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Wichtige Nachrichten aus Niedersachsen: Landespolitik, Behörden, Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklungen. Alle landesweiten Themen auf einen Blick.

Schwerbehindertenausweis kann jetzt online beantragt werden – Schwerbehindertenausweis

Schwerbehindertenausweis kann jetzt online beantragt werden

19. Juli 2022/in Niedersachsen

HANNOVER (PM). Anträge nach dem Schwerbehindertenrecht können jetzt auch online gestellt werden. Damit ermöglicht das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung das digitale Beantragen weiterer wichtiger Sozialleistungen.

Menschen mit einer Behinderung oder ihre Bevollmächtigten können folgende Anträge beim Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie nun komfortabel über den neuen Online-Zugang stellen:

  • Antrag auf Feststellung einer Behinderung und Zuerkennung von Merkzeichen
  • Antrag auf Ausstellung eines Beiblattes zum Schwerbehindertenausweis
  • Antrag auf Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises

Sie zeichnen sich durch eine barrierefreie sowie auch für Smartphones und Tablets optimierte Benutzerführung aus. In einer vorgelagerten Testphase von zwei Monaten konnten die oben genannten Leistungen bereits online beantragt werden. In dieser Zeit sind insgesamt schon über 2.500 Anträge eingegangen und werden bearbeitet.

Viele Menschen mit Behinderungen werden von Sozialverbänden dabei unterstützt, Anträge zu stellen. Um das zu erleichtern, sind die Verbände technisch an das Antragssystem angebunden. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben somit die Möglichkeit, die in einem Beratungsgespräch erfassten Daten in das Online-Formular einzupflegen.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema „Schwerbehindertenausweis online beantragen“? Weiterführende Informationen finden Sie hier:

Feststellung    https://www.navo.niedersachsen.de/navo2/go/a/748?c=bc

Ausweis          https://www.navo.niedersachsen.de/navo2/go/a/1626?c=bc

Beiblatt           https://www.navo.niedersachsen.de/navo2/go/a/1625?c=bc

Die Online-Anträge für Leistungen nach dem Schwerbehindertenrecht sind in enger Kooperation zwischen dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und dem nachgeordneten zuständigen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie entstanden. Betroffene wie auch andere Bürgerinnen und Bürger waren in den Entwicklungsprozess ebenfalls einbezogen und haben dazu beigetragen, die Anträge zielgruppengerecht und barrierefrei zu gestalten.

„Mit den Online-Anträgen für die Leistungen nach dem Schwerbehindertenrecht ermöglichen wir die digitale Antragstellung für einen der größten Leistungsbereiche im Themenfeld Gesundheit. Betroffenen und Angehörigen wird die Beantragung dieser Leistungen damit deutlich erleichtert, denn im Falle einer gesundheitlichen Beeinträchtigung sollte eine unkomplizierte, nutzerfreundliche Beantragung von Leistungen möglich sein. Bei der Umsetzung des OZG arbeiten wir sehr eng mit dem zuständigen Landesamt zusammen. Daher möchte ich mich ausdrücklich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie für die gute Zusammenarbeit bei der Entwicklung der Online-Dienste bedanken“, erklärt Daniela Behrens, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Dr. Horst Baier, IT-Bevollmächtigter der Landesregierung (CIO), ergänzt: „Das Bereitstellen der digitalen Anträge für die Leistungen nach dem Schwerbehindertenrecht ist ein Meilenstein für mehr digitalen Zugang von Bürgerinnen und Bürgern zu wichtigen Verwaltungsleistungen. Diverse Leistungen wie zum Beispiel die Infektionsschutzbelehrung, das Arbeitslosengeld II oder das Landesblindengeld sind bereits in ausgewählten Kommunen im Rahmen eines Praxistests verfügbar. Weitere Online-Dienste folgen sukzessive.“

Hintergrund

Die Projekte sind Teil der bundesweiten Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG). Es sieht das Digitalisieren aller Verwaltungsleistungen aus 14 sogenannten Themenfeldern vor, die unterschiedliche Lebens- und Unternehmenslagen abbilden – wie beispielsweise die Geburt, die Eheschließung oder eine Gewerbeanmeldung. In jedem Themenfeld besitzen mindestens ein Bundesland und ein zuständiges Bundesressort die Federführung.

Das Land Niedersachsen ist für das Themenfeld Gesundheit zuständig. Für 18 Gesundheitsleistungen entwickeln das Landesministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport die digitalen Anträge sowie die hierfür erforderliche technische Infrastruktur. Nach dem Prinzip „Einer für Alle“ (EfA) können andere Länder diese anschließend nachnutzen. Das spart Zeit, Ressourcen und Kosten.

Damit schnell möglichst viele Behördengänge überflüssig werden und noch mehr online erledigt werden kann, stellt die Bundesregierung zusätzliche Finanzmittel in Höhe von drei Milliarden Euro bereit, um die Digitalisierung der Verwaltung in den Ländern zu stärken. Davon erhält das Land Niedersachsen etwa 90 Millionen.

Start der Sommerferien in Niedersachsen – start in sommerferien cmm

Start der Sommerferien in Niedersachsen

13. Juli 2022/in Niedersachsen

HANNOVER (PM). In Niedersachsen sowie in Bremen und Sachsen-Anhalt beginnen morgen (14.07.2022) die Sommerferien, in einigen anderen Bundesländern haben sie bereits begonnen. In den nächsten Wochen ist darum auch auf den Straßen in Niedersachsen mit deutlich mehr Verkehr zu rechnen.

Im Rahmen einer gemeinsamen Ferienanfangsaktion für mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr möchten das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport sowie der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, die Landesverkehrswacht Niedersachsen e. V. und die Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. heute (13.07.2022) alle Verkehrsteilnehmenden daran erinnern, bei der Fahrt in den Urlaub besonders achtsam zu sein und auch bei langen Autofahrten oder stressigen Stausituationen Ruhe zu bewahren.

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagt: „Mit der heutigen Aktion möchten wir für mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr werben. Mit Beginn der Schulferien werden gerade die Autobahnen in Niedersachsen immer voller werden. Damit erhöht sich auch das Risiko für Stausituationen, Pannen und Unfälle. In diesen Fällen zählt jede Sekunde. Darum ist es wichtig, sich vor dem Start in die Ferien auch mit dem richtigen Verhalten bei herannahenden Einsatzfahrzeugen zu beschäftigen. Dabei gibt es nur einige wenige Grundregeln zu beachten, die im Zweifel Leben retten können. Ein Schlüssel für das korrekte Verhalten in Notsituationen auf der Straße ist die optimale Wahrnehmung der eigenen Umgebung. Alles was ablenkt, muss deswegen auf ein Minimum beschränkt werden. Auch auf das Bedienen des Navigationsgerätes oder des Radios während der Fahrt sollte unbedingt verzichtet werden.“

Die gemeinsame Aktion für mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr wird außerdem durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung sowie die Polizei Niedersachsen und den Landesfeuerwehrverband Niedersachsen unterstützt.

