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Wichtige Nachrichten aus Niedersachsen: Landespolitik, Behörden, Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklungen. Alle landesweiten Themen auf einen Blick.

Olaf Lies

Preis des Deutschlandtickets soll 2025 auf 58 Euro steigen

23. September 2024/in Niedersachsen

Diskussion um Preis und Finanzierung des Deutschlandtickets bringt Stabilität bis 2026

HANNOVER (redu). Die Verkehrsminister der Länder haben in einer Sonder-Verkehrsministerkonferenz über die künftige Preisgestaltung des Deutschlandtickets beraten. Dabei wurde beschlossen, den Preis des bundesweit gültigen Tickets ab dem 1. Januar 2025 auf 58 Euro anzuheben. Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies kommentierte die Entscheidung als wichtigen Schritt zur Sicherung des Tickets, äußerte aber auch Kritik an der Haltung des Bundes bei der Preisgestaltung.

Lies betonte, dass die Einigung zunächst Preisstabilität für das Jahr 2025 und voraussichtlich bis ins Jahr 2026 bringe. „Es ist erst einmal gut, dass wir eine Einigung gefunden haben“, sagte Lies. Er hätte sich jedoch ein Stufenmodell gewünscht, bei dem der Preis im Jahr 2025 auf 54 Euro und erst 2026 auf 58 Euro angehoben worden wäre. Trotz dieser Vorbehalte sei es wichtig gewesen, die Verhandlungen nicht zu blockieren, um das Deutschlandticket insgesamt zu sichern. „Auch die Länder, die einen größeren Preissprung wollten, haben sich letztlich der Einigung angeschlossen“, so Lies.

Der Minister kritisierte zudem den Bund für seine Zurückhaltung in der Frage der Preisgestaltung. „Der Bund ist hier vor allem durch Zurückhaltung aufgefallen und wird seiner Rolle nicht gerecht“, erklärte Lies. Dennoch sei die jetzt gefundene Lösung positiv, da sie den Erfolg des Tickets sichern könne. Er verwies darauf, dass das Deutschlandticket eines der größten verkehrspolitischen Erfolgsprojekte der letzten Jahrzehnte sei und das Potenzial habe, die Mobilität in Deutschland grundlegend zu verändern.

Deutschlandticket

Symbolbild Deutschlandticket © Montage pixabay / transdev

Akzeptanz des Tickets und Verbesserung des ÖPNV

Neben der Preisfrage sieht Lies noch Handlungsbedarf bei der Verbesserung des ÖPNV-Angebots, insbesondere in ländlichen Regionen. „Der Preis des Tickets stellt für viele Menschen eine Herausforderung dar“, sagte Lies. Es sei daher wichtig, dass neben der Preisgestaltung auch das Angebot weiterentwickelt werde. Besonders in ländlichen Gebieten müsse der Zugang zum öffentlichen Nahverkehr verbessert werden, um den Menschen eine echte Alternative zum Individualverkehr zu bieten. Lies sieht Mobilität zunehmend als Teil der Daseinsvorsorge, ähnlich wie den Zugang zu ärztlicher Versorgung oder bezahlbarem Wohnraum.

Sockelfinanzierung weiterentwickeln

Ein weiterer Punkt, den Lies ansprach, ist die Sockelfinanzierung des Deutschlandtickets. Diese beläuft sich derzeit auf 3 Milliarden Euro, die hälftig zwischen Bund und Ländern aufgeteilt werden. Lies forderte, dass dieser Betrag überdacht und weiterentwickelt werde, da er bereits zum Start des Tickets als zu niedrig angesetzt wurde. „Es muss bei einer fairen Aufteilung der Kosten bleiben“, sagte der Minister. Bund und Länder müssten ihren Beitrag leisten, um das Deutschlandticket langfristig zu finanzieren. Die Nutzerinnen und Nutzer würden ihren Anteil über den Ticketpreis zahlen, aber es brauche auch eine faire Kostenverteilung zwischen den staatlichen Ebenen.

Die Diskussion um den Preis und die Finanzierung des Deutschlandtickets wird voraussichtlich weitergehen, doch die nun beschlossene Erhöhung auf 58 Euro ab 2025 sorgt für eine erste Stabilisierung. Der Erfolg des Tickets und die weitere Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs hängen jedoch von weiteren Maßnahmen ab.

Neue Technologien

Nachhaltigkeit und Hightech: Polizei Niedersachsen präsentiert neue Ausrüstung

23. September 2024/in Niedersachsen

Niedersachsen treibt Modernisierung der Polizei voran: Umweltfreundliche Antriebe und technische Innovationen im Fokus

HANNOVER (redu). Die Polizei Niedersachsen setzt auf technologische Innovationen und ökologische Nachhaltigkeit. Innenministerin Daniela Behrens präsentierte eine neue Generation von Einsatzmitteln, darunter Elektrofahrzeuge, Drohnen und moderne Hubschrauber, die die Effizienz und Umweltfreundlichkeit des Polizeibetriebs weiter steigern sollen.

Die Niedersächsische Ministerin für Inneres und Sport, Daniela Behrens, stellte am 23. September 2024 im Rahmen eines Präsentationstermins in der Zentralen Polizeidirektion Hannover neue Ausrüstungsgegenstände der Polizei Niedersachsen vor. Ziel dieser umfassenden Modernisierungsmaßnahmen ist es, die Polizei noch effizienter, nachhaltiger und besser ausgestattet für ihre Aufgaben zu machen. Besonders im Bereich der ökologischen Antriebstechnologien und der technischen Ausstattung setzt Niedersachsen neue Maßstäbe.

