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Vermischtes aus Hannover, Deutschland und der Welt. Kurznachrichten, besondere Ereignisse und Meldungen außerhalb der klassischen Rubriken.

Kleeblatt Transporte

BBK koordiniert medizinische Hilfe für Ukraine-Verletzte

6. Juni 2025/in Panorama

Kleeblattmechanismus ermöglicht schnelle Versorgung schwer verletzter Patienten aus der Ukraine.

BERLIN (redu). Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wurden über 1.500 verletzte oder schwerkranke Menschen zur Behandlung nach Deutschland gebracht. Die Transporte werden durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe organisiert und nutzen Strukturen des sogenannten Kleeblattmechanismus.

Kleeblattmechanismus ermöglicht medizinische Hilfe für über 1.500 Patienten aus der Ukraine

Am Flughafen Köln/Bonn sind kürzlich acht schwerverletzte Patienten aus der Ukraine angekommen. Der Transport erfolgte durch die norwegische Flugbereitschaft im Rahmen des sogenannten Kleeblattmechanismus. Seit 2022 wurden über diese Struktur mehr als 1.500 ukrainische Patientinnen und Patienten zur Behandlung nach Deutschland gebracht. Die Organisation übernimmt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gemeinsam mit den beteiligten Bundesländern und Hilfsorganisationen.

Ursprung in der Corona-Pandemie

Der Kleeblattmechanismus wurde im Frühjahr 2020 eingeführt, um Covid-19-Patienten bundesweit zu verlegen und regionale Überlastungen in Krankenhäusern zu verhindern. Das Bundesgebiet wurde dafür in fünf Regionen unterteilt: Nord, Ost, West, Südwest und Süd. Mit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine wurde das bestehende System erweitert. Seither dient es auch internationalen medizinischen Evakuierungen, vor allem im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus (UCPM).

BBK als zentrale Koordinierungsstelle

Das BBK koordiniert im Auftrag des Bundes Hilfeleistungsgesuche aus der Ukraine oder von angrenzenden Staaten. Unterstützt wird es von verschiedenen Partnern auf Bundes- und Länderebene. Neben Rettungswagen und Intensivtransportmitteln kommen auch Ambulanzflugzeuge und Hubschrauber zum Einsatz. Für den Ukraine-Einsatz wurde zusätzlich ein sechstes Kleeblatt eingerichtet, das speziell auf diese Aufgabe abgestimmt ist.

Breite Zusammenarbeit mit Behörden und Organisationen

An der Umsetzung des Kleeblattmechanismus sind neben dem BBK auch das Bundesministerium des Innern, das Bundesministerium für Gesundheit, das Bundesministerium der Verteidigung, das Robert-Koch-Institut sowie Vertreter der Innenministerkonferenz und der Landesgesundheitsbehörden beteiligt.

Entlastung für das ukrainische Gesundheitssystem

Laut BBK-Präsident Ralph Tiesler trägt der Mechanismus dazu bei, das ukrainische Gesundheitssystem zu entlasten. Gleichzeitig erhalten die aus der Ukraine evakuierten Personen Zugang zu medizinischer Versorgung in Deutschland. Europaweit wurden laut BBK-Angaben seit Kriegsbeginn etwa 4.300 Patientinnen und Patienten im Rahmen des europäischen Mechanismus vermittelt.

Hitze

Arzneimittelsicherheit bei Hitzewellen: Apotheken beraten Patienten

3. Juni 2025/in Panorama

Medikamente können bei Hitze ihre Wirkung verändern oder Schaden nehmen.

BERLIN (redu). Zum Hitzeaktionstag am 4. Juni weist die Bundesapothekerkammer auf Gesundheitsrisiken durch hohe Temperaturen im Zusammenhang mit Arzneimitteln hin. Apotheken bieten individuelle Beratung zu Lagerung und Dosierung bei sommerlicher Hitze an.

Die Bundesapothekerkammer informiert zum diesjährigen Hitzeaktionstag über den richtigen Umgang mit Medikamenten während einer Hitzewelle. Hintergrund ist, dass hohe Temperaturen die Wirkung und Haltbarkeit von Arzneimitteln beeinflussen können.

