Deutschland stabil, die Gasspeicherkapazitäten in Deutschland derzeit zu rund 99,5 Prozent gefüllt – dennoch bleibe die Situation angespannt, betont Minister Meyer: „Wir können noch keine Entwarnung geben, sondern rufen erneut alle Menschen, Unternehmen und Institutionen auf, noch mehr Gas zu sparen. Denn das von der Bundesnetzagentur ausgegebene Ziel, den Gasverbrauch um mindestens 20 Prozent zu reduzieren, ist der zentrale Baustein, um die Lage weiterhin stabil zu halten und gut durch den Winter zu kommen.“
Ministerin Behrens und Minister Meyer versicherten den Krankenhäusern, dass eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung für die Niedersächsinnen und Niedersachsen ein Kernanliegen der neuen rot-grünen Landesregierung sei. „Deshalb haben wir in unserem Koalitionsvertrag vereinbart, dass wir die finanzielle Förderung von Investitionen in Krankenhäuser in den kommenden Jahren deutlich erhöhen wollen“, so Behrens. „Schon mit dem geplanten Nachtragshaushalt wollen wir möglichst zeitnah erste Schritte auf diesem Weg gehen. Die niedersächsischen Krankenhäuser können sich darauf verlassen, dass sie mit dieser Landesregierung eine verlässliche Partnerin an ihrer Seite haben.“
Er werde den bereits angekündigten Weg weitergehen und die Krankenhäuser auf ihrem Weg zum „Green Hospital“ mit allen Mitteln unterstützen, so Energieminister Meyer: „Energetische Sanierungen und der Ausbau Erneuerbarer Energien: Das sind auch für unsere Krankenhäuser die Schlüssel, um sich unabhängig zu machen von fossilen Energieträgern. Als Land werden wir sie dabei unterstützen, in entsprechenden Innovationen und Technologien zu investieren. Ziel ist das klimaneutrale Krankenhaus. Das spart hohe Kosten für fossile Energien, macht uns unabhängig von Importen und stärkt den Klimaschutz. Denn damit leisten Krankenhäuser auch einen wichtigen Beitrag und helfen uns dabei, die ehrgeizigen Klimaziele in Niedersachsen zu erreichen. So investieren wir schon heute in den Klimaschutz von morgen. Darum freue ich mich, dass auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erkannt hat, dass eine Investitions-Initiative des Bundes für die Krankenhäuser längst überfällig ist. Es ist auch ein gutes Signal für Niedersachsen, dass der Bund noch in dieser Legislatur entsprechend handeln und die Länder unterstützen will, um die die Energieeffizienz und Umstellung auf Erneuerbare Energien bei vielen Krankenhäuser zu verbessern.“
HANNOVER (red). Am 8. Dezember wird es wieder einen bundesweiten Warntag geben. Erstmals soll zur Bevölkerungswarnung auch der Warndienst Cell Broadcast eingesetzt werden. Provider informieren per SMS.
Bei dem Warndienst Cell Broadcast werden bundesweit alle Handys in allen Landkreisen und kreisfreien Städten über die jeweiligen Mobilfunk-Provider per SMS mit einer Warnmeldung angesteuert. Dabei benötigt man nicht wie bei den schon bekannten Warnsystemen KATWARN und NINA eine installierte App. Die Warn-SMS werden an alle kompatiblen Handys, die in einer der bundesweit verfügbaren Zellen eingebucht sind, versendet. Die Meldung erscheint automatisch auf dem Bildschirm und wird mit einem lauten Warnton dem Benutzer signalisiert.
Da es sich bei den letzten großen Unwetterereignissen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen herausgestellt hat, dass Sirenen und Warn-Apps nicht ausreichen, wird das Bevölkerungswarnsystem nun über Cell Broadcast erweitert. Hierzu müssen Handys lediglich eingeschaltet und empfangsbereit sein.
Die Provider und Smartphone-Hersteller haben bis Februar 2023 vom Gesetzgeber eine Frist zur technischen Umsetzung erhalten. In anderen europäischen Ländern läuft dieses System schon als effektives Mittel zur Bevölkerungswarnung.