Elektromobilität als zentraler Bestandteil

Ein zentrales Element der vorgestellten Neuerungen ist der Ausbau des polizeilichen Fuhrparks hin zu nachhaltigen Antriebstechnologien. Aktuell sind bereits 742 Kraftfahrzeuge mit alternativen Antriebskonzepten im Einsatz, ein Spitzenwert im bundesweiten Vergleich. Unterstützt wird dieser Wandel durch die sukzessive Erweiterung der Ladeinfrastruktur. So stehen der Polizei Niedersachsen bereits 625 eigene Ladepunkte zur Verfügung, und durch die Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Wirtschaftsministerium wird das Netz weiter ausgebaut. „Unser Ziel ist es, den gesamten Fuhrpark bis 2030 klimaneutral zu gestalten“, erklärte Behrens. Diese Maßnahmen zeigen, dass auch im Bereich der inneren Sicherheit ökologisches Handeln eine wichtige Rolle spielt.

Behrens unterstrich, dass die Polizei Niedersachsen durch diese Initiativen nicht nur zur Sicherheit, sondern auch zur Erreichung der Klimaziele des Landes beiträgt. Die Elektrifizierung der Flotte ist dabei ein Beispiel dafür, wie Nachhaltigkeit und Einsatzbereitschaft Hand in Hand gehen können.

Drohnen für vielfältige Einsatzzwecke

Neben der Elektrifizierung des Fuhrparks nimmt auch der Einsatz von Drohnen einen immer größeren Stellenwert ein. Unbemannte Luftfahrtsysteme (ULS) werden in Niedersachsen bereits seit einiger Zeit genutzt, doch jetzt erfolgt der landesweite Rollout. Insgesamt stehen 23 Drohnen zur Verfügung, die von über 100 speziell geschulten Polizeikräften bedient werden können. Die Einsatzmöglichkeiten dieser Drohnen sind vielfältig: Sie unterstützen bei der Luftbildaufnahme, der Koordination von Einsatzkräften, der Kriminalitätsbekämpfung sowie der Suche nach vermissten Personen. Ein besonderes Plus ist ihre Fähigkeit, Unfallstellen aus der Luft zu dokumentieren und zu vermessen.

Durch den gezielten Einsatz von Drohnen können die Polizeikräfte schneller und flexibler auf unterschiedlichste Einsatzszenarien reagieren. „Die Drohnen ermöglichen es uns, noch schneller und präziser zu arbeiten, insbesondere bei großflächigen Einsätzen oder in unzugänglichen Gebieten“, so Ministerin Behrens.

Neue Technologien bei der Unfallaufnahme

Ein weiterer technologischer Fortschritt betrifft die Unfallaufnahme. Mit dem neuen „Photoscan“-System, das seit März 2024 landesweit im Einsatz ist, wird die Effizienz und Genauigkeit bei der Erfassung und Dokumentation von Verkehrsunfällen erheblich gesteigert. Das System erlaubt die Erstellung hochpräziser 3D-Modelle von Unfallorten, was nicht nur die Arbeit der Polizei erleichtert, sondern auch dazu beiträgt, Unfallursachen besser zu verstehen und Präventionsmaßnahmen gezielter umzusetzen. Besonders vorteilhaft ist die Möglichkeit, „Photoscan“ in Kombination mit Drohnen bei der Dokumentation großer Unfallstellen, wie auf Autobahnen, einzusetzen. Das neue System löst damit das bisher verwendete „Phidias“-System ab.

Zwei neue Hubschrauber erweitern die Einsatzmöglichkeiten

Um die Polizei Niedersachsen auch in der Luft schlagkräftiger zu machen, werden ab 2026 zwei neue Polizeihubschrauber des Typs Airbus H145 in den Dienst gestellt. Diese Maschinen der 4-Tonnen-Klasse bieten erheblich erweiterte Einsatzmöglichkeiten, unter anderem bei der Bekämpfung von Vegetationsbränden, der Überwachung von Großveranstaltungen sowie der Unterstützung von Fahndungen. „Die neuen Hubschrauber sind eine wichtige Verstärkung für unsere luftgestützte Polizeiarbeit“, betonte Behrens. Die modernen Hubschrauber können unter anderem größere Wassermengen aufnehmen und sind mit einer Winde ausgestattet, um in besonderen Einsatzlagen flexibel agieren zu können.

Aktuell verfügt die Polizeihubschrauberstaffel über vier Maschinen, die im Jahr 2023 insgesamt 1.328 Flugstunden absolvierten. Mit den beiden neuen Hubschraubern sollen die Einsatzmöglichkeiten und die Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit weiter verbessert werden.