„Tagtäglich erleben wir im Straßenverkehr, dass Fahrzeugführende zu laut Musik hören oder einfach im Handschuhfach kramen. So sind sie abgelenkt und übersehen selbst Warnhinweise, wie das Blaulicht im Rückspiegel“, sagt Stefan Radmacher, ehrenamtliches Mitglied im Landesvorstand der Johanniter in Niedersachsen und Bremen. „Zudem nutzen viele Verkehrsteilnehmende innerorts die Wartezeit an Ampeln, um sich mit ihrem Mobiltelefon zu beschäftigen. Wer hat nicht schon selbst an der Ampel mal das Mobiltelefon zur Hand genommen und war unachtsam oder musste andere Verkehrsteilnehmende dezent mit einem kurzen Hupen auf die Weiterfahrt hinweisen. Handygebrauch, laute Musik und auch schlechte Sicht nach hinten durch den Rückspiegel sind alles Dinge, die die notwendige Achtsamkeit für den gesamten Straßenverkehr massiv einschränken. Teils auch mit schwerwiegenden Folgen. Gerade wenn Rettungskräfte entscheidende Minuten auf dem Weg zum Einsatzort durch fehlende Achtsamkeit verlieren“, so Radmacher weiter.

„Wir raten, die Fahrt in den Urlaub gut zu planen und ausreichend Pausen einzulegen – damit die volle Aufmerksamkeit der Fahrerenden auch tatsächlich auf den Verkehr gerichtet werden kann“, sagt Christine Rettig, Sprecherin des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. „Nur wer wahrnimmt, was um ihn herum passiert, kann frühzeitig und richtig auf Gefahrensituationen reagieren und z. B. korrekt eine Rettungsgasse bilden. Ablenkungen durch Smartphone, Tablet und Co sind eine weit unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr. Aber auch Aktivitäten wie Essen, Trinken oder lautes Musikhören können die Konzentration auf die Fahrtätigkeit stören. Nach Schätzungen des ADAC ist Ablenkung Hauptunfallursache in 10 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden. Auch langjährige Fahrpraxis reduziert das Risiko in solchen Situationen nicht.“

Heiner Bartling, Präsident der Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V. ergänzt: „Immer wieder hören wir in den Nachrichten oder lesen in der Zeitung: ‚… auf dem Weg in den Urlaub tödlich verunglückt.‘ Und immer häufiger steht in polizeilichen Ermittlungsberichten: ‚Kam aus ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab oder in den Gegenverkehr‘. Sommerferienzeit ist Reisezeit! Viele Niedersachsen wählen das Auto, um ans Urlaubsziel zu reisen. Ob Smartphone, Navigationssystem oder einfach nur das Autoradio – moderne Fahrzeuge verfügen über zahlreiche Informations- und Kommunikationssysteme. Doch was die Fahrenden unterstützen oder unterhalten soll, birgt mitunter ein erhebliches Gefahrenpotenzial. Am Steuer reicht ein kurzer Blick auf das Handy, um zu verunglücken: kurz mal antworten, kommentieren oder liken und schon ist es passiert. Jedem Verkehrsteilnehmenden sollte bewusst sein, dass Ablenkung eine große Gefahr für einen selbst und für andere Verkehrsteilnehmende darstellt – mehr noch: sie kann tödlich sein! Also Handy weg vom Steuer und den Urlaub sicher genießen.“

Die Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. hat vor diesem Hintergrund gemeinsam mit dem ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt heute bei einem Vor-Ort-Termin im ADAC Fahrsicherheitszentrum Hannover/Laatzen zwei typische Verkehrssituationen simuliert, die die Gefahren durch mangelnde Aufmerksamkeit am Steuer demonstriert haben. Die Landesverkehrswacht Niedersachsen präsentierte zudem einen Ablenkungssimulator und einen sog. Blindflugteppich. Der 14 m lange Teppich führte den Anwesenden bildlich vor Augen, welche Strecke bei einer Sekunde Ablenkung „blind“ mit dem Auto zurückgelegt wird: bei Tempo 50 sind es 14 Meter. Der Simulator veranschaulicht, wie schwerwiegend die Auswirkungen einer Ablenkung sein können. In einer fiktiven Autofahrt, die durch Anrufe oder weitere Aktivitäten am Steuer gestört wird, wird ein Aufprall mit den gleichen physikalischen Kräften wie bei einem „echten“ Auffahrunfall simuliert. Die Polizei Niedersachsen hat in diesem Zusammenhang auf die aktuelle landesweite Sensibilisierungskampagne zur Fahrtüchtigkeit im Straßenverkehr #fahrKLAR hingewiesen und appellierte damit einmal mehr an die Vernunft und die Eigenverantwortung aller Verkehrsteilnehmenden, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Fortbewegungsmittel.

Sommerhitze kann gefährlich werden – sommerhitze

Sommerhitze kann gefährlich werden

13. Juli 2022/in Niedersachsen

BERLIN (PM). In vielen Teilen Deutschlands erfreuen sich Menschen derzeit der Sonne und sommerlichen Temperaturen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) weist darauf hin, dass mit den Temperaturen aber auch das Risiko für Hitzenotfälle steigt. Das gilt insbesondere für ältere und kranke Menschen, aber auch Säuglinge und Kleinkinder.

„Die Gefahr von Hitzenotfällen sollte nicht unterschätzt werden“, sagt DRK-Bundesarzt Univ.-Prof. Dr. med. Bernd Böttiger. „Es gibt einfache Tipps, wie man sich schützen kann. Wichtig ist auch, Notfälle zu erkennen und im Ernstfall Erste Hilfe leisten zu können.“

„Bei Hitze sollte man vor allem darauf achten, ausreichend zu trinken, mindestens einen Liter mehr als die üblichen 1,5 bis 2 Liter täglich und das nicht erst, wenn ein Durstgefühl einsetzt“, so Prof. Böttiger, der auch Klinikdirektor an der Uniklinik in Köln ist. Sofern möglich, sollten körperliche Aktivitäten reduziert werden, um eine Doppelbelastung des Kreislaufs zu vermeiden. Wenn sich Aktivitäten nicht vermeiden lassen, sollte wiederum mehr getrunken werden. Außerdem kann man hitzebedingten Notfällen vorbeugen, indem man direkte Sonneneinstrahlung meidet, sich im Schatten aufhält und schützende Bekleidung trägt. Dazu gehören Sonnenhüte und andere Kopfbedeckungen sowie leichte, lichtdichte Kleidung, die den Schweiß aufnehmen kann und wärmedurchlässig ist. Räume, in denen man sich aufhält, können durch morgendliches und abendliches Durchlüften abgekühlt werden.