In den nächsten Tagen werden alle Besitzer eines Mobiltelefons über die Mobilfunk-Provider per SMS über das anstehende neue Warnsystem informiert.
Wie funktioniert Cell Broadcast Quelle: Deutsche Telekom
BRAUNSCHWEIG (PM). Am 13. November 1972, am kommenden Sonntag vor 50 Jahren, fegte das Sturmtief „Quimburga“ über Niedersachsen hinweg und richtete Schäden im niedersächsischen Wald von bis dahin ungekanntem Ausmaß an.
Auf etwa 100.000 Hektar entwurzelte und brach der Sturm Millionen von Bäumen, vor allem Kiefern und Fichten. Allein in Niedersachsen fielen über 16 Millionen Kubikmeter Schadholz dem Sturm zum Opfer.
Für die Forstleute stellte die Beseitigung der Sturmschäden und die Wiederaufforstung von rund 10% der Waldfläche Niedersachsens eine Mammutaufgabe dar. Gleichzeitig markierte der „Jahrhundertsturm“ auch den Anfang grundsätzlicher Überlegungen, die Jahre später im „Programm zur Langfristigen Ökologischen Waldentwicklung“ (LÖWE) mündeten. Die hierin entwickelten Grundsätze wurden bundesweite Wegbereiter für eine naturnahe auf ökologischen Grundlagen fußende Bewirtschaftung und sind bis heute auch angesichts der aktuellen Herausforderungen im Wald der Niedersächsischen Landesforsten maßgeblich.
„Der Jahrhundertsturm und die katastrophalen Waldbrände Mitte der Siebziger Jahre sowie das ‚Waldsterben‘ der Achtziger Jahre haben uns Forstleute zum Umdenken gebracht. Unter dem Eindruck dieser Ereignisse entwickelten die Forstleute das in den Grundsätzen noch heute geltende LÖWE-Programm mit dem Ziel, die Wälder zu stabilen und vielfältig nutzbaren Mischwäldern zu entwickeln“, stellt Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, fest. „Auch wenn der Klimawandel in den 80er Jahren noch eher theoretisch diskutiert wurde und weit weg schien, setzte sich damals schon die Erkenntnis durch, dass sich strukturreiche und gemischte Wälder auch allen klimatischen Extremereignissen besser gewachsen zeigen würden, als sogenannte Reinbestände. Angesichts der aktuellen Herausforderung, den Wald an die Folgen des Klimawandels anzupassen, sind die LÖWE-Grundsätze von immenser Aktualität“, so Dr. Merker weiter.
Wiederaufforstung mit System
Obwohl bei der damaligen Wiederaufforstung abermals großflächig Kiefern und Fichten gepflanzt wurden, kamen auch immer mehr Laubhölzer, vor allem Eichen, zum Einsatz. Entscheidend für die Wahl der Baumart war neben der Verfügbarkeit entsprechender Setzlinge vor allem die Beschaffenheit des Bodens – umfangreiche Kartierungen gingen den Pflanzarbeiten voraus und die dabei festgestellte Nährstoff- und Wasserversorgung war für die Baumartenwahl entscheidend. Heute liegen für jeden Hektar der Landesforsten detaillierte Informationen über den Boden, den Wasserhaushalt und sogar die sich für einzelne Baumarten ergebenden Risiken des Klimawandels vor. „Damit erhielt das systemische Denken, das Waldboden und Bäume als Einheit mit gegenseitigen Wechselbeziehungen versteht, endgültigen Einzug in die forstliche Praxis. Vor allem durch die Forschung am Waldsterben der Achtziger Jahre wurden diese Erkenntnisse weiter vertieft und bildeten einen zentralen Grundsatz unseres heutigen LÖWE-Programms: die Standortgemäße Baumartenwahl“, erklärt Dr. Hans-Martin Hauskeller, Leiter der Abteilung Wald und Umwelt in der Zentrale der Landesforsten in Braunschweig.