Medikamente wie Blutdrucksenker, Entwässerungsmittel oder Schlafmittel können bei starker Hitze zu verstärkten Nebenwirkungen führen. Das liegt unter anderem daran, dass sie den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen und sich ihre Wirkung durch Flüssigkeitsverlust beim Schwitzen verändert. Auch Arzneipflaster können durch die verstärkte Hautdurchblutung bei Wärme mehr Wirkstoff abgeben als vorgesehen.

Apotheken raten daher zur Anpassung der Medikamenteneinnahme in enger Abstimmung mit medizinischem Fachpersonal. Gleichzeitig warnen sie vor falscher Lagerung: Viele Medikamente dürfen dauerhaft nicht über 25 Grad aufbewahrt werden. Eine zu warme Lagerung kann die Wirksamkeit beeinträchtigen oder das Arzneimittel unbrauchbar machen. Einige Arzneien, wie Insulin, müssen sogar im Kühlschrank zwischen 2 und 8 Grad aufbewahrt werden.

Wurde ein Medikament überhitzt, sollte es nicht mehr verwendet werden – auch wenn äußerlich keine Schäden sichtbar sind. Sichtbare Anzeichen wie geschmolzene Zäpfchen oder veränderte Dosierung bei Asthmasprays können auf eine Beeinträchtigung hinweisen.

Weitere Informationen und Materialien zum Thema Hitzeschutz und Medikamentenlagerung stellt die Bundesapothekerkammer online unter www.abda.de zur Verfügung.

Selbstmedikation

Apotheker warnen: Medikamente in der Schwangerschaft

29. Mai 2025/in Panorama

Nur nach Beratung in der Apotheke Medikamente in der Schwangerschaft anwenden.

BERLIN (redu). Medikamente in der Schwangerschaft sollten nur nach fachlicher Beratung eingenommen werden. Darauf wies die Apothekerin Dr. Miriam Ude beim Fortbildungskongress pharmacon hin.

Selbstmedikation bei leichten Beschwerden ist für Schwangere grundsätzlich möglich. Dennoch sollten sie Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Apothekenpersonal anwenden. Darauf machte Dr. Miriam Ude beim pharmacon-Kongress der Bundesapothekerkammer aufmerksam. Ude arbeitet als Apothekerin in Hessen und betonte, dass Nutzen und Risiko sorgfältig abgewogen werden müssten.

Am Beispiel von vaginalen Pilzinfektionen erklärte Ude, dass eine Behandlung in der Schwangerschaft wichtig sei, da unbehandelte Infektionen das Risiko für Frühgeburten erhöhen können. Dafür stünden in Apotheken auch rezeptfreie und für Schwangere geeignete Mittel zur Verfügung. Gleichzeitig warnte sie vor Hausmitteln und übertriebener Intimhygiene, etwa der Anwendung von Joghurt-Tampons.

Auch gegen Schwangerschaftsübelkeit könnten in vielen Fällen rezeptfreie Arzneien helfen. Bei schwerer Symptomatik, wie häufigem Erbrechen oder starkem Gewichtsverlust, sei jedoch ärztlicher Rat erforderlich.

Grenzen sieht Ude bei der Selbstmedikation immer dann, wenn unklare Beschwerden vorliegen, chronische Erkrankungen bestehen oder bei Symptomen wie Fieber, starken Schmerzen, Blutungen oder anhaltenden Beschwerden. In diesen Fällen sollten Schwangere ärztlich abgeklärt werden. Apothekenteams kämen dabei eine Lotsenfunktion zu.

Karl-Heinz Banse

EU-Feuerwehrverband in Berlin gegründet: 21 Länder dabei

22. Mai 2025/in Panorama

Karl-Heinz Banse wird Präsident des neuen EU-Feuerwehrverbandes.