„Um bei Hitzenotfällen Erste Hilfe leisten zu können, ist es wichtig, frühe Anzeichen zu erkennen“, sagt Prof. Böttiger. „Dazu können Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, ein hochroter heißer Kopf, kühle Körperhaut, Schüttelfrost, aber auch ernste Kreislaufprobleme gehören.“ Zu wichtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen zählen: Betroffene sofort aus der direkten Sonne holen und in den Schatten bringen bzw. Schatten spenden. Den Oberkörper erhöht lagern. Beengende Kleidung öffnen, um einen Wärmestau zu vermeiden. Sofern Betroffene bei Bewusstsein sind, Wasser oder elektrolythaltige Getränke wie Apfelschorle oder Tee anbieten. Durch kalte Umschläge und das Zufächeln von Luft weitere Abkühlung schaffen. Bei Bewusstlosigkeit und sicher normaler Atmung die stabile Seitenlage anwenden und umgehend den Notruf 112 tätigen. Wenn sich der Zustand durch die Erste-Hilfe-Maßnahmen nicht bessert, sollte ebenfalls der Notruf 112 getätigt werden.

Metronom am Bahnsteig© metronom Eisenbahngesellschaft mbH

Hoher Krankenstand führt zu zahlreichen Zugausfällen bei metronom

9. Juli 2022/in Niedersachsen

UELZEN (PM). Heute und in den kommenden Tagen werden bei metronom zahlreiche Zugverbindungen ausfallen. Grund sind hohe, überwiegend Corona bedingte Krankenstände und daraus resultierende akute Personalengpässe. Allein heute rechnet metronom mit ca. 60 Zugausfällen. Das Unternehmen hofft, dass sich die betriebliche Lage Mitte kommender Woche wieder entspannt – je nachdem, wie sich die Zahl der Krankmeldungen entwickelt.

Von hohen Krankenständen sind neben dem Fahrpersonal weitere zentrale Bereiche betroffen, insbesondere die Disposition und die Leitstelle in Celle. Die Zugausfälle sind in den elektronischen Fahrplanauskunftsmedien vermerkt, Fahrgäste sollten sich am besten kurzfristig auf den bekannten Webseiten oder über die FahrPlaner- oder metronom App informieren.

Auch über das Wochenende und Anfang kommender Woche werden noch etliche Züge ausfallen. „Zu Mitte der Woche rechnen wir mit einer Entspannung der Situation, da dann etliche Kollegen und Kolleginnen aus der Quarantäne zurückkehren. Beim Fahrpersonal können die Engpässe noch etwas länger andauern“, so Miriam Fehsenfeld, Sprecherin des Unternehmens. „Alle zur Verfügung stehenden Kräfte sind bereits an Bord, die Möglichkeiten sind ausgeschöpft.“ Auch bereits verfügbare Kollegen des Schwesterunternehmens erixx Holstein, das erst zum Jahresende zwischen Lüneburg, Lübeck und Kiel den Betrieb aufnimmt, seien aktuell bei metronom im Einsatz.

„Die Corona-Sommerwelle trifft ja nicht nur uns. Anders als etwa in der Verwaltung können Kolleginnen und Kollegen auf den Zügen aber nicht im Home-Office arbeiten, sondern müssen sich isolieren, selbst wenn Sie nach einem positiven Test keine akuten Symptome aufweisen“, erklärt Fehsenfeld. Aufgrund nicht vorhandener Kapazitäten bei den Busunternehmen ließe sich aktuell auch kein Busersatzverkehr einrichten. Gerade angesichts der aktuell häufig sehr vollen Züge appelliert Fehsenfeld auch an die Fahrgäste: „Die FFP2-Maskenpflicht ist kein gut gemeinter Hinweis, sondern nach wie vor Pflicht in all unseren Zügen. Daran sollten sich alle halten.“

Internationaler Schlag gegen Geldautomatensprenger – BGPress 6346© Bernd Günther / BG-PRESS.de

Internationaler Schlag gegen Geldautomatensprenger

29. Juni 2022/in Niedersachsen

HANNOVER (PM). Sprengungen von Geldautomaten beschäftigen Justiz- und Polizeibehörden in ganz Deutschland. Jetzt gelang deutsch-niederländischen Ermittlungskräften unter Koordination der Zentralen Kriminalinspektion Osnabrück und der Staatsanwaltschaft Osnabrück ein bundesweiter Coup.

Gestern (28. Juni 2022) durchsuchten in einer konzertierten internationalen Polizei- und Justiz-Aktion rund 100 Beamtinnen und Beamte aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen und den Niederlanden 16 Objekte, darunter Geschäfts- und Wohnadressen sowie Adressen von Fahrzeugverleihfirmen. Weitere zwölf zum Verfahren gehörende Objekte wurden bereits Tage zuvor durchsucht. 13 mutmaßliche Geldautomaten-Sprenger konnten im Zusammenhang mit den Ermittlungskomplexen insgesamt festgenommen werden.

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagt zu dem heutigen Ermittlungserfolg:

„Dieser von der Polizeidirektion Osnabrück koordinierte, internationale Schlag gegen mehrere Geldautomatensprenger und deren Mittelsmänner ist ein herausragender Ermittlungserfolg. Mein Dank gilt allen Einsatzkräften und Ermittlern, die das in dieser Form möglich gemacht haben. Insbesondere wegen der zunehmend genutzten gefährlichen Festsprengstoffe und wegen des skrupellosen Vorgehens der Täter werden diese Taten auch für Unbeteiligte immer gefährlicher, teils lebensgefährlich. Auch wenn diese von den Tatorten mit bis zu 300 km/h ohne Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer fliehen, kann das zu furchtbaren Unfällen führen. Die Durchsuchungen und Festnahmen der vergangenen Tage und Wochen haben gezeigt, dass wir mit polizeilichen Mitteln, internationaler Zusammenarbeit und konsequentem Vorgehen nicht hilflos gegen diese Form des Verbrechens sind. Auch darum habe ich mich vor zwei Wochen mit Vertretern der Bankwirtschaft in Niedersachsen getroffen. Wir müssen gemeinsam mit ihnen vor allem präventive Maßnahmen intensivieren. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, Taten von vornherein so gut wie möglich zu verhindern, die Taten müssen für die Täter immer unattraktiver werden.“

Verleihung des Niedersächsischen Staatspreises 2022 an Eske Nannen und Otto Waalkes – Niedersächsischer Staatspreis1 mf© Matthias Falk

Verleihung des Niedersächsischen Staatspreises 2022 an Eske Nannen und Otto Waalkes

23. Juni 2022/in Niedersachsen

HANNOVER (mm/PM). Mit dem Niedersächsischen Staatspreis werden seit 1978 Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich durch ihr herausragendes Wirken in den Bereichen Kultur, Frauen, Soziales, Wissenschaft, Umwelt oder Wirtschaft um das Land verdient gemacht haben.