Fazit: Polizei Niedersachsen auf dem Weg in die Zukunft

Mit der Modernisierung ihrer Einsatzmittel und der Einführung von Technologien wie Elektrofahrzeugen, Drohnen und fortschrittlichen Unfallaufnahmesystemen zeigt die Polizei Niedersachsen, dass sie nicht nur den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht wird, sondern auch bundesweit eine Vorreiterrolle einnimmt. Nachhaltigkeit und technologische Innovation stehen im Mittelpunkt dieser Entwicklung, die dazu beiträgt, die Einsatzbereitschaft der Polizei weiter zu steigern und gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

  • Neue Technologien
    Vor Ort wurde bei der Vorführung eine Unfallsituation und dessen Vermessung vorgeführt. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
  • Nachhaltigkeit und Hightech: Polizei Niedersachsen präsentiert neue Ausrüstung – BGPress 1197305
    Innenansicht des neuen Gefangenenbusses mit Einzelzellen bis zu 4 Gefangenen. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Ein neuer Gefangenbus der Bereitschaftspolizei © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Innenministerin Behrens informiert sich über die Beladung des Fahrzeuges des Verkehrsunfalldienstes © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Kleinere Polizeidrohne für Luftbildaufnahmen von Einsatzstellen. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Faltsignal "Polizeidrohne im Einsatz" © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    E-Bike der Polizei © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Große Polizeidrohne mit Zusatzmodulen für Wärmebildaufnahmen bei Vermisstensuche.© Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Vor Ort wurde bei der Vorführung eine Unfallsituation dargestellt. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Das neue Photoscan System zur schnelleren Unfallaufnahme © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Das neue Photoscan System zur schnelleren Unfallaufnahme © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    2026 werden zwei neue Polizeihubschraube der 4-Tonnen Klasse vom Typ Airbus H145 in Dienst gestellt. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Innenministerin Behrens informiert sich an verschiedenen Ständen zu neuen Technologien bei der Polizei © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Polizeipräsident Roger Fladung bei der Vorstellung neuer Technologien der Polizei Niedersachsen. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens führt in die neuen Technologien bei der Zentralen Polizeidirektion in Hannover ein. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Umstieg auf ökologisch nachhaltige Antriebskonzepte bei der Polizei Niedersachsen © Bernd Günther / BG-PRESS.de
Anti-Terror Übung

Großeinsatz in Niedersachsen: Polizei probt Anschlagsszenario

21. September 2024/in Hannover, Niedersachsen

Groß angelegte Vollübung simuliert komplexes Szenario mit mehreren Anschlägen

HANNOVER (redu). Am Samstag, den 21. September 2024, fand in Niedersachsen eine groß angelegte Übung statt, an der mehrere Polizeibehörden und Rettungskräfte beteiligt waren. Unter der Leitung der Polizeidirektionen Hannover und Lüneburg, unterstützt durch das Landeskriminalamt Niedersachsen, die Zentrale Polizeidirektion und die Feuerwehr Hannover, wurde ein realitätsnahes Anschlagsszenario simuliert. Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit und Koordination der Einsatzkräfte unter komplexen Bedingungen zu testen und zu verbessern.

Das Szenario der Übung sah einen bewaffneten Angriff auf eine öffentliche Informationsveranstaltung vor. Mehrere Täter eröffneten das Feuer auf die Besucher, was zu einer Vielzahl von Verletzten und Toten führte. Die Polizeikräfte mussten den Tatort schnell und effektiv absperren, um sowohl die Sicherheit der Zivilbevölkerung als auch der Einsatzkräfte zu gewährleisten. Diese Absperrmaßnahmen stellten eine besondere Herausforderung dar, da der Zugang für Rettungskräfte und Einsatzmittel gleichzeitig gewährleistet werden musste.

Die Interventionskräfte der Polizei, die unter hohem Zeitdruck und ständiger Bedrohungslage agieren mussten, schalteten einen der Angreifer gezielt aus. Die Lage verschärfte sich, als sich ein zweiter Täter in einem Schulgebäude verschanzte und Geiseln nahm. Die Spezialeinheiten der Polizei standen vor der schwierigen Aufgabe, eine Eskalation zu verhindern und die Geiseln unversehrt zu befreien. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Verhandlungsgruppe der Polizei Hannover gelang es, den Täter zur Aufgabe zu bewegen und die Geiseln zu retten.

Zeitgleich liefen intensive Ermittlungen an, um die Hintergründe der simulierten Tat zu klären. Die Ermittler sicherten Beweismaterial und führten Zeugenbefragungen durch, um potenzielle Komplizen oder weitere Täter zu identifizieren. Die Polizeibehörden agierten dabei in enger Abstimmung, um eine schnelle Aufklärung zu ermöglichen.

Auch die Rettungskräfte der Feuerwehr Hannover spielten eine zentrale Rolle in der Übung. Neben der Erstversorgung der zahlreichen Verletzten mussten sie den Transport in umliegende Krankenhäuser organisieren, was eine logistische Herausforderung darstellte. Die enge Zusammenarbeit zwischen den medizinischen Einsatzkräften und der Polizei war entscheidend für die erfolgreiche Durchführung der Rettungsmaßnahmen. Diese Übung war zudem der Abschluss eines Kurses für Leitende Notärzte, bei dem medizinisches Personal aus dem gesamten Bundesgebiet auf den Ernstfall vorbereitet wurde.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Übung war die Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Fiktive Medienanfragen wurden während des Einsatzes professionell bearbeitet, um sicherzustellen, dass aktuelle und präzise Informationen an die Bevölkerung weitergegeben werden. Die Pressesprecher der beteiligten Behörden standen dabei im ständigen Austausch mit den operativen Einheiten, um die Lage bestmöglich zu kommunizieren.