BERLIN (redu). In Berlin ist erstmals ein gemeinsamer Feuerwehrverband der Europäischen Union gegründet worden. Repräsentanten aus 21 EU-Mitgliedstaaten unterzeichneten die Gründungsurkunde. Der Deutsche Karl-Heinz Banse wurde zum Präsidenten des neuen Gremiums gewählt.

Gemeinsame Struktur für mehr Zusammenarbeit

Mit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde wurde der „Verband der Feuerwehren der Europäischen Union“ offiziell ins Leben gerufen. Ziel des neuen Zusammenschlusses ist es, die Interessen der Feuerwehren auf europäischer Ebene zu vertreten und den Dialog mit EU-Institutionen zu institutionalisieren.

Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), Karl-Heinz Banse, würdigte das Ereignis als historischen Moment: „Der Verband ist eine gemeinsame Stimme der Feuerwehren der Länder der Europäischen Union in Brüssel und Straßburg.“ Er betonte die Notwendigkeit gemeinsamer Strukturen in einer globalisierten Welt, in der Notlagen und Katastrophen keine Grenzen kennen.

In der Gründungsurkunde heißt es, dass die Feuerwehren eine unverzichtbare Säule der europäischen Sicherheitsarchitektur darstellen. Der Verband soll künftig unter anderem den Erfahrungsaustausch fördern, Standards harmonisieren und zur Stärkung der Resilienz in Europa beitragen.

Politische Unterstützung aus Europa und Deutschland

Die Gründung wurde von mehreren politischen Vertreter*innen begleitet. Vier Europaabgeordnete – Lena Düpont, Grégory Allione, Mislav Kovac und Zeljana Zovko – sowie die Bundestagsabgeordneten Nancy Faeser und Leon Eckert unterstrichen die politische Relevanz der Initiative.

Lena Düpont, Mitglied des Europäischen Parlaments und stellvertretende Vorsitzende der Interfraktionellen Arbeitsgruppe für Resilienz und Zivilschutz, sprach von einem eindrucksvollen Moment: „Sie geben eine europäische Antwort auf die Fragen unserer Zeit – das ist der Kern des europäischen Gedankens.“

Internationales Präsidium mit fünf Ländern

Zum Präsidenten des neuen Verbandes wurde Karl-Heinz Banse gewählt. Die Vizepräsidentschaft übernehmen Jean-Paul Bosland (Frankreich), Ante Sanader (Kroatien), Robert Mayer (Österreich) und Waldemar Pawlak (Polen).

Alle gewählten Vertreter betonten die Bedeutung einer engeren Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg. Jean-Paul Bosland sprach von einem „Paradigmenwechsel“, der 21 Länder mit ihren unterschiedlichen Traditionen, Sprachen und Uniformen unter einem gemeinsamen Ziel vereine.

Ante Sanader hob hervor, dass das Feuerwehrwesen als Teil der europäischen Sicherheitspolitik endlich auch auf struktureller Ebene Anerkennung finde. Waldemar Pawlak betonte die Notwendigkeit gemeinsamer Standards und länderübergreifender Netzwerke – insbesondere in Krisenzeiten wie nach der Pandemie oder angesichts internationaler Spannungen.

21 Nationen als Gründungsmitglieder

Am Tag der Gründung haben Vertreterinnen und Vertreter aus den folgenden Organisationen ihren Beitritt zum Verband der Feuerwehren in der Europäischen Union erklärt:

  • Österreichischer Bundesfeuerwehrverband (Österreich)
  • Fire & Rescue Belgium – BB-SPB (Belgien)
  • National Association of Volunteers of the Republic of Bulgaria (Bulgarien)
  • Hrvatska vatrogasna zajednica – Croatian Firefighting Association (Kroatien)
  • Cyprus Firefighters Association (Zypern)
  • sdružení hasičů čech, moravy a slezska (Tschechische Republik)
  • Estonian Rescue Board (Estland)
  • The Finnish National Rescue Association, SPEK (Finnland)
  • Féderation Nationale des Sapeurs-Pompiers de France (Frankreich)
  • Deutscher Feuerwehrverband (Deutschland)
  • Panhellenic Federation of Firefighters Unions (Griechenland)
  • Hungarian Fire Association (Ungarn)
  • Fédération Nationale des Pompiers, Luxembourg (Luxemburg)
  • Vakvereniging Brandweer Vrijwilligers (Niederlande)
  • Związek Ochotniczych Straży Pożarnych Rzeczypospolitej Polskiej (Polen)
  • Liga dos Bombeiros Portugueses (Portugal)
  • Federatia de Pompieri Voluntari si Protectia Civila, FPVPC (Rumänien)
  • Dobrovoľná požiarna ochrana Slovenskej republiky (Slowakei)
  • Firefighting Association of Slovenia (Slowenien)
  • CONBE Consorcios Bomberos España (Spanien)
  • Brandmännens Riksförbund (Schweden)