Der Preis ist mit 35.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vom Niedersächsischen Ministerpräsidenten verliehen. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt durch die ehrenamtlich tätige Jury. Prominente Preisträger waren unter anderem die späteren Nobelpreisträger Manfred Eigen, Erwin Neher und Stefan Hell, der Journalist Stefan Aust oder auch die Künstler Thomas Quasthoff, Ulrich Tukur, Igor Levit und die Scorpions.

Verleihung des Niedersächsischen Staatspreises 2022 an Eske Nannen und Otto Waalkes – Niedersächsischer Staatspreis2 mf

Eske Nannen (Mitte) erhielt durch Ministerpräsident Stephan Weil den Niedersächsischen Staatspreis © Matthias Falk

Auszüge aus den Jury-Begründungen:

„Eske Nannen hat vor fast 40 Jahren in Emden eine Malschule auf den Weg gebracht, die heute zu den größten in Niedersachsen zählt. Gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann begründete sie zur selben Zeit die Stiftung Henri Nannen, jetzt Stiftung Eske und Henri Nannen und Schenkung Otto van de Loo, und schuf damit die Grundlage der heutigen Kunsthalle Emden“, schreibt die Jury in ihrer Begründung. „Als langjährige Geschäftsführerin der Stiftung hat sie sich außerordentliche Verdienste bei der materiellen Sicherung der Kunsthalle und ihres Auf- und Ausbaus erworben. Heute hat Eske Nannen den Vorsitz im Aufsichtsrat der Kunsthalle und gehört zu den bedeutenden Persönlichkeiten der niedersächsischen Kulturszene.“

Zu Otto Waalkes schreibt die Jury: „Otto Waalkes ist seit mehr als einem halben Jahrhundert einer der bekanntesten deutschen Humoristen. Er war und ist als Komiker, Musiker, Schauspieler, Regisseur, Synchronsprecher und Comiczeichner gleichermaßen erfolgreich. Geboren und aufgewachsen in Emden, ist er immer wieder in besonderer Weise in der Öffentlichkeit als Ostfriese aufgetreten und wahrgenommen worden. Er ist damit im gesamten deutschsprachigen Raum zu einem Botschafter seiner Heimat Ostfriesland und Niedersachsens geworden.“

Juryvorsitzender ist der frühere Niedersächsische Finanzminister Peter-Jürgen Schneider.

Update Corona-Verordnung

Kleine inhaltliche Änderungen und große zeitliche Verlängerung der Corona-Verordnung

21. Juni 2022/in Niedersachsen

HANNOVER (PM). Aufgrund der gerade beginnenden Sommerwelle und des weiterhin hohen Infektionsdrucks durch COVID-19 hält die Niedersächsische Landesregierung ein Festhalten an den bisherigen Schutzmaßnahmen nach wie vor für geboten. Mit der beigefügten, am morgigen 22. Juli 2022 in Kraft tretenden Änderungsverordnung erfolgt deshalb eine Verlängerung der Geltungsdauer der Niedersächsischen Corona-Verordnung bis zum 31. August 2022.

Ministerpräsident Stephan Weil: „Angesichts steigender Infektionszahlen brauchen wir auch im Sommer Schutzmaßnahmen – wie beispielsweise die Maskenpflicht im ÖPNV. Der beste Schutz ist und bleibt jedoch die Impfung. Deshalb bitte ich ältere Menschen über 70 Jahre, den Schutz durch eine 4. Impfung aufzufrischen. Wie erleben eine Sommerwelle, aber aufgrund der Omikronvariante und des hohen Impfniveaus gibt es vergleichsweise kaum schwere Verläufe – wie ein Blick in unsere Krankenhäuser zeigt. Der Bund muss jetzt mit einer neuen Testverordnung zügig dafür sorgen, dass sich Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin freiwillig und kostenlos testen lassen können. Wir brauchen auch ein neues Infektionsschutzgesetz, das Länder und Kommunen wieder in die Lage versetzt, mit angemessenen Instrumenten auf eine verschärfte Infektionslage zu reagieren. Einen solchen Instrumentenkasten benötigen wir deutlich vor einer möglichen schwierigeren Herbstwelle.“

Im Wesentlichen bleiben die durch die bisherige Verordnung geregelten Schutzmaßnahmen erhalten.

Inhaltliche Veränderungen der bisherigen Regelungen erfolgen insbesondere in den §§ 4 und 6 der Verordnung:

  • In § 4 wird durch die Streichung der Worte „Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 oder 2“ nunmehr auf den gesamten § 3 der Corona-Verordnung verwiesen. Damit wird zukünftig für den Zutritt zu Krankenhäusern sowie zu Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen auch der Nachweis eines unter Aufsicht durchgeführten negativen Selbsttests anerkannt.
  • Nach § 4 Absatz 1 Satz 3 kann zukünftig nicht nur den in den Einrichtungen tätigen Personen, sondern auch weiteren zur Testung verpflichteten Personen, wie zum Beispiel Besucherinnen und Besuchern, das Betreten der jeweiligen Einrichtung gestattet werden, um einen Test nach § 3 Abs. 1 durchzuführen.
  • In § 6 erfolgt eine leichte Veränderung der Maskenpflicht in Heimen, unterstützenden Wohnformen, Einrichtungen der Tagespflege, ambulanten Pflegeeinrichtungen nach § 71 Abs. 1 des Elften Buchs des Sozialgesetzbuchs und in ambulanten Pflegediensten nach § 37 des Fünften Buchs des Sozialgesetzbuchs. Bislang mussten Beschäftigte und eingesetzte Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer, Praktikantinnen und Praktikanten, ehrenamtlich tätige Personen, Bundesfreiwilligendienstleistende und Freiwilligendienstleistende sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Besucherinnen und Besucher und Dritte in geschlossenen Räumen der jeweiligen Einrichtungen eine medizinische Maske mindestens des Schutzniveaus FFP2, KN 95 oder eines gleichwertigen Schutzniveaus zu tragen. Fortan können die in den Einrichtungen tätigen Personen auch eine normale medizinische Maske (sogenannte „OP-Maske“) als Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Dies gilt nicht für Besucherinnen und Besucher. Weitergehende Anforderungen im Sinne einer Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske mit höherem Schutzniveau (FFP2 oder vergleichbar) für die Beschäftigten bleiben durch Anordnung der Leitung der Einrichtung oder des Unternehmens weiterhin möglich.
  • Außerdem gibt es Folgeanpassungen in § 13 (Ordnungswidrigkeiten).

Vor dem Hintergrund der aktuell beginnenden Sommerwelle sollen die Regelungen der Corona-Verordnung bis zum 31. August 2022 in Kraft bleiben, so die Änderung in § 14. Damit soll Planungssicherheit für die anstehenden Sommerferien gewährleistet werden. Eine Neuanpassung der Verordnungslage, auch vor dem 31. August 2022, bleibt jederzeit möglich.