Neben dem simulierten Anschlag auf die Informationsveranstaltung kam es in der Übung zu einem zweiten schwerwiegenden Vorfall: Ein Sprengstoffanschlag auf einen Bus im Bereich Celle. Auch dieser Teil des Szenarios forderte die Einsatzkräfte heraus, die den Tatort evakuierten und umfangreiche Ermittlungen einleiteten. Die Polizeidirektion Lüneburg, die für die Region Celle zuständig ist, koordinierte die Fahndung und Ermittlungen, um mögliche Verbindungen zwischen den Vorfällen in Hannover und Celle zu klären. Die Frage, ob weitere Anschläge zu befürchten waren, beschäftigte die Einsatzleitung intensiv.

Schließlich entwickelte sich eine weitere kritische Lage am ÜSTRA-Betriebshof in Hannover. Ein weiterer Täter, ein Komplize des Angriffs auf die Informationsveranstaltung, nahm dort einen Busfahrer als Geisel. Die Polizei riegelte das Gelände weiträumig ab, da der öffentliche Nahverkehr durch den Vorfall gefährdet war. Die Verhandlungsgruppe der Polizei trat auch hier in Kontakt mit dem Geiselnehmer und konnte durch geschickte Verhandlungen die Geisel unversehrt befreien. Der Täter wurde schließlich von den Spezialeinsatzkräften ohne Gewalt festgenommen.

Stimmen zur Übung

Axel Brockmann, Landespolizeipräsident Niedersachsen, lobte die Professionalität und den Einsatzwillen der beteiligten Behörden. Er betonte, wie wichtig es sei, solche realitätsnahen Szenarien zu üben, um auf mögliche Anschläge vorbereitet zu sein: „Die Übung hat eindrucksvoll gezeigt, dass die Einsatzkräfte auf den Ernstfall gut vorbereitet sind. Dennoch müssen wir kontinuierlich an der Optimierung unserer Abläufe arbeiten, um in kritischen Situationen noch besser reagieren zu können.“

Thorsten Massinger, Polizeivizepräsident der Polizeidirektion Hannover und Einsatzleiter der Übung, hob die Komplexität der Szenarien hervor: „Unsere Kräfte wurden durch die verschiedenen Szenarien herausgefordert, und ich bin stolz darauf, wie professionell und einsatzbereit sie agiert haben. Diese Übung zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind, aber auch, dass es immer Verbesserungspotenzial gibt.“

Christoph Bahlmann, Direktor der Feuerwehr Hannover, betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen den Rettungskräften und der Polizei: „In kritischen Lagen wie diesen ist eine enge und reibungslose Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung. Unsere bewährten Konzepte konnten erfolgreich angewendet werden, und wir werden die Erkenntnisse aus dieser Übung nutzen, um noch besser auf solche Einsätze vorbereitet zu sein.“

  • Großeinsatz in Niedersachsen: Polizei probt Anschlagsszenario – BGPress 134126
    Spezialeinsatzkommando der Polizei nähert sich dem Bus mit dem Täter. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    SEK-Beamte versuchen sich dem Bus mit dem Geiselnehmer zu nähern. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Die Polizei setzte eine Dohnengruppe zur Aufklärung ein. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Die Polizei setzte eine Dohnengruppe zur Aufklärung ein. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei dringt in ein Gebäude vor. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Polizeikräfte sichern weiträumig das Gelände an der Lavesallee © Bernd Günther / BG-PRESS.de
  • Anti-Terror Übung
    Polizeibeamte bringen verletzte Geisel in Sicherheit. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Erstversorgung verletzter Geisel durch Polizeikräfte nach deren Rettung aus dem Gebäude. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Seelsorger kümmern sich vor Ort um Einsatzkräfte und befreite Geisel. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Auf dem Schützenplatz Hannover ist ein Bereitstellungsraum für Feuerwehr und Rettungskräfte. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Die Feuerwehr baute vorsorglichen einen Behandlungsplatz 50 für die Verletzten auf. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Die Feuerwehr baute vorsorglichen einen Behandlungsplatz 50 für die Verletzten auf. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
  • Großeinsatz in Niedersachsen: Polizei probt Anschlagsszenario – BGPress 1197114
    Rettungswagen stehen an der Zufahrt zur Einsatzstelle für den Transport verletzter Geisel bereit. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
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    Notfallsanitäter versorgen eine befreite Geisel auf einer Verletztenablage. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
  • Großeinsatz in Niedersachsen: Polizei probt Anschlagsszenario – BGPress 1197131
    Umladen eines Verletzten zum Transport durch einen Rettungswagen ins Krankenhaus. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
  • Großeinsatz in Niedersachsen: Polizei probt Anschlagsszenario – BGPress 1197147
    Bei einer zweiten Lage nimmt ein Täter einen Busfahrer in einem Staßenbahndepot der ÜSTRA als Geisel. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
  • Großeinsatz in Niedersachsen: Polizei probt Anschlagsszenario – BGPress 1197167
    Spezialeinsatzkommando der Polizei nähert sich dem Bus mit dem Täter. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
  • Großeinsatz in Niedersachsen: Polizei probt Anschlagsszenario – BGPress 1197188
    Ein Scharfschütze des SEK der Polizei bezieht Position in der Nähe des Tatortes. © Bernd Günther / BG-PRESS.de
  • Großeinsatz in Niedersachsen: Polizei probt Anschlagsszenario – Aufgabe Taeter
    Aufgabe des Geiselnehmers © Polizei
Ehrenamtskarte

Niedersächsische Ehrenamtskarte jetzt digital per App verfügbar

17. September 2024/in Niedersachsen

Digitale Niedersächsische Ehrenamtskarte mit einfacher Verwaltung und Zugang zu Vergünstigungen

HANNOVER (redu). Ehrenamtlich Engagierte in Niedersachsen können ab sofort die Niedersächsische Ehrenamtskarte bequem per App nutzen. Diese ermöglicht die digitale Verwaltung der Karte, das einfache Beantragen oder Verlängern und bietet schnellen Zugriff auf örtliche Vergünstigungen.