„Die damals bei der Wiederaufforstung eingesetzten Verfahren sind aktuell nicht mehr Stand der Technik, heute wissen wir vieles besser. Oftmals wurden die Flächen vollständig geräumt, Wurzelstöcke mit schwerem Gerät entfernt und zusammen mit dem gesamten Humus zu Wällen aufgetürmt. Nicht selten wurde der Waldboden auch mit schweren Pflügen vollständig umgebrochen und anschließend maschinell bepflanzt“, blickt Dr. Hans-Martin Hauskeller zurück. Derart intensive Verfahren gehören unter anderem aufgrund ihrer negativen Folgen insbesondere für den Nährstoffhaushalt der Waldböden mittlerweile der Vergangenheit an.
Einsatz moderner Technik
Die Lehren aus dem Sturm beschränkten sich jedoch keinesfalls auf Rückschlüsse für die Entwicklung künftiger Wälder. Vor allem im Bereich der Forsttechnik bedeutete der Sturm einen Quantensprung: Die Aufarbeitung der Schäden im Bereich der heutigen Landesforsten konnte nicht nur dank des Einsatzes zahlreicher Waldarbeiter aus dem europäischen Ausland (v.a. Österreich, Skandinavien) bereits nach anderthalb Jahren abgeschlossen werden. Auch bis dahin in Niedersachsen weitgehend unbekannte Holzerntemaschinen aus Skandinavien kamen erstmalig zum Einsatz. „Die tragisch hohe Anzahl von 22 bei der Aufarbeitung der Schäden tödlich verunglückten Waldarbeitern markierte ebenfalls einen Wendepunkt: bis dahin kaum eingesetzte Sicherheitskleidung wurde zur Pflicht, Arbeitsschutz zur Priorität. Damals erstmals eingesetzte Maschinen sind heute in weiterentwickelter Form Garant nicht nur für Effizienz, sondern vor allem für die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärt Klaus Jänich, Vizepräsident der Niedersächsischen Landesforsten und heute für den Arbeitsschutz bei der Waldarbeit verantwortlich.
Mit Blick auf den Holzmarkt, der binnen kürzester Zeit Holzmengen aufnehmen musste, die sonst über Jahre verteilt anfielen, kamen erstmalig Nasslagerplätze, wie sie die Landesforsten auch heute noch zur Entlastung des Holzmarktes nach Sturmereignissen anlegen, zum Einsatz. Andere Teile des angefallenen Schadholzes wurden nach Süddeutschland oder Skandinavien transportiert. „Der Holzmarkt war bis dahin noch regionaler, damals in der Not erstmals beschrittene Vertriebswege sind in einer heute globalisierten Welt auch beim Holz selbstverständlich“, erklärt Jänich weiter.
Die Erkenntnisse aus der Aufarbeitung der Sturmschäden fassten Forstleute damals zum „Leitfaden Sturm“ zusammen, der stetig weiterentwickelt noch heute Leitfaden für den Umgang mit Sturmereignissen im Wald der Niedersächsischen Landesforsten ist.
Bereits Mitte der Siebziger Jahre waren – auch dank finanzieller Unterstützung des Bundes – die Wiederaufforstungen im Bereich der heutigen Landesforsten weitgehend abgeschlossen. Den Startschwierigkeiten der jungen Setzlinge zum Trotz, die auf großen Freiflächen unter Trockenheit, zu starker Sonneneinstrahlung, Frost oder Wildverbiss litten, haben sich die damals aufgeforsteten Flächen mittlerweile zu geschlossenen Wäldern entwickelt.
In den damaligen Schadensschwerpunkten in der zentralen Heide oder im Oldenburger Land erfolgten bereits mehrfache Pflegeeingriffe, bei denen nutzbare Holzsortimente angefallen sind. „Die kontinuierliche Pflege dieser Bestände über Jahrzehnte war besonders wichtig, um die Stabilität der Einzelbäume zu erhöhen. Vor allem aber galt und gilt es, die darin vorhandenen Mischbaumarten zu erhalten und zu fördern. Gerade diese sind heute wichtige Ankerpunkte für die weitere Entwicklung hin zu klimaresilienten Wäldern“, erklärt Dr. Hauskeller das Ziel der Pflege der heute zwischen 40 und 50 Jahre alten Wälder. „Wir sehen heute, welche damaligen Entscheidungen zum Erfolg geführt haben. Dort, wo man differenziert vorging, vom Sturm verschonte Bäume und Baumgruppen beließ, wo man gezielt und in Anhalt an Bodenverhältnisse auf nicht zu kleinteilige Mischung setzte, finden wir heute viele Waldbilder, die uns auch für die aktuelle Wiederbewaldung nach Schadensereignissen wie beispielsweise im Harz Hoffnung geben“, so Hauskeller weiter.