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Hitze: Gesundheitsministerin Behrens und Umweltminister Lies mahnen zu umsichtigem Handeln – Hitze2 pb

Hitze: Gesundheitsministerin Behrens und Umweltminister Lies mahnen zu umsichtigem Handeln

18. Juni 2022/in Niedersachsen

HANNOVER (PM). In Niedersachsen soll es in den kommenden Tagen extrem warm werden. So schön diese ersten heißen Sommertage sind: Die Veränderung unseres Klimas, die Erderwärmung, wirkt sich unmittelbar auf die Gesundheit aus. Besonders belastend ist das dann, wenn wir nicht nur im Hochsommer, sondern auch schon sehr früh Hitzeperioden haben. Gesundheitsministerin Daniela Behrens und Umweltminister Olaf Lies mahnen vor diesem Hintergrund zu umsichtigem Handeln.

„Davon sind besonders ältere Menschen und Kinder betroffen. Sie bemerken einen Hitzestau oder Flüssigkeitsmangel häufig nicht rechtzeitig“, sagt die Niedersächsische Gesundheitsministerin Daniela Behrens: „Wer Kinder und ältere Menschen betreut, sollte auf die Hitze vorbereitet sein und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen. Bei Hitzewellen steigt die Gefahr von Herz-Kreislauf-Problemen. Und auch Hautschäden durch vermehrte UV-Strahlung betreffen uns alle. Klar ist, dass wir alle gemeinsam noch mehr tun müssen, um unser Klima zu schützen. Dieser Herausforderung sind wir uns bewusst“, so die Ministerin.

Schutz des Klimas ist gesamtgesellschaftliche Herausforderung

Seit 1951 hat die Anzahl der Hitzetage in Niedersachsen im Schnitt von 2,8 Tagen auf rund 7 Tagen pro Jahr zugenommen. Zwischen den Jahren 2071-2100 ist sogar – wenn keine massive Klimaschutzmaßnahmen ergriffen werden – mit weiteren rund 14 Hitzetagen pro Jahr zu rechnen. Das Rekordjahr war das Jahr 2018 mit 19 Hitzetagen.

Auch Umwelt- und Klimaschutzminister Olaf Lies sieht vor diesem Hintergrund zunehmenden Handlungsdruck: „Die Zeit der gemäßigten Sommer ist vorerst vorbei. Diese Zahlen zeigen sehr deutlich: Wir müssen mehr tun für den Klimaschutz und wir müssen jetzt anfangen, uns besser auf die immer deutlicher zu Tage tretenden Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Dabei brauchen wir Lösungen auf den unterschiedlichsten Feldern: Es geht darum, sorgsamer mit unserem Wasser umzugehen. Wenn viel da ist, müssen wir es besser speichern, um mehr zur Verfügung zu haben in trockenen Perioden. Und wir brauchen Maßnahmen, um unsere Städte resilienter gegen den Klimawandel zu machen“, so der Minister.

Für Niedersachsens Städte brauche es über die akuten Maßnahmen für dieses Wochenende hinaus vor allem bauliche Maßnahmen, um die Städte natürlicher und damit auch resilienter zu gestalten, so Behrens und Lies weiter: „Mit Hilfe von blau-grünen Infrastrukturen, also der Schaffung von Wasser- und Grünflächen, aber auch grünen Fassaden und Dächern, sowie dem Pflanzen von Bäumen könne das Klima in der Stadt verbessert werden und für Kühlung und Verschattung gesorgt werden.“

Minister Lies unterstreicht: „Wir appellieren an die niedersächsischen Kommunen, Hitzeaktionspläne aufzulegen und umzusetzen. Die Kühlung unserer Städte ist auch insbesondere im Hinblick auf den Schutz der besonders vulnerablen Gruppen extrem wichtig. Wir lassen die Kommunen dabei nicht allein. Dafür haben wir im Dezember als Land unsere Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels veröffentlicht, die umfassende Leitlinien für genau diese so dringend notwendigen Anpassungen enthält. Flankiert wird das von unserem NIKO – dem Niedersächsischen Kompetenzzentrum Klimawandel – das alles, was mit dem Klimawandel und seinen Folgen in Niedersachsen zu tun hat, mit der notwendigen wissenschaftlichen Expertise begleitet und als Beratungsinstitution z.B. für Kommunen zur Verfügung steht.“

Gesundheitsschutz bei Sommerhitze – Gesundheitsministerium und Landesgesundheitsamt informieren

Das Gesundheitsministerium und das Landesgesundheitsamt empfehlen auch in diesem Jahr wieder allen Pflegeeinrichtungen, -diensten und pflegenden Angehörigen in Niedersachsen das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zur Warnung vor starker oder extremer Hitze. Per E-Mail-Newsletter können die Hitzewarnmeldungen des DWD kostenfrei abonniert werden. Das System ermöglicht eine schnelle Warnung sowie eine An- und Abmeldung durch die Nutzer selbst.

Auch wenn die Wettervorhersage für Niedersachsen besonders schön und sommerlich ist, kann eine über mehrere Tage andauernde Hitze den Körper stark belasten. Besonders wenn die Temperaturen auch nachts nicht unter 20 Grad sinken, kann eine Hitzewelle gesundheitliche Auswirkungen haben. „Durch die fehlende Abkühlung ist der Körper einer dauerhaften Belastung ausgesetzt, die unter Umständen ernsthafte Folgen haben kann. Erste Warnzeichen sind beispielsweise Kreislaufbeschwerden, Muskelkrämpfe oder Erschöpfungs- und Schwächegefühle“, sagt Roland Suchenwirth, Umweltmediziner beim Niedersächsischen Landesgesundheitsamt. Diese Warnzeichen sollten unbedingt ernst genommen werden. Im schlimmsten Fall drohe ein Hitzschlag oder ein Sonnenstich.

Von einem Hitzschlag wird gesprochen, wenn ein Organismus aufgrund hoher Außentemperaturen kontinuierlich mehr Wärme aufnimmt als er an die Umgebung abgeben kann. Dadurch gerät die Körpertemperatur außer Kontrolle und steigt rasch an. Häufige Symptome sind etwa ungewöhnliche Unruhe, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, rote und trockene Haut oder ein getrübtes Bewusstsein bis hin zur Bewusstlosigkeit. Ein Sonnenstich entgegen entsteht durch längere direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf. Dabei wird die Hirnhaut gereizt, wodurch ähnliche Symptome wie bei einer Hirnhautentzündung auftreten. Kleinkinder sind besonders gefährdet, sollten deshalb immer Kopfbedeckung.