Diese breite Beteiligung zeigt das große Interesse und die Bereitschaft zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich Brand- und Katastrophenschutz.

PSNV

Symposium zu Einsatznachsorge bei Anschlagslagen

16. Mai 2025/in Panorama

Experten diskutieren psychosoziale Betreuung nach extremen Einsätzen.

FULDA (redu). Beim 11. Symposium „Hilfe für Helferinnen und Helfer in den Feuerwehren“ in Fulda wurde am 15. Mai 2025 die Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E) in Zusammenhang mit Anschlägen thematisiert. Fachleute aus Praxis und Wissenschaft diskutierten Herausforderungen und Lösungsansätze.

Die psychosoziale Betreuung von Einsatzkräften nach Anschlägen war das zentrale Thema des 11. Symposiums „Hilfe für Helferinnen und Helfer in den Feuerwehren“, das am 15. Mai 2025 in Fulda stattfand. Veranstalter waren das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sowie die Stiftung „Hilfe für Helfer“ des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

BBK-Präsident Ralph Tiesler betonte die Bedeutung einer strukturierten Nachsorge, da belastende Eindrücke aus Einsätzen auch nach deren Ende nachwirken können. DFV-Präsident Karl-Heinz Banse hob den interdisziplinären Austausch und die Verbreitung bewährter Ansätze hervor.

Expertinnen und Experten aus den Bereichen Feuerwehr, Notfallmedizin, Psychologie und Seelsorge berichteten über Erfahrungen mit PSNV-E in extremen Lagen wie Amok- und Terroranschlägen. Es wurden konkrete Fallbeispiele und bewährte Präventions- und Unterstützungsmaßnahmen vorgestellt.

Ein zentrales Thema war die Gründung eines neuen Fachzentrums für Resilienz und Traumaprävention (FRT). Dieses Bundeszentrum soll Forschung, Lehre und Praxis verbinden und Qualitätsstandards für die PSNV-E setzen.

Mehrere Beiträge schilderten die psychosozialen Herausforderungen in realen Einsatzsituationen, etwa beim Terroranschlag in Solingen oder bei Vorfällen in München und Magdeburg. Thematisiert wurden unter anderem die Rolle der Führungskräfte, der Umgang mit belastenden Bildern sowie die Bedeutung einer langfristigen Stabilisierung der Einsatzkräfte.

Die Veranstaltung verzeichnete 135 Teilnehmende. Das nächste Symposium ist für den 7. Mai 2026 in Fulda geplant. Weitere Informationen und Vorträge sind online verfügbar unter: https://www.feuerwehrverband.de/dfv/hfh-vorstellung/hfh-symposien/

Sirenen am Bundeswarntag in Hannover

Feuerwehrverband fordert Schutz kritischer Infrastrukturen

9. Mai 2025/in Panorama

Ausfall des Digitalfunks legt Schwächen im BOS-System offen.

BERLIN (redu). Ein bundesweiter Ausfall des Digitalfunknetzes hat gravierende Schwächen in der Kommunikation von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten offengelegt. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) fordert dringende Maßnahmen zur Absicherung kritischer Infrastrukturen.

Wie der DFV mitteilte, konnten Einsatzkräfte und Leitstellen während des Ausfalls nicht mehr zuverlässig kommunizieren. Dies habe das Potenzial, Einsatzkoordination und Bevölkerungsschutz erheblich zu gefährden.