Hintergrund
Der Sturm Quimburga
Am Vormittag des 13. November 1972 zog einer der schlimmsten Orkane des 20. Jahrhunderts über Mitteleuropa hinweg. Die Zugbahn führte das später „Quimburga“ getaufte Orkantief über die Elbmündung und Hamburg nach Osten. Das Hauptsturmfeld reichte von Niedersachsen über Sachsen-Anhalt bis nach Brandenburg und Berlin. Insgesamt forderte der Sturm mindestens 73 Menschenleben, allein in Niedersachsen waren 21 Tote zu beklagen, hinzu kamen 22 bei der Aufarbeitung der Schäden in Folge des Sturmes tödlich verunglückte Waldarbeiter.
Der insgesamt in Deutschland angerichtete Sachschaden wird mit 1,34 Milliarden DM beziffert.
In den Wäldern, die heute zu den Niedersächsischen Landesforsten zählen, waren innerhalb weniger Stunden rd. 7 Millionen Kubikmeter Holz geworfen worden – etwa so viel Holz, wie sonst nachhaltig in fünf Jahren geerntet worden wäre. Die aufzuforstende Fläche belief sich auf etwa 25.000 Hektar, ca. 10.000 Hektar weniger als seit 2018 in Folge der Extremwetterereignisse und der damit einhergehenden Borkenkäfermassenvermehrung geschädigt wurden.
Auf „Quimburga“ folgten große Waldbrände in den Jahren 1975 und 1976, die ca. 8.000 Hektar Wald vernichteten, sowie ein weiterer Sturm 1976, der abermals rd. 3 Millionen Kubikmeter Holz anfallen ließ.
Das LÖWE-Programm
Das „Programm für langfristige ökologische Waldentwicklung“ ist seit Kabinettsbeschluss von 1991 verbindliche Grundlage für das waldbauliche Handeln der Niedersächsischen Landesforsten. Ziel des Programmes ist die Entwicklung stabiler, arten- und strukturreicher, ungleichaltriger und leistungsfähiger Mischwälder, die sich überwiegend selbst verjüngen. Die 13 Grundsätze des Programms formulieren Ziele und Vorgaben in den Bereichen Waldbau, Naturschutz, Waldschutz, Wildtiermanagement und Technikeinsatz. Eine letzte Anpassung erfuhr das Programm durch die Weiterentwicklung zu LÖWE+ in 2017 und 2021 im Zuge des Niedersächsischen Weges, in deren Zuge neben naturschutzfachlichen Neuerungen vor allem die Folgen des Klimawandels und die sich daraus ergebenden Anforderungen an die Klimaanpassung eingefügt wurden.
Die Niedersächsischen Landesforsten
Die Niedersächsischen Landesforsten bewirtschaften mit rd. 330.000 Hektar rund ein Drittel des Waldes in Niedersachsen nach den Grundsätzen des LÖWE-Programms und betreuen außerdem ca. 75.000 Hektar Wald von Forstgenossenschaften. Darüber hinaus nehmen sie im Auftrag des Landes Aufgaben unter anderem in den Bereichen Naturschutz und Umweltbildung wahr. Mit 24 Forstämtern, elf Waldpädagogikzentren, 2 Servicestellen und der Zentrale in Braunschweig sind sie in ganz Niedersachsen vertreten.
Achtung! Es folgt eine wichtige Information der Feuerwehr Region Hannover
In Ronnenberg - Empelde im Bereich Sportpark kommt es durch einen Brand zu Geruchsbelästigung und Rauchniederschlag.
Gesundheitliche Beeinträchtigungen können nicht ausgeschlossen werden.
Betroffene Gebiete im Detail:
Handlungsempfehlung:
Meiden Sie das betroffene Gebiet.
Schließen Sie Fenster und Türen und schalten Sie Lüftungen und Klimaanlagen ab.
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