Damit es gar nicht erst zu ernsten Krankheitszeichen kommt, sollten folgende Verhaltensregeln bei anhaltender Hitze beachtet werden:

  • Trinken Sie ausreichend alkoholfreie Getränke – auch ohne Durst: Wasser, Fruchtsaft.
  • Tätigkeiten im Freien sollten auf die Morgen- und Abendstunden beschränkt werden. Vermeiden Sie nach Möglichkeit tagsüber besondere körperliche Belastungen, auch Sport.
  • Verschaffen Sie sich Abkühlung durch eine kühle Dusche, ein kühles Bad oder Fußbad.
  • Halten Sie sich draußen möglichst im Schatten auf.
  • Tragen Sie leichte, nicht einengende Bekleidung in hellen Farben (Baumwolle), sowie einen Sonnenhut und eine Sonnenbrille.
  • Lassen Sie niemals Kinder oder gesundheitlich geschwächte Personen in einem geparkten Fahrzeug zurück, auch nicht für kurze Zeit!
  • Besondere Vorsicht gilt bei der Einnahme von Medikamenten und Erkrankungen, da diese die Regulierung der Körpertemperatur beeinträchtigen können. Im Zweifelsfall sollte der Hausarzt kontaktiert werden.

 

Niedersächsischer Verfassungsschutzbericht 2021 – Boris Pistorius© Bernd Günther / BG-PRESS.de

Niedersächsischer Verfassungsschutzbericht 2021

16. Juni 2022/in Niedersachsen

HANNOVER (PM). Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, und der Präsident des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, Bernhard Witthaut, haben heute (16.06.2022) den Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2021 vorgestellt.

Neues Verdachtsobjekt: Demokratiefeindliche und/oder sicherheitsgefährdende Delegitimierung des Staates

Minister Pistorius: „Die Corona-Pandemie hat wie ein Verstärker auf gewisse Kreise gewirkt, die dann als Coronaleugnerin und -leugner, Verschwörungstheoretikerin und -theoretiker oder vermeintliche ‚Fußgängerin‘ und ‚Fußgänger‘ auf die Straße gegangen sind und in einschlägigen Netzwerken mit absurden Erzählungen große Resonanz gefunden haben. Sie misstrauen unserem Staat, unserer Verfassung und unserer Demokratie – das ist der große gemeinsame Nenner. Mit ihren Aktionen wie dem bewussten Nichtanmelden von Versammlungen und einschlägigen Slogans in der analogen und digitalen Welt wollen sie unseren Staat bloßstellen und verächtlich machen. Deshalb war es richtig, dass sich der Verfassungsschutz als Frühwarnsystem unserer Demokratie intensiv mit der Entwicklung der in Niedersachsen im Mai 2021 zum Verdachtsobjekt bestimmten ‚Demokratiefeindlichen und/oder sicherheitsgefährdenden Delegitimierung des Staates‘ beschäftigt. Diese Personen werden nach unserer Einschätzung zukünftig immer neue Themen als Vehikel suchen, um ihre den Staat delegitimierenden Ideen im Netz und auf der Straße zu propagieren.“

Zu den Phänomenbereichen im Einzelnen:

Rechtsextremismus

Das rechtsextremistische Personenpotenzial in Niedersachsen ist wieder leicht rückläufig (von 1.750 auf 1.730). Auch im traditionellen Rechtsextremismus wirkt die Pandemie als Katalysator für die bereits seit Jahren beschriebenen Trends: Die Marginalisierung der neonazistisch geprägten Parteien „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NPD) und „Die Rechte“ sowie die wachsende Zerfaserung innerhalb der neonazistischen Szene.

Minister Pistorius: „Auch wenn das Personenpotenzial im Rechtsextremismus leicht zurückgegangen ist: Der Rechtsextremismus ist weiterhin die größte Gefahr für unsere Demokratie. Der sinnlose und historisch verblendete Hass in dieser Szene kann sich immer wieder auf furchtbarste Weise entladen, das haben Anschläge und Amoktaten der vergangenen Jahre mehrfach schmerzhaft bewiesen.“

Im Zuge der Proteste gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat sich eine neue Mischszene von Coronaleugnerinnen und -leugnern sowie Querdenkerinnen und -denkern mit Rechtsextremistinnen und -extremisten sowie Reichsbürgerinnen und -bürgern gebildet. Sie wurde im Mai 2021 unter der Bezeichnung „Demokratiefeindliche und/oder sicherheitsgefährdende Delegitimierung des Staates“ zum Verdachtsobjekt des Niedersächsischen Verfassungsschutz bestimmt. Der Verfassungsschutz wird diese Szene genau daraufhin analysieren, ob sich hier ein neuer Extremismus eigener Art („Extremismus sui generis“) entwickelt.

Mit der zunehmenden Verbreitung altbekannter Verschwörungstheorien, insbesondere über die sozialen Medien, ist auch der Antisemitismus noch stärker präsent. Ungehemmt werden in gewissen Kreisen antisemitische Parolen formuliert, die den Kern fast jeder Verschwörungserzählung bilden. Teilweise wurden gewisse Symbole insbesondere in Kreisen der Querdenkerinnen und Querdenker etwa bei Demonstrationen dafür genutzt, sich als Opfer zu stilisieren und auf eine Stufe mit den Verfolgten und Ermordeten des Holocausts zu stellen. Das Niedersächsische Innenministerium hat vor diesem Hintergrund im Februar 2022 einen Erlass veröffentlicht, in dem die Polizeidirektionen und die Versammlungsbehörden angewiesen wurden, das Tragen dieser Symbole konsequent zu unterbinden und bei derartigen Vorkommnissen entsprechende Strafverfahren einzuleiten.

Minister Pistorius: „Wer derartige Symbole verwendet, verlässt den Bereich der legitimen Meinungsäußerung auf unerträgliche Weise, verharmlost die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und verachtet deren Millionen Opfer.“

Obwohl sich die parteiinterne AfD-Strömung „Der Flügel“ formal bereits zum 30.04.2020 aufgelöst hat, beeinflussen die ehemals dort handelnden Akteurinnen und Akteure die Gesamtpartei weiterhin. Ein Treffen von „Flügel“-Anhängerinnen und -Anhängern am 20.02.2021 in Verden mit dem Ziel, Strukturen des „Flügels“ in Niedersachsen zu reaktivieren, bestätigen, dass informelle Strukturen und Einfluss weiterhin gegeben sind. Das Verwaltungsgericht Köln hat in seiner Entscheidung vom 08.03.2022 bestätigt, dass sich aus dem Agieren des „Flügel“ tatsächliche Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen ergeben. Zudem hat das Gericht Verstöße gegen das Rechtsstaatsprinzip und Verletzungen der Menschenwürde festgestellt. Mit der Verwendung von Begriffen wie „Systempresse“ oder „Systemparteien“ bzw. „Kartellparteien“ werden zudem wesentliche Bestandteile der verfassungsmäßigen Ordnung diffamiert und infrage gestellt.