DFV-Präsident Karl-Heinz Banse unterstrich die Bedeutung eines stabilen und geschützten Kommunikationssystems für Sicherheitsbehörden. Auch Dr. Alexander Beck, Cybersicherheits-Experte des DFV, betonte die Notwendigkeit robuster Technik, die sowohl gegen Ausfälle als auch gegen digitale Angriffe geschützt sei.

Der Verband kündigte an, sich weiterhin intensiv in die Themen Netzsicherheit und Cyberschutz einzubringen. Ziel sei es, die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren auch unter digitalen Bedingungen dauerhaft zu sichern.

Streifenwagen von Innen

Digitalfunk der Einsatzkräfte fällt in ganz Deutschland aus

6. Mai 2025/in Panorama, Niedersachsen

Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste greifen auf Notlösungen zurück – Problem ist behoben.

BERLIN (redu). Am 6. Mai 2025 war das bundesweite Digitalfunknetz der Sicherheitsbehörden ausgefallen. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste mussten teilweise auf alternative Kommunikationswege zurückgreifen.

Der Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) war am Dienstag bundesweit ausgefallen. Betroffen waren unter anderem Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste in ganz Deutschland.

Das Bundesinnenministerium bestätigte die Störung auf Anfrage. Die Ursache für den Ausfall ist bisher nicht bekannt. Der Vorfall wird derzeit untersucht. Der BOS-Digitalfunk ist das zentrale Kommunikationsmittel für Einsatzkräfte. Ein Ausfall wie dieser kann die Koordination von Einsätzen erheblich beeinträchtigen. Nach Angaben aus internen Quellen wurden in einigen Regionen bereits alternative Kommunikationsmittel eingesetzt.

Bereits im Jahr 2022 kam es zu einem Ausfall des BOS-Netzes. Damals war eine technische Wartung die Ursache. Der aktuelle Vorfall ist jedoch schwerwiegender, da er mehrere Stunden andauert und bundesweit auftritt.

Laut Bundesinnenministerium ist die Einsatzfähigkeit der Kräfte weiterhin grundsätzlich gewährleistet. Notfallmaßnahmen seien aktiviert worden. Die Öffentlichkeit soll informiert werden, sobald nähere Erkenntnisse zur Störung vorliegen.

Der Vorfall machte deutlich, wie stark sicherheitsrelevante Bereiche von funktionierenden digitalen Infrastrukturen abhängig sind. 

Stellungnahme des BDBOS

Auf Anfrage teilte uns die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) im Wortlaut Folgendes mit:

Am 06.05.25 kam es am späteren Nachmittag für die Dauer von knapp 2 Stunden zu Störungen im BOS-Digitalfunknetz. Nach aktuellem Kenntnisstand waren hiervon zahlreiche Basisstationen und Leitstellen in verschiedenen Teilen des Bundesgebiets betroffen.

Bei der Prüfung der Systemtechnik wurden Netzwerkprobleme als Fehlerursache lokalisiert und behoben. Die Analyse wurde von der BDBOS und ihren Partnern mit höchster Priorität verfolgt und wird weiter fortgesetzt.

Durch die Störungen war die netzgebundene Kommunikation der Einsatzkräfte der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in den betroffenen Bereichen vorübergehend beeinträchtigt; die Kommunikation im Versorgungsbereich der jeweiligen Funkzelle war aber im sog. Fallback-Modus jederzeit möglich. Auch die Nutzung der Direktverbindung im netzungebundenen Modus (Direktmodus) stand durchgehend zur Verfügung, sodass die Einsatzkräfte innerhalb einer Funkzelle auch während der Störung miteinander kommunizieren konnten.

 

Tag der Pressefreiheit

Weltweite Pressefreiheit erreicht Tiefpunkt

3. Mai 2025/in Panorama

Pressefreiheit in der Krise: Mehr als die Hälfte stark eingeschränkt.