Seit September steht in Niedersachsen eine neue App zur Verfügung, die ehrenamtlich Engagierten den Zugang zur Niedersächsischen Ehrenamtskarte deutlich erleichtert. Die App ist kostenlos in den gängigen App-Stores für Android und iOS verfügbar und ermöglicht es, die Ehrenamtskarte digital auf dem Smartphone oder Tablet mitzuführen.

Mit der App können Nutzerinnen und Nutzer die Ehrenamtskarte nicht nur jederzeit vorzeigen, sondern auch unkompliziert beantragen oder verlängern. Zudem bietet die App eine Übersicht über die rund 2.700 Vergünstigungen, die Karteninhaberinnen und -inhaber in Niedersachsen und Bremen in Anspruch nehmen können. Diese umfassen Rabatte im Einzelhandel, ermäßigte Eintrittspreise in Museen oder Schwimmbäder und weitere Vergünstigungen bei teilnehmenden Einrichtungen.

In Niedersachsen engagieren sich viele Menschen freiwillig in Bereichen wie dem Rettungswesen, Sportvereinen, der Flüchtlingshilfe oder dem Umweltschutz. Die Niedersächsische Ehrenamtskarte, die seit 2007 existiert und seit 2010 auch in Bremen gilt, ist eine Form der Anerkennung für dieses Engagement. Aktuell profitieren etwa 29.000 Ehrenamtliche von den angebotenen Vergünstigungen.

Die Voraussetzungen für den Erhalt der Karte sind eine gemeinnützige, unbezahlte Tätigkeit von mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr sowie eine zweijährige Engagementdauer. Die Gültigkeit der Karte beträgt drei Jahre und kann bei Erfüllung der Voraussetzungen verlängert werden.

Die Landesregierung dankt allen ehrenamtlich Engagierten für ihren unermüdlichen Einsatz und hofft, dass die neue App den Zugang zur Ehrenamtskarte weiter vereinfacht.

Weitere Informationen zur Ehrenamtskarte finden sich auf dem FreiwilligenServer des Landes Niedersachsen.

 

 

Rettet den Rettungsdienst 2.0

Neues Bündnis „Rettet den Rettungsdienst 2.0“ gegen Bundesreform

16. September 2024/in Niedersachsen

Landkreise und Hilfsorganisationen lehnen Verlagerung der Zuständigkeiten auf den Bund ab

HANNOVER (redu). Am 16. September 2024 formierte sich auf Initiative des Niedersächsischen Landkreistages das Bündnis „Rettet den Rettungsdienst 2.0“. Es richtet sich gegen Pläne der Bundesregierung, die Zuständigkeiten im Rettungsdienst auf den Bund zu verlagern und zentrale Vorgaben einzuführen. Das Bündnis warnt vor negativen Auswirkungen auf die regionale Notfallversorgung.

Am heutigen Tag wurde das Bündnis „Rettet den Rettungsdienst 2.0“ ins Leben gerufen. Auf Initiative des Niedersächsischen Landkreistages (NLT) formierten sich zahlreiche Akteure aus Politik, Verwaltung, Hilfsorganisationen und Verbänden, um gegen Pläne der Bundesregierung zur Zentralisierung des Rettungsdienstes vorzugehen. Diese Pläne sehen eine Verlagerung der Zuständigkeiten von den Ländern auf die Bundesebene vor.

Daniela Behrens, Niedersächsische Ministerin für Inneres und Sport, betonte, dass die Pläne der Bundesregierung tiefgreifende Veränderungen mit sich bringen würden. Der Rettungsdienst sei eine kommunale Aufgabe, die sich in der regionalen Verankerung und spezifischen Planung vor Ort bewährt habe. Besonders in ländlichen Regionen sei die dezentrale Struktur entscheidend für die schnelle und bedarfsgerechte Versorgung der Menschen. Diese Sicherheit dürfe nicht durch überhastete Reformen gefährdet werden, so Behrens.

NLT-Hauptgeschäftsführer Hubert Meyer unterstrich, dass der Rettungsdienst als Teil der Gefahrenabwehr in der Verantwortung der Länder und Kommunen liege. Diese bewährten Strukturen seien ein wesentlicher Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge. Meyer forderte den Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf, die Zuständigkeiten der Länder zu respektieren und keine unausgegorenen Reformen durchzusetzen.

Ralf Selbach, Landesgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes Niedersachsen, erklärte, dass der Rettungsdienst auf der engen Zusammenarbeit zwischen kommunalen Trägern, Hilfsorganisationen sowie haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften beruhe. Diese Strukturen hätten sich in der Praxis bewährt und dürften nicht durch bundesweite Vorgaben geschwächt werden. Die aktuellen Probleme in der Notfallversorgung seien nicht im Rettungsdienst, sondern in den überlasteten anderen Sektoren des Gesundheitswesens zu suchen, so Selbach.

Landrat Rainer Rempe, Vorsitzender des NLT-Gesundheitsausschusses, kritisierte ebenfalls die Pläne der Bundesregierung. Neben einer umstrittenen Krankenhausreform, die bereits bestehende Probleme verschärfe, brauche es keine weiteren zentralen Vorgaben für den Rettungsdienst. Dieser funktioniere seit Jahrzehnten als kommunale Aufgabe erfolgreich und dürfe nicht durch Zuständigkeitsverlagerungen und finanzielle Einschnitte gefährdet werden.