Neues Verdachtsobjekt: AfD Niedersachsen

Die ehemaligen Flügel-Angehörigen sind mit ihrem Gedankengut und ihren Zielsetzungen in die Parteistrukturen der AfD eingesickert. Darüber hinaus weist die AfD in Niedersachsen Kontakte, Bezüge und Verbindungen zu rechtsextremistischen Organisationen und Protagonisten auf. „Ich habe das Verdachtsobjekt eingerichtet, weil ich – auch unter dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit – die weitere Entwicklung der Parteistrukturen in den Blick nehmen möchte. Deshalb habe ich mich für das Verdachtsobjekt entschieden, denn es dient der Sammlung be- und entlastender Argumente für und gegen die Beobachtungswürdigkeit der Partei“, so Verfassungsschutzpräsident Bernhard Witthaut.

Die Zahl der „Reichsbürgerinnen und Reichsbürger sowie Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter“ bleibt rückläufig (von 1.100 auf 900 Personen). Die Anzahl der Rechtsextremistinnen und -extremisten unter ihnen ist mit 50 jedoch konstant.

Neu ist das Sammelbeobachtungsobjekt „Völkische Personenzusammenschlüsse/ Völkische Siedler in Niedersachsen“. Unter dieses Sammelbeobachtungsobjekt fallen u. a. der „Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e. V.“, „Die Anastasia-Bewegung“, „Der Freibund“, „Der Sturmvogel – Deutscher Jugendbund“ und die ehemalige, 2009 vom Bundesminister des Innern verbotene „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ).

Linksextremismus

Die Zahl der Autonomen und sonstigen gewaltbereiten Linksextremistinnen und -extremisten sowie Anarchistinnen und Anarchisten ist in Niedersachsen mit 800 Personen weitgehend konstant geblieben.

Die Militanz der linksextremistischen Szene bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau. Die Brandanschläge auf die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen am Standort in Braunschweig und der versuchte Brandanschlag auf das Gebäude des Dienstortes in Hannover-Langenhagen vom Januar 2021 bestätigen diese Einschätzung.

Auch temporäre Hausbesetzungen zeigen, dass das Thema „Antigentrifizierung“ – so wie z. B. insbesondere in Berlin oder Leipzig – auch für die niedersächsische autonome Szene an Bedeutung zunimmt.

„Antifaschistische Aktionen“ konzentrieren sich vornehmlich auf Sachbeschädigungen und Übergriffe gegenüber Mitgliedern sowie Funktionärinnen und Funktionären der „Alternative für Deutschland“ (AfD).

Islamismus

Das salafistische Personenpotenzial in Niedersachsen stagnierte im Jahr 2021 bei etwa 900 Personen, die Tendenz ist aktuell rückläufig.

Durch die Verurteilungen und teilweise langfristigen Inhaftierungen von bekannten Führungspersönlichkeiten ist die salafistische Szene nachhaltig geschwächt worden.

Die jihadistische Propaganda ist weiterhin sehr virulent, sodass eine latente Anschlagsgefahr durch den islamistischen Terrorismus besteht. So verletzte am 04.09.2021 ein 29-jähriger Afghane in Berlin eine Person lebensgefährlich. Am 06.11.2021 stach ein 27-Jähriger in einem ICE unvermittelt auf vier Mitreisende mit einem Messer ein und verletzte sie schwer. Neben islamistischen Motiven zeigten beide Täter psychische Auffälligkeiten.

Die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan und der Beginn der Errichtung eines islamistischen Gottesstaates auf Grundlage der Scharia wurde propagandistisch als Beginn eines Siegeszugs gegen die westliche Kultur glorifiziert. Ihre islamistische Ideologie sahen deren Anhängerinnen und Anhänger damit bestätigt.

Die „Deutschsprachige Muslimische Gemeinschaft e. V.“ in Braunschweig (DMG) hat sich als überregionaler Anlaufpunkt für salafistische Prediger sowie Besucherinnen und Besucher etabliert. Über ihre vielfältigen Online-Angebote und zahlreichen Initiativen für Dawa-Aktionen hat die DMG Braunschweig bundesweite Bedeutung.

Auch der schiitische Islamismus zeigt verstärkte Aktivitäten. Dabei sind zunehmend inhaltliche Überschneidungen mit dem Rechtspopulismus festzustellen, indem z. B. Kritik an den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und der Genderpolitik oder die Verteidigung des russischen Angriffskrieges in den thematischen Mittelpunkt gestellt werden.

Extremismus mit Auslandsbezug

Das Mitgliederpotenzial der „Arbeiterpartei Kurdistans“ (PKK) liegt weiterhin bei ca. 1.600 Personen. Der türkisch-nationalistischen „Ülkücü- (Idealisten-) Bewegung“, auch Graue Wölfe genannt, gehören weiterhin ca. 700 Personen an.

Nach der Veröffentlichung des Gerüchtes, der PKK-Gründer Abdullah Öcalan sei verstorben, gab es zahlreiche Protestaktionen von PKK-Anhängerinnen und -Anhängern. Auf den Beginn der Militäroperation der türkischen Streitkräfte „Krallenblitz“ im Nordirak reagierte die PKK ebenfalls mit Protesten. Die Geschäftsräume der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung wurden am 28.05.2021 besetzt, genauso wie der Eingangsbereich des Norddeutschen Rundfunks am 20.11.2021. Außerdem war festzustellen, dass sich die Spannungen zwischen den Anhängerinnen und Anhängern der „Ülkücü-Bewegung“ und der PKK verschärften.

Spionageabwehr

Die Handlungsschwerpunkte russischer Geheimdienste lagen auch schon im Vorfeld des völkerrechtswidrigen Angriff Putins auf die Ukraine in der Verbreitung von Desinformationen zur Einflussnahme auf die öffentliche Meinungsbildung. Darüber hinaus sind Informationen aus dem Hochtechnologiebereich für russische Akteurinnen und Akteure interessant.

Der mutmaßlich belarussische Akteur „Ghostwriter“ hat zudem in der Vergangenheit bereits mit sogenannten „Hack and Leak“ oder „Hack and Publish“ -Operationen versucht, Einfluss auf das öffentliche Meinungsbild zu nehmen. So sind niedersächsische Politikerinnen und Politiker oder Personen mit Bezügen zum Niedersächsischen Landtag Opfer von Phishing-Angriffen geworden.