BERLIN (redu). Die neue Rangliste der Pressefreiheit 2025 von Reporter ohne Grenzen (RSF) zeigt alarmierende Entwicklungen: In über der Hälfte aller Länder leben Menschen unter massiv eingeschränkter Pressefreiheit. Ursachen sind wirtschaftliche Unsicherheit, politische Repressionen und Medienkonzentration.

Pressefreiheit in mehr als 90 Ländern ernsthaft bedroht

Reporter ohne Grenzen hat zum Welttag der Pressefreiheit am 2. Mai 2025 die aktuelle Rangliste zur Lage der Pressefreiheit in 180 Staaten und Territorien veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Verschlechterung: In 90 Ländern ist die Situation für Medienschaffende als „schwierig“ oder „sehr ernst“ eingestuft. Mehr als 50 Prozent der Weltbevölkerung lebt inzwischen in Staaten mit einer sehr ernsten Lage der Pressefreiheit. Der Rückgang ist nicht nur auf direkte staatliche Repressionen zurückzuführen, sondern zunehmend auch auf wirtschaftliche Unsicherheiten und strukturelle Schwächen in vielen Mediensystemen.

  • Die neue Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (RSF) zeigt: Die weltweite Lage der Pressefreiheit ist 2025 auf historischem Tiefstand.
  • Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Staaten mit „sehr ernster“ Lage der Pressefreiheit. 
  • Nur in sieben Ländern ist die Lage „gut“, alle liegen in Europa. Deutschland rutscht auf Platz 11 ab.
  • Neben einer fragilen Sicherheitslage und zunehmendem Autoritarismus macht vor allem der ökonomische Druck den Medien weltweit zu schaffen.

Ökonomischer Druck als globales Problem

Ein zentrales Ergebnis der RSF-Analyse ist der ökonomische Druck, unter dem Medien weltweit stehen. In 160 von 180 untersuchten Ländern gelingt es Medienunternehmen kaum oder gar nicht, wirtschaftlich stabil zu arbeiten. Die Kategorie „Wirtschaft“ weist unter den fünf untersuchten Bereichen die niedrigsten Bewertungen auf. Der Besitz von Medien konzentriert sich in vielen Ländern in den Händen weniger Eigentümer. Besonders drastisch ist die Situation in Russland, wo staatliche und staatsnahe Akteure die Medienlandschaft dominieren. In rund einem Drittel der Länder mussten Redaktionen im vergangenen Jahr aus wirtschaftlichen Gründen schließen.

Staatlicher Einfluss auf Medienfinanzierung

In autoritär regierten Ländern wie Ungarn wird Medienvielfalt durch staatlich gesteuerte Anzeigenvergabe gezielt untergraben. Auch internationale Förderprogramme, auf die unabhängige Redaktionen häufig angewiesen sind, stehen unter Druck. Gleichzeitig ziehen große Tech-Unternehmen den Großteil der globalen Werbeeinnahmen an sich. Ihre dominante Marktposition gefährdet die Finanzierung unabhängiger Medien zusätzlich. Besonders problematisch ist dabei der unregulierte Einfluss sozialer Netzwerke auf die Verbreitung von Falschinformationen.

Deutschland auf Platz 11 – Probleme trotz guter Gesamtlage

Deutschland fällt in der neuen Rangliste auf Platz 11 zurück und rutscht damit aus den Top 10. Zwar gilt die Lage hier weiterhin als „zufriedenstellend“, doch Medienschaffende berichten zunehmend von Bedrohungen, insbesondere im Zusammenhang mit rechtsextremen Gruppen und der Berichterstattung über den Nahostkonflikt. RSF fordert unter anderem eine plattformunabhängige Medienförderung, eine Reform des Medienkonzentrationsrechts sowie eine Stärkung gemeinnütziger journalistischer Initiativen, um der wirtschaftlichen Schwächung entgegenzuwirken.