Das Bündnis „Rettet den Rettungsdienst 2.0“ steht weiterhin offen für weitere Unterstützer aus den Reihen der kommunalen und regionalen Träger sowie Leistungserbringer. Ziel ist es, die bestehende Struktur des Rettungsdienstes zu erhalten und den Dialog mit der Bundesregierung zu suchen, um praxisnahe Lösungen zu finden.

Gründungsaufruf 2.0 Bündnis für den Rettungsdienst

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Setzlinge Harz

Fortschritte bei der Wiederbewaldung des Harzes trotz Klimaschäden

13. September 2024/in Niedersachsen

Mehr als 11 Millionen Setzlinge und weitere Schritte zur Klimaanpassung des Waldes

BRAUNSCHWEIG (redu). Die Niedersächsischen Landesforsten haben ihre Geschäftsergebnisse für die Jahre 2022 und 2023 vorgestellt und betonen die Fortschritte in der Wiederaufforstung und dem Waldumbau. Der Präsident der Landesforsten, Dr. Klaus Merker, hob hervor, dass beide Geschäftsjahre mit positiven finanziellen Ergebnissen abgeschlossen wurden. Der Fokus lag jedoch auf der erfolgreichen Wiederbewaldung des Harzes, der stark von Klimaschäden betroffen ist.

Seit 2018 sind im Harz etwa 30.000 Hektar Wald durch extreme Witterungsbedingungen geschädigt worden, während außerhalb des Harzes weitere 10.000 Hektar betroffen sind. Die Forstbehörde setzt bei der Aufforstung auf klimaresistente Mischbaumarten. In den Jahren 2022 und 2023 wurden über 11 Millionen Setzlinge gepflanzt und auf hunderten Hektaren neuer Wald ausgesät.

Dr. Merker betonte, dass die Wiederbewaldung des Harzes in den nächsten zehn Jahren fortgesetzt wird. Neben der Pflanzung neuer Bäume sei der Schutz und die Pflege des jungen Waldes entscheidend. Obwohl die Jahresabschlüsse aufgrund hoher Holzpreise positiv waren, warnte Merker, dass diese Gewinne nicht über die Klimaschäden hinwegtäuschen dürfen. Die erwirtschafteten Überschüsse sollen vollständig in die Wiederbewaldung und den Waldumbau fließen.

Angesichts des Rückgangs der Holzmengen richten sich die Landesforsten zunehmend auf Ökosystemleistungen wie Biodiversitätsschutz, Moorschutz und die Bereitstellung von Trinkwasser aus. Zudem leisten die Forsten einen Beitrag zur Energiewende, indem sie Waldflächen für Windenergie bereitstellen.

Daniela Behrens

Ermittlungsbehörden zerschlagen Netzwerk mutmaßlicher Pädokrimineller

13. September 2024/in Niedersachsen

Erfolgreiche Ermittlungen: Sieben Verdächtige festgenommen, Plattform offline

HANNOVER (redu). Ein länderübergreifender Schlag der Polizeidirektion Hannover und der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg führte zur Festnahme von sieben Verdächtigen in einem mutmaßlichen Pädokriminellen-Netzwerk. Eine missbräuchlich genutzte Online-Plattform wurde abgeschaltet.

Die Polizei Hannover und die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg haben ein mutmaßliches pädokriminelles Netzwerk aufgedeckt und erfolgreich zerschlagen. Im Rahmen der Ermittlungen wurden gegen sieben Beschuldigte Haftbefehle erlassen. Sie befinden sich derzeit in verschiedenen Justizvollzugsanstalten. Zudem wurde eine Online-Plattform, die unter dem Vorwand der musikalischen Talentförderung als Kontaktplattform für Pädophile genutzt wurde, vom Netz genommen.

Dieser Ermittlungserfolg geht auf die enge Zusammenarbeit der Behörden zurück. Daniela Behrens, Niedersächsische Ministerin für Inneres und Sport, lobte die Kooperation der Sicherheitsbehörden über Ländergrenzen hinweg: „Durch die hervorragende Arbeit konnten weitere Täter aus der Anonymität des Internets geholt werden, und weiterer Missbrauch konnte verhindert werden“, erklärte sie.

Behrens hob auch die Rolle der Künstlichen Intelligenz bei der Bekämpfung dieser Straftaten hervor. Seit Anfang 2024 setzt das Landeskriminalamt Niedersachsen eine KI-Software zur schnelleren Erkennung von Missbrauchsmaterial ein. Diese trägt wesentlich dazu bei, die Täter schneller zu identifizieren und die Belastung der Ermittler zu verringern.

Gleichzeitig forderte Behrens eine umfassendere Speicherung von IP-Adressen, um den Kampf gegen solche Straftaten noch effektiver zu gestalten. Sie kritisierte das „Quick-Freeze-Verfahren“ als unzureichend und sprach sich für eine allgemeine Speicherpflicht aus. Nur so könnten auch Fälle aufgedeckt werden, bei denen bisher noch kein Verdächtiger identifiziert wurde. Der Europäische Gerichtshof habe die Möglichkeit einer solchen Speicherung bereits als zulässig erklärt.