Bereits im Vorfeld der Bundestagswahl und besonders seit Kriegsbeginn in der Ukraine ist der Bereich der Cyberabwehr stark gefragt. Hintergrund ist auch eine höhere Sensibilität und eine niedrigere Meldeschwelle gegenüber den Behörden. Es liegen zunehmend konkrete Informationen vor, die auf staatlich gesteuerte Angriffe hinweisen. Häufig wurden kompromittierte Systeme festgestellt, die als Bestandteil eines Botnetzes gesteuert wurden, um wiederum andere IT-Systeme zu kompromittieren. Ein Beispiel ist die Cyclops Blink Malware des Akteurs „Sandworm“, der dem Russischen Nachrichtendienst „GRU“ zugeordnet wird. Die niedersächsische Cyberabwehr wirkte bei der Zerschlagung dieser Botnetze und der Identifizierung des Angreifers mit. Durch die Analyse kompromittierter Systeme werden sogenannte IOC’s (Indicators of Compromise) gewonnen und an Unternehmen der Kritischen Infrastruktur weitergegeben, um sie in die Lage zu versetzen, Angriffsversuche frühzeitig zu erkennen oder automatisiert zu verhindern.

Minister Pistorius: „Der völkerrechtswidrige Angriff Putins auf die Ukraine bedeutet auch eine neue Zeit für die Spionageabwehr. Akteurinnen und Akteure aus Russland, aber auch aus Belarus versuchen, mit Fakenews und Verschwörungstheorien Einfluss auf die Meinungsbildung in Deutschland zu nehmen. Kritische Infrastrukturen oder auch Unternehmen und Institutionen in Niedersachsen werden täglich angegriffen. Aus diesen Angriffsmustern lernen wir immer wieder neu, unsere Netze zu schützen. Die Sicherheitsbehörden werden auch zukünftig mit angemessenen Maßnahmen auf alle neuartigen, hybriden äußeren und inneren Gefährdungslagen reagieren.“

Verfassungsschutzpräsident Bernhard Witthaut ergänzt: „Die Intention hinter der Verbreitung von Fake News und Desinformation liegt darin, das Vertrauen in staatliche Institutionen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu schwächen. Die Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen ist deshalb eine vorrangige Aufgabe des Verfassungsschutzes.“

Der Niedersächsische Verfassungsschutzbericht 2021 ist hier abrufbar.

Blutspenden heute wichtiger denn je – Kritische Versorgungslage – Blutkonserven Jörrg F Müller DRK© Jörg F. Müller / DRK

Blutspenden heute wichtiger denn je – Kritische Versorgungslage

13. Juni 2022/in Gesundheit, Niedersachsen

HANNOVER (PM). Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, hat dringend zu Blutspenden aufgerufen. „Blutspenden ist heute wichtiger denn je“, sagt Hasselfeldt zum Weltblutspendetag am 14. Juni.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, hohe Temperaturen, Ferien, sowie ein hohes Reiseaufkommen sorgen seit Wochen für eine rückläufige Spendebereitschaft und mittlerweile für eine bundesweit kritische Versorgungslage. Zugleich werden Operationen und Behandlungen nachgeholt, die während der Hochphase der Pandemie verschoben worden waren. „Ein Notstand muss unter allen Umständen vermieden werden,“ so Hasselfeldt.

Zugleich dankte die DRK-Präsidentin allen Blutspenderinnen und Blutspendern, „ohne deren unersetzliches Engagement Millionen schwerverletzte und chronisch kranke Menschen keine Überlebenschance hätten“.

Jeder dritte Bundesbürger ist statistisch gesehen mindestens einmal in seinem Leben auf ein Blutprodukt angewiesen. Zur Blutspende gehen aber lediglich 3,5 Prozent der Menschen in Deutschland. Die Blutspendedienste des DRK und des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) decken rund 75 Prozent des Gesamtbedarfes.

Mit der bundesweit angelegten Kampagne #missingtype – erst wenn’s fehlt, fällt‘s auf, machen die DRK/BRK Blutspendedienste zum 14. Juni auf die dringende Notwendigkeit von Blutspenden aufmerksam. Ziel ist es neue Spenderinnen und Spender für eine erste Blutspende zu begeistern und dann als Lebensretter kontinuierlich aktiv zu bleiben. Als prominente Botschafter machen sich Vanessa Mai und Leon Goretzka für die Notwendigkeit von lebensrettenden Blutspenden stark und wollen mehr Menschen zum Blutspenden motivieren.

Appell Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens

(PM). Aus Anlass des morgigen Weltblutspendetags (14. Juni) appelliert Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens an die Bürgerinnen und Bürger, Blut und Plasma zu spenden: „Jede und jeder von uns kann unverhofft in eine Situation kommen, wo es einer lebensrettenden Blutkonserve bedarf. Daher meine Bitte: Gehen Sie zur Blutspende!“

Das Motto der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für ihre Aktionen zum Blutspenden lautet denn auch: „Einfach Leben retten! Spende Blut!“ Nach Angaben der BZgA werden täglich 15.000 Blutspenden benötigt. Blutkonserven und Medikamente aus Blutbestandteilen sind lebensrettend. Gespendetes Blut ist unter anderem für Krebstherapien, Versorgung von Unfallopfern und bei Operationen unverzichtbar. In den Sommermonaten gehen die Zahlen der Blutspenden regelmäßig noch einmal zurück. „Daher ist es wichtig, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger weiterhin Blut und Blutplasma spenden“, so die Ministerin.

Zudem drohe beim Blutspenden ein „Generationswechsel“, so die BZgA. Bereits heute liege das Durchschnittsalter der Spenderinnen und Spender in vielen Einrichtungen bei über 50 Jahren. Ebenso komme es durch die geringe Haltbarkeit der Blutkonserven immer wieder zu Kapazitätsengpässen. Verschiedene Organisationen warnen seit längerem, dass Blutkonserven knapp werden könnten. Schon jetzt müssten Operationen verschoben werden. Auch der Blutspendedienst NSTOB des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mahnte kürzlich an, dass in den kommenden Wochen nicht mehr genug Blut zur Verfügung stehen könnte, um für alle Blutgruppen eine sichere Versorgung zu gewährleisten. Der Dienst ist für die Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuständig.

Blut spenden kann jede und jeder gesunde Erwachsene im Alter von 18 bis 68 Jahren. Ministerin Behrens spricht besonders an diesem Tag den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürger für die regelmäßige Teilnahme an der Blutspende ihren Dank aus – und dies ebenso den Blutspendediensten. „Die Blutspendedienste stellen mit den erforderlichen Hygienestandards die Blutspende sicher, auch in Zeiten von Corona“, so die Ministerin.

Die Blutspende-Tour der BZgA unter dem Motto „Einfach machen!“ macht auch in Hannover (am 17. und 18. Juni am Steintor) und in Bremen (am 9. Juli) Station, siehe https://www.blutspenden.de/einfach-machen-die-tour/

Weitere Informationen zum Blut- und Plasmaspenden, z.B. eine Übersicht der verschiedenen Möglichkeiten zur Spende in Niedersachsen (Spendezentren), stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter www.blutspenden.de zu Verfügung. Vgl. auch: https://www.bzga.de/was-wir-tun/blutspende/

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