Verschlechterungen auf dem amerikanischen Kontinent

Auf dem amerikanischen Kontinent ist in über der Hälfte der Länder ein Rückgang der Pressefreiheit zu beobachten. Besonders betroffen ist Argentinien, das nach massiven Eingriffen durch Präsident Javier Milei stark abgerutscht ist. Die Zerschlagung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Einschränkung des Informationszugangs haben das Land auf Rang 87 fallen lassen. Mexiko bleibt das gefährlichste Land für Journalistinnen und Journalisten außerhalb von Kriegsgebieten. In keinem anderen Land wurden 2024 mehr Medienschaffende getötet. In den USA hat sich das Klima für unabhängige Medien unter der neuen Trump-Regierung weiter verschlechtert. Der Entzug von Akkreditierungen, feindliche Rhetorik gegenüber Medien und massive Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit betreffen auch zahlreiche internationale Partnerredaktionen.

Medien in Osteuropa und Zentralasien unter Druck

Die Auswirkungen der US-Entscheidungen sind besonders in Osteuropa und Zentralasien spürbar. Viele Redaktionen in diesen Regionen sind auf internationale Fördermittel angewiesen. Die Kürzung von USAID-Mitteln gefährdet die Existenz unabhängiger Medien in Ländern wie der Ukraine, wo rund 90 Prozent der Redaktionen auf solche Zuschüsse angewiesen sind. In Georgien wird die Medienlandschaft von oligarchischen Strukturen dominiert. Ein neues Gesetz gegen „ausländische Einflussnahme“ erschwert zusätzlich die Annahme internationaler Unterstützung und kriminalisiert unabhängige Berichterstattung.

Europa bleibt stärkste Region – mit Ausnahmen

Europa bleibt die Region mit den besten Bedingungen für Pressefreiheit. Sieben Länder, alle in Europa, erhalten 2025 die Bewertung „gut“. Norwegen liegt auf Platz 1, gefolgt von Estland. Beide Länder zeichnen sich durch stabile demokratische Strukturen und ein starkes Auskunftsrecht für Journalistinnen und Journalisten aus. Polen verbessert sich deutlich nach dem Regierungswechsel 2023. Dort ist die Zahl missbräuchlicher Klagen gegen Medienschaffende zurückgegangen. In anderen EU-Staaten wie der Slowakei bestehen jedoch weiterhin strukturelle Probleme.

Regionen mit sehr ernster Lage

Im Nahen Osten und Nordafrika ist die Lage für Medienschaffende besonders prekär. In Gaza wurden fast 200 Journalistinnen und Journalisten getötet – so viele wie in keinem anderen Kriegskontext. Israel fällt in der Rangliste auf Platz 112, die Palästinensischen Gebiete liegen auf Platz 163. Auch in der Region Asien-Pazifik ist die Pressefreiheit stark eingeschränkt. In Ländern wie China, Indien und Indonesien sind viele Medien unter politischem Druck. In China sitzen derzeit mindestens 113 Medienschaffende in Haft. In Afrika verschärft sich die Lage ebenfalls. Besonders im südlichen Afrika, im Sudan und in Mali berichten Medien von zunehmender Zensur und wirtschaftlicher Not. In der Demokratischen Republik Kongo mussten zahlreiche Radiostationen schließen.

Methodik der Rangliste

Die Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen basiert auf fünf Indikatoren: politischer Kontext, rechtlicher Rahmen, wirtschaftliches Umfeld, soziokulturelle Faktoren und Sicherheit. Sie wird seit 2002 jährlich veröffentlicht und soll ein umfassendes Bild zur globalen Lage der Pressefreiheit liefern.

DWD meldet trockenste Frühjahrsperiode seit 1931 – Trockenheit

DWD meldet trockenste Frühjahrsperiode seit 1931

16. April 2025/in Panorama

Zwischen Februar und April fielen 68 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel.

OFFENBACH (redu). Zwischen Anfang Februar und Mitte April 2025 erlebte Deutschland die trockenste Wetterperiode seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Deutsche Wetterdienst verzeichnete nur rund 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war es in Deutschland vom 1. Februar bis 13. April 2025 so trocken wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1931. Im bundesweiten Durchschnitt fielen in diesem Zeitraum lediglich rund 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Das entspricht einem Rückgang um etwa 68 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel der Referenzperiode 1991 bis 2020.