Die Polizei und die Staatsanwaltschaft teilte hierzu folgenden Sachverhalt mit:

Der Polizeidirektion Hannover und dem Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg ist ein weiterer Erfolg im Kampf gegen Pädokriminalität gelungen. Im Zuge der Ermittlungen wurden gegen sieben Beschuldigte Haftbefehle erlassen, die sich nun in Untersuchungshaft befinden. Zudem wurde eine Online-Plattform, die der Kontaktaufnahme zwischen Pädophilen und Minderjährigen diente, vom Netz genommen. Umfangreiche Beweismittel, darunter über 600 Datenträger, wurden beschlagnahmt.

Die Ermittlungen gehen auf ein seit Dezember 2023 geführtes Verfahren der Polizei Hannover zurück, das bereits im April zur Festnahme von 19 Verdächtigen führte. Weitere Untersuchungen brachten neue Verdächtige ans Licht, die mutmaßlich ein Netzwerk von Pädokriminellen bildeten. Drei der Tatverdächtigen lebten gemeinsam in Südhessen und betrieben eine Online-Plattform, über die pädosexuelle Kontakte vermittelt wurden.

Bei den Durchsuchungen wurden unter anderem illegale Sexpuppen in Kindergestalt sowie missbrauchsrelevante Gegenstände gefunden. Ein zwölfjähriger Junge, der in der Wohnung eines Beschuldigten aufgefunden wurde, wurde in die Obhut seiner Eltern übergeben. Mehrere Tatverdächtige haben bereits Teilgeständnisse abgelegt.

Die Ermittlungen dauern an, insbesondere um weitere Täter und Opfer zu identifizieren. Die Abschaltung der Plattform und die Zerschlagung des Netzwerks stellen laut den Behörden einen bedeutenden Erfolg im Kampf gegen Pädokriminalität dar.

Bundesweiter Warntag 2024

Bundesweiter Warntag 2024: Testwarnung um 11 Uhr

11. September 2024/in Niedersachsen

Sirenen, Warn-Apps und Cell Broadcast im Einsatz: So wird gewarnt.

HANNOVER (redu). Am 12. September 2024 wird der vierte Bundesweite Warntag durchgeführt. Um 11:00 Uhr wird in ganz Deutschland eine Probewarnung ausgelöst. Ziel ist die Überprüfung der technischen Abläufe und Warnmittel, um die Bevölkerung im Ernstfall zuverlässig informieren zu können.

Der vierte Bundesweite Warntag findet am morgigen Donnerstag, 12. September 2024, statt. Um 11:00 Uhr wird eine Probewarnung über verschiedene Kanäle wie Sirenen, Mobiltelefone, Radio, TV und Social Media ausgesendet. Um 11:45 Uhr erfolgt die Entwarnung. Der Warntag soll die Funktionsfähigkeit der Warnmittel in Deutschland testen und die Bevölkerung für Notlagen wie Stürme, Hochwasser und Brände sensibilisieren.

Neben traditionellen Warnmethoden wie Sirenen und Lautsprecherwagen werden auch moderne Technologien eingesetzt. Warn-Apps wie NINA, Biwapp und KatWarn sowie der Mobilfunkdienst Cell Broadcast alarmieren die Bürger direkt auf ihren Smartphones. Seit 2022 wird Cell Broadcast in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sowie den Netzbetreibern getestet. Im Jahr 2023 erreichte der Dienst laut BBK bereits 72 Prozent der Bevölkerung.

Niedersachsens Ministerin für Inneres und Sport, Daniela Behrens, betont die Bedeutung des Warntages angesichts der zunehmenden Wetterextreme. „Die Vielfalt der Warnmittel sorgt für eine breite Abdeckung, und Sirenen bleiben dabei weiterhin unverzichtbar“, erklärte sie. Um das Warnsystem zu stärken, hat Niedersachsen in den Jahren 2023 und 2024 ein Sirenenförderprogramm im Umfang von zehn Millionen Euro aufgelegt. Insgesamt wurden 1.396 Sirenenstandorte in Niedersachsen durch Bundes- und Landesmittel gefördert. Zusätzlich wurden 122 mobile Warneinrichtungen zur Unterstützung der Katastrophenschutzbehörden angeschafft.

Auch in diesem Jahr können Bürger an einer Umfrage des BBK teilnehmen, die nach dem Warntag um 11:45 Uhr freigeschaltet wird. Weitere Informationen zum bundesweiten Warntag sind auf der Website des BBK verfügbar.

Waldbrand

Niedersachsen entsendet spezialisierte Einheit zur Waldbrandbekämpfung

7. September 2024/in Niedersachsen

Weiterer Löscheinsatz am Brocken: Verstärkung aus Niedersachsen

HANNOVER (redu). Am Brocken kämpfen weiterhin rund 250 Einsatzkräfte gegen Spotfeuer. Unterstützung kommt aus Niedersachsen mit der spezialisierten GFFF-V (Ground Forest Fire Fighting using Vehicles) Einheit zur Waldbrandbekämpfung.

Der Einsatz zur Bekämpfung der Spotfeuer im Nationalpark Brocken wird mit vereinten Kräften fortgesetzt. Rund 250 bodengebundene Einsatzkräfte, darunter Feuerwehr, THW und die Nationalparkverwaltung, arbeiten gemeinsam daran, die Schutzstreifen zu erweitern, um die Ausbreitung der Brände zu verhindern. Dabei sollen die verbleibenden Spotfeuer angegriffen und gelöscht werden.