Bislang galt das Jahr 1976 mit 55 Litern pro Quadratmeter als der bisher trockenste Vergleichszeitraum. Besonders betroffen war 2025 der Nordwesten Deutschlands, wo örtlich weniger als 35 Prozent des üblichen Niederschlags registriert wurden. In südöstlichen Regionen lagen die Werte zwischen 50 und 80 Prozent des Mittelwerts. Nur vereinzelt wurde das Soll nahezu erreicht.

Laut DWD sollen in der Woche nach Ostern regional Niederschläge einsetzen, die das Defizit zumindest örtlich ausgleichen könnten.

Auch andere Teile Europas waren in den vergangenen Monaten von ungewöhnlicher Trockenheit betroffen. Das zeigen Daten des Weltzentrums für Niederschlagsklimatologie, das vom DWD im Auftrag der Weltorganisation für Meteorologie betrieben wird. Ein breiter Streifen von den Britischen Inseln über Mitteleuropa bis ins östliche Europa wies im Februar und März 2025 teils gravierende Niederschlagsdefizite auf.

TRockenheit

Ausgedehnte Trockenheit iin Deutschland © DWD

Am stärksten betroffen waren unter anderem die Beneluxstaaten, Norddeutschland, die schwedische Ostseeküste und das Baltikum. In einigen Regionen wurden weniger als 20 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge der Referenzperiode 1951 bis 2000 gemessen.

Im Gegensatz dazu war es im Süden Europas vielerorts deutlich zu nass. In der Südhälfte Spaniens und Portugals wurden teils mehr als 200 Prozent der üblichen Monatsniederschläge registriert.

NIedrigwasser im Sommer?

Rhein führt ungewöhnlich wenig Wasser im Frühjahr 2025

3. April 2025/in Panorama

Pegelstand bei Kaub nahe kritischer Marke von 78 Zentimetern.

HANNOVER (redu). Der Rhein verzeichnet im Frühjahr 2025 ungewöhnlich niedrige Wasserstände. Am Pegel Kaub wurden nur 103 Zentimeter gemessen – eine Marke, die sich der kritischen Grenze für den Schiffsverkehr nähert. Eine anhaltende Trockenheit könnte zu weiteren Einschränkungen führen.

Der Rhein, zentrale Verkehrsader für die Binnenschifffahrt in Europa, führt derzeit deutlich weniger Wasser als üblich. Am Pegel Kaub, einem entscheidenden Abschnitt zwischen Bingen und Koblenz, wurde am 3. April 2025 ein Wasserstand von 101 Zentimetern gemessen. Sollte der Pegel auf 78 Zentimeter sinken, müssten Transportschiffe ihre Ladung erheblich verringern, was die Versorgung und Logistik in betroffenen Regionen beeinträchtigen könnte.

Der ungewöhnlich niedrige Wasserstand ist Teil einer größeren Entwicklung: In Köln wurden im März lediglich 7,1 Millimeter Regen verzeichnet. Das ist der geringste Wert seit Beginn der Messungen im Jahr 1957. Der Wert entspricht nur rund 11 Prozent des langjährigen Durchschnitts für den Monat.

Meteorologen prognostizieren für den Sommer 2025 überdurchschnittlich hohe Temperaturen mit der Möglichkeit von Hitzewellen. Die derzeitige Trockenheit im Frühjahr erhöht dabei die Wahrscheinlichkeit für extreme Wetterlagen in den kommenden Monaten.

Bereits jetzt sehen sich einige Binnenschiffer gezwungen, mit reduzierter Beladung zu fahren, um die Fahrrinne weiterhin nutzen zu können. Setzt sich die Trockenheit fort, könnten weitere Einschränkungen folgen. Dies hätte wirtschaftliche Folgen, insbesondere für Industrie und Handel, die auf Transporte über den Rhein angewiesen sind.

Die Entwicklung wird weiterhin genau beobachtet. Ob es zu langfristigen Beeinträchtigungen kommt, ist noch offen. Die aktuellen Daten deuten jedoch auf eine angespannte Situation hin.

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