Zur Unterstützung der Löscharbeiten wurden vier Löschflugzeuge und zwei Hubschrauber eingesetzt. Zwei weitere Hubschrauber werden im Laufe des Tages erwartet. Eine spezielle Unterstützung kommt aus Niedersachsen: die GFFF-V Einheit, eine Bodenfeuerbekämpfungseinheit, die Fahrzeuge und technisches Equipment zur effizienten Eindämmung von Vegetationsbränden einsetzt. Die Einheit, die Teil des europäischen Katastrophenschutzsystems ist, hilft hauptsächlich bei der Bekämpfung großflächiger Waldbrände.

Das Brocken-Gebiet bleibt weiterhin für Zivilisten gesperrt. Angetroffene Zivilisten werden aus dem Einsatzgebiet geleitet. Die Sperrungen sind in der Nationalpark-App sowie auf der Website des Parks verzeichnet. Die Einsatzleitung dankt der Bevölkerung für ihr vorbildliches Verhalten und die Kooperation.

Um den Einsatz weiter zu unterstützen, hat die Bundespolizei eine Betankungskomponente für die Hubschrauber angefordert, und die Bundeswehr wird eine Tanklogistikeinheit bereitstellen, die gegen 17 Uhr eintreffen soll. Der Luftraum über dem Einsatzgebiet bleibt gesperrt, und die Zufahrt wird durch die Polizei stark reglementiert.

Nachtrag vom 8. September 2024, 17:00 Uhr

Die Löscharbeiten am Brocken zeigen deutliche Fortschritte, insbesondere im Bereich des Königsbergs, wo bis auf wenige Spotfeuer das Gebiet weitgehend unter Kontrolle ist. Allerdings hat sich eine Brandstelle auf einem angrenzenden Moor-Plateau seit 15:30 Uhr bedrohlich ausgebreitet. Bodengebundene Kräfte versuchten bis 17:00 Uhr, das Feuer einzudämmen, mussten jedoch aufgrund eines nahenden Gewitters evakuiert werden. Das Feuer befindet sich nur noch wenige Meter vom Hochmoor entfernt und kann momentan nur aus der Luft bekämpft werden. Die Luftunterstützung ist jedoch aufgrund der Wetterlage eingeschränkt. Ein CH-53-Hubschrauber der Bundeswehr bleibt bis etwa 18:45 Uhr im Einsatz, bevor auch er den Betrieb einstellen muss.

Um das Übergreifen auf das Moor zu verhindern, hat die Einsatzleitung angeordnet, den Brand an der gefährdeten Stelle massiv mit Wasser zu bekämpfen. Gleichzeitig werden weitere Einsatzmittel für Montag vorbereitet. Die niedersächsischen Spezialeinheiten GFFF-V und AFFF-LP wurden aus dem Einsatz entlassen. Aufgrund der weiterhin gefährlichen Lage wird die Bevölkerung dringend aufgefordert, das Gebiet zu meiden, da sich erneut Wanderer im Einsatzbereich aufhalten.

Die Wetterprognose wurde aktualisiert und es wird nun von weniger Niederschlag ausgegangen als ursprünglich erwartet. Dies könnte die Brandbekämpfung erschweren, weshalb die Einsatzleitung eng mit den Wetterdiensten zusammenarbeitet, um die Lage genau zu überwachen.

Bundesweiter Warntag 2024: Probewarnung am 12. September ab 11 Uhr – Warntag Symbolbild

Bundesweiter Warntag 2024: Probewarnung am 12. September ab 11 Uhr

2. September 2024/in Niedersachsen

Um 11 Uhr beginnt am 12. September 2024 der Bundesweite Warntag mit einer Probewarnung über verschiedene Kanäle

BONN (redu). Am 12. September 2024 wird um 11:00 Uhr im Rahmen des Bundesweiten Warntags eine Probewarnung an alle angeschlossenen Warnsysteme in Deutschland verschickt, um die Funktionsfähigkeit der Warninfrastruktur zu testen.

Der nächste Bundesweite Warntag findet am Donnerstag, den 12. September 2024, statt. Dieser jährliche Aktionstag wird von Bund, Ländern und Kommunen gemeinsam durchgeführt, um die Funktionsfähigkeit der Warnsysteme in Deutschland zu überprüfen. Die Aktion beginnt um 11:00 Uhr mit der Versendung einer Probewarnung über das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes.

Die Probewarnung wird an alle am MoWaS angeschlossenen Warnmultiplikatoren, wie Rundfunksender und App-Server, übermittelt. Diese leiten die Warnung zeitversetzt an verschiedene Warnmittel weiter, darunter Fernseher, Radios und Smartphones. Parallel dazu können auch auf lokaler Ebene, in den teilnehmenden Landkreisen und Kommunen, verfügbare Warnmittel wie Sirenen oder Lautsprecherwagen aktiviert werden.

Um 11:45 Uhr erfolgt die Entwarnung über dieselben Kanäle, über die zuvor die Warnung verbreitet wurde. Eine Ausnahme bildet der Warnkanal „Cell Broadcast“, über den derzeit noch keine Entwarnung verschickt wird. Die Möglichkeit, zukünftig auch über diesen Kanal zu entwarnen, wird aktuell von den Mobilfunknetzbetreibern geprüft.

Der Bundesweite Warntag dient dazu, die Bevölkerung für Warnsignale zu sensibilisieren und gleichzeitig die Effizienz der Warnsysteme zu testen.

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